Johannes Paul II.
Eine Teerosen-Kreuzung in lichtreichem Weiß
Gläubige in aller Welt gedenken heute des Todes Johannes Paul II. am 2. April vor einem Jahr. Es gab Vorhersagen, daß die polnische Kirche nach dem Tod von Johannes Paul II. zusammenbrechen würde.
Deutsche Presseagentur

„In Rom beginnen heute die Feierlichkeiten zum ersten Todestag von Papst Johannes Paul II. Hunderttausende Pilger werden in der Ewigen Stadt erwartet, viele davon aus der polnischen Heimat von Karol Woityla. Auf dem Petersplatz ist eine Gebetswache geplant. Papst Benedikt XVI. will mit den Gläubigen den Rosenkranz beten und zur Todesstunde um 21 Uhr 37 eine kurze Rede halten. Eine Messe für den verstorbenen Papst bildet morgen den Höhepunkt der Feierlichkeiten.“

Berliner Morgenpost

„Ein elegantes Andenken zum ersten Todestag von Johannes Paul II. hat eine US-Gartenbaufirma kreiert. Das Unternehmen in Portland [Bundesstaat Oregon, im Westen der USA] stellte pünktlich zum 2. April eine Teerosen-Kreuzung mit zartem Zitrusduft vor, die den Namen des verstorbenen Papstes trägt. In enger Abstimmung mit Vatikanvertretern habe man ein »lichtreiches Weiß« für die Kreation gewählt, teilte ein Firmensprecher mit. Dies erinnere an das weiße Gewand des Papstes und an die fünf lichtreichen Geheimnisse, die das polnische Kirchenoberhaupt 2002 dem Rosenkranzgebet hinzugefügt hatte.“

Johannes Paul II. im deutschen Fernsehen
Im ZDF-Dokudrama "Karol Wojtyla - Geheimnisse eines Papstes" wird Johannes Paul II. von Michael Mendl verkörpert. Der 60minütige Film wurde am 30. März ausgestrahlt.Der Papst trifft seinen redseligen Gärtner Peppino Mancuso - verkörpert von Mario Adorf - in den Vatikanischen Gärten.Die Produktion zeigt Johannes Paul II. in der Zeit des Niedergangs der kommunistischen Systeme.

"Ziel war es, seine direkte und indirekte Rolle bei der Überwindung von kommunistischen Diktaturen zu zeigen", erklärte Regisseur Gero von Boehm.

Katholische Nachrichtenagentur

„Ein Jahr nach seinem Tod ist die Anziehungskraft Johannes Paul II. ungebrochen. «Am Grab hab ich richtig die Aura des alten Papstes gespürt», sagt eine etwa 50-jährige, lebenslustige Paderbornerin ergriffen. Viele empfinden ähnlich. Ein paar Polen knien am Grab; einem kullern Tränen herunter. Eine junge Frau bittet den Wächter, ihren Rosenkranz kurz auf die weiße Marmor-Grabplatte am Boden zu legen. Mit freundlichem Nicken erfüllt er den Wunsch. Um die letzten Ruhestätten der anderen Päpste ist es völlig ruhig. Kein Wunder, verweisen doch die Hinweisschilder am Petersdom nicht mehr «Zur Krypta», sondern nur noch «Zum Grab von Johannes Paul II».“

Netzeitung

„»Es gab Vorhersagen, daß die polnische Kirche nach dem Tod von Johannes Paul II. zusammenbrechen würde, weil sie so stark mit einer einzelnen Person verbunden war«, sagt Adam Boniecki von der katholischen Wochenzeitung ‘Tygodnik Powszechny’. Jetzt sei festzustellen, daß diese Verbindung weit mehr gewesen sei als nur eine Beziehung zu diesem toten Papst. »Vor Johannes Paul II. gab es keine polnische Pilgertradition zum Vatikan. Aber jetzt läßt sie keineswegs nach«, sagt Boniecki. »Das ist ein neues Phänomen. Sie gehen zum Grab von Johannes Paul, aber sie wollen auch Benedikt nahe sein. In gewisser Weise wollen sie bei beiden Päpsten sein.«“

Die Presse

„Dieser Tage ist Johannes Paul II. in Rom allgegenwärtig. In den Souvenirgeschäften werden noch mehr Karten, Bücher, Kalender, Medaillen, Schneekugeln und Büsten von ihm in die Auslagen gestellt. Im Empfinden seiner Verehrer ist Johannes Paul längst heilig. In Italien häufen sich Berichte von Gläubigen, die angeben, geheilt worden zu sein, nachdem sie den polnischen Papst gesehen haben.“

Öberösterreichische Nachrichten

Was denken Sie über die Jugendlichen der so genannten „Generation Johannes Paul II.“?

Stanislaw Kardinal Dziwisz: „Mir scheint, daß das Phänomen im Zusammenhang mit dem Tod des Papstes vor einem Jahr sichtbar geworden ist. Aber es hat schon vorher existiert. Zunächst ist es in Deutschland erschienen. Es war ein Protest, ein Ausdruck des Widerspruchs gegen den Liberalismus, gegen die Mentalität der Konsumgesellschaft. Die jungen Leute haben gemerkt, daß es andere Werte gibt und daß der Papst diese Werte vertritt. Sie waren in der Zeit des Heiligen Vaters geboren worden. Deswegen bezeichneten sie sich als die Generation von Johannes Paul II. Für sie stand Johannes Paul II. am Anfang dieser Bewegung.“
      
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