Während die Kirche im Westen alt wird, hat sie in China einen Jungbrunnen gefunden, der sogar die Laien ihre Verantwortung für die Kirche entdecken läßt.
(kreuz.net, Peking) Gegenwärtig führen die chinesischen Kommunisten einen verbissenen Kampf gegen die
Kirche im Land.
Die Verfolgungen betreffen vor allem die Provinz Hebei, jene chinesische Region, wo die
Anzahl der Katholiken am größten ist.
Das berichtete der Nachrichtendienst ‘AsiaNews’ Mitte März.
Die Provinz Hebei befindet sich im Nordosten von China.
In China werden Bischöfe, Priester und Seminaristen
verhaftet, Kirchen geschlossen und versiegelt, Gläubige schikaniert.
Das Ergebnis der Verfolgungen:
Die Teilnahme an den im Untergrund entstandenen Hauskirchen wächst. Gegenwärtig bereiten sich 21 Männer
im Untergrund auf die Priesterweihe vor.
Für Beobachter ist das ein Anzeichen, daß die Kommunisten
die Untergrundkirche in den Diözesen Zhengding und Hebei vernichten wollen.
Doch die bedrängten Priester
geben sich optimistisch. Nach ihren Angaben haben die Verfolgungen die Entschlossenheit und den Enthusiasmus
in den Pfarreien gestärkt.
Der Bischof von Zhengding, Mons. Julius Dschia Zhiguo (70), der vom Regime
in den Untergrund gedrängt wird, sitzt seit dem vergangenen November im Kerker.
Mons. Dschia war am
8. November für sogenannte Studiensitzungen verhaftet worden.
Das ist eine Bezeichnung für kommunistische
Indokrinationsprogramme. Durch sie sollen katholische Bischöfe gedrängt werden, sich der vom Regime
gegründeten ‘Patriotische Vereinigung’ anzuschließen.
Gewöhnlich dauern diese Gehirnwäschen einige
Wochen. Doch dieses Mal ist der Vollzug länger und schärfer.
Zwischen 2004 und 2005 wurde Mons. Dschia
achtmal verhaftet. Der Bischof ist wegen seiner Arbeit für Waisenkinder weit über die Kirche hinaus
bekannt.
Nach Informationen aus Kreisen der Polizei will die chinesische Regierung Mons. Dschia „vollständig
isolieren“. Die Verhaftung des Bischofs ist Teil einer größeren Strategie, um den Katholiken ihre Hirten
wegzunehmen.
Verhaftungen von Priestern und Seminaristen gehören darum in Hebei zur Tagesordnung.
Alleine
im vergangenen November wurden viele Priester und Seminaristen festgenommen, unter ihnen Hw. Li Suchuan
(40) und Hw. Yang Ermeng (35).
Ein weiterer Priester, Hw. Yang Dschianwei, wurde mit zehn Seminaristen
verhaftet und befindet sich immer noch in Haft.
Alsdann traf es den Rektor des Untergrundseminars der
Diözese Zhaoxian in Hebei, Hw. Gao Baojin, und sechs Priester der Diözese Zhengding.
Zwei von ihnen –
Hw. Wan Jin Shan (50) und Hw. Gao Lingshen (50) – wurden zusammengeschlagen.
Alle Kirchen der Diözese
Zhengding wurden von der Polizei geschlossen und versiegelt.
Die Priester zelebrieren die Heilige Messe
jetzt geheim in Häusern.
Wenn die Polizei einen Geistlichen faßt, wird er nach Hause zurückgeschickt,
um auf den Feldern zu arbeiten.
„Sie sind nichts anderes als ein Bauer“, erklärte ein Funktionäre des
Büros für religiöse Angelegenheiten einem Untergrundpriester.
Ein Untergrundpriester erklärte vor
‘AsiaNews’, daß es eine Zeit gegeben habe, wo die Priester nur bedroht worden seien: „Jetzt verhaften
sie uns.“
Doch das führe auch dazu, daß die Katholiken ihrer Verantwortung bewußt würden: „Ein Laie
erklärte mir kürzlich: Hochwürden, ich bedauere es, daß ich dem Geldscheffeln so lange so viel Bedeutung
zugemessen habe. Jetzt, da unsere Gemeinschaft Verfolgung leidet, müssen wir mehr tun, bis zum Punkt,
uns für die Kirche zu opfern.“
Die Teilnahme an Hauskirchen nimmt zu. Missionspriester aus anderen chinesischen
Gegenden strömen in die Provinz ein, wo die Verfolgung am größten ist.
Seminaristen ohne Priesterseminar
wurden in Familien untergebracht. Priester unterrichten sie.
Von den 21 Seminaristen ist einer ein Einzelkind.
Zwei stammen aus reichen Familien.
Der Untergrundpriester beklagt sich nicht: „Die Regierung glaubte,
uns zerstören zu können, aber sie hat sich getäuscht. Die Katholiken sind noch entschlossener und enthusiastischer.
Früher mußte ich junge Menschen dazu drängen, an der Messe teilzunehmen. Jetzt kommen sie von selber.“
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13 Lesermeinungen
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Solang „die Kirche *jung* ist“ stirbt sie nicht: Ich hoffe dass viele junge Menschen wieder den Weg in
christliche Glaubensgemeinschaften suchen und finden,in der eine Kultur des Zusammenhaltens und des gemeinsamen
Lebens in der Welt gefördert wird.
@ Peccator Nein, keinen Freimaurer (Über die, muß ich gestehen weiß ich nichts, wäre aber über eine
Mail zu dem Thema dankbar, da mich neulich ein kollege dazu gefragt hat und ich nichts sagen konnte…)
sondern einen, der an die Alten Götter Germaniens glaubt. Dies habe ich auch nie versteckt…aber wir
sind uns noch nicht begegnet, werter Herr, oder? So, es geht mir nicht um das „Ärgern“ von Menschen,
sondern um Fragen, die ich noch nie in dieser Art habe diskutieren können. Und bei freikirchlichen „ich
hab dich lieb foren“ kriegt man immer nur eine Antwort: Ja, das sehe ich auchso, aber trotzdem glaube
ich es nicht (häää???…is so, zusammengefasst). So, lieber Sünder, dann können Sie mal versuchen,
mir das zu erklären. Oder über die selben widersprüche stolpern…und sie einfach anders umsetzen als
ich… Wissen Sie, ich glaube nicht, daß ich „die Wahrheit schlechthin“ habe…ich bin einen anderen
Weg gegangen, aber an Austausch interessiert, Ich möchte ehrlich wissen, wie die, die in der Kath Kirche
geblieben sind, mit diesen Fragen umgehen. Denn daß Sie alle meschugge sind, glaube ich nicht. trotzdem
kommen sie auf andere Antworten als ich, der ich ja auch nicht meschugge bin. Soweit, werter Herr, meine
Beweggründe… Lieber Gruß Hrodgar
@ Hrodgar Ja, aber heute gibt es aus gutem Grund die Weihestruktur in der Kirche. Hinter diese Entwicklung
kann man nicht einfach zurückgehen. Der Zölibat ist ein Resultat aus Reformbewegungen, die vor der Jahrtausendwende
angedacht waren und nach der Jahrtausendwende durchgesetzt wurden. Paulus war ein Mensch und konnte nun
auch nicht alles wissen. Was zu seiner Zeit gut war, war es später eben nicht mehr – wohl gemerkt geht
es hier um eine disziplinäre und keine Glaubensfrage. Die Verhältnisse im Vatikan zZ der Medici usw
haben dann erneut gezeigt, dass zumindest in damaliger Zeit kein Heil aus einer Familienstruktur entstehen
konnte. Heute halte ich den Zölibat schon deshalb für wichtig, damit sich jeder die Entscheidung zum
Priestertum gut überlegt.
@Hrodgar Ei, haben wir das wieder einen Freimaurer auf unserer Kreuz.net Website? Ihre Lieblingsbeschäftigung
ist doch offenbar, Katholiken zu ärgern, gell?
ne ne ne… ich habe das nicht falsch verstanden, sondern extrapoliert,und bewußt etwas überspitzt
Die Hauskirche ist übrigens keine Erfindung der letzten Jahre sondern eine Uralte tradition aus vorchristlicher
Zeit. In der Urkirche gab es keine „Priester“ im heutigen Sinne. (Vgl.Apg). Die Übersetzung von „Episkopos“
als „Bischof“ in der Kath. Kirche ist mehr als gewagt. Denn der damalige „Aufseher“ sollte nach Paulus
„Mann einer einzigen Frau (im Gegensatz zu der oft geübten Polygamie) „ sein. Also fallen damit 100%
der Realexistierenden Bischöfe in den Bereich unbiblischen Handelns. Den Grund schiebt Paulus nach, denn
es solle ein Mann sein, der seiner Familie gut vorsteht. Also ein Vir Probatus. Und nicht wie in der Kath
kirche ein Vir Nesciens, einer also, der vom echten Leben, vom Familie versorgen, von Angst vor Arbeitslosigkeit,
von Nächten am Krankenbett des eigenen Kindes einfach keine Ahnung hat und sich dann aufschwingt Reden
zu halten über moralisch korrektes Verhalten in Situationen, in die ER nie geraten wird. Das ist doch
sehr, wie wenn ein Vegetarier mir das Würzen von Steak erklären will. Soweit nur zur Anwendung der „Urkirche“
auf die kath Kirche, die spätestens mit dem Nicäanum ihren Herrn Jesus verraten hat, aber eigentlich
schon mit Paulus, der aus der egalitären Einstellung des Jeshua ben Joseph ein „Sei Untertan der Obrigkeit,
denn sie ist Gottgewollt“ gemacht hat. Aber, wie gezeigt, nichtmal die Vorgaben des Paulus erfüllt die
kath Kirche!
@Hrodgar Sie haben das mit der Haudkirche in China falsch verstanden. Dort steht nicht der Hausvater dem
Gottesdienst vor, sondern ein geweihter Priester der dafür ins Haus geholt wird. So war es auch schon
in der Urkirche. Das deutsche Verständnis von Hauskirche ist eine Erfindung der letzten Jahre.
PROTEST An alle Leser von Kreuz.net, statt Streit und langem Palaver: schreiben Sie unverzüglich, noch
heute, einen Protestbrief oder e-mail an die chinesische Botschaft (mit Erwähnung der im Artikel genannten
Namen) an die chinesische Botschaft in Deutschland und teilen Sie mit, daß Sie zum Boykott chinesischer
Waren aufrufen, wenn die Verfolgung von Katholiken nicht unverzüglich aufhört. Hier die E-mail Adresse:
chinaemb_de@mfa.gov.cn
ist ja schon klasse… …wie sich die Einstellungen ändern: Gehen Christen hier in Europa den Weg der
stärkeren Verantwortung der Laien und der Hausgemeinschaften, ist das schlimm, antipäpstlich… Tuns
sie das in einem Kommunistischen Land, dann ist das toll, mutig, lobenswert… Mich würde mal interessieren,
wie Rom und die hier vasammelte Christenheit reagieren würde, wenn in China plötzlich die Verfolgung
aufhörte. Ich glaube, Roms Gleichschaltungsmaschine würde wohl sofort alle Hauskirchen verteufeln. Warum
gibt es nicht HIER Hauskirchen, Godis die der Hausvater oder die Hausmutter für die Familie hält? Selbst
wortgottesfeiern durch nicht geweihte Volltheologen werden ja verurteilt… Wie tief muß eigentlich die
Mitgliederzahl in der Kirche noch sinken, damit all die „Emminenzen“, „Hochwürden“, „Monsignores“ und
„Exzellenzen“ ihren Hochmut an den Nagel hängen und erkennen, daß sie nichts anderes sind als alle anderen
auch: kleine Menschlein im großen Universum. Kein wenig mehr wert, kein centimeter näher an ihrem Gott.
Beten wir für alle, die in China verfolgt werden! Verfolgt, gefoltert, eingesperrt und ermordet werden
in China nicht nur Katholiken und andere Christen, sondern auch tibetische Buddhisten, uigurische Moslems
und Mitglieder der Falun-Gong-Bewegung…
@Horst Eckner Es ist offensichtlich, dass Ihnen – wie so vielen anderen Kirchenmitgliedern in unserer
Wohlstandsgesellschaft – die Verfolgungssituation gänzlich unvertraut zu sein scheint. Das sich Laien
gerade darum für ihre Priester einsetzen, weil diese sich staatskirchlichen Fesseln nicht unterwerfen
und dem römisch-katholischen Glauben treu bleiben wollen, mag für Sie wohl ein gänzlich neuer Aspekt
sein. Hierzulande haben oft jene Priester den grössten Anhang, welche ihren antirömischen Affekt am
lautstärksten über die Tagespresse kundtun und gleichzeitig unter dem Schirm der staatskirchlichen Gremien
Zuflucht finden. Ihre Schäfchen gelten dann in der Öffentlichkeit als besonders mündige Laien. Es gibt
anderswo eben auch mündige Laien, und zwar tatsächlich mündige, weil durch Verfolgung erprobte Laien.
Beten wir für unsere verfolgten Brüder und Schwestern! Vor allem dürfen wir unsere verfolgten Brüder
und Schwestern im Gebet nicht vergessen! Sie werden verfolgt, gefoltert, eingesperrt und ermordet, weil
sie der gleichen römisch-katholischen Kirche angehören, der wir auch angehören. Es ist ein beeindruckendes
und für uns schon manchmal beschämendes Zeugnis, dass unsere verfolgten Brüder und Schwestern im kommunistischen
China für den römisch-katholischen Glauben ablegen.
#2 bonifatius 21:19:21 | Donnerstag, 30. März 2006
Danke Danke kreuz.net für diesen erschütternden Bericht einer Christenverfolgung: „Siehe, ich sende
euch wie Schafe unter die Wölfe“(Math.10-16). Daraus kann jeder Christ entnehmen, welche große Verantwortung
er hat in einer Welt, die durch eine erschreckend unkontrollierte, ja grenzenlose Freiheit den Menschen
immer wieder verführt. Die Güter dieser westlichen Welt lassen Gott mit einem Gegrinse in der Versenkung
verschwinden.
Laien, die Verantwortung tragen? Ehrlich? Laien, die Verantwortung tragen? Pfuibäh, sowas kommt uns bei
kreuz.net aber nicht unter. Die Redaktion sollte sich schämen, ein so modernistisches-Judenrahner-und-Beelezublehmann-Kirchenbild
zu verbreiten! Pfuipfuipfui!