19:36:04 | Mittwoch, 29. März 2006
Sechs von sieben weiblichen Mitgliedern eines Rates der Schweizerischen Bischofskonferenz warfen kürzlich das Handtuch.
(kreuz.net, Freiburg) Die sechs Damen waren Mitglieder der ‘Kirchlichen Frauenkommission’. Diese wird
als Stabskommission der Schweizer Bischofskonferenz bezeichnet.
Unter den Zurückgetretenen befindet
sich auch Schwester Uta Teresa Fromherz, die zur Kongregation der Schwestern vom Heiligen Kreuz in Menzinger –
Innerschweiz – gehört.
Zwei Vertreter der Bischofskonferenz sind ebenfalls Mitglieder der Kommission:
der Abt von Einsiedeln, Mons. Martin Werlen, und der Noch-Generalsekretär der Bischofskonferenz, Hw.
Agnell Rickenmann.
Der Rücktritt der sechs Mitglieder wurde am 14. Februar in einem Brief an alle amtierenden
Schweizer Bischöfe und Äbte mitgeteilt.
Grund für den Rücktritt ist die seit Jahren offensichtliche
progressistisch kirchenfeindliche Grundhaltung der zurückgetretenen Mitglieder.
Die Zurückgetretenen
gaben als Grund für ihren Schritt eine Enttäuschung an, die sich in den letzten Monaten und Jahren angestaut
habe.
Unter den gegebenen Bedingungen wollten sie die Arbeit in der ‘Frauenkommission’ nicht mehr weiterführen.
Konkret werden verschiedene Gründe aufgeführt.
So sei die Kommission mit sieben Mitgliedern seit Jahren
zu klein. Statt den gegenwärtigen sieben Mitgliedern würden die Statuten 10 bis 15 Mitglieder fordern.
Auf mögliche Neumitglieder, die aus den Reihen der Kommission vorgeschlagen wurden, sei die Bischofskonferenz
„unverhältnismäßig lange“ nicht eingegangen und habe sie schließlich abgelehnt.
Unter den Kandidatinnen
der Bischofskonferenz hätten sich „vor allem sehr konservativ denkende Frauen“ befunden.
Die Bischofskonferenz
habe der ‘Frauenkommission’ auch seit Jahren keine Aufträge mehr gegeben und keine Anfragen an sie gerichtet.
Darum wurde die ‘Frauenkommission’ selber aktiv und behandelte Themen wie die Weihe von Frauen zu Diakoninnen,
die Freiwilligenarbeit oder die Würde des sterbenden Menschen.
Auch gab sie Stellungnahmen zu vatikanischen
Dokumenten ab.
Doch das interessierte die Bischofskonferenz – nach Angaben der Frauenkommission – kaum.
Die Arbeit sei ohne Echo geblieben.
Der Vorschlag der ‘Frauenkommission’, die sogenannte feministische
Theologie als Pflichtfach im Theologiestudium anzuordnen, sei ebenfalls abgelehnt worden. Grund: Die feministische
Theologie sei längst automatisch in alle Fächer integriert und deshalb als eigenes Fach überholt.
Auch der Noch-Generalsekretär der Bischofkonferenz,
Hw. Agnell Rickenmann, bleibt im Brief nicht ungeschoren.
Er sei in den vergangenen Monaten zwar regelmäßig und leutselig bei den Versammlungen dabeigewesen.
Doch habe er sich „so dominant“ verhalten, als ob er die Diskussion habe beherrschen wollen.
Im Dezember
2004 stellt die Frauenkommission ihre theologische Kompetenz sogar dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation,
Joseph Kardinal Ratzinger, zur Verfügung.
In einem kurzen Brief, der von Sr. Fromherz unterschrieben
war, kommentierte die Kommission das Schreiben der Glaubenskongregation über die „Zusammenarbeit von
Mann und Frau in der Kirche und in der Welt“:
„Wir fanden darin vieles, was wir begrüßen, einiges,
was wir nicht verstehen, und manches, worin wir Ihnen und Ihrem sicher in Zusammenarbeit mit mehreren
Mitarbeitern geschaffenen Text nicht zustimmen können.“
Einen empörenden Tiefpunkt erreichte die Kommission,
als sie sich im April 2002 im Schweizerischen Abstimmungskampf um die Fristenlösung nicht durchringen
konnte, eine eindeutige Position gegen die Fristentötung ungeborener Kinder zu beziehen.
Als im Jahr
2000 eine Frau zur altkatholischen Priesterin ordiniert wurde, nahm das die ‘Frauenkommission’ mit großer
Freude zur Kenntnis.
Nach Ansicht von Beobachtern ist der Rücktritt der sechs Mitglieder eine Chance
und für die Schweizer Bischöfe ein Grund zum Aufatmen.
„Die Trauer über den Verlust hält sich in
Grenzen“, meinte ein in der Schweiz tätiger Ordensmann auf Anfrage.
Hw. Rickenmann erklärte am Mittwoch
in einer Stellungnahme vor der Schweizerischen Nachrichtenagentur ‘Kipa’, daß die Beziehung zwischen
der Bischofskonferenz und der Frauenkommission „keine einfache“ gewesen sei. Die Kommission sei eher fordernd
als beratend gewesen.
Es komme hinzu, daß die Frauenkommission habe merken müssen, daß es Fragen gebe –
wie die geforderte Weihe von Frauen zu Diakoninnen –, die nur auf weltkirchlicher Ebene „zu lösen“ seien.
Viele Erwartungen der Kommission seien völlig unrealistisch gewesen und hätten Enttäuschungen ausgelöst.
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