18:19:29 | Dienstag, 4. April 2006
Muß man gegen die Abtreibung so wie gegen Nazismus und Kommunismus oder wie gegen Umweltverschmutzung und Schwarzarbeit kämpfen? – Also mit oder ohne Anspruch auf eine wirkliche Beendigung des Zustandes?
(kreuz.net, Berlin) Im vergangenen Herbst sprach der christdemokratische italienische Kulturminister Rocco
Buttiglione (57) mit der rechtskonservativen deutschen Wochenzeitung ‘Junge Freiheit’.
Buttiglione wurde
international bekannt, als eine Front von EU-Linksfundamentalisten seine Nominierung zum EU-Justizkommissar
im November 2004 verhinderte.
Im Gespräch mit der ‘Jungen Freiheit’ ging es auch um die politische Rolle
der Christdemokraten.
Junge Freiheit: Verstehen Sie, daß viele europäische Bürger damit unzufrieden
sind, daß die Christdemokraten seit dreißig Jahren ständig in der Defensive sind?
Buttiglione: Die
Europapolitik der Christdemokraten war bis vor zehn Jahren ausgesprochen erfolgreich.
Junge Freiheit:
Außenpolitisch ja, aber innenpolitisch ist man seit 1968 im Niedergang begriffen,
Rocco Buttiglione:
„Denken
Sie auch einmal an die andere Seite, denken Sie zum Beispiel an die Seele der europäischen Jugend, in
die das Beispiel und das Zeugnis Papst Johannes Pauls II. tief eingedrungen ist.“
Sie haben doch selber
von einer „linken Hegemonie“ in Europa gesprochen.
Buttiglione: Doch denken Sie auch einmal an die andere
Seite, denken Sie zum Beispiel an die Seele der europäischen Jugend, in die das Beispiel und das Zeugnis
Papst Johannes Pauls II. tief eingedrungen ist. Es stimmt, daß es viel Finsternis gibt, aber auch viel
Licht. Einen Sieg der einen oder der anderen Seite wird es erst am Ende der Zeiten geben.
Junge Freiheit:
Sie werden allerdings zugeben, daß es Zustände gibt, die finsterer sind als andere. Etwa die Epochen
im 20. Jahrhundert, in denen rassische oder soziale Minderheiten ermordet wurden. Für wie finster halten
Sie eine Epoche, in der noch mehr Menschen durch Abtreibung getötet werden?
Buttiglione: In der Tat,
dagegen muß man ohne Unterlaß kämpfen.
Junge Freiheit: So wie gegen Nazismus und Kommunismus oder
wie gegen Umweltverschmutzung und Schwarzarbeit? – Also mit oder ohne Anspruch auf eine wirkliche Beendigung
des Zustandes?
Buttiglione: Die Abtreibung ist ein inakzeptabler Zustand. Aber das Problem ist viel größer,
dazu gehört auch die Gefahr des Klonens. Und da haben wir schon einige Erfolge erzielt.
Junge Freiheit:
Weil gegen das Klonen Allianzen mit der Linken geschlossen werden können. In der Frage der Abtreibung
ist das nicht möglich. Ergo wird sich am „Europa der Abtreibung“ nichts ändern.
Buttiglione: Eine sehr
bedrückende Aussicht.
Junge Freiheit: Für die die Christdemokraten, die die Abtreibungsfrage im Wahlkampf
meist gar nicht mehr thematisieren, mitverantwortlich sind.
Buttiglione: Ich weiß, daß diejenigen,
die die Abtreibung ablehnen, in Europa politisch in der Minderheit sind. Aber was falsch ist, bleibt auch
dann falsch, wenn es politisch verwirklicht wird. Wir brauchen einen langen Atem.
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#13
rudolfsohn 14:35:42 | Samstag, 8. April 2006
#12
Laurentius2 21:45:54 | Freitag, 7. April 2006
#11
Rodolfo Panetta 14:51:24 | Freitag, 7. April 2006
#10
Benedikt78 17:17:35 | Mittwoch, 5. April 2006
#9
rudolfsohn 16:54:55 | Mittwoch, 5. April 2006
#8
Laurentius2 15:35:29 | Mittwoch, 5. April 2006
#7
Maledica 13:25:34 | Mittwoch, 5. April 2006
#6
rudolfsohn 10:20:10 | Mittwoch, 5. April 2006
#5
Benedikt78 10:02:15 | Mittwoch, 5. April 2006
#4
rudolfsohn 09:21:33 | Mittwoch, 5. April 2006
#3
Benedikt78 08:38:09 | Mittwoch, 5. April 2006
#2
Breze 19:07:38 | Dienstag, 4. April 2006
#1
Karl Murx 18:51:18 | Dienstag, 4. April 2006