Sakramente
„Das hätte Jesus auch nicht anders gemacht“
Bevor der Priester das Konkubinatspaar segnete, umwickelte er die Hände der beiden mit einem schwarzen Expander, „denn jede Beziehung lebt auch aus ihrer Spannung.“
(kreuz.net, Mainz) In einem Artikel der jüngsten Ausgabe der Mainzer Kirchenzeitung ‘Glaube und Leben’ ging es um „seelsorgliche Grauzonen“. Das heißt: um die kirchliche Segnung wiederverheirateter Geschiedener.

Der Artikel beschreibt einen liturgischen Anlaß mit einem anwesenden Paar und Gästen. Der Unterschied zu einem Trauungsgottesdienst: Statt vor der Brautbank stand das Paar in der ersten Bankreihe.

Das Paar lebe in einer „ehelichen Lebensgemeinschaft“, die nur standesamtlich sein könne, erklärt dazu die Bistumszeitung.

Der Mann ist nämlich schon kirchlich verheiratet, lebt aber inzwischen von seiner Frau standesamtlich geschieden.

Während des Gottesdienstes stieg der Priester die Altarstufen zum Paar hinab: „Er wird sie segnen“ – heißt es im Bericht der Kirchenzeitung: „Er, der katholische Pfarrer. Sie, die beiden, die Stunden zuvor auf dem Standesamt geheiratet haben.“

Der Pfarrer, der den Segen durchführe, rechtfertigt sich vor dem Bistumsblatt: „Es war ein Segen, keine Trauung – auch um dem Paar das klar zu machen, verzichtete ich auf alles, was zu einer Verwechslung führen könnte.“

Für Geschiedenen-Segnungen hat der Priester einen eigene Ritus entwickelt, „weil ein Symbol oft länger trägt als viele Worte“.
Mainzer Bistumszeitung:
Für Geschiedenen-Segnungen hat der Pfarrer einen eigene Ritus entwickelt, „weil ein Symbol oft länger trägt als viele Worte“.


Bevor er das Konkubinatspaar segnet, umwickelt er ihre Hände mit einem schwarzen Expander, „denn jede Beziehung lebt auch aus ihrer Spannung.“

Daß das Gummiband des Expanders als Anspielung auf eine Stola gesehen werden könnte, fällt dem Geistlichen nach Angaben der Kirchenzeitung nicht ein.

Dafür weiß der Priester zu berichten, daß die Kirche oft Antworten auf Fragen gebe, die keiner habe: „Dafür aber fehlt ihr auf die Fragen, die Menschen stellen, oft die Antwort.“

Wenn man so etwas wie diese Andacht erlebt habe, dann wisse man, daß man auf einem evangeliumsgemäßen Weg sei. „Was brauchen die Menschen? Da reicht ein Verweis auf Vorschrift A oder B oft nicht.“ Und: „Das hätte Jesus auch nicht anders gemacht.“

Eine Segnung dieser Art veranstaltet der Geistliche schon zum zweiten Mal, natürlich inoffiziell und ohne Ankündigung im Pfarrblatt.

Häufiger würden sich Paare um eine Annullierung einer Ehe bemühen: „Aber ich halte eine Annullierung – nur um wieder heiraten zu dürfen – nicht für richtig“, so der Priester.

Er wisse auch nicht, wo der Weg in dieser Grauzone hinführe. Die Kirche sehe sich als letzte Bastion der christlichen Familie und halte den Wert des Sakramentes sehr hoch, tue sich aber schwer, „andere Möglichkeiten auch nur zu erwägen“.

Er erfahre aber, daß jene, die nach einer „gescheiterten Ehe“ um einen kirchlichen Segen bäten es sehr ernst meinten.

Das gesegnete Paar hat sich 1998 bei Exerzitien in einem Kloster kennengelernt.

Später sei man zusammengezogen und „irgendwann kam der Entschluß zu heiraten“, wird die gesegnete Konkubinatspartnerin von der Kirchenzeitung zitiert.

Danach sei auch die Frage gekommen, „ob da kirchlich was zu machen ist“.

Man habe wenigstens gehofft, daß eine Segensandacht möglich sei.

Der wiederverheiratete Geschiedene erklärt, daß er „eine Scheidung akzeptieren“ könne. Dabei werde beendet, was irgendwann einmal angefangen und angedauert habe.

Bei einer Annullierung aber hätte er erklären müssen, daß alles, was er in seiner ersten Ehe erlebt habe, von Anfang an nicht der rechte Weg gewesen sei: „Ich kann nicht sagen, daß da nichts gewesen ist, auch nicht zu meinem Sohn.“

Seine Konkubinatspartnerin ist 32 Jahre alt und noch nicht kirchlich verheiratet. Die Segnungsandacht sei auch ein Verzicht gewesen – meint sie – „aber mit der Form, die wir gefunden haben, kann ich gut leben“.

Sie habe ihr ganzes Leben mit Kirche zu tun gehabt. Zur Zeit arbeitet sie in einer katholischen Schule. Sie werde sich natürlich überlegen, „wem ich was erzähle.“

Wenn der Pfarrer eine Segnung abgelehnt hätte, hätten man es in einem Kloster versucht.

Die beiden Konkubinatspartner empfanden die Andacht als „intensiv und feierlich“.
Mainzer Bistumszeitung:
Die beiden Konkubinatspartner empfanden die Andacht als „intensiv und feierlich“.


Damit habe wohl kaum einer der Gäste gerechnet. Viele hätten vermutet, daß der Weg zur Kirche nur ein Abstecher werde, „so nebenbei“:

„Vielen wurde erst durch die Form der Andacht klar, wie wichtig uns das ist“ – erklärte einer der Frischgesegneten.

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller, der im Bischöflichen Ordinariat Limburg arbeitet und Honorarprofessor für Kirchenrecht an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar bei Koblenz ist, winkt vor der Mainzer Kirchenzeitung ab. Eine solche Segnung sei nicht erlaubt.

Schüller verweist auf das Benediktionale, in dem die Kirche die anerkannten und mit fester liturgischer Form versehenen Segnungen genau festgelegt hat – „und einen besonderen Segen für Geschiedene und dann standesamtlich Wiederverheiratete gibt es nicht“.

„Dennoch – auch wenn keine gesicherten Zahlen vorliegen – werden in der katholischen Kirche Geschiedene gesegnet; in der Grauzone mit teils selbstentworfenen Riten und Formen“ – weiß die Mainzer Kirchenzeitung.

Ein kirchlich Verheirateter, der sich mit einem neuen Partner einläßt, lebt nach dem Zeugnis des Evangeliums und dem kirchlichen Bekenntnis im Ehebruch. Der Ehebrecher ist moraltheologisch als Todsünder qualifiziert.

Ein Todsünder, der ohne vorher gebeichtet und bereut zu haben, zur Heiligen Kommunion hintritt, begeht eine weitere Todsünde.

Darum sind wiederverheiratete Geschiedene vom Empfang der Eucharistie ausgeschlossen. Wer im Stand der Todsünde stirbt, verliert das ewige Heil.
      
42 Lesermeinungen
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#42   Pierre   19:09:05 | Freitag, 29. Dezember 2006
Konkubinat
Derjenige, der hier mal wieder (wie auch bei Homosexuellen) den Ausdruck ‘Konkubinat’ verwendet und genau wissen will, wer eine Todsünde begeht und das ewige Heil erlangt oder nicht, sollte sich selbst Fragen, ob er sich nicht über Gott erhebt und menschenverachtend argumentiert.
Wenn hier jemand sein Heil aufs Spiel setzt, dann sicherlich der Schreiber selbst.
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#41   Sozialkatholisch   12:17:11 | Donnerstag, 6. April 2006
@ Paula
Gott kann auf verschiedenen Wegen Verzeihung schenken und mir missfällt auch wenn Leute Gott vorschreiben wollen wie er Sünde vergeben soll. Wenn ein Dieb direkt zu Gott spricht und ihn bittet er solle ihm vergeben, Frieden spürt, sein Leben ändert und den Schaden nach Möglichkeit wieder gut macht, dem wird wohl auch vergeben sein.
Das Sakrament der Beichte hat den Vorteil das man sich, wenn würdig empfangen, sicher sein kann das die Sünde vergeben ist. Menscheln in anderen Religionen haben schon mal ein Problem dabei die Vergebung anzunehmen.
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#40   Mimi   12:11:11 | Donnerstag, 6. April 2006
@Paula
Ich muss Sie nochmal auf die von mir bereits zitierte Bibelstelle aus dem Johannesevangelium verweisen!
WEIL Jesus Christus das selbst so eingesetzt hat!!!
Er gab diesen Auftrag Seinen Aposteln!
Ich verstehe auch gar nicht, wie man damit ein Problem haben kann. Es ist doch sogar sehr sinnvoll, selbst „nur“ von psychologischer Sicht her. Es ist doch ein vollkommener Unterschied, ob ich nur theoretisch „weiß“, jaja, Jesus vergibt mir… oder ob ich diese Vergebung tatsächlich wörtlich zugesprochen bekomme!
Auch frage ich mich bzgl. der Leute, die meinen, das kann man für sich allein machen, wie oft sie das denn zumindest tatsächlich versuchen? Geht man zur Beichte, bereitet man sich da explizit darauf vor. Außerdem hat die Beichte immer schon auch einen seelenführenden Charakter gehabt (mag auf den Priester ankommen).
Ich sehe jedenfalls nur Vorteile.
Davon abgesehen, dass es eben Jesus Christus selbst so gewollt hat!
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#39   Paula   12:02:45 | Donnerstag, 6. April 2006
wieso
bedarf es bei der freisprechung von sünden eigentlich einen priester in form eines mittlers? warum kann ein mensch nicht direkt gott um verzeihung bitten.
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#38   Benedikt   11:47:16 | Donnerstag, 6. April 2006
@ Paula
könnte mal jemand das wort sünde genauer definieren?
de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCnde (ungelesen; ohne Gewähr)
und wieso freisprechung von sünden? man kann doch bloß frei von etwas werden, was man selber einsieht, dass man es falsch gemacht hat und nicht weil ein priester es sagt, oder?
Das persönliche Bereuen der Tat ist daher auch notwendig, damit eeine Absolution durch den Priester erfolgen kann.
und wieso ist ein priester NUR ein werkzeug?
Ein Mensch kann aber keine Sünden gegen Gott vergeben, der Priester ist daher nur der Mittler, ein Werkzeug. Die Beichte wird vor Gott abgelegt.
@ Hrodgar
Aber als heilsnotwendig wird die Prozedur vor dem Pfarrer erklärt.
Naja, es wäre ja auch ulkig, wenn als heilsnotwendig etwas angesehen würde, was der weltlichen Autorität obliegt.
Ich schließe somit das Versehen mit ein.
Nicht jedes dieser Delikte ist ja strafr. relevant. Nicht mal jedes Vergehen im jur. Sinn.
Und das war das Anliegen Jesu
Er vergab die Sünden.
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#37   Mimi   11:47:00 | Donnerstag, 6. April 2006
@Paula
könnte mal jemand das wort sünde genauer definieren? ist es eine sünde, wenn ich nach den geboten handele und jemand anderes muss dafür leiden?
Das Wort Sünde ist ein viel zu komplexes Thema, um es in einem kurzen Nachrichtenkommentar zu erläutern. Ihre zweite Frage verstehe ich nicht ganz.
und wieso freisprechung von sünden? man kann doch bloß frei von etwas werden, was man selber einsieht, dass man es falsch gemacht hat und nicht weil ein priester es sagt, oder?
Natürlich kann Sie der Priester nur dann gültig von Ihren Sünden lossprechen, wenn Sie wahre REUE haben! Die vollkommenste Reue ist die Liebesreue, d.h. dass man seine Sünden bereut aus LIEBE zu Christus. Es genügt für eine gültige Lossprechung aber die Furchtreue. Die Reue beinhaltet natürlich die Erkenntnis der Sünde und den Vorsatz, diese Sünde nicht mehr begehen zu wollen.
und wieso ist ein priester NUR ein werkzeug? ein priester ist doch schließlich auch nur ein mensch, der auch fehler machen kann. oder wie definiert man hier das wort werkzeug?
Natürlich ist der Priester ein Mensch mit Fehlern. Aber in den Sakramenten(!) handelt Jesus Christus durch ihn! Also wenn der Priester tauft, tauft Christus. Wenn der Priester die Lossprechung gibt, spricht Christus los. Es bleiben die Stimme, der Körper des Priesters, aber Christus bedient sich seiner. Der Priester handelt „in persona Christi“.
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#36   Paula   11:34:52 | Donnerstag, 6. April 2006
Priester = Werkzeug
könnte mal jemand das wort sünde genauer definieren? ist es eine sünde, wenn ich nach den geboten handele und jemand anderes muss dafür leiden?
und wieso freisprechung von sünden? man kann doch bloß frei von etwas werden, was man selber einsieht, dass man es falsch gemacht hat und nicht weil ein priester es sagt, oder?
und wieso ist ein priester NUR ein werkzeug? ein priester ist doch schließlich auch nur ein mensch, der auch fehler machen kann. oder wie definiert man hier das wort werkzeug?
könnte mich freundlicherweise jemand aufklären, bitte?
danke schon mal im vorraus
paula
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#35   Hrodgar   11:32:26 | Donnerstag, 6. April 2006
@ Benedikt
Ist eine Geldstrafe wie in Ihrem Thing nicht auch ein Leid?
Es geht nicht um Geldstrafe, die an einen unbeteiligten gezaht wird, sondern um Wiedergutmachung.
Bei einem Verbrechen muss man sich auch der weltlichen (juristischen) Verantwortung stellen.
Aber als heilsnotwendig wird die Prozedur vor dem Pfarrer erklärt. Im CIC finde ich jetzt auf anhieb keinen Hinweis, daß die juristische Aufarbeitung heilsnotwendig sei. sie kann lediglich vom Pfarrer als Buße aufgegeben werden.
Ganz ab davon, daß Sie von „Verbrechen“ reden, ich aber von „Schädigung“. Ich schließe somit das Versehen mit ein.
Mit Fremden war man auch damals nicht wirklich zimperlich
Einer aus einem anderen Dorf ist nicht ein Fremder.
Ein Fremder ist einer, der aus einem anderen Volk kommt UND sich gegen die Gastgeber stellt.
Einer aus einem anderen Volk, der sich friedfertig benimmt, ist ein Gast. Als solcher hat er den vollen Schutz des Sippenverbandes.Selbst Bonifatius wurde geschützt.
Ich würde mal sagen, ich mache es mir nicht einfach, sondern vergebung muß so einfach sein, damit alle sie anwenden können.
Wenn ich erst Theologen oder Pfarrer brauche, dann ist das zu kompliziert um hier und jetzt Frieden zu stiften.
Und das war das Anliegen Jesu: Statt aufwendiger Prozeduren das zun, was am nähesten liegt:
Frieden Stiften
Vergebung geben
Wunden verbinden
Hungrige nähren
…wir nennen das „Gastrecht“ und „Ehrensache“
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#34   Mimi   11:22:41 | Donnerstag, 6. April 2006
@Diona007
Wir werden NICHT dadurch gerettet, dass wir einem Pfarrer unsere Sünden beichten und dann fünf Ave Maria oder sonst was beten!!! Erstens kann ausschließlich Jesus Christus unsere Sünden vergeben (was Er durch Seinen Kreuzestod bereits getan hat; wir müssen diese Gnade nur erkennen und annehmen) und zweitens steht in der Bibel NICHTS über Ohrenbeichte. (…)Vielleicht würde es der Selbsterkenntnis mancher Katholischen Kirchenoberhäupter gut tun mal genau nachzulesen was Jesus über Pharisäer und deren Zugang zum Himmelreich gesagt hat.
Vielleicht würde es Ihrer eigenen Selbsterkenntnis ebenfalls nicht schaden, mal einen Blick in Joh 20, 21 – 23 zu werfen? Jesus hat zu den Aposteln gesagt: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“
Sie haben insofern recht, dass nur Jesus Christus unsere Sünden vergeben kann! Aber Ihnen ist nicht klar, was ein Sakrament ist! In der Hl. Beichte IST es Jesus Christus, der Ihnen die Lossprechung gibt! DESHALB ist die Person des Priesters auch ganz egal. Es ist Christus selbst, der handelt! Der Priester ist nur Sein WERKZEUG!
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#33   Benedikt   11:04:09 | Donnerstag, 6. April 2006
@ Hrodgar
Sie machen es sich zu einfach.
Aber die Kirche redet von „Strafe“ und „Buße“ die sie selbst auferlegt. Nicht vom Begrenzen auf Schadensausgleich. Sondern von künstlich erzeugtem Leid für den, der sich bekennt.
Leid? Was für ein Leid? Ist eine Geldstrafe wie in Ihrem Thing nicht auch ein Leid?
Und bekennen meint hier vor dem Pfarrer, vor der Kirche, nicht vor dem Geschädigten. Das ist sekundär.
Viel zu einfach, machen Sie sich das. Ein Schadensausglelich und die Abbitte auch beim Geschädigten gehören natürlich auch dazu. Bei einem Verbrechen muss man sich auch der weltlichen (juristischen) Verantwortung stellen.
Wer vor dem Thing zu seinen Fehlern gestanden hat, konnte darauf wetten, daß außer Schadensersatz nichts mehr nachkam.
Es sei denn vermutlich, er kam aus einem anderen Dorf. Mit Fremden war man auch damals nicht wirklich zimperlich.
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#32   Hrodgar   10:51:11 | Donnerstag, 6. April 2006
es ist doch sooo einfach!
zunächst einmal das:
„Sünde“ heißt, „am ziel vorbei“.
Ergo: Jesus wollte von Euch, daß Ihr, wenn Ihr am Ziel vorbei gehandelt habt, also schlichtweg Mist gebaut hat, dazu steht voreinander. Dann wird alles wieder gut.
Das ist so schlicht und einfach und im Heidentum völlig selbstverständlich.
Wer vor dem Thing zu seinen Fehlern gestanden hat, konnte darauf wetten, daß außer Schadensersatz nichts mehr nachkam.
Leute, die alles abgestritten haben und falsche unschuldseide geschworen, wurden bisweilen auch mal ins Moor geschubst.
Aber die Kirche redet von „Strafe“ und „Buße“ die sie selbst auferlegt. Nicht vom Begrenzen auf Schadensausgleich. Sondern von künstlich erzeugtem Leid für den, der sich bekennt. Und bekennen meint hier vor dem Pfarrer, vor der Kirche, nicht vor dem Geschädigten. Das ist sekundär.
Aber der Rechtsfrieden wird primär dadurch wieder hergestellt, daß einer etwas tut, um die Folgen seines Fehlers zu mindern. Damit offenbart er, daß er diese Folgen nicht will, am besten.
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#31   Paula   09:51:06 | Donnerstag, 6. April 2006
man hat mit anderen menschen immer respektvoll umzugehen
genau das hat mich an der kirche ja immer gestört. viele haben wohl die grundsätze des christentums nicht verstanden und benehmen sich genauso wie die leute, die jesus angeprangert hat.
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#30   Diona007   09:35:42 | Donnerstag, 6. April 2006
„Jesus spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater ohne mich.“
Um mal eines klar zu stellen: „…Wer im Stand der Todsünde stirbt, verliert das ewige Heil…“ in Bezug auf Wiederverheiratete blödes Geschwafel. Wie heist es so schön in der Bibel? „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“
Wir werden NICHT dadurch gerettet, dass wir einem Pfarrer unsere Sünden beichten und dann fünf Ave Maria oder sonst was beten!!! Erstens kann ausschließlich Jesus Christus unsere Sünden vergeben (was Er durch Seinen Kreuzestod bereits getan hat; wir müssen diese Gnade nur erkennen und annehmen) und zweitens steht in der Bibel NICHTS über Ohrenbeichte. Es steht „…bekennet einander eure Sünden…“ damit wir uns gegenseitig besser helfen können diese auch zu überwinden, es steht nirgends geschrieben, „…bekennet eure Sünden in einem kleinen, abgeschlossenen Kämmerlein einem Pfarrer und nur der hat dann die Macht euch davon loszusprechen wenn ihr die von ihm auferlegte Bußübung absolviert…“.
Vielleicht würde es der Selbsterkenntnis mancher Katholischen Kirchenoberhäupter gut tun mal genau nachzulesen was Jesus über Pharisäer und deren Zugang zum Himmelreich gesagt hat.
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#29   methusalix †   17:52:35 | Mittwoch, 5. April 2006
Wenigstens mal eine Bekehrung,
in diesem Forum! Gottes und der Götter Segen für Sie!
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#28   Hrodgar   16:24:00 | Mittwoch, 5. April 2006
@ Gerhard
Sie reden von Menschen und Schicksalen, von Leid und Hoffnung.
Die Antwort von e.Sünder sind alte Texte. Und eben Unbarmherzigkeit.
Eine bessere Unterstützung für meine Beiträge habe ich mir nicht wünschen können…
Deknen Sie mal an Paula…vielleicht ist das auch für Sie ein Weg…
@Herr Sünder, ich danke Ihnen für Ihr unfreiwillige Unterstützung!!!!
@Paula
Ich hätte nicht gedacht, daß es sooooo schnell geht…Daß es soweit kommt war mir schon lange klar…herzlich willkommen!!!!
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#27   Elendester Sünder   15:10:31 | Mittwoch, 5. April 2006
Gerhard (Schröder?)
Es hat Menschen gegeben und gibt deren noch, welche behaupten, daß man die Gebote Gottes nicht halten könne. Hierauf antwortet der Kirchenrath von Trient (Sess. 6. c. 11): „Gott befiehlt nichts Unmögliches, sondern er ermuntert durch Befehlen zu thun, was du kannst, und um das, was du nicht kannst, zu bitten, und er hilft, daß du kannst. Dessen Gebote sind nicht schwer, dessen Joch süß ist, und dessen Bürde leicht.“
R.P. Goffine, Ord. Praem. Christkatholisches Unterrichts und Erbauungs-Buch, 14. Auflage, Regensburg 1858
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#26   Gerhard   14:54:49 | Mittwoch, 5. April 2006
Segen für Wiederverheiratete?
Die Ehe gilt als Sakrament und ist unauflöslich! So die Theorie! Trotz Inanspruchnahme von Eheberatungsstellen kann es aber sein, dass eine Konfliktlösung nicht möglich ist und es zur Scheidung kommt. Sollen die Geschiedenen lebenslang zölibatär leben? Das ist in den meisten Fällen illusorisch! Wer von den beiden einen neuen Partner/eine neue Partnerin findet, die – hoffentlich! – besser zu ihm paßt, ist genauso auf die Unterstützung der Gemeinde und auf den Segen Gottes für die neue Partnerschaft angewiesen, wie jeder andere! Als Nachfolger derer, die Jesus zum Vorbild haben, sollte es selbstverständlich sein, liebevoll – statt unbarmherzig – mit Geschiedenen und Wiederverheiraten umzugehen! Unbarmherzigkeit und Selbstüberheblichkeit sind hier fehl am Platz!
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#25   Benedikt   13:55:46 | Mittwoch, 5. April 2006
@ Paula
Sorry, aber Sie vergleichen einen Online-Diskurs mit gelebter Glaubenspraxis? Das kann nicht gutgehen. Das Wesen eines Diskussionsforums ist es nun mal, konträre Meinungen darzustellen, geht es um Glaubensfrage ist es überdies leider nicht selten, dass der Ton ruppiger wird. Kein Wunder, wenn man seinen Glauben liebt.
Die gelebte Praxis, d.h. das tatsächliche Glaubensleben sieht natürlich anders aus. Sollte eigentlich klar sein.
Falls sie Probleme mit Ihrem Glauben haben, so sind Sie hier nicht ganz glücklich gelandet. Hier kann man ja nur unter den jeweiligen Artikeln Kommentare abgeben, für Ihre Fragen eignet sich ein klassisches Forum besser.
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#24   Elendester Sünder   13:55:32 | Mittwoch, 5. April 2006
Hrodgar
für wie blöd hältst du deine Mitmenschen?
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#23   Paula   13:41:25 | Mittwoch, 5. April 2006
ich habe genug!
ich dachte am anfang, ich könnte mich hier mit einigen über meine probleme mit meinem glauben unterhalten, aber das einzige, was ich hier erlebe ist hass auf andere, beleidigung, angstmachungen und beschimpfung. es ist hier wie in einem pyranjabecken. und auch nicht das, was ich unter dem wort glauben verstehe. ich wende mich ab. lieber bei meinen verwandten in der hölle als alleine im himmel.
ich habe bei ritualen mit herrn hrodgar die nähe der götter spüren können. ich habe gefühlt, dass das heidentum getragen wird von echter zusammengehörigkeit und zuneigung und solidarität. so wie ich es eigentlich bei christen erwartet hätte. die götter hatten mit dem volke germaniens sehr lange geduld und sie sind nicht sauer oder wütend oder das man sie um verzeihung bitten muss für etwas, was man ist. ich habe mich bei den ritualen und auch sonst geistig zuhause gefühlt und ich bin mir auch nun sicher, dass ich zu den heiden gehöre.
ja, ich bin von nun an eine heidin, die zu den alten göttern betet!
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#22   Hrodgar   13:35:52 | Mittwoch, 5. April 2006
Hej Paula
Danke für die Klarstellung an Benedikt. Ich darf hier nur 5 Beiträge schreiben pro tag und konnte nicht antworten.
@ Mimi
Nun, hoffentlich hält Gott sich an diese Regelungen.
Diese Stammen bekanntermaßen aus dem Codex Iuris Canonici, und nicht aus der Bibel. Die Minderheit der Christen hält die Ehe überhaupt für ein Sakrament. Die Lutheraner, Freikirchler, Mennoniten, Anglikaner und wie sie alle heiß’‘en, sehen das anders. Die Anwendung der „Einsetzungsworte“ ist umstritten, nur die Katholiken verwenden sie so. (Weiß grad nich, die Orthodoxen???vielleicht weiß es jemand)
Und daß der Vatikan „kein Interesse“ an dem Handeln der Menschen habe stimmt ja so auch nicht. Wieso gibt es denn den CIC, der ja schließlich alles mögliche regelt? Wieso wurde der CIC 1993 neu gefasst?
Es geht hier um reine Machtausübung, sonst nichts. Von all den Schicksalen der einzelnen Menschen ist in der Kirche nicht die Rede. Nur ein selbstherrlisches „Gott will aber…“ mit dem die jeweiligen Meinungen der Funktionäre verbreitet werden.
Und für Nichtbeachtung dieser Menschengesetze wird das Höllenfeuer angedroht.
Angst ist das einzige „Überzeugungsmittel“ das die Kirche noch hat. Und das, meine Damen und Herren, ist unmenschlich!
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#21   Mimi   12:05:33 | Mittwoch, 5. April 2006
Rom??
Als ob „Rom“ ein Interesse daran hätte zu entscheiden, was in Ihrem Leben passiert… was für ein kirchenfeindlicher kompletter Unsinn!
Falls es in einem Fall die Möglichkeit für eine Ehenichtigkeitserklärung geben sollte (die besagt, dass von Anfang an keine gültige Ehe vor Gott bestanden hat) und jemand möchte diesen Weg nicht gehen, dann ist das seine freie Entscheidung.
Für die Mehrzahl der Scheidungen wird es diesen Weg eh nicht geben.
Wer aber vor Gott noch gültig verheiratet ist (und solange das Gegenteil nicht bewiesen ist, wird jede Ehe als gültig angenommen), der kann keine neue Ehe eingehen und Punkt.
Und das hätte Jesus nicht anders gehandhabt, da von Ihm ja diese Regelung kommt! Ich würde mal einen Blick in Mk 10, 1 – 12 werfen…
Es sind SEINE Worte, dass alles andere Ehebruch ist! Und wer seinen Glauben wirklich ernst nimmt, der setzt sich eben nicht selbstgefällig darüber hinweg und schimpft auf die ach so machtgierige katholische Kirche…
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#20   Paula   11:43:57 | Mittwoch, 5. April 2006
@ Herr Benedikt
ich wünsche ihnen erst einmal einen guten morgen (oder mittag) ;-)
ich möchte ihnen aber agen, dass sie unrecht haben. die scheidungszahlen können doch gar nix über die absichten beweisen oder widerlegen. es zeigt sich doch nur, dass die meinung der kath. kirche keine beachtung entgegengebracht wird. es interessiert diese leute einfach nicht. es ist doch ein prinzip, dass intensionen nicht durch faktische unmöglichkeit der umsetzung widerlegt widerlegt werden kann.
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#19   Benedikt   10:55:15 | Mittwoch, 5. April 2006
@ Hrodgar
Nein! Sondern damit Paragraphen gerade stehen! Damit die Macht der Kirche bestehen bleibt! Damit Rom entscheiden darf, was in meinem Leben passiert!
Die Scheidungszahlen wiederlegen doch diese Behauptungen. Von Macht und Einfluss der Kirche auf das Eheleben kann gar keine Rede sein. Außerdem ist nicht erkennbar, was die Kirche davon hätte.
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#18   Paula   10:17:31 | Mittwoch, 5. April 2006
der unterschied
eben. einen menschen kann man nicht „unter kontrolle“ bekommen. da gebe ich filia recht. der mensch ist nun mal keine maschine.
da liegt ja auch der große unterschied, wie sich in gesprächen mit herrn Hrodgar gezeigt hat zwischen dem „Heidentum“ und dem Christentum. man glaubt nicht aus angst vor der hölle an einen gott, sondern aus freien stücken. man folgt ihnen als „verwandte“ aus freien stücken und tut dinge nicht weil es so gemacht werden soll sondern weil man von einer sache selbst überzeugt ist.
falls ich mich da irren sollte sagen sie mir bitte bescheid, herr Hrodgar.
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#17   methusalix †   10:04:41 | Mittwoch, 5. April 2006
@paula, hrodgar et alii
Sie verkennen, bzw. erkennen einen ganz wichtigen Punkt, der in der Geschichte der katholischen Kirche noch nie eine Rolle gespielt hat: Gefühle! Hrodgar hat ganz richtig erkannt, dass es bei den Kirchenbeamten immer nur um Macht geht. Das ganze Regelwerk des Codex Iuris Canonici war vielleicht fürher einmal wichtig für das menschliche Zusammenleben. Heute ist es totes Holz.
Die komplette Sexualethik der katholischen Kirche ist einzig und alleine dazu ausgelegt Menschen ganz in den Griff zu bekommen. Wer entscheidet, wen ein Mensch lieben darf (ausschliesslich katholische Personen des jeweils anderen Geschlechts), wann ein Mensch lieben darf (nur nach vorheriger Erlaubnis = kirchliche Hochzeit eines katholischen Priesters, wobei diese Erlaubnis an so enge Bedingungen geknüpft ist, dass manche Behinderte, wegen des Verdachtes keine Kinder bekommen zu können, z. B. Querschnittgelähmte, Probleme haben) und vor allem wie ein Mensch lieben darf (ausschliesslich zielgerichtet auf die Zeugung von Kindern), der hat absolute Macht über ihn.
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#16   Hrodgar   09:11:52 | Mittwoch, 5. April 2006
Das ist wahr, liebe Paula
Beispielsweise wird bereits im Standardwerk „Sussmann: Handbook of Family and Marriage“ darauf hingewiesen, daß es oft im Interesse der Kinder besser ist, eine Ehe zu trennen damit diese endlich nicht mehr die täglichen Spannungen ertragen müssen.
Noch etwas:
Einem Mörder, Kinderschänder oder Vergewaltiger gibt diese Kirche das Recht auf Vergebenung und eine zweite chance auf ein glückliches Leben.
Ist aber deine Ehe zerbrochen, liegst du danieder und bist fast gestorben vor Trauer, hast endlich wieder zu dir gefunden und dich berappelt, dann kriegst du in dieser Kirche keine zweite Chance. Dann mußt du dir von frechen Katholiken gefallen lassen, eine glückliche, nunmehr gelungene zweite Ehe als „konkubinat“ beschimpfen zu lassen. Mit dem gleichen Wort also, wie sinnloses durcheinander-Poppen…
JJa, es ist schon beeindruckend, was manche Menschen unter „Nächstenliebe“ verstehen…
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#15   Paula   09:01:46 | Mittwoch, 5. April 2006
uneheliche kinder
ich lese hier immer von ehelichen kindern. aber was ist eigentlich mit unehelichen kindern, dessen eltern nie verheiratet waren? sind die gleich schlechter?
man kann eine person, mit der man eine zeit gelebt und geliebt hat nicht annulieren. wir sind menschen, keine maschinen, wo man einfach etwas löschen kann. beziehungen gehören zum leben dazu und wenn es nicht mehr passt, dann ist es (ob verheiratet oder nicht) besser sich zu trennen als aufeinanderzuhocken. manchmal ist es sogar so, dass man sich nach einer trennung besser versteht und was geht bitte über harmonie?
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#14   Hrodgar   08:31:07 | Mittwoch, 5. April 2006
annullierung
Warum rufen Kirchler immer nach Annullierung?
Um Gutes zu tun? Um Menschen, die vor dem Scherbenhaufen einer zerbrochenen Ehe stehen, die Leiden wie die Schweine weil sie ihre Liebe haben sterben sehen, die Angst haben vor der Trennung und noch mehr Angst vor dem zusammenbleiben, um diesen Menschen zu helfen?
Nein! Sondern damit Paragraphen gerade stehen! Damit die Macht der Kirche bestehen bleibt! Damit Rom entscheiden darf, was in meinem Leben passiert!
Und deswegen soll ich meiner Exfrau sagen: Du warst ungültig in meinem Leben! ??? Ja, ist es das?
Und meine Kinder? sie sind keine „Fehler“ sondern mein ganzer Stolz!
Nein, meine Ehe war aus Liebe geschlossen und wir haben gekämpft darum! Und wir haben verloren. Sie ist doch gescheitert.
Aber keine CIC und keine Papst und kein Gott hat das Recht zu sagen, es soll „ad nullum“ gesetzt werden. Für unsere Nicht-Lateiner: Es soll für nicht stattgefunden erklärt werden, für nichtig! Nur damit Paragraphen gerade stehen!
Diese doppelzüngigkeit ist beeindruckend:
Wenn eine Ehe geschieden wird, ist das Teufelskram.
Wenn eine Ehe durch die Kirche in ihrem Bestand geleugnet wird, ist das eurem Gott gefällig! Ha!
Da fällt mir Hamlet ein:
„Wie ekel, schal und flach scheint mir das Treiben dieser Welt! Es ist eine wüster Garten der auf in Samen spriest. Verworf’nes Unkraut bbedeckt ihn gänzlich!“
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#13   Sympat   22:38:31 | Dienstag, 4. April 2006
Eheliche Kinder bei annulierter Ehe
Wie können Kinder aus einer Beziehung, die NIE eine Ehe war, ehelich bleiben?
„Ehelich sind die in einer gültigen Ehe oder in einer Putativehe empfangenen oder geborenen Kinder.“ (c. 1137 CIC)
Die Kinder sind ehelich, weil man annahm, dass die Ehe, der sie entstammen gültig war.
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#12   Mimi   22:07:32 | Dienstag, 4. April 2006
@Rainer Müller
Wozu soll denn eine Veröffentlichung gut sein? Denunziation bringt in so einem Fall gar nichts.
Meistens ist es in den Orten sowieso bekannt, was ein Priester so tut… und gerade solche Priester sind dann heutzutage in ihrem Ortsteil auch außerordentlich beliebt. Kenne selbst einen ähnlichen… würde natürlich NIE nochmal bei dem in eine Hl. Messe gehen wollen (die wahrscheinlich eh keine ist…).
Aber Wiederverheiratet-Geschiedene segnen tut der auch! Und alles mögliche andere…
So ist es halt heute… ist doch eigentlich die Regel!
Wer wahrhaft katholisch sein und bleiben will, dem bleibt ja gar nichts anderes mehr übrig, als in die tridentinische Messe zu flüchten, wo es noch katholische Gläubige gibt und Priester, die ihrem Namen alle Ehre machen.
Ansonsten bestätigen allenfalls ein paar fromme Ausnahmen die Regel!
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#11   Frl.Ilse   22:04:41 | Dienstag, 4. April 2006
@Benedikt
Aus welchen Gründen eine Ehe scheitert, insbesondere die 1. Ehe des im Artikel genannten Mannes, wissen wir nicht. Vielleicht hat ihn seine Frau für einen anderen verlassen, vielleicht hat er zuviel gearbeitet und seine erste Frau und sein Kind kaum gesehen. Gründe für ein Scheitern gibt es viele, längst nicht alle sind selbstsüchtig.
Das Argument, dass Jugendkriminalität ursächlich mit geschiedenen Ehen tun hat, lasse ich nicht gelten. Nach meiner dienstl. Erfahrung tut der Familienstand der Eltern nicht viel dazu, sondern Einkommen und gesellschaftliche Schicht sind ausschlaggebend. Die meisten jugendl. Täter, insbesondere die Intensivtäter, kommen aus armen, bildungsfernen Haushalten und haben dort reichlich Gewalterfahrungen gemacht. Ob die Eltern miteinander verheiratet sind, in 1. oder 2. Ehe, spielt dabei eine Nebenrolle. Gerade viele Täter mit Migrationshintergrund kommen i. d. R. aus Elternhäusern, in denen Scheidung unmöglich wäre. Hilft aber auch nichts. Ist also kein Argument für eine bombenfest zementierte Partnerwahl. Dabei gehe ich schon davon aus, das jeder, der heiratet, es ernst meint und den Partner ein Leben halten möchte. Aber das Leben spielt nicht immer mit, und Entscheidungen, die in einem jungen Alter getroffen werden, müssen nicht immer die Richtigen gewesen sein – wenn ich meinen Beruf wechsele, stelle ich doch auch fest, dass meine erste Entscheidung nicht richtig war. Und auch eine Berufswahl ist eine höchst verantwortungsvolle Entscheidung!
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#10   Gotthard   21:17:39 | Dienstag, 4. April 2006
ehelich
womit Kinder ja trotzdem ehelich bleiben
Wie können Kinder aus einer Beziehung, die NIE eine Ehe war, ehelich bleiben?
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#9   rainer müller   21:13:29 | Dienstag, 4. April 2006
Veröffntlichung ist notwendig
Veröffentlicht den Namen dieses unse“e“ligen Mannes, der wie viele seiner Kollegen das Priestertum Jesu Christi dermaßen in den Dreck zieht, dann können wenigstens die Seelen gerettet werden, die mit derartigen Priestern keinen Umgang haben.
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#8   Mimi   21:06:24 | Dienstag, 4. April 2006
„ernst meinen…“
Er erfahre aber, daß jene, die nach einer „gescheiterten Ehe“ um einen kirchlichen Segen bäten es sehr ernst meinten.
Darüber kann ich ja nur lachen…
Denn die letzten Sätze des Artikels stellen die glasklare Wahrheit dar, und wie kann jemand, der es „sehr ernst meint“ im Stand der Todsünde leben und sterben wollen?!
Wer Jesus liebt, schlägt Ihn nicht ans Kreuz!
Eine Annullierung ist im übrigen ja nichts, was man sich beliebig besorgen kann. Entweder ist die Ehe von Anfang an ungültig gewesen oder nicht. Diesen Weg kann man gehen (womit Kinder ja trotzdem ehelich bleiben etc.). Kann man diesen Weg nicht gehen, dann kann man eben nicht mehr heiraten.
Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!!!
Im übrigen ist den meisten heute einfach nicht mehr klar, was das Sakrament der Ehe bedeutet. Gott schenkt dadurch auch die Gnade, alle aufkommenden Probleme zu bewältigen, SOFERN MAN IHN DENN DARUM BITTET!!!
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#7   Benedikt   18:31:17 | Dienstag, 4. April 2006
@ Frl. Ilse
In einer Ehe in der Kinder entstanden sind gibt es gewisse Verantwortlichkeiten, die die Ehepartner übernommen haben. Eine Trennung aus selbstsüchtigen Gründen ist dann schon aus Gründen, die abseits der kirchlichen Morallehre liegen, eine nicht fördernswerte Sache. Nur Ignoranten können leugnen, dass es zwischen der Jugendkriminalität un der hohen Scheidungsrate einen Zusammenhang gibt. Da die Scheidungskids nie ein wirkliches Familienleben genossen haben können sie dieses Wissen auch nicht später in ihre eigene Familie übertragen. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Gesellschaft, die sich jetzt zschon zeigen, und die in den nächsten 10 Jahren noch stark zunehmen werden, da das Phänomen bekanntlich auch von beruflicher Hoffnungslosigkeit noch verstärkt wird.
Irgendwann wird man dann sicher begreifen, dass der Staat die Ehe nicht verfassungsrechtlich privilegiert, weil er so nett ist, sondern um die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens zu sichern. Das Leben ist mehr als ein Spiel aus Spaß und Selbstbestimmung. Wer das nicht begreifen will, den wird die Geschichte das lehren. Man sieht ja schon den Beginn dieser Lehrstunde.
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#6   Frl.Ilse   18:04:41 | Dienstag, 4. April 2006
@Maledica
Es soll also Gottes und des Christentum Wille sein, zwei Menschen ein Leben lang aneinander zu ketten, die nicht mehr zusammen gehören und sich nur noch den Rest ihres Lebens unglücklich machen? DAS kann niemals sein. Und wenn doch, dann brauche ich das Christentum nicht mehr, wenn es in diesem Fall mein Unglück will. Da werde ich lieber Buddhistin oder bete Wotanseichen an.
Zum Glück glaube ich nicht, dass ihre Deutung irgendwie mit Gottes Willen zun haben könnte.
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#5   Maledica   17:12:47 | Dienstag, 4. April 2006
@Frl. Ilse
Es ist nicht maßgeblich, was Sie oder ein ominöser Priester der Diözese Mainz glauben, was Jesus getan hätte, sondern was Christus selbst getan hat und was die Kirche tut, in welcher Christus selbst weiterlebt!
Die Ehe ist nicht ein Fehler, sondern ein Sakrament, welches vor Gott besiegelt wird.
Was Gott verbunden, darf der Mensch nicht trennen.
Der Buhmann ist nicht die Kirche, sondern die Ehebrecher!
Christus war übrigens kein Softie, der das alles nicht so eng gesehen hat.
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#4   Frl.Ilse   16:57:37 | Dienstag, 4. April 2006
@Bravo!
Respekt vor dem Pfarrer, der die Segnung erteilt hat. Respekt auch vor dem Mann, der sich weigerte, seine erste Ehe annulieren zu lassen und damit so zu tun, als ob sie bedeutungslos gewesen sei. Das hieße ja, einen Teil seines eigenen Lebens zu verleugnen. Respekt auch vor der Frau, die auf eine „volle“ kirchliche Trauung aus Liebe zu ihrem Mann verzichtet hat. Die Tatsache, dass die Eheleute eine kirchliche Segnung wollten, zeigt, wie ernst ihnen die Ehe ist. Manchmal scheitern Beziehungen eben, aus den unterschiedlichsten Gründen, manchmal klappt es wirklich erst im zweiten Anlauf. Wer will zwei Menschen zwingen, in einem Fehler, den sie begangen haben, bis zum Tod zu verharren und unglücklich zu werden? Ist das etwa Gottes Wille, den Rest seines Lebens im Unglück zu verbringen? Wohl kaum! Da mit dem Gesetz und Kirchenrecht zu winken, wenn zwei Menschen sich lieben und für einander vor der Öffentlichkeit Verantwortung übernehmen wollen, ist wirklich armselig. Es erinnert fatal, wie Hrodgar schreibt, an genau die kleingeistige Buchstabenklauberei, die Jesus immer kritisiert hat. Auch ich glaube, dass Jesus der Segnung zugestimmt hätte.
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#3   bonifatius   16:21:28 | Dienstag, 4. April 2006
Das hätte Jesus sicher anders gemacht!
Wie kann ich mit Gott in eine Liebesbeziehung eintreten, wenn ich seinem Gebot: „du sollst nicht die Ehe brechen“ die Stirn biete. Trotz aller armseligen Menschlichkeit Seinen Segen zu ertrotzen führt nicht zu Gott sondern von Ihm weg.
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#2   Hrodgar   13:24:00 | Dienstag, 4. April 2006
Sekt oder Selters
Was die Kirche hier tut ist weder Sekt noch Selters. Es ist ein Abspeisen des Paares mit einem nachgeäfften „So tun als ob“ weil die Kirche in ihrer Gesetzlichkeit nicht anders kann und nie anders können wird.
Die Kirche ist nun einmal die Fortsetzung pharisäischer Selbsterlösungsphantasien mit anderen Mitteln.
Daher stimmt es gewissermaßen, wenn gesagt wird „Jesus hätte das auch so gemacht“. Denn er hat sich gegen die Überordnung des Gesetzes über die Wirklichkeit der Menschen in ihrer Begranztheit und gegen den Anspruch auf Perfektheit gewandt…und scheiterte.
Eine Lösung, das muß man erkennen, bietet dieses Pseudosakrament jedoch nicht. Die würde nur in einer Anerkennung des Menschen als in seiner Begrenztheit gottgewolltes Wesen liegen, die zwar in Form immer wiederkehrender Opfer- und Bußaufrufe addressiert wird, jedoch faktisch in dem Verwerfen der dieser Begrenztheit immanenten Fehlerhaftigkeit konterkarriert wird.
Ein konsequentes „Tun wie Jesus es tun würde“ müsste daher zwangläufig in einer Auflösung der Kirche in ihrer gegenwärtigen Verfasstheit münden.
Dieses Tun würde uns von einer Moralität des Tatbestandes wegführen und zu einer Moralität der Intension zurückkehren lassen. Und somit in ein Wertesystem, daß der ggermanischen Tradition seit der Zeit der Kimbern und Teutonen eigen ist.
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#1   Maledica   12:56:43 | Dienstag, 4. April 2006
Wer war der Priester?
War der segnende Priester etwa Kardinal Lehmann?
Dieser setzt sich doch stets für die Zulassung von „Wiederverheiratet“ Geschiedenen ein und verwässert permanent den wahren Glauben!
Es wäre nur konsequent wenn er seinen hzäretischen Äußerungen auch die entsprechenden Taten folgen läßt…
Der katholische Glaube jedoch hat im Bistum Mainz keine Chance!!
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