Theologische Rumpelkammer
Eine Speise verwundete, die andere heilte
Wie die Menschheit am Anfang über das Essen stürzte, so wird sie durch eine Speise wieder aufgerichtet. Aus der Bulle „Transiturus de hoc mundo“ von Papst Urban IV. († 1264).
(kreuz.net) Bei der Einsetzung des Altarsakramentes sagte Christus den Aposteln: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Auf diese Weise soll uns dieses erhabene und verehrenswürdige Sakrament das wunderbare Gedenkzeichen seiner außerordentlichen Liebe sein, mit der er uns liebte.

Wunderbares Gedenkzeichen sage ich, in dem die Zeichen und Wunder Christi erneuert und verwandelt erstehen. In diesem Zeichen ist jede Freude enthalten. In ihm erlangen wir sichere Hilfe für das Leben und das Heil.

Es ist ein heilsames Gedächtniszeichen, in dem wir das Gedächtnis unserer Erlösung begehen. In ihm werden wir vom Bösen zurückgehalten und im Guten bestärkt. Wir schreiten im Wachstum von Tugend und Gnade fort und wachsen – aufgrund der leiblichen Gegenwart des Erlösers – in der Tat.

Dinge, an die wir denken, umfassen wir gewöhnlich mit Geist und Sinn. Aber wir besitzen deswegen nicht ihre wirkliche Gegenwart.

Im sakramentalen Gedenken der Eucharistie aber ist Christus bei uns gegenwärtig – zwar unter anderer Gestalt aber in seiner eigenen Substanz.

Bevor er nämlich in den Himmel aufstieg, sagte er den Aposteln und ihren Nachfolgern: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Zeit“ (Mt 28,20). Dabei stärkte er sie mit der Verheißung, auch in leiblicher Gegenwart bei ihnen zu bleiben.

Er überschritt jedes Maß der Großzügigkeit und Liebe und verteilte sich selber zur Speise.

O bewundernswerte Freigebigkeit, bei welcher der Schenker zum Geschenk wurde und die Gabe mit dem Geber identisch ist!

Er gab sich uns zur Speise, damit der Mensch, der im Tod gefallen war, durch eine Speise wieder zum Leben erhoben würde.

Eine Speise verwundete, die andere heilte.

Von wo die Wunde kam, kam auch das Heilmittel. Woher der Tod sich einschlich, ging auch das Leben hervor.

Von der ersten Speise wird gesagt: „Am Tage, da du davon ißt, wirst du des Todes sterben“ (Gen 2,17). Von der zweiten: „Wer von diesem Brot gegessen hat, wird ewig leben“ (Joh 6,52).

Es war auch angemessen, daß das ewige Gotteswort – das Speise und Erquickung der vernunftbegabten Kreatur ist – sich nach der Fleischwerdung dem vernunftbegabten Fleisch, das heißt dem Menschen, als Speise hingab.

Dieses Brot wird verzehrt, aber nicht aufgezehrt. Es wird gegessen, aber nicht verdaut. Es wird nämlich nicht in den Essenden umgewandelt, sondern der Empfangende, der es würdig empfängt, wird ihm gleichgestaltet.
      
10 Lesermeinungen
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#10   GerdEric   17:17:13 | Freitag, 14. April 2006
Im Stehen?
doch wohl eher im lässig lockerem Halbsitzen-Halbliegen.
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#9   Athanasius   15:11:35 | Freitag, 14. April 2006
Das wahre…
…eucharistische Opfer wurde nicht wie im Bild im Sitzen, sondern im Stehen (wie beim Essen des Paschalammes) eingestellt von Unserem Herrn Jesus Christus; Er trug dabei die jüdischen und römischen ‘Vestimenta’. Er stellte ein Opfer ein, das alle andere Opfer überflüssig machte: das Kreuzesopfer, erneuert in der hl. Eucharistie!
Adoramus te Christe et benedicimus te, quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum!
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#8   Sirilo   07:53:20 | Freitag, 14. April 2006
@Guntram
Im Orient gab und gibt es durchaus Hasen – sie wurden sogar in der Bibel (5 Bücher Mosis) erwähnt!
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#7   GerdEric   00:50:41 | Freitag, 14. April 2006
@ Guntram
das mit Ostara kann man vergessen,
allerdings scheint mir das Wort Ostern eher mit Ostro: strahlen, glänzen, Morgenröte (wo der Ursprung des Wortes Osten herkommen mag) in Bezug zu stehen.
Pessach ist sicher nicht heidnisch,
und das Ei mag auf dem Sedertisch zu Jesus Zeiten palziert gewesen sein,
wie auch Weihnachten keinen heidnischen Ursprung hatte.
Allerdings suchten/suchen Heiden immer wieder sich in die christliche oder jüdische Religion einzuschleichen,
was auch immer ein waches Auge erfordert.
Ich gebe dir Recht,
das was Heute aus „Oster“ gemacht wurde,
hat mit Religion nix mehr zu tun,
selbst wenn es heidnisch wäre,
es ist nur noch ein schlechtes „Geschäft“.
MfG
GerdEric
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#6   Guntram   00:15:50 | Freitag, 14. April 2006
@Ketelhohn
…ja, ja, schon recht…auch nur ne interessante Theorie von Dir! Tatsache ist auch, daß die Kirche den Genuß von Hasenfleisch verboten hat, weil sie befürchtete, daß hier alte heidnische Bräuche damit aufleben. Im Orient, wo das Christentum entsprang gibts ja bekanntlich keine Hasen.
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#5   Robert Ketelhohn   23:53:04 | Donnerstag, 13. April 2006
Ostern
Den Osterhasen habe ich um diese Zeit schon durch manche Foren hoppeln sehen. Es handelt sich hierbei um einen sehr jungen, frühestens Ende des 16. Jht.s aufgekommenen Brauch – wobei sich das Tier auch erst allmählich zum Hasen gemausert hat –, der weder besonders intelligent noch geschmackvoll ist, aber auch keinerlei Verbindung zu irgendwelchen heidnischen Bräuchen hat.
Die Ostereier sind aus dem auch heute noch geübten Brauch entstanden, zu Ostern die Speisen, die sich während der Fastenzeit angesammelt haben, zur Kirche zu bringen und weihen zu lassen. Das waren der Natur der Dinge nach vor allem Eier. Geschlachtet hat man während der Fastenzeit nicht – bis aufs Osterlamm –, aber den Hühnern konnte man schlecht das Eierlegen verbieten.
Ostern ist auch kein gälisches Germanenfest. Immer diese nicht auszurottende These jener angeblichen germanischen Göttin Ostara als Namenspatronin des Osterfests! Laß dir sagen: Die Dame ist ein reines Phantom. Der einzige Hinweis kommt vom angelsächsischen Kirchenhistoriker Beda, der den altenglischen Monatsnamen Eosturmonath mit der Hypothese einer heidnischen Frühlingsgöttin Eostre erklären will. Für diese angebliche Gottheit gibt es aber keinerlei sonstigen Beleg, und ihre festlandgermanische Cousine Ostara ist vollends ein Produkt des neuzeitlich-romantischen Germanensyndroms. „Ostern“ hängt etymologisch vielmehr mit „Osten“ zusammen (ursprünglich „Morgenrot“; vgl. im Englischen dasselbe Verhältnis von Easter und East).
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#4   Irenäus   22:30:33 | Donnerstag, 13. April 2006
Guntrum der Ahnungslose
Ja, ja, die Zeugen Jehovas sehen das heilige Pesachfest als heidnisch an; im Lateinischen hat es nämlich genau denselben Namen, wie das jüdische Fest, auch wenn rechthaberische Sektierer es nicht wahrhaben wollen.
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#3   Guntram   22:20:12 | Donnerstag, 13. April 2006
Fakt ist,
daß es die Zeugen Jehovas richtig machen, weil es ihnen ernst ist, die Feiern ja nur das Leiden und sterben von Joshua-Jesus. Und zwar nach dem jüdischen Kalender , glaube 14. Nissan oder so. Die Kirche hat einfach das keltisch-germanische Frühlingsfest übernommen und hat Ostern draufgestülpt.
Ad fontes, zurück zu der Urreligion der Vorväter möchte man da sagen, so wie es vor Jahrtausenden hier war in Germanien, bevor das Christentum mit Feuer und schwert unsere Vorväter bekehrt hat.
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#2   Gotthard   21:59:50 | Donnerstag, 13. April 2006
o heilige heidnische Einfalt
Das „Fest der Auferstehung“ kannst Du nennen wie Du willst – in jeder Sprache heißt es anders.
Osterhase und Osterei sind keine hinreichenden Symbole des „Festes der Auferstehung“ … sprechende Symbole sind Wasser und Licht …
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#1   Guntram   21:44:52 | Donnerstag, 13. April 2006
Ostern steht vor der Tür…
und stellt euch vor…der ursprung ist Heidnisch. Ostern kommt nämlich von der germanisch-keltischen Götten Eostre oder Ostara. Auch der Brauchtum des Eies ist heidnisch, ein Symbol der Fruchtbarkeit. Osterhase ist ebenso unbiblisch. Die Zeugen Jehovas haben schon recht, wenn sie aus ihrer Sicht Ostern (auch Weihnachten) verdammen, weil es unchristlich und damit heidnisch ist.
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