11:23:20 | Sonntag, 9. April 2006
Ein Kardinal, der vor rund 20 Jahren noch offen erklärt hatte, daß sich die chinesische Staatskirche im Schisma befinde, will von seiner Aussage plötzlich nichts mehr wissen.
(kreuz.net, Peking) Die Kardinal-Kung-Stiftung erinnert in der Dezemberausgabe ihres Nachrichtenbriefes
an eine Aussage des emeritierten Kurienkardinals Jozef Tomko (81).
Die Stiftung ist das US-amerikanische
Sprachrohr der in China in den Untergrund gedrängten Katholischen Kirche.
Kardinal Tomko – ehemaliger
Präfekt der Missionskongregation – hatte sich Anfang letzten Jahres vor den US-Bischöfen über die verfolgte
chinesische Untergrundkirche und die vom kommunistischen Regime kontrollierte ‘Patriotische Vereinigung’
geäußert: „Die beiden Gruppen in der Kirche von China sind nicht zwei Kirchen, weil wir alle eine Kirche
bilden.“
Die sogenannte ‘Patriotische Vereinigung’ ist eine Regierungsorganisation, die versucht, sich
anstelle der in den Untergrund gedrängten Katholischen Kirche als „Gegenkirche“ zu etablieren.
Im letzten
Oktober
erklärte auch der Bischof von Hong Kong, Joseph Kardinal Zen, vor der im Vatikan versammelten
Bischofssynode: „Die Kirche in China, die in zwei geteilt zu sein scheint, ist tatsächlich eine einzige
Kirche, weil jeder mit dem Papst vereint sein will.“
Die Kardinal-Kung-Stiftung betont zum wiederholten
Male, daß diese Aussage falsch ist.
Sie erinnert an Richtlinien des Heiligen Stuhles, welche Mons. Eugene
Nugent – der vatikanische Vertreter in Hong Kong – im Juli 2004 veröffentlichte: „Die Patriotische Vereinigung
weist offensichtlich die Merkmale eines Schismas auf.“
Mons. Nugent bekräftigte 2004 erneut die China-Richtlinien,
die 1988 vom Vatikan publiziert und bezeichnenderweise ausgerechnet von Jozef Kardinal Tomko in seiner
Funktion als Missionspräfekt unterzeichnet wurden.
Beide Richtlinien – von 1988 und von 2004 – verwerfen
eindeutig die Meinung, daß die Katholische Kirche und die Patriotische Vereinigung eine einzige Kirche
seien.
Zudem sei die Rede Kardinal Tomkos von der
einen chinesischen Kirche letztlich ein Freibrief,
der kommunistischen Staatskirche beizutreten. Er fördere – so die Kardinal-Kung-Stiftung – den Plan des
chinesischen Regimes, die Untergrundkirche auszulöschen.
Die Behauptung einer geeinten chinesischen
Kirche sei ein Hohn auf die Verfolgung und das Martyrium von Tausenden chinesischen Untergrundkatholiken
in den letzten 56 Jahren.
Die Kardinal-Kung-Stiftung verweist auch auf Aussagen von Papst Johannes Paul
II., wonach ein Katholik auf das Prinzip der Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri nicht verzichten könne.
Der bloße Wille sei nicht ausreichend – besonders, da die ‘Patriotische Vereinigung’ in ihren nach wie
vor gültigen Gründungsstatuten die Autonomie von Rom explizit anführt.
Bereits Papst Pius XII. habe
im Oktober 1954 in seiner Enzyklika über die kommunistische Patriotengemeinschaft „Ad Sinarum Gentem“
vor der chinesischen Staatskirche gewarnt.
Das chinesische Regime versuche, unter den Katholiken Chinas
eine nationale Kirche aufzubauen, die nicht länger katholisch ist, erklärte Pius XII. vor mehr als 50
Jahren. Die ‘Patriotische Vereinigung’ sei die Verneinung der Universalität oder besser der Katholizität,
durch welche die von Jesus Christus gestiftete Gemeinschaft über allen Nationen steht und sie alle umfaßt.
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#8
Marcel 22:55:30 | Montag, 10. April 2006
#7
Irenäus 21:14:47 | Montag, 10. April 2006
#6
Aurelius 20:45:03 | Montag, 10. April 2006
#5
Karl Murx 18:24:54 | Montag, 10. April 2006
#4
Aurelius 15:58:49 | Montag, 10. April 2006
#3
Karl Murx 11:05:53 | Montag, 10. April 2006
#2
sttn 21:47:38 | Sonntag, 9. April 2006
#1
Aurelius 21:03:44 | Sonntag, 9. April 2006