Einer der zwei neuen Weihbischöfe der Erzdiözese Montreal möchte der Kirche „Hoffnung und Befähigung“ bringen.
(kreuz.net, Montreal) Am vergangenen Samstagabend weihte der Erzbischof von Montreal, Jean-Claude Kardinal
Turcotte, zwei neue Weihbischöfe.
Die heiligen Handlung fand in der Kathedrale, die der Muttergottes
Königin der Welt geweiht ist, statt. Das berichtete die kanadische Tageszeitung ‘The Gazette’ am Sonntag.
Vierzig Bischöfe aus Kanada und zwei aus Südamerika nahmen an den Konsekrationen teil.
Einer der Neugeweihten
ist Mons. Lionel Gendron (61). Er war Professor für Kirchenrecht und Mitglied der Priestergemeinschaft
der Sulpizianer. In der Vergangenheit war er auch Rektor des Priesterseminars der Erzdiözese Montreal
und Provinzial der Sulpizianer.
Die Sulpizianer wurden vom Hw. Jean-Jacques Olier, dem damaligen Pfarrer
der Pfarrei Saint Sulpice in Paris gegründet. Bereits im Jahr 1657 sandte der Gründer die ersten Sulpizianer
nach Kanada.
Mons. Gendron stammt aus Neubraunschweig – einer Atlantikprovinz Kanadas – und wurde 1969
zum Priester geweiht. Er gilt auch als Freund des Erzbischofs von Quebec, Marc Kardinal Ouellet, der ebenfalls
ein Sulpizianer ist.
„Sulpizianer sind Männer der Mitte“ – so der neue Weihbischof.
Er sei ein Katholik,
aber er sei nicht katholischer als der Papst, erklärte Mons. Gendron in einem Interview vor seiner Konsekration.
„Ich würde nicht sagen, daß ich ein Konservativer bin. Ich würde eher sagen, daß ich in Gemeinschaft
mit der Kirche sein will – nicht die Kirche, von der wir oder ich träumen, sondern die Kirche, so wie
sie existiert.“
Er habe einige eigene Vorstellungen über die Richtung, welche die Kirche einschlagen
sollte.
Er werde diese Vorstellungen auch ab und zu zum Ausdruck bringen, „aber ich werde immer versuchen,
in Einheit mit der Gemeinschaft der Kirche zu sein und meine Ansichten mit meinem Bischof zu diskutieren.“
Mons. Gendron erklärte, daß er auch zufrieden gewesen wäre, ein einfacher Priester zu bleiben.
„Ich
hatte nie die Absicht, Bischof zu werden. Ich hatte einfach die Hoffnung, ins Priesterseminar zurückzukehren
und dort zu unterrichten und Professor zu sein. Das wird jetzt nicht geschehen.“
Die neue Herausforderung
bestehe für ihn darin, den Priester und Gläubigen Hoffnung zu bringen und die Laien zu befähigen, in
ihren Pfarreien eine größere Rolle zu spielen.
„Es gibt noch Leben in der Kirche, darum müssen wir
hoffnungsvoll sein. Hoffnung und Befähigung, das ist es, was ich der Kirche als Bischof bringen will.“
Der neue Weihbischof sei ein Mann der Weltkirche, erklärte der gegenwärtig Rektor des Priesterseminars
von Montreal nach Angaben der katholischen Wochenzeitung ‘Western Catholic Reporter’:
„Sein Hintergrund
ist die trinitarische Theologie. Familie Gottes. Seine Vorstellung von Kirche ist die Familie Gottes.
Das ist in ihm sehr stark. Er hat einen großen Respekt für die Leute.“
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