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Freitag, 7. April 2006 09:34
Kritik kommt jetzt auch aus dem Vatikan
Der Kreuzzug gegen ‘Radio Maryja’ geht weiter. Der Vatikan fordert zu „entschiedenerem und gründlichem Vorgehen“ gegen den katholischen Rundfunksender auf.
Redemptoristenpater Tadeusz Rydzyk
Redemptoristenpater Tadeusz Rydzyk
(kreuz.net, Vatikan) Der Vatikan hat die polnischen Bischöfe zu „entschiedenerem und gründlichem Vorgehen“ gegen den katholischen Rundfunksender ‘Radio Maryja’ aufgefordert. Dies berichtete die polnische Nachrichtenagentur ‘pap’.

Der päpstliche Nuntius in Polen, Erzbischof Jozef Kowalczyk, überreichte dem Vorsitzenden der polnischen Bischofskonferenz am gestrigen Donnerstag diesbezüglich einen Brief aus dem Vatikan.

Der Vatikan habe die Aktivitäten von ‘Radio Maryja’ geduldig und sorgfältig beobachtet, heißt es in dem Schreiben. ‘Radio Maryja’ habe die Autonomie der politischen Sphäre mißachtet. Der Vatikan bittet die Bischöfe in dem Brief dringend, die „Schwierigkeiten zu überwinden“, die durch Sendungen von ‘Radio Maryja’ entstanden seien.

In dem vatikanischen Schreiben wurden die polnischen Bischöfe außerdem an ihre Verantwortung für katholische Massenmedien erinnert. Diese gelte auch dann, wenn die Medien Eigentum eines Ordens seien.

‘Radio Maryja’ wurde 1991 vom Redemptoristenpater Tadeusz Rydzyk in der polnischen Stadt Thorn gegründet. Thorn befindet sich knapp 200 Kilometer nordwestlich der polnischen Hauptstadt Warschau.

Der katholische Sender ‘Radio Maryja’ finanziert sich ausschließlich aus Spenden und erreicht rund vier Millionen Zuhörer.

Liberale Kreise haben den Sender in der Vergangenheit immer wieder beschuldigt. Erst kürzlich wurde ‘Radio Maryja’ vom polnischen Rat für Medienethik wegen angeblich „primitiver antisemitischer Aussagen“ attackiert.

Doch es ist anzunehmen, daß in Wahrheit die katholischen Positionen des Senders gemeint sind, die sich einer Gleichschaltung der polnischen Gesellschaft und Kirche widersetzen.

‘Radio Maryja’ hat während der letzten Parlaments- und Präsidentenwahlen die Kandidaten der gegenwärtig regierenden Mitte-Rechts-Regierung der politischen Partei ‘Recht und Gerechtigkeit’ stark unterstützt.

Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz und seine Kabinettsmitglieder sind regelmäßig Gäste im Programm von ‘Radio Maryja’ und dem ebenfalls von Rydzyk geleiteten Fernsehsender ‘Trwam’.

Vatikanische Kritik an dem katholischen Sender gibt es nicht zum ersten Mal. Erst Mitte Januar forderte Nuntius Kowalczyk in einem Schreiben, außerkirchliche Aktivitäten von Priestern, welche die Autorität der Kirche in Anspruch nehmen, von einer schriftlichen Zustimmung des Ortsbischofs abhängig zu machen.

Diese Bestimmung würde das Apostolat des Redemptoristenpaters Tadeusz Rydzyk massiv beschneiden. Die kirchlichen Aktivitäten von Ordensgemeinschaften unterstehen – außer wenn sie im Rahmen der Pfarreien geschehen – nicht der Leitungskompetenz der Bischöfe.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 29 Lesermeinungen:
Donnerstag, 13. April 2006 01:04
Uwe Schmidt: Gotthard
Dieser FAZ-Artikel ist etwas manipulativ: Alles, was hier Radio Maryja in die Schuhe geschoben wird, hat in Wahrheit
Prof. BOGUSLAW WOLNIEWICZ (ein Atheist, die aber Radio Maryja wegen seiner alternativen Publizistik schätzt und auch unterstützt) bei Radio Maryja gesagt. Aber ich wusste ja schon vorher, dass die FAZ judenfreundlich ist…
Mittwoch, 12. April 2006 19:37
Gotthard: Papst-Hetze
ein interessanter Artikel über diesen Hetzsender:

http://www.faz.net/…common~Scontent.html
Mittwoch, 12. April 2006 02:23
Uwe Schmidt: Pater Król
Also wenn schon, denn müsste Pater Król von Radio Maryja verhaftet worden sein – denn der hatte vor Jahren die Spendengelder (die zur Rettung der Danziger Leninwerft gedacht waren, der Wiege von „Solidarnosc“) gewinnbringend an der Börse anlegen wollen. Das ist nun leider schiefgegangen. Aber das ist doch keine Veruntreuung; schließlich konnte jeder Spender vorher noch seine Spende zurückfordern. Ich sehe da nichts Kriminelles.
Dienstag, 11. April 2006 12:48
FELLO †: Radio Mariya meldet’s zwar nicht, aber
soeben wurde in den Nachrichten verlautbart, dass der Chef dieser Hetz-Antenne verhaftet wurde: er hatte Spendengelder an der Börse veruntreut!
Wie werden die hiesigen Fans wohl damit umgehen? Sie werden ihm wohl Care-Pakete in den Häf’n schicken…
Samstag, 8. April 2006 19:27
bonifatius: @domenicus: Standpunktfrage
Wir verdrehen und drehen nichts. Wir haben einen Standpunkt, der Gott sei’s gedankt, nicht der ihre ist. War mir immer schon klar, daß sie für andere die Werte und ihre Skalen setzen wollen. Doch sind sie mit den meinigen nicht deckungsgleich. Das gleiche gilt für die geistige Normalität. Ihre Geistigkeit entspricht der Norm des Zeitgeistes und nicht der des Dekalogs, womit ihre „missionarische Hilfe“ für viele durch die 68-iger Indoktrinationen verwirrte Jugendlichen werte – und wertlos sein wird.
@rotwang: ihr rotes Lüftchen interessiert mich nicht.
Samstag, 8. April 2006 13:40
rotwang: @Bonifatius:
ganz schlauer Versuch ^^

Man nennt so etwas Freiheit: Man kann auf Seiten gehen, die der persönlichen Meinung widersprechen, man kann in Foren Meinungen hinterlassen, etc…

Wenn Sie wollen können Sie ja gerne auch bei mir was hinterlassen: Klick – Ich hab da nichts gegen…Allerdings läuft es da nach meinen Spielregeln, erwarten Sie also Gegenwind
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