Liturgie
Folklore in der Kirche
Der vierte Fastensonntag wurde in der Innsbrucker Jesuitenkirchen mit einer ungewöhnlichen liturgischen Ausgestaltung begangen.
(kreuz.net, Innsbruck) Auch die über 10.000 Mitglieder des Tiroler Trachten- verbandes wüßten, daß die Fastenzeit eigentlich nicht der Augenblick fürs Tanzen sei, schrieb die ‘Tiroler Tageszeitung’ am Montag vor einer Woche.

Doch in Innsbruck war am vierten Fastensonntag die Ausnahme schnell gefunden: der Tanz als Gebetsform.

Aus diesem Grund stand der Festgottesdienst zur Jahresversammlung des Tiroler Trachtenverbandes am Laetare-Sonntag in der Innsbrucker Jesuitenkirche im Zeichen des „Tanzes als Gebet“.

Innsbruck ist die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Tirol.

Die Jesuitenkirche ist eine der zentralen Kirchen der Stadt. Sie ist der heiligsten Dreifaltigkeit geweiht, dient auch als Universitätskirche und ist Mittelpunkt vieler seelsorgerischer und künstlerischer Aktivitäten.

Mit Walzerschritten und Reigentanz machten die Trachtler den Gottesdienst zum Erlebnis, berichtet die ‘Tiroler Tageszeitung’: „Vor dem Altar in der Jesuitenkirche wurde getanzt.“

Nach der Tanzmesse versammelten sich die Mitglieder des Tiroler Trachtenverbandes in den Stadtsälen von Innsbruck zur Generalversammlung. Vertreter von über hundert Vereinen nahmen daran teil.

Günther Platter – österreichischer Verteidigungsminister und Präsident des Trachtenverbandes – und Landesobmann Oswald Gredler berichteten über die abgelaufene fünfjährige Amtsperiode.
      
21 Lesermeinungen
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#21   Gotthard   17:59:01 | Mittwoch, 5. April 2006
kluger Kopf
Wenn man ohne Pferd die ganze Erde umfahren kann, dann geht es dem Ende der Welt zu.
ein hellsichtiger und weitsichtiger Kopf … seine Schriften sollten weit verbreitet werden…
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#20   AthanasiusII   17:56:52 | Mittwoch, 5. April 2006
Ja, Tanzen…bis zum Ende?
»Wenn die Welt mit Draht und Eisen umsponnen sein wird, dann wird es kleine Leute geben. Wenn die Kinder wie Affen gekleidet sind, wird das Luthertum in Tirol einziehen. Wenn der Luxus so groß geworden ist, daß man Männer und Frauen an der Kleidung nicht mehr unterscheiden kann, und wenn unter jeder Stalltür eine Kellnerin steht (eine Stallmagd, die so schmuck angezogen ist wie eine Kellnerin im Wirtshaus), dann paßt auf, dann kommen die letzten Zeiten. Wenn die Eitelkeit auf den Friedhof kommt, weicht das Christentum aus dem Haus. Wenn man ohne Pferd die ganze Erde umfahren kann, dann geht es dem Ende der Welt zu.« – Alois Simon Maaß, der alte Fließer Pfarrer (1758-1846)
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#19   Athanasius   17:53:45 | Mittwoch, 5. April 2006
Kleine Antwort
deswegen haben die Tradis dennoch keine Ahnung von Afrika…
Und deswegen begegnete wohl der Traditionalist und Lehrer Michael Davies bei der ersten tridentinischen hl. Messe in Nigeria eine Schar von über zehntausend Gläubigen bei der Kirche wo ein traditionalistischer Priester das alte hl. Messopfer zelebrierte am nächsten Tag.
Alle dieser Leute sagte, die weissen Missionare haben ihnen den Volkstanz in die Kirche dringen wollen, aber sie hatten verweigert, da man diese Tänze ‘nicht als Opferkult’ verstand. Diese Trommel- und Tanzmessen in Afrika sind von europäischen Missionaren eingeführt.
Zur überlieferten hl. Messe kamen Leute mehr als 10 Stunden weit zu Fuss und übernachten vor der Kirchentür. Alle über 45 Jahre kannten das Kyriále auswendig, eine Schar von zehntausenden Afrikanern sang es mit. Sie hatten dás nie vergessen.
Und tanzt man in der Äthiopischen Kirche (gegr. um 100 n. Chr.) etwa auch? Nein. Also: Inkulturation ist europ. Humbug!
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#18   Laurentius2   15:48:22 | Mittwoch, 5. April 2006
Bild ist vielsagend !
Das von kreuz.net kolportierte Bild sagt alles: Statt Opfermesse -Religions-Folklore …
Statt Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten – Tanzen wie auf dem Heuboden …
Die Tempel rufen nach der Peitsche Christi !
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#17   Gotthard   13:06:08 | Mittwoch, 5. April 2006
Afrika
Sie kritisieren eine Bewegung, deren Gründer Missionar war – in Afrika!
deswegen haben die Tradis dennoch keine Ahnung von Afrika…
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#16   Benedikt   12:30:43 | Mittwoch, 5. April 2006
@ jaschaudichschlau
Traditionalistengesöck mal einen Ausflug nach Afrika empfehlen.
Sie sollten wissen, wen Sie kritisieren. Sie kritisieren eine Bewegung, deren Gründer Missionar war – in Afrika!
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#15   jaschaudichan †   11:33:16 | Mittwoch, 5. April 2006
Ich würde euch Traditionalistengesöck
mal einen Ausflug nach Afrika empfehlen.
Da würde euch klar werden, was tanzen in der Kirche und in der Liturgie bedeutet: Ausdruck unbändiger Lebensfreude (Laetare!!)
Das das natürlich einem ständig auf den Knien rutschenden Lefebrianer nichts sagt, ist leider auch irgendwie logisch.
Dann kommt es zu so Dumpfbackenmeldungen wie Polka im Vatikan und ozapft is.
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#14   Paula   09:57:04 | Mittwoch, 5. April 2006
tanzen in der kirche
tanzen in der kirche. Was kommt als nächstes? polka im vatikan?
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#13   zwobbel   08:27:22 | Mittwoch, 5. April 2006
Wurde alles längst vorhergesagt
Das ist nicht der letzte Krieg hat er gesagt, denn dann wird bald wieder einer sein, und dann erst kommt der letzte. Einer wird schrecklicher als der andere. Wenn du es erleben tätest, könntest deinen Vetter in Wien von deiner Stube aus sprechen, und wenn du ihn schnell brauchtest, könnte er in einer Stunde da sein.
…und sie werden alleweil schlimmer und gottloser, so daß es kommen muß, und, wie gesagt, es wird wieder sein wie vor hundert Jahren. Mit dem Glauben geht es bergab, und alles wird verdreht. Kennt sich niemand mehr aus. Die Oberen glauben schon gar nichts mehr, die kleinen Leut werden irre gemacht. In der Kirche spielen sie Tanzmusik, und der Pfarrer singt mit. Dann tanzen sie auch noch, aber draußen wird ein Himmelszeichen stehen, das den Anfang vom großen Unheil ankündigt.
von Sepp Wudy, Bauernknecht (um 1900)
Quelle z.B. hier:
www.sabon.org/…zeiungen/index2.html
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#12   Athanasius   20:25:18 | Dienstag, 4. April 2006
Inkulturation auf Deutsch…
Einfach eine Folge der katastrophalen „Inkulturations“-politik der Liturgisten seit dem II. Vatikanum.
Hier keine nackten New Yorkschen Papua-Anwältinnen die mit nackten Brüsten in einer päpstlichen Messe das Evangelium vom Pult aus lesen (klick) www.traditioninaction.org/…dReads%20Epistle.htm, sondern eine echt deutsche „Volksmesse“ wie sie bereits öfter „gefeiert“ werden – etwa in Martkl am Inn (Geburtsort Benedikt XVI.) und im Zillertal.
Wann werden endlich mal die Oktoberfeste in einer Kirche stattfinden bei dem der Priester beim Offertorium des Weins (oder vom Bier?) ausbrüllt: „‘Zoapft is!“?
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#11   alemannus   18:28:48 | Dienstag, 4. April 2006
Innsbrucker Jesuitenkirche
Leider kam -wie gewohnt- mit der Rekonstruktion des früheren Hochaltares auch die obligatorische -auch wie gewohnt- abgrundtief häßliche „Altarinsel“: in jesuitisch fadem Grau gehalten. Nihil novi sub sole…
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#10   Stimme aus dem Tradiland   18:21:47 | Dienstag, 4. April 2006
Das ist die Verführung der Volkstradition
zum Modernismus. Was außen konservativ anmutet (Tracht, Volkstanzen), ist inwendig zeitgeistig. Was ja auch der persönliche Lebensstil vieler Leute der Trachten- und Brauchtumsorganisationen zeigt. Spätestens beim 6. Gebot ist es aus mit dem Althergebrachten, ewig Gültigen…:-)
Gut bekannt ist ja auch die Tarnung des Modernismus in „Jägertradition“ (die kein Glaubensbekenntnis aberverlangt) oder in Form von Biertrinken, Bieranstich usw.
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#9   maxentius   18:04:29 | Dienstag, 4. April 2006
schade
Ich finde es auch schade, dass man so etwas in einer Kirche tut. Man hätte sich von der traditionellen Tiroler Bevölkerung (jedenfalls benenn ich die Mitglieder des Trachtenvereins mal so) doch erwartet, dass sie wissen, was in ein Gotteshaus passt und was nicht.
Etwas anderes, erfreuliches: In den letzten Jahren wurde in der Jesuitenkirche ein neuer Hauptaltar errichtet. Es wurde nicht etwas künstlerisch, minimalistisches installiert sondern, man hör und staune, der alte Hauptaltar (der im Krieg zerstört wurde) rekonstruiert. Nur ein Wermutstropfen: Der Tabernakel steht nicht dort sondern auf einer Seitenkapelle.
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#8   Johannes Auer   17:36:43 | Dienstag, 4. April 2006
@horst eckner
Wo und zu was erteilt der Bischof klare Weisungen, dass z.B.: ein Befreiungstheologe in einem diözesanen Bildungshaus ungestraft auftreten darf? Seien Sie mir nicht böse, aber ein Bischof muss sich öffentlich zu wort melden und bitte „geil“ finde ich diese Art der Berichterstattung nicht, solche Wörter sind mir fremd, das hebt das Niveau der Diskussion nicht.
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#7   Horst Eckner †   17:23:09 | Dienstag, 4. April 2006
Nur mal so nebenbei:
Hat kreuz.net eigentlich die Rechte zum Abdruck des Fotos der Kirche und eines Teils des Textes der Homepage der Jesuitenkirche eingeholt? Oder ist kreuz.net gar über staatliches Recht erhaben?
@Auer:
Woher wissen Sie, dass der Bischof schweigt? Vielleicht handelt er ja so, wie es die Hl. Kirche vorschreibt, nämlich in Liebe und privatim – und nicht laut und in der Tageszeitung brüllend, nur damit sich der typische kreuz.net-Leser die Finger lecken kann? Meine Bekannten aus dem Innsbrucker Diözesanklerus haben mir schon mehrfach erzählt, dass der Bischof sehr wohl sehr klare Weisungen erteilt, ganz in Übereinstimmung mit dem kirchlichen Lehramt, nur dass er sich dazu gemeinhin nicht der Formen bedient, die Sie geil finden, sondern eher der Formen, die der Tugend der Liebe entsprechen.
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#6   Ansgar   17:12:56 | Dienstag, 4. April 2006
Jesuiten
Sulpicius: „…tagungshausarschtplattgesessenen Neuliturgen…“
Respekt, schöner Neologismus, ich habe geschmunzelt.
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#5   Johannes Auer   17:10:54 | Dienstag, 4. April 2006
Es war einmal…
Erstens:
Der Bischof von Innsbruck schweigt dazu wie immer,
Zweitens:
Es hat einmal jemand gesagt:„Die Jesuiten müssten wieder einmal aufgelöst werden.“ Kein Kommentar!
Drittens:
Hier sieht man wieder das was am Novus das fatale ist, die GESTALTUNG.
Viertens:
Ein wieterer Beweis für die Verfallserscheinungen: Mein Motto:„Löst euch endlich vom Mythos: Volkskirche!“
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#4   ottaviani   17:09:59 | Dienstag, 4. April 2006
Ich behaupte schon seit Jahren
daß soetwas unsere form der inkulturation wird grins
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#3   Rituale Romanum   17:08:59 | Dienstag, 4. April 2006
Folklore vor dem Volksaltar
Das Bild ist in sich stimmig: Volksmusik und Volkstanz vor dem Volksaltar. Nur vor dem Hochaltar wäre das Bild nicht mehr passend und dort macht man es auch nicht.
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#2   Horst Eckner †   17:01:19 | Dienstag, 4. April 2006
Überaus merkwürdig…
…, so etwas zu veranstalten – und das dann auch noch in der Fastenzeit. Aber so weit ich mich mit der Lage in Innsbruck auskenne, sind die Jesuiten dort nicht einmal Herr im eigenen Haus, denn die Jesuitenkirche gehört dem Land Tirol, das auch selbst über die Nutzung der Kirche entscheiden kann. Insofern ist hier eher der politische Einfluss der folkloristischen Volksfrömmigkeit verantwortlich – nicht die ach so bösen Konzilsjesuiten, die ja bekanntlich zu den Lieblingsfeinden der täglichen kreuz.net-Hetzpolemik gehören.
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#1   Sulpicius   16:56:01 | Dienstag, 4. April 2006
Es gibt wohl keine Dämlichkeit,…
… die von den ergrauten, kravattierten, spießbürgerlichen, tagungshausarschtplattgesessenen Neuliturgen ausgelassen wird. Weder Liturgie noch Volkstanz kommen hierbei zu ihrem Recht!
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