10:05:37 | Freitag, 14. April 2006
Ein Kardinal und ehemaliger päpstlicher Hoftheologe verfaßte kurz vor dem Ausscheiden aus seinem Amt, ein Vorwort für das jüngste Buch eines sehr bekannten italienischen Exorzisten.
(kreuz.net, Vatikan) „Die Kirche muß über den Teufel sprechen“, beginnt der Schweizer Kardinal Georges
Cottier (83) sein Vorwort.
Geschrieben hat er es für das Mitte Dezember
erschienene Buch „Erfahrungen
und Gedanken von Don Gabriel Amorth“. Der Autor ist ein römischer Paulinerpater, der als Exorzist weltberühmt
wurde und die ‘Internationale Exorzistenvereinigung’ gegründet hat.
Kardinal Cottier erinnert an einige
Grundregeln im Zusammenhang mit dem Teufel.
Die Sünde werde nicht vom Teufel, sondern durch den freien
Willen begangen. Dem Teufel sei die Macht nicht gegeben, bis in das menschliche Herz einzudringen, um
es zu beeinflussen. Das könne nur Gott tun. Der Teufel wirke immer nur von außen, auf die Einbildungskraft
und auf die Gefühle.
Der Dämon wirke durch Versuchung und Täuschung, erläutert Kardinal Cottier,
und erklärt das mit dem Wort Christi, der den Teufel im achten Kapitel des Johannesevangelium einen Lügner
nennt.
Satan könne Irrtümer verursachen, Illusionen erzeugen und Laster – mehr noch als sie hervorzurufen –
fördern.
Der Teufel sei als gewöhnlicher Versucher weitaus gefährlicher, als wenn er außergewöhnliche
Zeichen hervorbringe. Es sei darum kein Zufall, daß es im Vater Unser heiße: „Und führe uns nicht in
Versuchung“.
Der Christ könne gegen die Sünde siegreich kämpfen. Dazu brauche er Gebet, Klugheit und
Demut. Er müsse auch um die Zerbrechlichkeit der menschlichen Freiheit wissen und sich auf die Sakramente
stützen, besonders auf die Beichte und die Eucharistie.
Der Heilige Thomas von Aquin († 1274) und der
Heilige Johannes vom Kreuz († 1591) erklären, daß der Mensch drei Versuchern ausgesetzt ist: dem Teufel,
der Welt und sich selber, das heißt, der Selbstliebe.
Johannes vom Kreuz habe vor allem unterstrichen,
daß sich der Mensch selber der größte Versucher ist.
Es wäre darum wünschenswert, daß die Gläubigen
angesichts der diabolischen Täuschung ein immer tieferes Wissen von der christlichen Lehre besäßen.
In diese Richtung müsse das Apostolat gelenkt werden.
Der Exorzist könne zweifellos ein Guter Samariter
sein, aber er sei nicht
der Gute Samariter. Schlimmer als die Besessenheit sei nämlich die Sünde: „Ein
Sünder, der in seiner Sünde verharrt, ist schlimmer dran als ein Besessener.“
Kardinal Cottier betont
auch, daß es behauptete Fälle von Besessenheit gibt, die ins Sprechzimmer des Psychiaters gehören.
Im Zweifelsfall müsse man beide, den Psychiater und den Exorzisten konsultieren.
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#9
monti 21:50:54 | Freitag, 23. Juni 2006
#8
Stefan Fischer 12:18:43 | Donnerstag, 27. April 2006
#7
deusexmachina 07:26:31 | Mittwoch, 19. April 2006
#5
Elendester Sünder 14:59:00 | Samstag, 15. April 2006
#4
Onan † 13:02:13 | Samstag, 15. April 2006
#3
Willi 18:30:35 | Freitag, 14. April 2006
#2
bonifatius 16:44:49 | Freitag, 14. April 2006
#1
Giovanni 16:04:58 | Freitag, 14. April 2006