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Freitag, 31. März 2006 13:34
Bischof Algermissen von Rom gemaßregelt?
Der Bischof von Fulda weigert sich, ein Schreiben zu veröffentlichen, das er kürzlich von der Römischen Kleruskongregation erhielt. Es geht darin um die in Fulda geplante Zusammenlegung der Pfarreien.
Am 1. Juli empfing Benedikt XVI. Bischof Algermissen in Audienz
Am 1. Juli empfing Benedikt XVI. Bischof Algermissen in Audienz
(kreuz.net, Fulda) Am Montag, dem 27. März 2006, fand in Fulda eine Dechantenkonferenz statt. Das Interesse der Teilnehmer galt unter anderem dem umstrittenen ‘Pastoralen Prozeß’ im Bistum.

In der Sache geht es darum, Pfarrstrukturen aufzulösen und die Pfarrer letztlich durch Seelsorgeteams zu ersetzen.

Das Grundstatut – also die gesetzlichen Regelungen hierfür – waren im ‘Kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Fulda’ mit Wirkung vom 5. März 2006 veröffentlicht worden.

Die Dechanten verlangten jetzt Auskunft über ein Schreiben der Kleruskongregation an Bischof Heinz Josef Algermissen (63). Von dessen Existenz wußte zwar jeder, nur den genauen Inhalt kannte keiner der Dechanten.

Aufgrund der Kritik am ‘Pastoralen Prozeß’ im Bistum Fulda hatte Bischof Algermissen in der Vergangenheit öffentlich erklärt, daß er hinsichtlich der geplanten Strukturreformen eine Anfrage an Rom gerichtet hätte.

Das Schreiben der Kleruskongregation enthält die Antwort auf diese Anfrage und ist daher von öffentlichem Interesse.

Das Verlangen aus dem Dechantenkreis nach Veröffentlichung des vatikanischen Schreibens führte bei Bischof Algermissen offenbar zu einem leidenschaftlichen Gefühlsausbruch.

Hierzu sei er nicht bereit. Über Rom äußerte er sich heftig verärgert. Er sei über die Reaktion der Kleruskongregation hinsichtlich der Strukturreform in Fulda empört.

Mehrere Dechanten zitierten ihn mit dem Ausspruch: „Die spinnen ja regelrecht in Rom!“

Aus all dem ergibt sich als Frage: War der Papst mit dem ‘Pastoralen Prozeß’ doch nicht so einverstanden, wie Bischof Algermissen dies in der Öffentlichkeit lautstark verkündet hat, nachdem der Bischof kurz nach dessen Wahl zwanzig Minuten mit dem Papst gesprochen hatte?

Stimmen aus dem Bistum Fulda erklären jetzt, daß es dem Bischof gut anstehen würde, das kirchliche Recht nicht nur im Munde zu führen, sondern seine Maßnahmen im vollen Umfang daran auszurichten.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 45 Lesermeinungen:
Dienstag, 4. April 2006 17:44
Abu: @yersinia
Die Bibel ist nicht vom Himmel gefallen. Sie ist auch nicht ein Buch, zu dem man irgendwie ja sagt, weil man meint, man sei ein Christ und dann mit ihr macht, was man will. Die Bibel ist ein Produkt der Kirche. Sie wurde von Gliedern der Kirche verfaßt und festgelegt (Kanonbildung). Der Zugang zur Bibel ist also entweder ein religiöser und dann letztlich ein glaubender, kirchlicher oder ein beliebiger (das kann auch „wissenschaftlich“ artikuliert werden). Der Raum der Bibel ist die Kirche, die Atmosphäre ihrer Lektüre ist Glaube und Gebet. Außerhalb dieses Raumes gewinnen Sie nur einen unechten Zugang, Yersinia. Es hat nicht nur keinen Sinn, aus der Sicht heutiger Political Correctness die Bibel mittels irgendwelcher Methoden zu purifizieren, es ist auch nicht erlaubt und entspricht nicht dem Gegenstand. Die Bibel ist ein heiliges Buch, kein Steinbruch für Wohlfühlreligiosität.
Dienstag, 4. April 2006 08:12
Toby: @ Benedikt
Na also mal ganz unabhängig vom Thema würde ich mich nicht wirklich über einen Bischof freuen, der seine Überzeugungen derart einfach über Bord schmeißt. Das hätte nämlich zwei Seiten.

Moment mal, Bischof Kamphaus hätte immerhin die Möglichkeit gehabt, von seinem Amt zurückzutreten, das wäre in der Tat konsequent gewesen.

Wenn ich mich recht erinnere, bot er seinerzeit Johannes Paul II. auch seinen Rücktritt an, was letzterer aber aus mir unerfindlichen Gründen ablehnte.

Wie ich gerade lese, befindet man sich auch in Fulda wieder mal im Weltjugendtagsrausch. Am kommenden Sonntag, dem Palmsonntag, soll auf dem diözesanen Weltjugendtag die „Begeisterung von Köln“ wiederbelebt werden.

Wie passt das alles zusammen? Wie man sieht, ist Bischof Algermissen mi sienem „Patoralen Prozess“ nicht zuletzt auch von einem antirömischen Affekt geritten. Bei der nach außen zur Schau gestellten „Papsttreue“ stelle ich mit zunehmendem Maße eine erschreckende Inhaltslosigkeit fest.
Montag, 3. April 2006 18:28
Yersinia: @abu: du hast mich noch nicht ganz überzeugt
aber es ist interessant, wie sehr du dich um Rechtfertigungen bemühst;
was die Bibel betrifft: es geht nicht über die Originalsprache – und dann kommt niemand um die Befassung mit dem Hintergrundwissen der Entstehung der biblischen Texte herum – genauso nötig ist dann die Befassung mit den verschiedenen Textarten und ihrer Bedeutung in der heutigen Zeit – und diese ist wiederum ein Konstrukt, also Standpunktabhängig und änderbar;
Montag, 3. April 2006 08:03
Abu: @yersinia
Die Gültigkeit aller im Kanon der Heiligen Schrift enthaltenen Aussagen wird weder relativiert durch exegetische Hypothesen („nicht echt“) noch durch Empfindlichkeiten einiger Damen. Weder Herr Goldhagen mit seiner Forderung, die Schrift zu purifizieren, auf daß er keinen Anstoß nehme am „antisemitischen“ Johannes-evangelium noch Feministinnen oder sonst wer haben hier eine Chance. Wer eine PC-Bibel will, wende sich an die EKD, die erstellt gerade eine. Zur Not würde ich übertreten, Yersinia. Aber wissen Sie, in Bayern bspw. war und ist es völlig normal, einen Neger auch so zu nennen, und kein normaler und anständiger Bayer hat was gegen Neger. Wieso auch? Es gab das auch als stolze Selbst-bezeichnung (Negro Spiritual z.B.). Nur „Nigger“ ist pejorativ, aber ein US-Problem. Im Struwwelpeter wird der Mohr verteidigt, heute soll keiner mehr „Mohr“ sagen dürfen. Und „Weiber“? Was ist mit dem Weiberrat oder der Vollweib-Diät und überhaupt mit der Weiblichkeit? Darüber regt sich doch auch kein Mensch auf. Auch mit „Zigeuner“ haben nur die Deutschen ein Problem und die Roma-und-Sinti-Funktionäre, die aber längst nicht alle Zigeuner repräsentieren. Und die Deutschen haben ein Problem, weil sie historisch Dreck am Stecken haben gegenüber den Zigeunern.
Sonntag, 2. April 2006 22:56
Barke: Maßregelung von Bischof Algermissen
Zu diesem Thema kann ich nicht viel sagen,da ich
zu wenig informiert bin.
Nur finde ich es nicht gut,wenn die Verantwortung von
einem einzelnen auf ein Team übergeht.
Ich kenne aber nicht die Struktur eines derartigen Teams.

Mit freundlichen Grüssen
Barke
Sonntag, 2. April 2006 22:21
Sirilo: @ El. Sünder: „Mulier taceat…“
Es ist bestimmt angebracht, die persönlichen Vorurteile des Hagestolz Paulus („es ist schändlich für ein Weib, in der Gemeinde zu reden“) als das anzusehen, was sie wirklich sind: private Meinungen eines Mannes, der wenig mit Frauen anfangen konnte, und nicht als göttliche Offenbarungen. Würde man seine diesbezüglichen Äußerungen ernstnehmen, dann müßte man eine ganze Reihe weiblicher Heiliger aus dem Heiligenverzeichnis streichen (Katharina von Siena, Birgitta von Schweden, Hildegard von Bingen, Theresia von Avila…)
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