Röschenz
Der Bischof von Basel wäscht Hans Küng den Kopf
Am 28. März erhielt der Theologe Hans Küng einen Offenen Brief seines Diözesanbischofs. Dabei ging es um eine von Küng verantwortete Preisverleihung an eine abtrünnige katholische Kirchgemeinde. Von Bischof Kurt Koch, Basel.
(kreuz.net, Solothurn) Bei der Ankündigung der Verleihung einer besonderen Auszeichnung für die Kirchgemeinde Röschenz durch die Herbert-Haag-Stiftung Ende November 2005 bin ich davon ausgegangen, daß Sie als Präsident der Stiftung und als Weltethiker den ganzen Konflikt mit der Kirchgemeinde Röschenz eingehend studieren und differenziert beurteilen und aufgrund einer kritischen Durchsicht aller Fakten zur Einsicht kommen würden, daß die Verleihung dieser Auszeichnung ungerechtfertigt, inopportun und für die Konfliktlösung kontraproduktiv ist.

Ich habe mich sehr geirrt.

Am 20. März haben Sie diese Auszeichnung in Luzern vorgenommen.

Nach der Lektüre Ihrer Rede darf und kann ich nicht mehr länger schweigen. Ich wende mich deshalb in einem offenen Brief an Sie.

1. Ich muß zunächst gestehen, daß ich auch nach mehrmaligem Lesen Ihrer Rede nicht weiß, was Sie eigentlich wollen.

Auf der einen Seite machen Sie sich dafür stark, daß die Römisch-katholische Kirche in das öffentliche Recht eingebunden sein müsse, daß die Rechtsgültigkeit eines bischöflichen Entscheids staatlich überprüft werden müsse – „zuerst von der Landeskirche, eventuell später auch durch das Verwaltungsgericht des Kantons und schließlich sogar durch das des Bundes“ – und daß auch „der Bürger Bischof“ mit seinen kirchlichen Entscheidungen unter dem staatlichen Gesetz stehe.

Nach so viel Beschwörung des staatlichen Rechts, dem Sie auch die kirchenrechtliche Verantwortung des Bischofs unterstellt wissen wollen, reibt man sich verwundert die Augen, wenn man gegen Ende Ihrer Rede liest, daß man – das heißt: wohl ich – es nun aber doch nicht „so weit treiben“ sollte.

Deshalb fordern Sie mich auf, nun meinerseits den – von Ihnen eingeforderten – Rechtsweg zu verlassen und statt dessen „mutig einen Strich der Versöhnung unter die ganze Angelegenheit“ zu machen.

Wiewohl bei jedem Konflikt zumindest zwei Seiten beteiligt sind und wiewohl Versöhnung stets ein gegenseitiges Unterfangen ist, rufen Sie in einer völlig einseitigen und parteiischen Weise nur mich, aber keineswegs den Priester Sabo und den Kirchgemeinderat Röschenz, zur Versöhnung auf und unterstellen damit in einer Leichtfertigkeit sondergleichen, daß ich den Konflikt mit Herrn Sabo und mit der Kirchgemeinde Röschenz gesucht und begonnen hätte und die alleinige Schuld an diesem Konflikt trage.

2. Angesichts solcher Parteinahme, die man in der Rechtssprache als Befangenheit bezeichnet, kann es nicht erstaunen, daß auch Ihre Darstellung des Problems mit der Kirchgemeinde Röschenz völlig einseitig erfolgt, indem Sie sich einfach die Sicht bestimmter Medien und vor allem des Kirchgemeinderates Röschenz zu eigen gemacht, dessen Vorwürfe der Verletzung menschlicher Grundrechte oder Verfahrensrechte übernommen und damit freilich auch in völlig unkritischer Weise dessen infame Verleumdung, ich hätte „ – im Zusammenhang einer unberechtigten Denunziation wegen angeblichen Kindmißbrauchs – den Pfarrverweser Franz Sabo gemobbt“, angeeignet haben.

Sie tun dies, obwohl die Gründe für mein Vorgehen öffentlich dokumentiert sind. Und Sie tun dies, ohne auf das Verhalten des Kirchgemeinderates Röschenz einzugehen und indem Sie das Fehlverhalten von Herrn Sabo in einer unerträglichen Weise minimalisieren und geradezu bagatellisieren.

Wie sich die ganze Angelegenheit wirklich verhält, scheint Sie überhaupt nicht zu interessieren.
Bischof Kurt Koch
„ Wie sich die ganze Angelegenheit wirklich verhält, scheint Sie überhaupt nicht zu interessieren. “


Sie haben jedenfalls bei niemandem in der Bistumsleitung nachgefragt, wie das Problem in deren Sicht aussieht.

Wiewohl es zum elementarsten Rechtsempfinden gehört, daß man vor einer Verurteilung den genauen Sachverhalt abklärt und dabei beide Seiten im Konflikt anhört, haben Sie dies in sträflicher Weise unterlassen und den elementarsten Rechtsgrundsatz „audiatur et altera pars“ in gravierender Weise verletzt.

Es ist seltsam, daß ein Theologieprofessor, der das Rechtssystem der römisch-katholischen Kirche ablehnt und der sich vom Papst ungerecht behandelt sieht, nun seinerseits noch schlimmer verfährt, als er meint, behandelt worden zu sein.

Denn Sie wurden wenigstens angehört, bevor entschieden wurde, was Sie bei mir unterlassen haben.

An diesem Sachverhalt ändert sich auch nichts, wenn Sie anläßlich der Verleihung der Auszeichnung von der ebenfalls ansonsten so sehr auf Recht und Gerechtigkeit bedachten Politikerin der Christlich-Demokratischen Volkspartei (CVP), Rosmarie Zapfl, sekundiert worden sind, die die Laudatio gehalten und mit ihrem ebenfalls völlig parteiischen Eingriff in kirchliche Angelegenheiten dem soeben neu begonnenen Gespräch zwischen dem Präsidium der CVP und den Schweizer Bischöfen einen Bärendienst erwiesen hat.

Angesichts solcher Befangenheit und angesichts derart massiver Vorverurteilungen nimmt man verwundert Ihre weitere Behauptung zur Kenntnis, daß sich Ihre Stiftung „im gegenwärtigen Streit zwischen Bischof Kurt Koch und der Kirchgemeinde Röschenz nicht zum Richter“ mache.

Davon wird sich nur überzeugen lassen, wer ohnehin alles kritiklos glaubt, was Sie sagen.

In einem Punkt stimme ich Ihnen freilich zu: Der Weg der Versöhnung ist der bessere Weg als derjenige gerichtlicher Verfahren.

Sie werden zwar gewiß nachempfinden können, daß ich nach so vielen Verdächtigungen hinsichtlich Rechtsverletzungen, Anschuldigungen auf Mobbing und Verleumdungen auf den Spruch des Rechts berechtigten Anspruch habe und dafür dankbar sein werde.

Ich erwarte deshalb zunächst die Stellungnahme des Landeskirchenrates Basel-Landschaft zur rechtlosen Situation in der Kirchgemeinde Röschenz. Dennoch teile ich Ihre Überzeugung, daß die Versöhnung den Vorrang haben muß.
Bischof Kurt Koch
„Ich teile Ihre Überzeugung, daß die Versöhnung den Vorrang haben muß. “


Was Sie jedoch von mir verlangen, ist keine Versöhnung im menschlichen und schon gar nicht christlichen Sinn, sondern läuft auf eine sehr billige „Versöhnung“ hinaus, die nur das Ziel haben kann, Ihre Vorverurteilung meiner Person nochmals zu bestätigen.

Ein alter christlicher Grundsatz besagt, daß Versöhnung nur mit Menschen geschehen kann, auch und gerade mit Menschen, die Unrecht getan haben, daß es aber mit dem Unrecht selbst keine Versöhnung geben kann, sondern daß es beim Namen genannt werden muß, wenn nicht neues Unrecht geschehen soll.

Dies bedeutet, daß Versöhnung nur möglich ist, wenn alles, was zur unversöhnten Situation beigetragen hat, auf den Tisch gelegt und offen bearbeitet werden kann.

Im konkreten Fall von Röschenz heißt dies, daß ich aus christlichen Gründen zu einer Versöhnung nur bereit sein darf, wenn auch ich öffentlich über alles reden und das mir und dem Bistum von Herrn Sabo und dem Kirchgemeinderat Röschenz angetane Unrecht offen ansprechen kann.

Denn der Priester Sabo weiß sehr genau, daß der Kirchgemeinderat Röschenz, vor allem was die Geschichte mit den Gutachten und seinen Vorwurf des Mobbing betrifft, in der Öffentlichkeit nicht die Wahrheit sagt, sie jedenfalls nur in äußerst verzerrter Weise wiedergibt.

Angesichts dieser gravierenden Verleumdungen der ganzen Bistumsleitung und des Bischofs durch den Priester Sabo und den Kirchgemeinderat Röschenz kann ich nicht weiter bereit sein, auf der einen Seite zusehen zu müssen, wie dem Bistum geschadet wird, und auf der anderen Seite selbst wegen Gründen des Amtsgeheimnisses schweigen zu müssen.

Ich habe zudem stets gemäß meiner Überzeugung gehandelt, daß Personaldossiers von Seelsorgenden in der Öffentlichkeit weder behandelt noch kommentiert werden, und ich habe deshalb lange – vielleicht zu lange – zu vielen unhaltbaren Behauptungen und Verleumdungen durch Herrn Sabo und den Kirchgemeinderat Röschenz und vor allem in bestimmten Medien in der Nordwestschweiz in der Öffentlichkeit geschwiegen.

Wenn dieses mein schonendes Verhalten aber derart maßlos mißbraucht wird, kann und darf ich nicht mehr bereit sein, dieses böse Spiel weiterhin stillschweigend mitzumachen.

Wenn deshalb dieser Konflikt wirklich bereinigt werden soll, muß alles auf den Tisch. Dies aber ist nur möglich, wenn Herr Sabo mich in schriftlicher Form ermächtigt, über alles, was zu diesem schwerwiegenden Konflikt geführt hat, zu reden.
Bischof Kurt Koch
„ Wenn dieser Konflikt wirklich bereinigt werden soll, muß alles auf den Tisch. Dies aber ist nur möglich, wenn Herr Sabo mich in schriftlicher Form ermächtigt, über alles, was zu diesem schwerwiegenden Konflikt geführt hat, zu reden. “


Entweder ist der ganze Konflikt verhandelbar, oder es kann nur eine – leider von Ihnen unterstützte – billige „Versöhnung“ geben, die nicht auf Recht und Gerechtigkeit zielt und nicht in die Zukunft führt.

3. Wenn ich mir die Widersprüche, die vielen Halbwahrheiten und die zahlreichen Anschuldigungen in Ihrer Rede, Herr Professor Küng, vor Augen halte, muß ich mich fragen, ob es Ihnen wirklich um Recht und Gerechtigkeit geht, oder ob Sie in der Verleihung der Auszeichnung für die Kirchgemeinde Röschenz einfach eine weitere günstige Gelegenheit gesehen haben, einmal mehr mit dem gegenwärtigen Bischof von Basel öffentlich abzurechnen.

Dies jedenfalls tun Sie in ausgiebigem Masse, und zwar ebenfalls mit recht plakativen Strichen.

Zur Verdeutlichung will ich freilich nur einzelne erwähnen. Dabei werden Sie gewiß auch mir zugestehen, daß es auch mir „um nichts als die Wahrheit“ geht.

Sie versuchen erstens, meine geschätzten Vorgänger, die Bischöfe Anton Hänggi und Otto Wüst, gegen mich auszuspielen und attestieren den ersteren nur das Beste.

Den zweiten Teil dieser Behauptung kann ich gerne unterschreiben; doch der erste Teil stimmt in seiner Schablonenhaftigkeit nicht mit der Wirklichkeit überein.

Wer weiß, wie sehr Bischof Anton Hänggi gegen Ende seines Episkopates unter der von Ihnen hochgelobten „pastoralen Kreativität“ im Bistum Basel gelitten hat – es gibt dafür erschütternde Zeugnisse! – und wer persönlich erfahren hat, wie sehr Bischof Otto Wüst gerade Ihr Handeln in der Kirche geschmerzt hat, kann in Ihrer Vereinnahmung meiner beiden Vorgänger nicht viel Realitätssinn wahrnehmen.

Haben Sie, um nur ein Beispiel zu nennen, vergessen, daß die schriftliche Verfügung von Herrn Prof. Herbert Haag, des Gründers Ihrer Stiftung, daß der Bischof von Basel auf seiner Todesanzeige nicht unterschreiben und daß kein Bischof an seiner Beerdigung teilnehmen dürfe, nicht in meiner Amtszeit erfolgt ist, sondern aus dem Jahre 1981 stammt und damit in die Amtszeit von Bischof Anton Hänggi fällt?

Ungeachtet dessen meinten Sie aber im Gedächtnisgottesdienst für Herrn Prof. Haag das Recht zu haben, die Schweizer Bischöfe anzuklagen, weil Sie an der Beerdigung nicht teilgenommen haben.

Dieses Beispiel zeigt, daß man in Ihrer plakativen Gegenüberstellung meiner Person zu meinen Vorgängern nur jene Schwarz-Weiß-Malerei wieder entdecken kann, die wir auch in Ihrer Gegenüberstellung der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. zur Genüge kennen.

Sie sehen zweitens einen wesentlichen Unterschied zwischen meinen Vorgängern und mir darin, daß die Diözese Basel dann besonders leicht zu leiten sei, „wenn der Bischof mit den einzelnen Seelsorgern auch ganz persönliche Beziehungen pflegt“.

Sie insinuieren damit, daß dies bei meinen Vorgängern der Fall gewesen sei, wiederum im Unterschied zu mir, wie Sie mir in einem persönlichen Brief ausdrücklich vorgeworfen haben.

Wahr aber ist, daß jeder Seelsorger und jede Seelsorgerin, die ein Gespräch mit mir wünschen, es auch erhalten, daß ich seit meinem Amtsbeginn zusammen mit den Weihbischöfen systematisch Pastoralgespräche mit den Seelsorgenden durchführe und daß ich beispielweise in der Zeit von Januar bis Ostern in diesem Jahr nochmals allen Seelsorgenden begegne, um ihre Meinungen über zentrale Fragen des Pastoralen Entwicklungsplanes im Bistum Basel zu erfahren.

Wer deshalb wie Sie, ohne sich zu informieren – oder gar gegen besseres Wissen? –, Behauptungen und Vorwürfe in die Welt setzt, darf sich nicht wundern, wenn man dabei den Eindruck des ungeprüften Repetierens von Vorurteilen nicht mehr unterdrücken kann.
Bischof Kurt Koch
„Wer deshalb wie Sie, ohne sich zu informieren – oder gar gegen besseres Wissen? –, Behauptungen und Vorwürfe in die Welt setzt, darf sich nicht wundern, wenn man dabei den Eindruck des ungeprüften Repetierens von Vorurteilen nicht mehr unterdrücken kann.“


Sie werfen mir drittens vor, daß ich mich über die staatskirchenrechtlichen Strukturen im Bistum Basel „abfällig geäußert“ habe, weil ich „ganz und gar hierarchisch denkend, am liebsten in der Diözese allein das Sagen hätte“.

Auch diese Unterstellung ist falsch.

Ich habe mich nie „abfällig“ über die staatskirchenrechtlichen Organisationen geäußert. Ich habe sie vielmehr wertgeschätzt und den in ihnen tätigen Laien für Ihr Engagement gedankt.

Ich habe mir freilich – übrigens wie der sachkundige Jurist Walter Gut – die Freiheit (wohlverstanden: „Die Freiheit in der Kirche“!) genommen, öffentlich über die Fragen und Probleme, die mit den staatskirchenrechtlichen Strukturen auch gegeben sind, zu reden und eine in meinen Augen für die Zukunft der Kirche in der Schweiz notwendige Diskussion anzustoßen.

Eine solche offene Diskussion haben aber gerade Sie mit verschiedenen öffentlichen Attacken gegen mich zu verhindern versucht, weil die staatskirchenrechtlichen Strukturen für Sie offensichtlich sakrosankt sind.

Es ist wiederum seltsam, daß ein Theologe, der dem Papst wegen seines Diskussionsverbotes über die Frauenordination vorgeworfen hat, ins Mittelalter zurückgefallen zu sein, nun seinerseits öffentliche Denk- und Diskussionsverbote erläßt, wenn es sich um seine eigenen „Dogmen“ handelt.
Bischof Kurt Koch
„Es ist wiederum seltsam, daß ein Theologe, der dem Papst wegen seines Diskussionsverbotes über die Frauenordination vorgeworfen hat, ins Mittelalter zurückgefallen zu sein, nun seinerseits öffentliche Denk- und Diskussionsverbote erläßt, wenn es sich um seine eigenen „Dogmen“ handelt.“


Eng damit zusammen hängt, daß Sie die staatskirchenrechtlichen Institutionen sogar anders verstehen als diese sich selbst.

Während es beispielsweise in der Verfassung der Römisch-Katholischen Landeskirche des Kantons Basel-Landschaft in Par 2.2 heißt: „In innerkirchlichen Belangen anerkennen Landeskirche und Kirchgemeinden die Lehre und die Rechtsordnung der römisch-katholischen Kirche“, fordern Sie genau das Gegenteil, nämlich die Unterordnung des kirchlichen Rechts unter das staatliche Recht, das Sie nun freilich auch nicht ernst zu nehmen gedenken.

Sie sanktionieren vielmehr die Verstöße des Kirchgemeinderates Röschenz gegen seine eigene – auf demokratischem Weg beschlossene! – Verfassung und legitimieren zugleich den vom Kirchgemeinderatspräsidenten von Röschenz angekündigten Verstoß gegen die – ebenfalls demokratisch beschlossene! – Landeskirchenverfassung bereits vorweg.

Sie verraten damit freilich auch Ihr wirkliches Verständnis von Demokratie:

Wenn ich den Akt der Verleihung der Auszeichnung und Ihre Rede richtig verstehe, scheint es überhaupt nicht von Belang zu sein, ob es sich um Recht oder Unrecht handelt. Die Hauptsache ist vielmehr nur, daß die demokratischen Instrumente und Gefäße verwendet werden.

Sie fallen damit aber auch in bedenklicher Weise hinter das Zweite Vatikanische Konzil zurück. Denn dieses hat, wie Sie genauso gut wie ich wissen, eine weitgehende Unabhängigkeit der Kirche vom Staat gefordert.

Sie hingegen postulieren eine Verstaatlichung der Kirche, die weit über das bestehende staatskirchenrechtliche System hinaus geht und die von der römisch-katholischen Ekklesiologie nicht mehr viel übrig läßt.
Bischof Kurt Koch
„Sie hingegen postulieren eine Verstaatlichung der Kirche, die weit über das bestehende staatskirchenrechtliche System hinaus geht und die von der römisch-katholischen Ekklesiologie nicht mehr viel übrig läßt.“


4. Mein Brief ist lang geworden. Aber er war notwendig, um deutlich zu machen, daß ich Ihre Hoffnung in keiner Weise zu teilen vermag, die Verleihung der Anerkennung für die Kirchgemeinde Röschenz würde „den Konflikt nicht verschärfen, sondern zu einer noch immer möglichen Konfliktlösung und Versöhnung beitragen“.

Ich habe vielmehr die leise Hoffnung, daß mein offener Brief an Sie dazu beitragen kann, wenigstens nachträglich bei Ihnen Einsicht zu wecken, wie kontraproduktiv diese Verleihung für eine tragfähige Lösung dieses Konflikts ist.

Einen Trost freilich habe ich.

Auch ich habe Professor Herbert Haag, den Gründer Ihrer Stiftung, persönlich gekannt. Auch er war ein sehr kritischer Geist. Aber ich kann nicht glauben, daß er den Schritt, den Sie gewählt haben, getan hätte. Denn selbst in schwierigsten Situationen und Konflikten hat er noch Augenmaß bewahrt und das Recht hochgehalten. Und so behalte ich ihn in Erinnerung.
      
20 Lesermeinungen
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#20   Sebastijonas   14:06:07 | Sonntag, 2. April 2006
Tradition und Heilige Schrift
Nun, die Kirche ist natürlich älter als das NT und geht in unmittelbarer apostolischer Folge direkt auf Christus zurück. Die Kirche selbst hat ja den Kanon des NT erst festgelegt.
Jetzt den Kanon des NT unbedingt anzuerkennen, die Kirche aber abzulehnen, ist jener unselige Denkfehler, der auch schon anderen, größeren unterlaufen ist.
Die Heilige Schrift gegen die Tradition der Kirche ausspielen zu wollen, ist ein altes Spiel. Das Laterankonzil sagt z. B. im Jahre 649: „Wenn jemand nicht bekennt in Übereinstimmung mit den heiligen Vätern, richtig und wahr alles, was der ganzen katholischen und apostolischen Kirche Gottes weitergegeben und öffentlich gelehrt wurde, sowohl von ebendiesen heiligen Vätern und den fünf anerkannten allgemeinen Konzilen, bis ins letzte Detail in Word und Absicht: der sei verdammt.“
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#19   Josef   09:31:25 | Sonntag, 2. April 2006
@Bernadin
„„Du bist Petrus der Fels, und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.““
Ist das nicht eine Struktur ?
Und ist es evangeliumsbezogen, einen Menschen seiner Haltung und Mimik wegen als Problem zu betrachten ?
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#18   Johanna   20:37:09 | Donnerstag, 30. März 2006
@lady
Irre ich mich, oder leben Sie als Theologin nicht auch von diesen Strukturen, die Sie so sehr ablehnen? Womöglich sind Sie sogar Gehaltsempfängerin dieser ach so schrecklichen Kirche, die ach so weit von Jesus Christus entfernt ist? Wenn Sie diese Kirche so schlimm finden, wieso leben Sie nicht einfach ohne Sie? Ich kenne genug konsequente Menschen, die das so machen, wenn Sie so ein Problem mit der tradierten Form des katholischen Glaubens haben.
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#17   Bernardin †   18:47:37 | Donnerstag, 30. März 2006
JOHANNA
Können Sie mir sagen, wo im NT von Strukturen die Rede ist? Haben die Strukturen etwas mit Mensch-werdung zu tun, mit Christ-Werdung? Das Fundament der Kirche war, ist und bleibt ALLEIN Jesus Christus und seine Botschaft! Um IHN und seine SEINE FROHE BOTSCHAFT geht es! Vertauschen wir endlich nicht mehr die Hauptsache mit den Nebensachen! Arme Kirche, für die Strukturen wichtiger sind als Jesus Christus und sein Evangelium!
Die Leute würden sich die Augen reiben und aufatmen, wenn der Bischof von Basel wie ein guter Hirte 7x70mal praktiziert und vorlebt! GOTT IST DIE LIEBE und NUR DIE LIEBE ZAEHLT!
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#16   lady   18:40:46 | Donnerstag, 30. März 2006
Johanna
Wo bitte soll Koch jemals von den Röschenzern schlecht gemacht worden sein? Das Bistum hat doch die ganze Zeit Informationen aus den Gutachten an die Medien geliefert um Pfarrer Sabo fertig zu machen. Bischof Koch wäre vielleicht gut beraten, wenn er endlich seinen arroganten und selbstherrlichen Generalvikar in die Wüste schicken würde.
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#15   Johanna   16:20:47 | Donnerstag, 30. März 2006
@Bernhardin und lady
Manchmal denke ich, ich bin im falschen Film. Vielleicht sollten Sie sich mal mit dem Selbstverständnis und der Lehre der ganz normalen katholischen Kirche beschäftigen, ehe Sie jemandem wie Küng ein hehres Streiten für dieselbe attestieren. Und wenn jemand wie Bischof Koch dermassen unsachlich und fragwürdig in der Öffentlichkeit in den Medien gehetzt wird, dann kann einer schon mal die Schultern hängen lassen. Übrigens sah Jesus auch mal wie ein geprügelter Hund aus, schon vergessen? Auch er hielt gegen viele Anklagen einfach den Mund. Bischof Koch hat sich sehr lang sehr nobel verhalten und darauf verzichtet, sich auf das Niveau von Sabo und der Röschenzer Kirchgemeinde herabzulassen. Jetzt, wo er im Interesse des Bistums und seiner Gläubigen aufsteht und sich wehrt, wird ausgerechnet ihm Unversöhnlichkeit vorgeworfen. Wie gesagt, es muss ja keiner katholisch sein, wenn er die Strukturen dieser Kirche nicht akzeptieren will. Wieso soll man diese abschaffen, nur weil Sie sie nicht wollen???
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#14   Bernardin †   22:25:15 | Mittwoch, 29. März 2006
Koch, Bischof
Gibt es hier auch Christinnen und Christen, die sich an Jesus Christus und seinem Evangelium orientieren, die sich fragen, was würde jetzt JESUS denken, sagen, tun? Es ist beschämend, wie hier „christlich“ gedacht und geschrieben wird!
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#13   kurt usar   20:22:09 | Mittwoch, 29. März 2006
meine hochachtung vor hans küng…
…was dieser mann leistet.
ist priester,seelsorger,
autor von abertausenden seiten gelehrter betrachtungen und einsichten in alle weltreligionen,die wissenschaften,
treibt das weltethos voran…und findet auch noch zeit für die querelen in einer kleinen kirchengemeinde…
wahrhaft,vor diesem giganten des geistes verblassen ein augustinus,
ein aquinate,ja ein paulus,welch glück,in dieser zeit leben zu dürfen…
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#12   Wolfgang Kugler   18:40:18 | Mittwoch, 29. März 2006
Vernunft?
Ich lese wohl nicht recht? Wenn DAS Vernunft sein soll … Geht doch nach Röschenz oder werdet evangelisch, protestantisch, lutherisch oder sonstwie reformiert! Die brauchen bestimmt so permissiv-liberalistische Leute wie Euch! Ich danke Gott, dass ich – in diesem Kontext betrachtet – ein Vernunftloser sein darf!
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#11   lady   18:16:54 | Mittwoch, 29. März 2006
Bernardin
Danke Bernardin!
Ich hätte nicht geglaubt einen vernünftigen Menschen in diesem Forum anzutreffen. Sie sehen es ganz richtig mit dem Dominikanerbettelmönch Trauffer, der gerne selber Bischof oder noch lieber Papst wäre! Ein Bischof sollte auch zur Versöhnung fähig sein können ansonst ist er unfähig dieses Amt auszuüben.
Wie lange verträgt das Bistum Basel Kurt Koch noch?
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#10   Bernardin †   18:04:21 | Mittwoch, 29. März 2006
Bischof Koch
DANKE LADY!
Ja, es ist ein Trauerspiel mit diesem Bischof Koch! Seine Haltung und Mimik sprechen Bände! Was ist auch aus diesem Sohn eines einfachen Arbeiters, der von der Kirche nichts wissen wollte (so Kurt Koch im Interview mit Frank A.Meyer), geworden? Das Bistum Basel durchlebt mit Koch eine Tragik! Mit Koch und seinem ALTER EGO, dem Dominikaner R.B. Trauffer, den er sich als seinen Generalvikar geholt hat! Wo ist der Provinzial oder General der Dominikaner, der das Bistum Basel von diesem Dominikaner befreit!
Bischof Prof. Dr. Kurt Koch ist unfähig zur Versöhnung!
Was denkt er sich, wenn er im NT den klaren Satz Jesu von der Versöhnung hört: 7x70mal!!!!!!! Das heisst: IMMER!
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#9   lady   17:54:02 | Mittwoch, 29. März 2006
Bischof Koch
Wo bitte soll Bischof Koch selbstbewusst sein?
Haben Sie schon einmal seine Körperhaltung gesehen?
Er sieht aus wie ein geschlagener Hund. Aber vielleicht wird er das sogar von seinem noblen Generalvikar Trauffer!
Es soll ja Menschen geben, die brauchen so was!
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#8   Filip Jovic   17:37:49 | Mittwoch, 29. März 2006
@lady
Nein, der Bischof ist nur selbstbewußt und kämpferisch. Das paßt seinen notorischen Kritikeren (die aber Kritik an sich selbst verschmähen) natürlich nicht. Gehören auch Sie zu diesen Kritik nicht vertragenden Selbstgerechten, die selbst an ihrer Persönlichkeitsstruktur arbeiten müssten?
Der Bischof nimmt sachlich und ohne Häme Stellung zu den gegen ihn gerichteten Vorwürfen, Beleidigungen, Verzerrungen und Verleumdungen. Was soll daran negativ sein? Warum kommentieren Sie nicht die unsachlichen Äußerungen seiner Gegner? Ich weiß im Übrigen nicht, ob Sie sich an seiner Stelle besser verhalten hätten. Und vielleicht wissen Sie es ja selbst nicht einmal!
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#7   lady   16:23:53 | Mittwoch, 29. März 2006
Bischof Koch wäscht Küng den Kopf
Hat sich Jemand vom ganzen Forum überhaupt schon Gedanken gemacht, ob man nicht vielleicht einmal von Bischof Koch ein Gutachten in Auftrag geben sollte.
Den wie dieser Mann agiert kann kein normaler Mensch nachvollziehen. Dieser Mann hat echte Probleme mit seiner Persönlichkeit und weiss der Teufel mit was noch!
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#6   Wolfgang Kugler   15:10:29 | Mittwoch, 29. März 2006
Romtreu und loyal zum Papst
Zitat von Parsifal: –--Abgesehen davon steht diese Website hier einer Gruppierung nahe, die selbst exkommuniziert wurde.--- Das bezweifle ich sehr, denn Kreuz.net ist in vorbildlicher Weise romtreu und steht loyal zum Papst. Eine Nähe zu einer exkommunizierten Gruppierung zu unterstellen, ist reichlich absurd. Lieber Bischof Kurt: Nicht weichwerden unter dem Druck der linksliberalistischen Anbeter des Permissivitätsgötzen, der einen seiner Tempel in Röschenz hat! Versöhnungsbereitschaft hin oder her … Frieden wollen wir schliesslich alle. Aber nicht zu einem Preis, den Sabo unter dem Beifallsgejohle seiner Röschenzer Rasselbande und gesponsort von einigen prominenten steigbügelhaltenden Apostaten einfordert. Die echten wahren Katholiken solidarisieren sich mit Kirche, Papst und Bischof Kurt. Hoffentlich wird in Röschenz bald und nachhaltig mit eisernem Besen ausgefegt!
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#5   Parzifal   13:19:17 | Mittwoch, 29. März 2006
Hans Küng
Also ich finde diese ständigen Rufe nach Exkommunikation einfach nur lästig. Genau wie die Forderung Küng möge sich eine andere Konfession suchen. Es ist doch gerade ein Phänomen der heutigen Zeit dass jeder sich seine Lieblingsreligion zusammenbastelt. Eine wirkliche Bindung steckt da nie dahinter. Man sollte sich freuen dass Küng seine Kirche so wichtig ist dass er nicht einfach die Konfession wechselt, sondern wirklich um seinen Standpunkt kämpft.
Abgesehen davon steht diese Website hier einer Gruppierung nahe, die selbst exkommuniziert wurde. Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
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#4   Peccator   11:57:44 | Mittwoch, 29. März 2006
Exkommunizieren
Der Priester und Küng sollten längst exkommuniziert werden. So etwas darf sich ein Bischof nicht gefallen lassen, da durch diese beiden Personen bzw. deren Lehre viele Menschen in die Irre geführt werden. Wenn der Bischof von Basel den Priester Sabo nicht exkommuniziert, ist er für die Folgen mitverantwortlich.
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#3   Filip Jovic   11:09:29 | Mittwoch, 29. März 2006
Ein herzliches Vergelt’s Gott an Bischof Koch
Ein herzliches Vergelt’s Gott an Bischof Koch für seine klaren und voll überzeugenden Worte! Mögen sie große Verbreitung finden.
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#2   Johanna   10:56:16 | Mittwoch, 29. März 2006
Bravo Bischof Koch!
Bravo Herr Bischof, kann man zu diesem Artikel nur sagen!! Es ist zwar bedauerlich, dass auf diese Art und Weise in der Öffentlichkeit gestritten und diskutiert werden muss, aber diesem Kampf muss sich die Kirche in der Schweiz stellen, wenn sie glaubwürdig bleiben will und wenn die Bischöfe ihre Autorität nicht ganz verlieren sollen. Wo sich Theologen noch als katholisch verstehen, die sich äussern wie Herr Küng, das bleibt dem normalen Katholiken schleierhaft, der sich noch bewusst ist, was die katholische Konfession bedeutet. Wenn jemand dieses Bekenntnis nicht mehr teilen kann, steht ja jedem der Übertritt in eine andere Konfession offen. Irgendwie verstehe ich nicht, dass statt notwendiger Konsequenzen lieber Streit und unsachliche Diskussionen gesucht werden, die mit einem echten Interesse an der Kirche, so wie sie sich versteht und definiert nicht viel gemeinsam hat. Deshalb ein Dankeschön an Bischof Koch, der Position bezieht.
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#1   Benedikt   10:55:00 | Mittwoch, 29. März 2006
Guter Brief…
…leider wird er nicht viel bewirken:
Ich habe vielmehr die leise Hoffnung, daß mein offener Brief an Sie dazu beitragen kann, wenigstens nachträglich bei Ihnen Einsicht zu wecken, wie kontraproduktiv diese Verleihung für eine tragfähige Lösung dieses Konflikts ist.
Hoffnung auf Einsicht bei Küng? Diese Hoffnung stirbt wahrlich zuletzt.
Wenn ich mir die Widersprüche, die vielen Halbwahrheiten und die zahlreichen Anschuldigungen in Ihrer Rede, Herr Professor Küng, vor Augen halte, muß ich mich fragen, ob es Ihnen wirklich um Recht und Gerechtigkeit geht, oder ob Sie in der Verleihung der Auszeichnung für die Kirchgemeinde Röschenz einfach eine weitere günstige Gelegenheit gesehen haben, einmal mehr mit dem gegenwärtigen Bischof von Basel öffentlich abzurechnen.
Vermutlich eine rhetorische Frage.
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