Schweiz
Eine kleine Partei mit einem großen Programm
In der Schweiz gibt es eine politische Partei, die in ihrem Namen zum Ausdruck bringt, was sie sein möchte: katholisch.
(kreuz.net) Die ‘Katholische Volkspartei’ – KVP – wurde vor gut zehn Jahren gegründet. Sie umfaßt heute fünf Sektionen in den deutschschweizer Kantonen Luzern, Aargau, Zürich, Thurgau und St.Gallen.

Gründungsmitglieder waren vor allem unzufriedene ehemalige Parteigänger der ‘Christlich-demokratischen Volkspartei’ (CVP)

Die Grundlage der KVP-Politik bildet die katholische Soziallehre.

Die Partei hat diese Soziallehre konkretisiert und auf die Verhältnisse in der Schweiz angepaßt. Daraus entstanden das parteiliche Leitbild auf der Grundlage der Zehn Gebote sowie das Parteiprogramm.

Auf dieser Basis hat die Partei sich bislang Antworten auf gesellschaftspolitische Fragen gegeben.

Sie engagierte sich gegen das neue Scheidungsrecht, die staatliche Anerkennung des Homo-Konkubinats, die Fristentötung ungeborener Kinder und gegen menschenunwürdige Formen der Biotechnologie, wie beispielsweise die In-Vitro-Fertilisation und die Forschung an embryonalen Stammzellen.

Ein großes Anliegen der Partei ist die Sonntagsheiligung. Gegen die Profanierung des Palmsonntags im Kanton Thurgau – in der Nordostschweiz – hat sie erfolgreich das Referendum ergriffen.

Die ‘Katholische Volkspartei’ hat sich vehement gegen die landesweite sonntägliche Öffnung der Verkaufsgeschäfte an Bahnhöfen und Flughäfen stark gemacht.

Über ihre Kantonalsektionen Aargau, Thurgau und St.Gallen hat sie an Parlamentswahlen teilgenommen, freilich ohne bislang einen Sitz zu erobern.

Vertreten ist die Partei indes in zwei Gemeinderäten im Kanton Aargau.

Die Partei konzentriert ihre Hauptanstrengungen in den nächsten Jahren aus aktuellem Anlaß auf dringende wirtschaftspolitische Herausforderungen.

„Wer politisch immer und konsequent das Recht auf Leben verteidigt, muß sich auch um die wirtschaftlichen Bedingungen dieses Lebens kümmern“, erklärt Parteipräsident Dr. Lukas Brühwiler-Frésey.

Die kleine Partei ist und bleibt damit eine Allthemenpartei mit einem großen Programm.

Neulich hat die Partei eine eidgenössische Volksinitiative lanciert, mit welcher hohe Einkommen und Unternehmensgewinne mit einer Solidaritätsabgabe belastet werden sollen. Diese soll für die Bekämpfung von Armut, mangelnder Bildung, Arbeitslosigkeit und hoher Krankenkassenprämien eingesetzt werden.

Helfen will die Partei vor allem Familien, die von Armut betroffen sind.

Richtschnur für die Wirtschafspolitik der ‘Katholischen Volkspartei’ sind die Grundsätze der sozialen Marktwirtschaft und die Kritik am Neoliberalismus.

Für das Zustandekommen der Initiative sind 100.000 Unterschriften notwendig. Sie müssen innerhalb von eineinhalb Jahren gesammelt werden.

Die Partei profiliert sich mit dieser Initiative einmal mehr und sichtbar als christlich wertbeständige und soziale Kraft der Schweiz.

Der gegenwärtige Parteipräsident ist der Rechtsanwalt Dr. Lukas Brühwiler-Frésey (57). Er lebt im Kanton Thurgau.
      
5 Lesermeinungen
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#5   rudolfsohn   18:02:45 | Donnerstag, 6. April 2006
KVP – Der Fels in der Brandung (1)
Wer sonst in der Schweiz ausser der Katholischen Volkspartei hält christliche Massstäbe im allgemeinen und katholische Standpunkte im besonderen hoch? Die CVP gewiss nicht! Sie lässt ihr Fähnchen im Wind des Zeitgeistes wehen, wenn es Wählerstimmen bringt. Ein andermal wird das C wieder hervorgehoben, wenn es opportun ist. Beispiele des Versagens der CVP in Sachen Christlichkeit: Da wird schon mal der Papst als Depp bezeichnet. Auch wenn sich die CVP von ihrer Kommunikationschefin Monika Spring wegen dieser skandalösen Beleidigung des Heiligen Vaters notgedrungen trennte, lässt dies dennoch tief blicken, was den katholischen Geist dieser pseudochristlichen Partei anbelangt. In der KVP könnte so ein Nährboden, auf dem solche Giftpilze überhaupt gedeihen könnten, erst garnicht entstehen.
Die Schweizer haben kürzlich mit rund 60 Prozent das Partnerschaftsgesetz zur weitgehenden Gleichstellung der Homosexuellenbeziehungen mit der Ehe angenommen. Die CVP war dabei mindestens ebenso lasch und permissiv wie die anderen Parteien ohne christlichen Anspruch und ist mitverantwortlich für die Krise, in welche eine sog. liberale Politik Ehe und Familie geführt hat. Die KVP dagegen hatte das Referendum gegen die Vorlage unterstützt.
Auch das Rumlavieren der CVP im Themenbereich Abtreibung/Fristenlösung ist ein trauriges Kapitel – zumindest für gläubige Katholiken. Klar und konsequent christlich dagegen der geradlinige lebensbejahende Kurs der Katholischen Volkspartei.
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#4   Gotthard   23:30:06 | Mittwoch, 5. April 2006
Erfolgreich
Dieses Grüppchen ist ja eine der erfolgreichsten Parteien in der Schweiz! Herzlichen Glückwunsch… endlich kommt wieder katholisches Gedankengut in die große Politik …
der Gründer und Präsident sieht wohl den Himmel schon offen stehen …
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#3   Römisch-Katholisch   21:25:58 | Mittwoch, 5. April 2006
Wählt KVP!!!
An alle katholischen Schweizerinnen und Schweizer: Wählt die KVP (wo sie kandidiert) und wechselt nicht einfach zur SVP!
@Stimme: Was lange währt wird endlich gut!
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#2   stimme der vernunft †   17:47:17 | Mittwoch, 5. April 2006
reife Leistung
In 10 Jahren 2 Gemeinderäte, das ist ja ne tolle Leistung.
Aber es ist tröstlich, daß Parteien, die auf kreuznet werben, offenbar beim Wähler keinerlei Chancen haben!
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#1   Sozialkatholisch   14:33:15 | Mittwoch, 5. April 2006
Gottes Segen dazu
Scheint wirklich eine Partei zu sein, die die wahre Demokratisierung des undemokratischen Europas nach Gottes Geboten will. Ich kenne sogar Sozialisten die die katholische Soziallehre hochhalten
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