17:22:54 | Montag, 13. Dezember 2004
Karl Rahner, der 34. Kirchenlehrer?
Man preist den Jesuiten als bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts. David Berger sammelte kritische Stimmen. „Karl Rahner – Kritische Annäherungen“. Ein Sammelwerk mit Beiträgen von Leo Kardinal Scheffczyk u.a.
(kreuz.net/
Theologisches) Vielen seiner Schüler und Verehrer gilt er als der neue Kirchenlehrer der Gegenwart
schlechthin. Man preist ihn immer wieder – eine Selbstaussage über sich aufnehmend – als den „bedeutendsten
Theologen der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert“, den „theologischen Architekten für die dritte
kirchengeschichtliche Epoche“: Die Rede ist von dem Jesuiten Karl Rahner (1904-1984). Dessen 100. Geburtstag
sowie 20. Todestag haben zumindest innerkirchlich in den deutschsprachigen Ländern zu einer nicht enden
wollenden Flut an euphorischen Lobeshymnen geführt.
Kritische Stimmen zu Rahner lösten in diesem Klima
sofort helles Entsetzen, bisweilen auch Wut aus: Ein Münsteraner Emeritus erklärte die Rahnerkritiker
kurzerhand für verrückt, ein deutscher Bischof gab offiziell die Devise aus, hier die Taktik des Ignorierens
anzuwenden.
So stellt das Buch „Karl Rahner – Kritische Annäherungen“ einen Tabubruch dar, in Hochschätzung
vor dem Wissenschaftscharakter auch der Theologie übergeht es das Verbot einer Kritik an Rahner, indem
es ausschließlich kritische Stimmen zu diesem sammelt. Keinem der Beiträge geht es dabei darum, ein
„Zurück hinter Rahner“ (Kardinal W. Kasper) zu propagieren. Vielmehr ist hier als gemeinsames Ziel erkennbar,
über Rahner hinaus und in kritischer Auseinandersetzung mit seinem Denken, Wege in die Zukunft aufzuzeigen,
die sich mit Respekt vor der Stimme des Lehramtes konsequent an der Wahrheit des katholischen Glaubens
orientieren und von daher über die Kategorie der neuen theologischen Zeitrechung „vor“ oder „nach Rahner“
erhoben sind.
Eine Pflichtlektüre für alle, die sich kritisch mit Rahner auseinandersetzen möchten.
Mit Beiträgen u.a. von Leo Kardinal Scheffczyk, Alma von Stockhausen, Bernhard Lakebrink, Johannes Stöhr,
Leo Elders, Thomas Ruster, Georg May, Tadeusz Guz und Walter Hoeres. Herausgegeben von David Berger.
Schmitt Verlag Siegburg 2004, 510 Seiten, 19 Euro
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Homo quidam 09:01:38 | Mittwoch, 15. Dezember 2004
#3
Thomisticus 08:05:46 | Dienstag, 14. Dezember 2004
#2
Catholicus 06:52:51 | Dienstag, 14. Dezember 2004
#1
Dolfus 18:58:43 | Montag, 13. Dezember 2004