Ökumene
Das gleiche Wort und Brot Gottes?
Die Verantwortlichen einer Innerschweizer Pfarrei scheinen in Sachen Meßtheologie keinen nennenswerten Kenntnisse zu besitzen. Gestern lieferten sie dafür den Beweis. Von Franziska Herger.
(kreuz.net, Luzern) Ich bekomme das katholische Pfarrblatt der Stadt Luzern regelmäßig zugestellt. Das Pfarrblatt enthält die amtlichen Mitteilungen der acht Stadtpfarreien. Jeder Pfarrei steht jeweils eine Seite zur Verfügung.

Die Stadt Luzern ist das Zentrum der ursprünglich katholischen Innerschweiz und befindet sich am Vierwaldstättersee. Die Stadt gehört kirchlich zum Bistum Basel.

Einige der Luzerner Pfarreien folgen einer sehr progressiv-verweltlichten Ausrichtung und scheren sich nicht viel um den Glauben der Kirche und noch weniger um die Vorgaben aus Rom.

Zu diesen Gemeinden gehört auch die Pfarrei St. Johannes im Luzerner Stadtteil Würzenbach. Die Pfarrkirche befindet sich in der Nähe des Verkehrshauses – eines international bekannten Verkehrsmuseums.

St. Johannes ist die jüngste Pfarrei von Luzern. Sie wurde erst in den 70er Jahren errichtet.

Die Pfarrei besitzt keinen eigenen Priester. Ein Laientheologe – der sich als „Gemeindeleiter“ bezeichnet – verwaltet die Geschäfte.

Priesterlicher Mitarbeiter – das heißt: der für die Sakramente zuständige Geistliche – ist ein Pater der Missionsgesellschaft Bethlehem, die ihren Hauptsitz in der Innerschweizer Ortschaft Immensee besitzt.

Normalerweise gibt es in der Pfarrei St. Johannes am Samstag einen Vorabendgottesdienst um 17.30 Uhr und am Sonntag die Heilige Messe um 10.30 Uhr.

Die Sonntagsmesse wird aber gelegentlich durch einen Wortgottesdienst ersetzt.

Doch eine besondere liturgische Delikatesse wurde den Gläubigen und Ungläubigen von St. Johannes am vergangenen Wochenende geboten.

Die Sonntagsmesse um 10.30 Uhr fiel wieder einmal aus.

Dafür gab es zur Abwechslung um 10.45 Uhr ein protestantisches Abendmahl bei den Reformierten, die sich – sofern sie noch praktizieren – in einem naheliegenden Zentrum treffen.

Zu dieser gemeinsamen Veranstaltung mit den Protestanten hieß es auf der Pfarrblattseite der Pfarrei St. Johannes in holprigem Deutsch:

„Wir freuen uns, mit unseren reformierten Nachbarn uns um den gleichen Tisch versammeln zu dürfen. Wir teilen miteinander das gleiche Wort und Brot Gottes. Einen herzlichen Dank zum Voraus!“

Es ist nicht das erste Mal, daß in der Pfarrei St. Johannes das gleiche Brot Gottes ausgeteilt wird. Dabei wird offensichtlich, daß die Verantwortlichen ein sehr rudimentäres Verständnis der Sakramente und des katholischen Meßopfers besitzen.

Bekanntlich lehnen die schweizer Reformierten die Realpräsenz während der Heiligen Messe noch radikaler ab als die deutschen Lutheraner.

Das „gleiche Brot Gottes“ kann somit nur heißen, daß die Messe in der Pfarrei St. Johannes ungültig gefeiert wird.
      
7 Lesermeinungen
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#7   Christin   20:33:47 | Dienstag, 4. April 2006
@Elendester Sünder:Pfr.Buschor ist ein treuer Diener des Herrn
Gott möge ihn beistehen und ihn und seine Schützlinge immer begleiten und ihn immer nahe sein!
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#6   Elendester Sünder   20:02:31 | Dienstag, 4. April 2006
K-TV:
Bei K-TV gibt es ein paar hervorragende Männer, wie Pfr. Buschor, der Programmverantwortliche, Pfr. Sterninger oder P. Buob.
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#5   Christin   19:13:03 | Dienstag, 4. April 2006
Das erinnert mich an meine K-TV Freunde in der Bäumlegasse:
Da wird auch Wort zum Brot.
Ich find das eine wunderschöne Gemeinschaft,wo man sich so daheim fühlt,und gern dabei sein will.
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#4   Karl Murx   15:26:43 | Montag, 3. April 2006
Problem?
Hallo miteinander,
die Anklagen vieler hier im Forum sollten sich nicht gegen mich richten, sondern gegen Paul IV. und seine Bulle, bzw. deren Paragraphen 3 und 6, die in die Annotationen des CIC1917 eingegangen sind. Schon er sagt, daß ein Häretiker nicht Papst sein könne, auch wenn alle Kardinäle der Erhebung zugestimmt hätten. Es kann nicht mein Problem sein, den Kanon 188 abzuschaffen und auch nicht die 13 anderen, die auf die Bulle verweisen. Es gibt Probleme für Gott alleine die Lösung hat; hier vollzieht sich, was Leo XIII. vorausgesehen hatte und war es nicht Anna Maria Taigi, die prophezeite, daß nach den drei dunkelen Tagen die Apostel Petrus und Paulus selbst den Papst ernennen würden? Die Pforten der Hölle hätten den Felsen Petri wohl erst dann überwunden, wenn ein Häretiker Papst wäre.
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#3   Benedikt   12:42:31 | Montag, 3. April 2006
@ wolfgang e.
Wurde ihr nicht verheissen, das die Pforten der Unterwelt sie nicht überwältigen werden?
Ihre Frage wird Herr Murx kaum beantworten können. Überhaupt ist in ihr die zentrale Häresie des Sedisvakantismus verborgen.
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#2   wolfgang e.   11:21:59 | Montag, 3. April 2006
Ach ja, sie verwechseln wieder einmal…
…Äpfel mit Rossäpfeln. Seit der Liturgiereform haben sich tatsächlich viele Missbräuche eingeschlichen, aber Missbräuche bleiben Mistbräuche und gehören auf den Misthaufen.
Die Schweiz dürfte besonders anfällig sein für komische Dinge, aber das hat nicht einmal mehr irgendwas mit der von ihnen geschmähten „V.II-Kirche“ zu tun.
Ich habe eine Frage:
Es stimmt schon, ihre Argumentation ist oft in sich logischer als die der FSSPX, sie haben es aber auch leichter, denn wenn es keinen Papst gibt, ist es klar, dass man nicht gehorchen kann, wenn es aber einen gibt, ist es schwer zu argumentieren, warum man nicht gehorcht.
Die große Lücke ihrer Logik ist aber die: Können Sie mir erklären, wie es jemals wieder einen legitimen Papst geben soll, wenn der Stuhl Petri schon so lange vakant ist? Wer soll ihn wählen, wenn es keine gültigen Kardinäle mehr gibt? Wie soll die Kirche ohne Papst in Zukunft Bestand haben? Wurde ihr nicht verheissen, das die Pforten der Unterwelt sie nicht überwältigen werden?
Ich habe übrigens in der „V.II-Kirche“ immer gelernt, dass Jesus von der Empfängnis an Sohn Gottes und Messias ist. Maria ist ja auch unbefleckt empfangen, damit sie würdig ist, Gottesgebärerin zu sein.
Es stimmt aber wohl auch, dass bei der Taufe der Hl. Geist auf ihn herabkam und in ihm gewirkt hat:
Er sprach zu ihnen, erfüllt vom Hl. Geist: Ich preise Dich Vater, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
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#1   Karl Murx   09:47:32 | Montag, 3. April 2006
Das ist doch Normalität. Was soll das Gezeter?
Hier wird das Konzil umgesetzt, sonst nichts. Und hatte nicht Max Thurian gesagt, daß Protestanten nun das Abandmahl mit denselben Worten halten könnten, wie Katholiken? Hier ein Auszug aus seiner Lima-Liturgie zur Messianität Jesu:
Aus der Kollekte:
Du hast Deinen geliebten Sohn mit dem Heiligen Geist gesalbt bei seiner Taufe am Jordan und ihn zum Propheten, Priester und König eingesetzt…(Verurteilt durch das II.Konzil von Konstantinopel)
Aus der Präfation:
Er empfing die Taufe und wurde eingesetzt zu Deinem Diener, den Armen das Evangelium zu verkünden. (Betrifft dieselbe Verurteilung wie oben, aber auch jene durch Hadrian I. gegen den Adoptianismus, hypostatischer Gebrauch des Terminus „Diener -Ebed Jahwe“)
Die Gemeinsamkeiten zwischen dem Konzil und Thurian betreffen weniger die Realpräsenz, sondern den Modalismus Rahners und Lécuyers, für die Jesus durch die Taufe zum Christus wurde. Steiner läßt grüßen!
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