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Samstag, 15. April 2006 11:31
„Mit drängender Sorge“
Kürzlich sind altliberale Kirchenkritiker mit altbekannten Forderungen und einem neuen Pfarrer-Netzwerk an die Öffentlichkeit getreten.
Mons. Helmut Schüller
Mons. Helmut Schüller
(kreuz.net, St. Pölten) In St. Pölten wurde am 2. April ein neues Netzwerk von Pfarrern gegründet. Ziel der Gruppe ist eine „Bewegung für lebendige Gemeinden und gegen das Zusperren der Pfarren“.

An vorderster Front der Pfarrerverbindung stehen altliberale Kirchenkritiker wie der frühere Wiener Generalvikar und Caritas-Direktor Mons. Helmut Schüller und der Benediktinerpater Udo Fischer.

P. Fischer wurde Ende der 90er Jahre vom damaligen St. Pöltener Diözesanbischof, Mons. Kurt Krenn, als Pfarrer von Paudorf abgesetzt und im März letzten Jahres vom neuen Diözesanbischof Klaus Küng wieder rehabilitiert.

Die Stellungnahme trägt den Titel „Mit drängender Sorge“. Sie erinnert unweigerlich an die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von Papst Pius XI. im Jahr 1937 zur „Lage der Katholischen Kirche im Deutschen Reich“.

„Wir Pfarrer beobachten mit drängender Sorge und wachsender Unzufriedenheit, wie die Leitungsverantwortlichen in den Ortskirchen und in der Weltkirche derzeit mit den großen offenen Fragen und Problemen in unserer Kirche umgehen“, heißt es in dem Papier.

Derartige Probleme orten die Pfarrer beispielsweise bei der Krise des Bußsakraments und bei der Zukunft der Pfarrgemeinden. Die Zahl der Pfarrgemeinden müsse trotz des anhaltenden Rückgangs der Zahl der Priester „überschaubar bleiben“.

Die Gruppierung pocht in ihrem Schreiben außerdem auf ein „Recht“ und die „Sehnsucht aller Getauften auf die Feier der Eucharistie und der anderen sakramentalen Heilszeichen“.

Unbefriedigt seien die Pfarrer außerdem über den Umgang mit den Laien: deswegen unterstreichen sie die „Berufung aller Christen zur Mitverantwortung und Mitgestaltung des Weges der Kirche“.

Sorgen bereite den Alt-68ern auch der Umgang der Hierarchie „mit den pastoralen und menschlichen Problemen und den damit verbundenen Gewissenskonflikten im Zusammenhang mit dem geltenden Eherecht der lateinischen Kirche“.

Schließlich äußern die Pfarrer auch die „Stagnation in den Bemühungen um die Einheit und Abendmahlsgemeinschaft der christlichen Kirchen“ als drängendes innerkirchliches Problem unserer Zeit.

Die Initiative setze sich zum Ziel diese „drängenden Probleme offenherziger aufzugreifen“ und „endlich tragbare Lösungen“ zu finden.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 12 Lesermeinungen:
Dienstag, 18. April 2006 10:40
Benedikt78: Tja…
Die Gruppierung pocht in ihrem Schreiben außerdem auf ein „Recht“ und die „Sehnsucht aller Getauften auf die Feier der Eucharistie und der anderen sakramentalen Heilszeichen“.

Also wenn ich diesen Modernisten zuhöre, dann vergeht mir die Lust auf die Feier der Eucharistie! In dem Fall gehe ich zu einem anderen Pfarrer!
Montag, 17. April 2006 17:16
Beruhigend ist, daß die austriakische Befreiungstheologie außerhalb des ORF praktisch keinen Rückhalt hat.
Ein wahrer Erkenntnisgewinn, ihr Posting. Befreiungstheologie hat – egal ob in Österreich oder sonstwo – immer auch außerhalb einen Rückhalt, und zwar den Besten, den man haben kann:Die Frohbotschaft unseres Herrn Jesus Christus, die uns in den Evangelien überliefert ist!
Sonntag, 16. April 2006 11:40
Aldo Carigiet: Sein oder nicht (mehr) sein
Liebe Fürsten und Kirchliche Würdenträger,
dank den Finanzen geht es der westl. Kirche noch sehr gut, obwohl in den folgenden [fett]10 Jahren über 700 Kirchen -allein in Deutschland- verkauft werden müss(t)en. Der Ausverkauf und die Umfunktionierung ins Profane ist längst gegeben und nichts Neues mehr.
Hat die Kirche ausgedient? Nein, Hat sie abgewirtschaftet? nein, Ist sie noch nötig? Ja, aber wo, wann und wie???
Gelten die 10 Gebote noch oder sind sie -auch-überholt?
Gilt der Katechismus noch oder ist er vergessen? Sind alle Religionen gleich oder gibt es wertvollere, bessere Institutionnen, die -noch- Grundwerte vermitteln?
Zuerst müssen wir wieder sehr-sehr tief sinken, doch soweit darf es nicht kommen, „dass den Kakao, durch den man diech zieht, auch noch musst trinken“.
Warten wir bis wir noch tiefer gefallen sind, danach kann alles viel einfacher, effizienter und von den Menschen gewollt wieder aufgebaut werde. Es gibt keinen freiheitsliebenderen und gleichzeitig mit vielen verpflichtenden Aufgaben verbundenen Glauben wie der Katholische. Der Entscheid und der freie Wille bleibt beim Menschen, aber dann muss man sich entscheiden und den konsequenten Weg folgen.
Aldo Carigiet
Samstag, 15. April 2006 20:07
Midshipman Casey: Die großen offenen Fragen und Probleme …
der internen Berufskirchenkritiker spielen sich v.a. unterhalb der Gürtellinie ab. Ob da so mancher von seinen Problemen auf die Allgemeinheit schließt? Beruhigend ist, daß die austriakische Befreiungstheologie außerhalb des ORF praktisch keinen Rückhalt hat. Die mögliche Zielgruppe ist längst ausgetreten und betet die neomarxistische grüne Ideologie nach.
Samstag, 15. April 2006 15:51
Laurentius2: @jolie
Auch Ihnen und allen Pfarren im Netzwerk sowie allen von Modernisten verfolgten Geistlichen ein gesegnetes Osterfest !
Samstag, 15. April 2006 14:17
Stimme aus Wien: Alt-68er nicht mehr auf der Höhe des Zeitgeistes?
Gott sei Dank!

Es gibt anscheinend noch kath. Kleriker, die die Krise der Kirche nicht von der Anzahl der Kniebeugen bei der Hl. Messe abhängig machen und versuchen auch auf andere Fragen Antworten aufzutreiben.

Ich wünsche allen in diesem Forum gesegnete Feiertage.

LG aus Wien
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