Okkultismus
Die Kirche muß über den Teufel reden
Ein Kardinal und ehemaliger päpstlicher Hoftheologe verfaßte kurz vor dem Ausscheiden aus seinem Amt, ein Vorwort für das jüngste Buch eines sehr bekannten italienischen Exorzisten.
(kreuz.net, Vatikan) „Die Kirche muß über den Teufel sprechen“, beginnt der Schweizer Kardinal Georges Cottier (83) sein Vorwort.

Geschrieben hat er es für das Mitte Dezember erschienene Buch „Erfahrungen und Gedanken von Don Gabriel Amorth“. Der Autor ist ein römischer Paulinerpater, der als Exorzist weltberühmt wurde und die ‘Internationale Exorzistenvereinigung’ gegründet hat.

Kardinal Cottier erinnert an einige Grundregeln im Zusammenhang mit dem Teufel.

Die Sünde werde nicht vom Teufel, sondern durch den freien Willen begangen. Dem Teufel sei die Macht nicht gegeben, bis in das menschliche Herz einzudringen, um es zu beeinflussen. Das könne nur Gott tun. Der Teufel wirke immer nur von außen, auf die Einbildungskraft und auf die Gefühle.

Der Dämon wirke durch Versuchung und Täuschung, erläutert Kardinal Cottier, und erklärt das mit dem Wort Christi, der den Teufel im achten Kapitel des Johannesevangelium einen Lügner nennt.

Satan könne Irrtümer verursachen, Illusionen erzeugen und Laster – mehr noch als sie hervorzurufen – fördern.

Der Teufel sei als gewöhnlicher Versucher weitaus gefährlicher, als wenn er außergewöhnliche Zeichen hervorbringe. Es sei darum kein Zufall, daß es im Vater Unser heiße: „Und führe uns nicht in Versuchung“.

Der Christ könne gegen die Sünde siegreich kämpfen. Dazu brauche er Gebet, Klugheit und Demut. Er müsse auch um die Zerbrechlichkeit der menschlichen Freiheit wissen und sich auf die Sakramente stützen, besonders auf die Beichte und die Eucharistie.

Der Heilige Thomas von Aquin († 1274) und der Heilige Johannes vom Kreuz († 1591) erklären, daß der Mensch drei Versuchern ausgesetzt ist: dem Teufel, der Welt und sich selber, das heißt, der Selbstliebe.

Johannes vom Kreuz habe vor allem unterstrichen, daß sich der Mensch selber der größte Versucher ist.

Es wäre darum wünschenswert, daß die Gläubigen angesichts der diabolischen Täuschung ein immer tieferes Wissen von der christlichen Lehre besäßen. In diese Richtung müsse das Apostolat gelenkt werden.

Der Exorzist könne zweifellos ein Guter Samariter sein, aber er sei nicht der Gute Samariter. Schlimmer als die Besessenheit sei nämlich die Sünde: „Ein Sünder, der in seiner Sünde verharrt, ist schlimmer dran als ein Besessener.“

Kardinal Cottier betont auch, daß es behauptete Fälle von Besessenheit gibt, die ins Sprechzimmer des Psychiaters gehören.

Im Zweifelsfall müsse man beide, den Psychiater und den Exorzisten konsultieren.
      
9 Lesermeinungen
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#9   monti   21:50:54 | Freitag, 23. Juni 2006
Wie der Teufel arbeitet,
zeigt sehr eindringlich der Film „Im auftrag des Teufels“ mit Keanu Reeves und Al Pacino. Kann ich nur jedem empfehlen.
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#8   Stefan Fischer   12:18:43 | Donnerstag, 27. April 2006
Dämonische Alkoholsucht
Teuflische Besessenheit, wie sie heute in vielen getarnten Varianten auftritt, ist ohne christliche Sachkenntnisse eines rel. Fachmannes (z.B. Exorzist) nicht beurteilbar! Außenstehende Skeptiker sollten auf diesem Gebiet aufhorchen lernen. Das Wirken Satans ist eng mit der Geschichte und Zukunft der Kirche verbunden. So sagte die kath. Visionärin Anna Katharina Emmerich 1823 voraus, dass Luzifer 50 oder 60 Jahre vor dem Jahre 2000 n.Chr. wieder auf eine Zeitlang freigelassen werden solle.( Das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus, S.331, Christiana Verl.) Wer ein wenig mitdenkt, weiß nun, dass hier nur die politischen und völkerrechtlichen Verbrechen der Nationalsozialisten und Kommunisten gemeint sein können. Jener teuflische Einfluss, der die Menschen zu solchem Unmenschentum trieb, war übermenschlich. Hitler und Stalin zeigten viele übereinstimmende Symptome von dämonischer Besessenheit. Auch heute gibt es Besessenheit. Beispielsweise gewisse Sonderformen von Alkoholsüchten. Näheres unter: Die Minzkur für Alkoholkranke.
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#7   deusexmachina   07:26:31 | Mittwoch, 19. April 2006
contrapunctus
Als denkender Mensch stelle ich fest, dass die Anzahl der Dämonengläubigen in Deutschland dankenswerterweise sinkt, und das trotz der bemühten Umtriebe gewisser Organisationen mit esoterisch-mystisch angehauchten Praktiken, die immer auch die katholischen Kreise umfassen.
Die Bischöfe wären gut beraten, sich von derlei Ammenmärchen endlich einmal zu verabschieden.
Stattdessen tun sie sich schwer mit der realen Welt, d.h. nur wenige sind bereit, die tatsächlich vorhandenen Probleme als solche zu erkennen bzw. die gebotenen Lösungswege einzuschlagen; stattdessen flieht man sich in ominöses Dämonen- und Geistergeschwurbel. Das mag verzeihlich erscheinen, da dieses fiktive Gebiet mittlerweile praktisch das einzige ist, auf das Kleriker noch einen Hoheitsanspruch anmelden können, sollte angesichts hinreichend vorhandener REALER Probleme allerdings doch eher in die Klamottenkiste des traditionellen Aberglaubens gehören.
Ich empfehle das Studium von kreuz.net, das am Eigenbeispiel über die Gefahren esoterischer Gedankenverirrungen informiert.
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#6   Adelgunde Mertensacker   06:38:13 | Mittwoch, 19. April 2006
Die Kirche muß über den Teufel reden
Die Kirche muß über den Teufel reden
Als Exorzist stelle ich fest, daß die Anzahl der dämonisch Belasteten in Deutschland steigt. Schuld daran sind nicht zuletzt esoterische Praktiken, die immer mehr auch in katholische Kreise eindringen.
Die Bischöfe wären gut beraten, dieses Phänomen zu beobachten.
Stattdessen tun sie sich nach wie vor schwer mit dieser seelsorglichen Notlage, d.h. nur wenige sind bereit, die Erlaubis zu einem großen Exorzismus zu erteilen.
So wurde z.B. ein Besessener aus der Erzdiözese Paderborn ins Saarland zu einem Exorzisten geschickt.
Belastete berichten mir regelmäßig, daß sie vergeblich bei den Priestern um Hilfe gebeten haben.
Nachdem der Fall „Anneliese Michel“ in der Presse Schlagzeilen machte, geht die Angst um.
Ich empfehle das Buch „Irrwege des Glücks – Esoterische Medizin von A-Z“, das über die Gefahren esoterischer Praktiken gründlich aufklärt und über mich gegen Selbstkostenspende von 5 Euro bezogen werden kann.
Pfr. Winfried Pietrek, Lippstädter Str. 42, 59329 Wadersloh
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#5   Elendester Sünder   14:59:00 | Samstag, 15. April 2006
Lieber Onan,
welches Licht am Ende des Tunnels?
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#4   Onan †   13:02:13 | Samstag, 15. April 2006
traurig daß es solche relikte im 21.Jhdt. noch gibt
„Der Exorzist könne zweifellos ein Guter Samariter sein, aber er sei nicht der Gute Samariter. Schlimmer als die Besessenheit sei nämlich die Sünde: „Ein Sünder, der in seiner Sünde verharrt, ist schlimmer dran als ein Besessener.“ „
hauptsache alle ordnen sich unter und tanzen nach unserer pfeife, oder wie?
Jahrhunderte der Aufklärung und einige wollen noch immer das Licht am Ende des Tunnels nicht sehen.
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#3   Willi   18:30:35 | Freitag, 14. April 2006
Der Teufel hat es geschafft.
Einige glauben zwar noch an Gott aber an ihn glaubt man nicht mehr. Er ist nicht mehr der Verführer, der Einflüsterer, das zu bekämpfende Böse. Jetzt ist es die Gesellschaft, die Eltern, die nichts von Erziehung verstehen und überhaupt… Und außerdem ist doch sowieso alles psychologisch in der Kindheit vorherbestimmt worden, die ganzen Traumen, die man so mitbekommt und blablablabla. Das hängt alles mit dem propagierten Kuschelchristentum zusammen, wo alles nur noch relativ betrachtet wird. Keine klaren Aussagen mehr zum Thema Gut und Böse, alles führt zum Heil, s… V II.
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#2   bonifatius   16:44:49 | Freitag, 14. April 2006
Das Teuflische in unserer Zeit
ist die Verharmlosung, die Verschleierung, gar die Verneinung der Sünde durch den Menschen. Dies beginnt im allgemeinen mit dem Primat des Humanismus. Denn hier genügt der Mensch sich selbst, da er Gott nicht anerkennt.
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#1   Giovanni   16:04:58 | Freitag, 14. April 2006
Das oder der Böse in der letzten Vater-Unser-Bitte
In der im Hinblick auf den Weltjugendtag am 12. Aug. 2005 herausgebenen deutschen Version des Kompendiums des Katechismus der Katholischen Kirche heißt es zu diesem Tabuthema in unserenen Breitengraden wörtlich:
„597. Warum schließen wir mit der Bitte: ‘Sondern erlöse uns von dem Bösen’ ?
Mit dem Bösen ist die Person Satans gemeint, der sich Gott widersetzt und ‘die ganze Welt verführt’ (Offb 12,9). Der Sieg über den Teufel ist durch Christus schon errungen. Doch wir bitten, dass die menschliche Familie von Satan und seinen Werken befreit werde. Wir bitten auch um das kostbare Geschenk des Friedens und um die Gnade des beharrlichen Wartens auf das Kommen Christi, der uns endgültig vom Bösen befreien wird.“
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