Die französischen Bischöfe verschwendeten bei ihrer Frühjahrsvollversammlung auch einige Gedanken an die mit Rom im Streit liegende Piusbruderschaft: Dabei versprachen sie, sich um ein Kennenlernen und Verstehen der Bruderschaft zu bemühen.
(kreuz.net, Lourdes) Die französische Bischofskonferenz sei bereit, Mitglieder der Priesterbruderschaft
St. Pius X. zu empfangen.
Das erklärten die französischen Bischöfe in einer am gestrigen Freitag veröffentlichten
Pressemitteilung anläßlich der Beendigung ihrer Frühjahrsvollversammlung im südfranzösischen Marienwallfahrtsort
Lourdes.
Sie wüßten, daß Papst Benedikt XVI. über die Beziehung zur Piusbruderschaft besorgt sei.
In den kommenden Wochen oder Monaten sollte er „Anweisungen geben, um den Weg zu einer möglichen Rückkehr
in die volle Gemeinschaft zu erleichtern“.
Die französischen Bischöfe möchten die Piusbruderschaft
„im Glauben empfangen und sich in Treue an sie wenden“. Es müsse alles getan werden, damit sich das Wort
des Herrn erfülle: „Alle sollen eins sein.“ (Joh 17,21)
Diese Gemeinschaft müsse in Liebe und Wahrheit
gefunden werden:
Liebe heiße, sich um gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen zu bemühen und falsche
Vorstellungen zu überwinden, die man vom jeweils anderen haben möge: Das bedeute gleichzeitig, „jede
systematische Polemik und jeden Wunsch nach Konfrontation“ hinter sich zu lassen.
Die Wahrheit beinhalte,
daß man sich über die jeweiligen Standpunkte der Meinungsverschiedenheit klar sein müsse. Letzteres
würde mehr die Akzeptanz des Lehramts – insbesondere die Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils
und die Annahme der Päpste der letzten Jahrzehnte – betreffen, als Fragen der Liturgie.
Die Gemeinschaft
zwischen dem Heiligen Stuhl und der Priesterbruderschaft St. Pius X. möge mit Fragen, Anforderungen an
weitere Präzisionen oder Vertiefungen einhergehen. Aber sie könne keine systematische Ablehnung des
Konzils, keine Kritik an seiner Lehre und keine Herabwürdigung der auf das Konzil gefolgten liturgischen
Reform ertragen.
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9 Lesermeinungen
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@diakonos Wer die hl. Shrift so zitiert wie Sie muß sich den Vorwurf gefallen lassen, er wolle sie für
nichtchristliche Zwecke (Ökumenismus) mißbrauchen. So hat übrigens auch der verst. Woytiwa zitiert
um dem Heiland die Worte im Munde herumzudrehen.
Piusbruderschaft Bitte keine Gedanken und keine Zeit betr. Piusbruderschaft verschwenden! Jeder informierte
und ernsthafte Katholik weiss, dass auch heute in der kath. Kirche verschiedene Riten anerkannt sind!
Alle Riten aber stehen in Einheit mit dem Petrusamt! Der RITUS war und ist nicht das Problem! Das Problem
ist ein ANDERES und an ihren Früchten (siehe hier KREUZ.NET!) haben wir sie erkannt!
Ökumene Es ist schon interessant, diese Verteufelung des Ökumenismus bei der FSSPX. Und doch ist das
Prinzip des Ökumenismus laut Unitatis Redintegratio das johanneische Jesuswort: „Ut omnes unum sint.“
Insofern hat auch das Verhältnis zwische Römisch-Katholischer Kirche und [schismatischer] FSSPX etwas
mit Ökumenismus zu tun (natürlich in etwas anderer Weise als mit Evangelischen oder Orthodoxen). Das
heißt man in den Teller spucken, aus dem man selbst isst… (und wenn man zu stolz ist zu essen, wird
man auf Dauer verhungern)…
@ Athanasius Das die verschiedenen Riten mehr gepflegt werden würden, von wem auch immer, wünsche ich
mir auch… Vieles in anderen Riten empfinde ich als Bereicherung. Meine Kritik an der Bruderschaft ist
das sie zuwenig auf den Wahrheitsgehalt in den anderen Religionen eingeht und manchmal alles andere manchmal
sogar verteufelt. Jedem Menschen ist zuerst doch eine gewisse Sehnsucht nach Gott ins Herz gelegt und
fast alle die sich auf Gott eingelassen haben wollen doch die Ewigkeit bei ihm verbringen. So völlig
sehe ich die Priesterbruderschaft nicht in der römisch-katholischen Kirche, wem die Schuld dafür auch
immer zuzurechnen ist, ihr fehlt die Gemeinschaft mit dem Grossteil der Gläubigen. Wenn man wieder zusammenkommen
will muss man miteinander reden und aufeinander zugehen. Kritik am Konzil und der Liturgiereform sollte
natürlich erlaubt sein und der gegenseitigen Bereicherung dienen. Um eine Weltkirche zusein, gehört
es verschiedene Strömungen zu vereinen und allen Gläubigen ihr Ziel, die Ewigkeit bei Gott zu verbringen,
möglichst leicht zu machen. Das starke befürworten der Handkommunion bei Papst Benedikt kritisiere ich
auch. Möge Gott seine Kirche segnen, vor allem Bösen und Übel bewahren und sie als helles Licht in
der Finsternis strahlen lassen.
(Forts.) Nach meinem persönlichen Empfinden hat die Amtskirche sich unter dem Pontifikat Papst Benedikts
schon auf die Tradition zubewegt. Nach meinem Empfinden nicht. Nach dem Anschauen der ‘Papstmesse’ in
Köln im vergangen August, wurde mir klar, dass sogar im Bereich der Liturgie, Benedikt XVI. noch längst
nicht verinnerlicht hat, was er äusserlich beklagte: dass die Kirche ein sinkendes Schiff erscheint,
und dass viele den Leib Christi in entweihender Weise empfangen. Er gab im August selber die Kommunion
auf die Hand und zelebrierte mit einer MinistrantIN und einem Ministrant dabei auf einem Holztische. Die
theologische Tradition ist nicht zu finden. Das einzigste was entfernt auf Mission hinweisen könnte,
ist die Übergabe der ganzen Septuagint (also inklusive Neues Testament) an den Herrn Rabbiner der Synagoge
Kölns. Und in der Anfangsrede waren wieder Ökumenismus und die prinzipielle Religionsfreiheit dabei.
Als solle Jesus-Christus nur über Familien, nicht aber über die Gesellschaft herrschen (s. Pius XI.
‘Quas primas’) – mit Seinem süssen Joch. Die Gleichschaltung von religiöser Toleranz (die sehr wichtig
ist), mit staatlich-religiöser Gleichgültigkeit… Aber wer weiss, was Gott alles vorbereitet? Wir wissen
es nicht.
@Sozialkatholisch Werter Athanasius, mich würde mal interessieren ob es in ihren Augen etwas positives
im V2 gibt was die Bruderschaft nicht umgesetzt hat. Werter Sk, Eigentlich denke ich, dass die FSSPX sich
nur etwas mehr um die Verschiedenheit der anderen Riten kümmern sollte. Also um die Erhaltung der ambrosianischen
Ritus, des mozarabischen Ritus, und der Ostriten (was aber jetzt immer mehr getan wird von den traditionellen
Redemptoristen). Das II. Vatikanum dekretierte, dass diese Verschiedenheit gefördert werden muss. Vielleicht
gibt’s zuviel Nachdruck auf den Römischen Ritus, ist aber logisch: 96 % der Kirchenangehörige sind römischen
Ritus. Aber wenn man aufeinander zugehen möchte muss man auf beiden Seiten Kompromisse machen. Natürlich
muss die Bruderschaft, als sehr viel kleinerer Teil, aufpassen nicht von der wesentlich größeren röm/kath
Kirche geschluckt wird. Die Priesterbruderschaft ist völlig in der römisch-katholischen Kirche, kann
also nicht von dieser, der makellosen Braut Jesu Christ, „geschluckt“ werden. Die Kompromisse werden von
den Hierarchen gefordert. Ich denke aber, von der FSSPX gibt es nichts zu fordern, da diese integral den
Glauben und den Kult bewahrt hat, etwas wofür der nachkonziliare Vatikan nie eingetreten ist. Ja, die
Hierarchen müssen sich kompromittieren: Kritik am Konzil und an die Liturgiereform von 1969 erlauben!
@ Athanasius Werter Athanasius, mich würde mal interessieren ob es in ihren Augen etwas positives im
V2 gibt was die Bruderschaft nicht umgesetzt hat. Als ein Freund der Tradition ist mir klar das man nach
jahrzehnter langer Trennung nicht von heute auf morgen zusammengehen kann und so tun als wenn nichts gewesen
wäre. Aber wenn man aufeinander zugehen möchte muss man auf beiden Seiten Kompromisse machen. Natürlich
muss die Bruderschaft, als sehr viel kleinerer Teil, aufpassen nicht von der wesentlich größeren röm/kath
Kirche geschluckt wird. Nach meinem persönlichen Empfinden hat die Amtskirche sich unter dem Pontifikat
Papst Benedikts schon auf die Tradition zubewegt.
Nur… …entscheiden die französischen Bischöfe (die noch 2001 damit drohten ins öffentliche Schisma
zu gehen wenn der Heilige Stuhl die FSSPX aufnehmen und Freiheit garantieren würde) nicht, sondern der
Vatikan. Diese gleichen Männer, jetzt Bischöfe, waren jene Priester und Berater die in den 1980er und
späten 1970er Erzbischof Lefebvre und seine Priester beim Heiligtum Unserer Lieben Frau in Lourdes mit
Steinen bekugelten (Michael Davies war dabei und beschreibt es akkurat). Aufgeben der Kritik an die Liturgische
Reform und das Prinzip der „Religionsfreiheit“ (das nicht die religiöse Toleranz, wie Lefebvre, gebietet,
sondern eher einen verpflichteten Laizismus), wird es nicht geben. Vielleicht eine doktrinäre Formel,
dass man die Verschiedenheiten überwinden will. Das II. Vatikanische Konzil war ja auch eine Pastoralsynode,
und hat keine ex-cathedra-Definitionen promulgiert. Im Lichte der Tradition heisst: rechtschreiben was
verdreht wurde, auch wenn es da verdreht steht.