17:04:46 | Samstag, 1. April 2006
Johannes Paul II.
Morgen jährt sich der erste Todestag von Papst Johannes Paul II. Das ist in Polen nicht ein Tag wie jeder andere. Von Przemysław Bentkowski.
(kreuz.net) „Wir alle – Gläubige und Ungläubige – gedenken dieses Tages als Augenblick einer großen
Nationaltrauer und zugleich als besondere Lehrstunde der Menschlichkeit und des Christentums – als Moment
eines starken Zugehörigkeitsgefühls zur nationalen Gemeinschaft und zur christlichen Welt.“
Mit diesen
Worten erinnerte der polnische Sejm – das Parlament des Landes – an den ersten Jahrestag des Todes vom
Papst Johannes Paul II.
Am morgigen Sonntag wird es in Polen unzählige Gottesdienste, Andachten und
Erinnerungsveranstaltungen für den verstorbenen Papst geben.
Die nationale Gedenkfeier findet am Sonntagabend
in Warschau auf dem zentralen Pilsudski-Platz statt. Dort wird der Primas von Polen, Józef Kardinal Glemp,
um 21.00 Uhr – in der Todesstunde des Papstes – eine Heilige Messe zelebriert. Es werden Tausende von
Menschen erwartet.
Zur gleichen Zeit dürften Hunderttausende Polen im ganzen Land in den Pfarrkirchen
zusammenströmen, um für den geliebten Johannes Paul II., für seine Seligsprechung und für die polnische
Nation zu beten.
Während der morgigen Sonntagsmesse wird in allen Kirchen des Landes ein Hirtenbrief
vorgelesen, in dem die polnischen Bischöfe zum Nachdenken über die Inhalte der Lehren des verstorbenen
Papstes anregen und zum Gedenken an seine Person aufrufen.
„Die Erinnernung an diesen großen Zeugen
des Evangeliums ist unser Vorrecht und unsere Pflicht, denn er hat mit seinem heiligen Leben und seiner
Lehre einen Raum geschaffen, in dem sich unser Glauben stärken, unsere Hoffnung regen und unsere Liebe
beleben konnten“ – schreiben die Bischöfe.
Einen besonderen Charakter haben die Gedächtnisfeiern in
Krakau, wo der verstorbene Papst vor seiner Wahl als Erzbischof wirkte.
Heutet findet – nach der Eröffnung
durch Stanislaw Kardinal Dziwisz – in der Kathedrale am Königsschloss „Wawel“ die feierliche Endsitzung
des Krakauer Seligsprechungs-Tribunals statt.
Morgen beten Krakauer Studenten auf den Straßen der Stadt
einen Kreuzweg.
Er ist aus Zitaten von Johannes Paul II. zusammengestellt. Zum Schluß ist eine kurze
Fernsehübertragung aus dem Vatikan vorgesehen.
Johannes Paul II. im deutschen Fernsehen

© Bild: ZDF/Nikolai
Wiezorek

© Bild: ZDF/Attilio Cristini

© Bild: ZDF

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Bild: ARD

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Papst Benedikt XVI. wird zu den Gläubigen sprechen, die sich auf dem Petersplatz
und vor dem sogenannten Papstfenster im Krakauer Bischofspalais versammelt haben.
Aus diesem Fenster
sprach Johannes Paul II. mehrmals zu den Jugendlichen.
Kardinal Dziwisz rief die Gläubigen auf, am Todestag
von Johannes Paul II. als Zeichen der Dankbarkeit und Freude – nicht der Trauer – weiße Bänder zu tragen.
Im Gespräch mit dem polnischen Rundfunk erinnerte der Kardinal daran, daß Johannes Paul II. am Vorabend
des Barmherzigkeitssonntags gestorben ist – ein Fest, das von ihm selber eingeführt wurde.
Vor Radio
Vatikan sagte der Erzbischof von Krakau, daß er sich nach einem Jahr immer bewußter werde, daß der
Tod von Johannes Paul II. kein Ende, sondern eher die Krönung eines langen und hoffnungsvollen Dienstes
für die Kirche gewesen sei:
„Dieser Tod brachte und bringt weiterhin viele Menschen Gott und Jesus Christus
nahe. Johannes Paul II. ist wie ein Weizenkorn, das gestorben ist, um ein neues Leben zu schenken“ – erklärte
der Kardinal.
Junge Polen – für die der verstorbene Papst immer besonders warme Worte fand – suchen
in diesen Tagen jene Einheit, die vor einem Jahr – in der Zeit der Krankheit und des Todes des Papstes –
allgegenwärtig war.
Doch es scheint, daß die heute sozial und politisch so tief gespaltene polnische
Gesellschaft diese Einheit nur sehr schwer wiederfinden kann.
Viele Debatten und Konferenzen befassen
sich mit der Frage, ob die sogenannte JP2-Generation überhaupt existiert oder ob das, was die Nation
vor einem Jahr erlebte, heute noch auf die polnische Jugend und die ganze Gesellschaft einwirken könnte.
Kardinal Dziwisz ist zuversichtlich, daß die Lehre des verstorbenen Papst auch die soziale Ebene positiv
beeinflussen kann.
Im Gespräch mit dem polnischen Magazin ‘Ozon’ zeigte er sich überzeugt, daß der
mehrmals von Johannes Paul II. wiederholte Appell „Habt keine Angst. Öffnet die Türen für Christus!“
auch in der Demokratie ein Schlüssel zur Lösung gesellschaftlicher und politischer Probleme sein kann.
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#4
Breze 15:56:23 | Montag, 3. April 2006
#2
Breze 21:54:49 | Samstag, 1. April 2006
#1
Gabriel 18:09:07 | Samstag, 1. April 2006