In der Heimat von Papst Johannes Paul II. gibt es immer noch einen ungebrochenen Boom von Priesterberufungen.
(kreuz.net) Allein aus der Erzdiözese Krakau im Süden des Landes sind in den letzten Monaten 62 Priester
ausgereist, um irgendwo in der Welt eine neue pastorale Arbeit anzunehmen.
Das berichtete die häufig
kirchenfeindliche britische Tageszeitung ‘The Guardian’ am 15. März.
Bis zu seiner Wahl zum Papst im
Jahr 1978 wurde die Erzdiözese Krakau von Karol Kardinal Wojtyla geleitet. Gegenwärtig ist dort sein
engster Vertrauter und jahrzehntelanger Privatsekretär, Stanislaw Kardinal Dziwisz, Erzbischof.
Viele
Priester aus Krakau reisen gegenwärtig nach Großbritannien aus. Dort gibt es nicht nur einen großen
einheimischen Priestermangel, sondern auch schnell wachsende Gemeinschaften von polnischen Gastarbeitern.
Darum lernen viele polnischen Priester gegenwärtig Englisch.
Es gibt sogar Geistliche, die über das
Wochenende mit Billigfluglinien nach Großbritannien reisen, um dort Aushilfe zu leisten.
Das Problem
des Priestermangels betrifft nicht nur Großbritannien. In ganz Europa fällt die bereits düstere Zahl
von Berufungen immer noch ungebrochen.
Im urkatholischen Irland wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten
sieben von acht Priesterseminarien zugesperrt.
Der Erzbischof von Edinburgh und St. Andrew, Keith Kardinal
O’Brien, sieht eine Berufungskrise: „Junge Männer hier scheinen die Herausforderung des Priestertums
und seine Rolle in der Gemeinschaft – die viel größer ist als jemals vorher – nicht zu erkennen.“
Nach
den Worten des Kardinals fehlt der Nachwuchs auch in der katholischen Bevölkerung:
„Wenn ein Ehepaar
heute zwei Kinder besitzt, ist es weniger wahrscheinlich, daß sie einen von ihnen ermutigen, Priester
zu werden, als wenn sechs, sieben oder acht Kindern vorhanden sind.“
Polen ist das einzige europäische
Land, wo die Berufungen wachsen. Die polnischen Berufungen umfassen ein Viertel aller Eintritte in europäische
Priesterseminarien. Alleine in der Erzdiözese Krakau studieren zur Zeit 240 Seminaristen.
Nach einem
Einbruch in den 90er Jahren sind die Zahlen im Heimatland von Papst Johannes Paul II. wieder am Steigen.
Im Jahr 1998 waren es 4.500 Eintritte, im letzten Jahr 7.100.
Nicht nur bezüglich der Eintrittszahlen,
sondern auch in der Art, wie sie geführt werden, unterscheiden sich polnische Priesterseminarien von
den Priesterausbildungsstätten in Westeuropa wie der Tag von der Nacht.
Für die polnischen Seminaristen
in ihren schwarzen Talaren beginnt der Tag um 5.30 Uhr mit der Betrachtung in der Kapelle und der Heiligen
Messe. Es herrscht eine rigorose Disziplin und die Seminaristen können schon wegen geringer Vergehen
des Hauses verwiesen werden.
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14 Lesermeinungen
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#14 Athanasius 18:24:28 | Donnerstag, 13. April 2006
@Hornist Ihre Einschätzung zur persönlichen Seelsorge, was der hl. Beichte und Hilfe bei psychischen
Störungen angeht, teile ich wohl. Zu wenig Kenntnisse der Sprache der Gläubigen können der Seelsorge
schaden. Dennoch haben Missionare in Afrika diese Hindernisse auch überwunden. Anpassung gibt es auch
noch. Und für Polen ist Deutschland zwar der böse Nachbar, aber dennoch der Nachbar. Ihr Resumé zur
traditionellen priesterlichen Ausbildung ist deutlich von einem unrealistischen Denken, das Axiomen gegen
den katholischen Glauben folgt, geprägt. Zölibatäre können sich durchaus eindenken, was es bedeutet
Familienprobleme zu haben. Ihre Vorurteile und „Einwände“ sind von einem nichtkatholischen Geist geprägt.
Und Priester in einem seriösen Seminar lernen alles zur Biologie der Sexualität, einiges zur Psychologie,
und ein verfeintes System der katholischen Moraltheologie. Leider werden ihre Kenntnisse in Zweifel gezogen
und von Leuten wird die katholische Ehemoral verworfen. Dá gibt es dann nur noch wenig „zu empfehlen“
und „Seelsorge zu leisten“. Priester sind ja uch da für Gläubige, nicht für Einwohner eines Dorfes
als lediglicher Sozialarbeiter. Ihre Ausbildung wird aber von Ihnen lächerlich gemacht, was nicht der
Realität entspricht, sondern nur marxistischen und liberalistischen Vorurteilen. Das System der Moral
wird aber auch in den Seminaren des heutigen Polens schon früh von der modernistischen Situationsethik
verschmutzt und am Ende sogar zerstört.
Bedenken Ich habe äußerste Bedenken gegen diesen „Import“ von Priestern. Als erstes sind die Sprachschwierigkeiten.
Ich denke da weniger an die Messe, die kann man ja auch in Latein halten. Sie wird dann zum „Messe Lesen“
und nicht „Messe feiern“, aber Opfer müssen gebracht werden. Ich denke da mehr an die Seelsorge. Wie
soll jemand, der nicht Muttersprachler ist, beispielsweise die Nuancen aus Bemerkungen und Andeutungen
herausfinden.Bei einem Suizidgefährdeten kann das wichtig sein. Und Seelsorge soll doch ganzheitliche
Fürsorge in seelischer Not sein, oder? Dann stößt mich in dem Bericht die Glorifizierung dieser legionärhaften
Ausbildung ab. Jemand der so „gehalten“ wurde, der ist m.E. nicht in der Lage sich in der normalen Welt
zurechtzufinden, Und dann noch in einem Land, daß doch noch ziemlich verschieden ist. Ich glaube, daß
diese jungen Priester alsbald selbst ein Fall für die Seelsorge werden oder aber so verhärten, daß
jedes Einfühlungsvermögen flöten geht. Was soll dann aus der Kirche werden? Wird dann bald wieder von
Angst und Höllenqualen gepredigt? Ich wende mich mit schaudern von dieser Vorstellung ab. Dann lieber
unseren Pasti. Der redet zwar auch mal abgehoben in theologenfloskeln, aber er weiß beispielsweise, was
Angst um das kranke Kind ist oder kann aus eigener Erfahrung was zum Thema „Mein Kind wir in der Klasse
gemobbt“ sagen. Und wenn der über „Sexuelle Spannungen nach einer Entbindung“ redet, dann kennt der die
Situation in unserem Falle schon 2 mal.
#12 Athanasius 22:41:52 | Mittwoch, 12. April 2006
@apex welche Liturgiereform Sie meinen, die 1990 in Polen Die Liturgiereform des roemischen Ritus, wie
sie bei uns bereits 1970 erfolgte – oder sogar frueher. In Polen geschah dies wegen der Isolation viel
langsamer. 1985 zelebrierten die meisten Priester da noch versus Deum, waehrend sogar erst jetzt man andere
Neuigkeiten der Reform einfuehrt etwa die Handkommunion. In Litauen wurde der Neue Ritus bis 1989 zurueckgewiesen,
sogar von Dorfspfarrern als ‘bolschewistische Erfindung um den Abwehrwillen des katholischen litauischen
Volkes zu brechen’ bezeichnet. Das litauische Kolleg in Rom bekam 1971 dann auch ein spezielles Indult
um die Alte Messe weiter feiern zu koennen in ihrem roemischen Seminar. Noch heute wird in Litauen in
einigen Pfarreien die alte Messe gelesen, obwohl man nach 1990 immer oefter die Liturgiereform aufzwang.
Das juengere Episkopat ist ueberzeugt modernistisch, obwohl doch noch gute Fruechte bei zwei Bischoefen
zu sehen sind bzw. waren. Kardinal Sladkevicius empfahl kurz vor seinem Tode 2001 seine Klosterschwestern
sich der FSSPX hinzuzufuegen, was dann auch erfolgte. Und der junge Bischof Eugenijus Bartulis zelebrierte
kuerzlich noch ein tridentinisches Hochamt in Chartres. In der Sozialistischen Tschechei und in Ungarn
gewann die Reform aber viel schneller, bereits um 1975 Riesenerfolge, denn die von den kommunistischen
Behoerden unterstuetzten ‘Pacem in terris’ Priesterorganisationen (ziemlich marxistisch) waren erzprogressiv.
@ AthanasiusII AthanasiusII schrieb: … (seit 1972 immer mehr Liturgiereform, bis diese 1990 fast komplett
war… erklären Sie doch bitte, welche Liturgiereform Sie meinen, die 1990 in Polen komplett war!?
@Benedikt Das ist nicht wahr, wie die Berichte aus Fernost (zB Vietnam) beweisen. Auch dort quellen die
Seminarien über. Es gibt also mehrere Ausnahmen, was darauf schließen lässt das EINIGE etwas falsch
machen, aber kein grundsätzlicher Fehler vorliegt. Das glauben Sie nur, weil Sie nicht an eine doktrinäre
Krise und Krise der Disziplin und der Gesamtkirche glauben wóllen. Vergleichen Sie mal die Zahlen. Nicht
nur Vietnam und Polen (und z.B. China) mit Deutschland jetzt (also mit 0) vergleichen, sondern mit früher.
Wenn Sie dies gemacht haben, werden Sie wissen, dass etwas grundsätzlich schief gelaufen ist, ja das
Fundament der Kirche wankt. Wenn Sie aber dann noch nicht überzeugt sind, sage ich doch: Qualität statt
Quantität. Die Theologie die die Seminaristen, auch etwa in India, bekommen ist durch und durch neo-modernistisch.
Zahlen an sich sagen nichts, beweisen nichts. Nichts gutes, nichts schlechtes. Dennoch werden Sie finden,
dass die Zahlen jetzt ums zehnfache niedriger sind als etwa 1950. Polen und seine kirchliche Lage sind
nur eine scheinbare Ausnahme, denn innerlich fehlt es schon (Geburtszahlen), wie auch äusserlich (Shopping
Centres am Sonntag auf). Ein Land in dem der nachkonziliare Rutsch in die priesterleere Tiefe nur langsamer
geht und gang. Als 1970 Mons. Lefebvre in Ecône anfing, waren die Seminare sogar in den Niederlanden
noch voll, gab es sogar noch Minorseminare. Es ging um die Qualität.
@ Athanasius Eine Ausnahme in der ganzen Welt Das ist nicht wahr, wie die Berichte aus Fernost (zB Vietnam)
beweisen. Auch dort quellen die Seminarien über. Es gibt also mehrere Ausnahmen, was darauf schließen
lässt das EINIGE etwas falsch machen, aber kein grundsätzlicher Fehler vorliegt.
#7 AthanasiusII 17:48:46 | Mittwoch, 12. April 2006
Eine Ausnahme… …in der ganzen Welt. Tatsache ist aber, dass polnische Priester, wenn auch oft gegen
den Willen der Diözesanbischöfe, in Westeuropa ihren Landsmännern seelischen Beistand leisten, und
so doch einigermassen ein gutes Zeugnis geben. Vor allem arbeiten jetzt viele Polen in…Irland. Zu den
Zahlen: ich habe eben nachgeschaut, aber die Zahlen sind trotzdem mit mehreren hunderten Prozenten in
die Tiefe gerutscht seit 1970 (seit 1972 immer mehr Liturgiereform, bis diese 1990 fast komplett war,
während sie in der USSR Litauen vom Volk und vom Klerus abgewiesen wurde bis 1990). Vorher war Polen
also ein Land, in dem man fast keine Familie ohne Priestermitglied treffen konnte. Für die polnischen
Seminaristen in ihren schwarzen Talaren beginnt der Tag um 5.30 Uhr mit der Betrachtung in der Kapelle
und der Heiligen Messe. Es herrscht eine rigorose Disziplin und die Seminaristen können schon wegen geringer
Vergehen des Hauses verwiesen werden. Diese Beschreibung stimmt leider nicht mit der Realität in den
Diözesen Oppeln, Breslau und Stettin überein. Auch der moralische Einfluss wird in Polen leider immer
geringer: die durchschnittlichen Kinderzahlen sind dort nicht mehr ‘katholisch’. Für uns aus dem säkularisierten
Westen mag die Polnische Kirche unwirklich gross zu sein, aber leider geht es auch da – zwar langsamer –
bergab mit Zahl und Praxis. Dieser neokonservative „Frühling von Vatikanum II.“ ist eine Illusion, leider.
Theologie Schöne Zahlen, wenn auch ungewöhnlich und eine Ausnahme. Leider ist die Theologie an den Seminaren
in Polen seit Mitte der 1980er nicht länger das was sie zu Zeiten eines Kardinal Hlond oder eines Kardinal
Wyszinski war. „Produktion“ gab es auch Anfang der 1970er noch in den USA, die Qualität aber zeigt sich
jetzt, sowohl theologisch wie auch moralisch, in den Diözesen der USA. Zahlen können auch betrügen.
verzwickte Sache Na Respekt sag ich da. Von Polen lernen heißt siegen lernen? In der Slowakei soll es
ja auch nicht übel aussehen. und diese Seminaristen feiern täglich die hl. Messe in einem Ritus, der
sich ganz von Gott abgewandt hat und nur noch dem Menschen huldigt. Und diese Seminaristen kommen aus
Pfarreien, in denen „die Messe zur gemeinschaftlichen Mahlfeier wurde mit Betonung auf ‘gemeinschaftlich’
als der neuen Quelle aller Gnaden und Hilfen.“ Diese Seminaristen sind alle auf dem Weg, wie er hier beschrieben
wurde: „Dagegen ist der Priester in der neuen Messe ein Moderator, der Vorsitzende einer rein innerweltlichen
Veranstaltung, und daher wird diese Messe auch versus populum – zum Volk hin – gefeiert. Die Neue Messe
ist ein Mahl und bei einem Mahl schaut man sich logischerweise gegenseitig an…“ Es ist schon verzwickt
…
7100 Eintritte!!! Ich hoffe nur, dass sich die Polen nicht vom Wohlstand und der dekadenten EU verblenden
lassen, sondern ihren Weg weitergehen werden! Für die polnischen Seminaristen in ihren schwarzen Talaren
beginnt der Tag um 5.30 Uhr mit der Betrachtung in der Kapelle und der Heiligen Messe. Es herrscht eine
rigorose Disziplin und die Seminaristen können schon wegen geringer Vergehen des Hauses verwiesen werden.
So macht man richtige Priester. Mich wundert es nicht, dass im deutschsprachigen Raum sonst nur lauwarme
Theologen zustande bringt. Bei der laschen Ausbildung. In Spiegel Online berichtet man vor einiger Zeit
sogar von einem Satanisten, der Theologie studiert, da dieses Studienfach eh nur noch philosophische Themen
behandelt. Fazit: Wo Gott (geistig) ausgeschlossen wird, werden auch keine echten Berufungen geschehen.
@Eckner Nach Ihren unflätigen Ergüssen, die Sie hier ständig von sich geben vermute ich, dass Sie ein
noch relativ junger unbesonnener Feuerkopf sind. Wenn Sie argumentieren wollen, dann bleriben Sie doch
bitte sachlich und legen nicht ständig anderen Worte in Vulgärsprache in den Mund und zeigen mit dem
Zeigefinger auf diese. Genau das ist es ja, was Sie selbst an den anderen Forumsteilnehmern stört. Ich
versteh Sie nicht, ganz ehrlich! LAUDETUR JESUS CHRISTUS
Moment mal… …, war Johannes Paul II., in dessen Land die Berufungen so blühen, nicht nach unfehlbarer
Lehrmeinung von kreuz.net ein modernistischer [v.d.Red.zens.], die jetzt von Gott grausam gerichtet wird,
weil er mit dem Volk der Jesusmörder (genannt „Juden“, früher auch von Gott als „auserwähltes Volk“
bestimmt, ein göttliches Urteil, das schließlich von kreuz.net widerrufen wurde) freundliche Kontakte
unterhielt? Da wächst ein Klerus von Häretikern! Pfuipfui!