16:02:57 | Donnerstag, 6. April 2006
Ein in der Türkei geborener Geistlicher kennt das Leben unter Moslems aus eigener Erfahrung. Doch in seiner neuen Heimat besitzt er einen noch größeren Feind: die belgische Magistratur.
(kreuz.net) Der Priester Samuel Ozdemir wurde 1942 als Sohn einer christlichen Familie in der Stadt Midyat
geboren. Midyat befindet sich im Südosten der Türkei.
Der türkische Familienname Ozdemir war seiner
nichttürkischen, aramäischen Familie von den Behörden aufgezwungen worden.
Anfang der 70er Jahre mußte
er nach Belgien fliehen. Er nahm die belgische Staatsbürgerschaft und den Namen Charles-Clément Boniface
an. Doch bei seinen Gläubigen und in der Öffentlichkeit ist er als Pater Samuel bekannt.
Pater Samuel
ließ sich in der Diözese Tournai – im Westen Belgiens – nieder und wurde dort inkardiniert. Anschließend
war er als Pfarrer tätig.
Wegen seines Traditionalismus und seiner Kritik an den schweren Mißständen
in der kirchlichen Hierarchie kam es immer wieder zu Schwierigkeiten mit seinem kirchlichen Vorgesetzten.
Im Jahr 2001 wurde er vom damaligen Bischof von Tournai, Mons. Jean Huard († 2002), suspendiert.
Kurzentschlossen
kaufte sich Pater Samuel daraufhin die Kirche St. Antonius von Padua in Montignies-sur-Sambre, einem sehr
armen Stadtteil von Charleroi.
Charleroi befindet sich in der vorwiegend französischsprachigen südbelgischen
Region Wallonien.
In der Antoniuskirche liest Pater Samuel die lateinische Messe nach dem Alten Ritus.
Über die Grenzen Belgiens hinaus ist er auch als Exorzist bekannt.
An Sonntagen ist seine Kirche prallvoll.
Unter den Gläubigen befinden sich viele Jugendliche und junge Familien mit kleinen Kindern.
Am vorletzten
Sonntag wohnten zum Beispiel mehr als 2000 Gläubige dem lateinischen Gottesdienst bei.
In seinen Predigten
und auf seiner französischsprachigen Homepage
Non Ali! findet Pater Samuel scharfe Worte gegen die islamische
Invasion in Belgien.
Der Geistliche spricht aus eigener Erfahrung. Denn während seiner Zeit in der Türkei
habe er erlebt, wie die Zukunft Europas aussehen werde. Pater Samuel befürchtet in Belgien einen Bürgerkrieg:
„Sogenannt gemäßigte Muslime gibt es nicht.“
Doch die belgischen Gerichte wollen seine klaren Worte
nicht hören.
Darum muß sich der Priester gegenwärtig wegen angeblicher Islamophobie und Rassismus
vor einem belgischen Lokalgericht verantworten.
Gegenstand der Anklage sind Äußerungen, die der Geistliche
im Jahre 2002 im Fernsehen machte.
Damals erklärte der Priester, daß jedes in Europa geborene moslemische
Kind für die Einheimischen zu einer Zeitbombe werde: „Die Einheimischen werden verfolgt, sobald sie im
eigenen Land zur Minderheit geworden sind.“
Bei einer Gerichtsverhandlung am 23. März erschien Pater
Samuel mit drei Anwälten. Einer erklärte, daß ein „herrlicher und faszinierender“ Prozeß bevorstehe.
Pater Samuel scheute sich nicht, seine Aussage aus dem Jahr 2002 während und nach der Gerichtsverhandlung
zu wiederholen. Er erklärte auch, daß es ihm eine Ehre wäre, für seine Worte ins Gefängnis zu gehen.
Auch Christus sei verurteilt worden.
Vor der Verhandlung hatte er die Gläubigen während der Sonntagspredigt
aufgerufen, ihn in den Gerichtssaal zu begleiten: „Wir werden einen Ausflug machen und in vollen Bussen
hinfahren.“
Die Gläubigen kamen in Scharen zur Verhandlung, die hinter verschlossenen Türen stattfand.
Doch Pater Samuel ließ seine Schäfchen nicht uninformiert: „Ich glaube, daß die Frau die Zukunft des
Menschen ist, und der Richter war eine Frau. Aber es gab noch den Staatsanwalt, ein eingebildeter Ignorant“, –
erklärte der Geistliche.
In der nächsten Verhandlung wird es darum gehen, ob der Pater für seine offenen
Worte hinter Schloß und Riegel wird büßen mussen.
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#17
Parzifal 09:55:58 | Freitag, 7. April 2006
#15
Gotthard 23:56:48 | Donnerstag, 6. April 2006
#14
Tomasino 23:48:34 | Donnerstag, 6. April 2006
#13
Gotthard 23:26:01 | Donnerstag, 6. April 2006
#12
Tomasino 23:17:08 | Donnerstag, 6. April 2006
#10
Gotthard 22:46:20 | Donnerstag, 6. April 2006
#9
Palma 22:25:52 | Donnerstag, 6. April 2006
#8
ottaviani 19:02:36 | Donnerstag, 6. April 2006
#6
catharina 18:29:46 | Donnerstag, 6. April 2006
#4
Gotthard 17:20:22 | Donnerstag, 6. April 2006
#3
PetrusII 17:17:21 | Donnerstag, 6. April 2006
#1
Metzi 16:37:08 | Donnerstag, 6. April 2006