08:51:28 | Samstag, 1. April 2006
Der Bischof von Basel schrieb gestern einen Brief an die abtrünnige Pfarrgemeinde von Röschenz. Er möchte vom Amtsgeheimnis entbunden werden, um die Sachverhalte
im Fall des dortigen suspendierten Priesters darzulegen. Doch der Priester will keine Aufklärung. Von Bischof Kurt Koch.
(kreuz.net, Solothurn) Die Kirchgemeinde Röschenz hat am 28. März 2006 einen Offenen Brief an mich gerichtet
und mich aufgefordert, „die Hand zur Versöhnung zu reichen“.
Auch ich wünsche nichts sehnlicher, als
endlich diese Auseinandersetzung beenden zu können und zu guten Beziehungen zurückzukehren.
Bevor ich
definitiv auf diese Forderung antworten kann, muß ich
die Stellungnahme des Landeskirchenrates zu seiner
Verfassung abwarten.
Ferner muß ich Sie um Verständnis bitten, daß es so einfach, wie sich der Kirchgemeinderat
dies vorstellt, nicht geht.
Ein alter christlicher Grundsatz sagt, daß Versöhnung immer angezeigt ist.
Versöhnung ist ein Akt, der nur zwischen Menschen geschehen kann, die einander Unrecht getan haben. Mit
dem Unrecht selbst kann es aus christlicher Sicht aber keine Versöhnung geben, wenn nicht neues Unrecht
geschehen soll.
Dies bedeutet, daß Versöhnung nur möglich ist, wenn alles, was zur unversöhnten Situation
beigetragen hat, auf den Tisch gelegt und bearbeitet werden kann. Denn Versöhnung heißt auch Klärung
des Unrechts. Bevor man Unrecht nicht klärt, kann man sich nicht versöhnen.
Im Raum steht noch immer
vor allem der vom Kirchgemeinderat Röschenz immer wieder geäußerte massive Vorwurf an mich und meine
Mitarbeitenden, wir hätten im Zusammenhang einer Denunziation wegen angeblichen sexuellen Übergriffen
„mit moralisch verwerflichem Mobbing“ dem damaligen Pfarradministrator Sabo „seit Jahren das Leben zur
Hölle gemacht“. Dies ist unrecht!
Diesen schwerwiegenden Vorwurf, diese ungeheure Verleumdung, darf
ich einfach nicht unwidersprochen lassen. Es handelte sich nicht um Mobbing, sondern darum, daß meine
Mitarbeiter ihre Verantwortung wahrnehmen mußten.
Warum und wie meine Mitarbeiter diese Verantwortung
wahrgenommen haben, muß ich glaubwürdig darlegen können, um diese Verleumdung aus der Welt zu schaffen.
Wenn dies nicht gewollt wird, bleibt nur die Möglichkeit, daß Herr Sabo und der Kirchgemeinderat Röschenz
selbst diese Verleumdung öffentlich zurücknehmen.
In diesem Zusammenhang habe ich betont, daß ich
von Herrn Sabo erwarten muß, daß er mich von meinem Amtsgeheimnis entbindet.
Es geht dabei überhaupt
nicht darum, daß ich die Privatsphäre von Herrn Sabo verletzen will. Seine Privatsphäre habe ich immer
respektiert und werde es auch weiterhin tun. Es geht ebenfalls nicht – wie Herr Sabo vermutet – darum,
daß ich in seiner Vergangenheit bohren will.
Es geht schlicht darum, daß ich die Möglichkeit habe
zu erklären, warum und wie wir unsere Verantwortung in der Bistumsleitung so wahrgenommen haben, wie
wir sie wahrnehmen mußten, und daß der Vorwurf des Mobbing eine infame Verleumdung ist.
Genau dies
wollen aber der Kirchgemeinderat und Herr Sabo verhindern, wiewohl der Kirchgemeinderat seinen Vorwurf
des Mobbing offensichtlich einseitig und befangen allein aus der Sicht von Herrn Sabo erhoben hat und
die Bistumsleitung diesbezüglich nicht angehört hat, wie sich diese Angelegenheit in ihren Augen verhält.
An diesem Vorwurf vorbei einfach „ohne Bedingungen nach vorne blicken“, wie der Kirchgemeinderat dies
fordert, ist billig, ungerecht und ganz gewiß nicht im Geist Jesu Christi.
Ich bitte Sie deshalb, bei
Herrn Sabo und dem Kirchgemeinderat einzufordern, daß sie mir eine faire und gerechte Behandlung zukommen
lassen.
Als Ihr Hirte und nicht als Ihr Richter wünsche ich Ihnen ein befreiendes Osterfest in der Hoffnung,
daß dieses Fest hilft, auch den großen Stein des schwerwiegenden Konflikts zu entfernen.
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Ansgar 18:30:52 | Montag, 3. April 2006
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lady 15:40:44 | Montag, 3. April 2006
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Ansgar 14:15:25 | Sonntag, 2. April 2006
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Ansgar 17:28:45 | Samstag, 1. April 2006
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Ansgar 14:42:49 | Samstag, 1. April 2006
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lady 14:05:50 | Samstag, 1. April 2006
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lady 12:35:44 | Samstag, 1. April 2006