Die wundersame Bedeutung der Rituale
Die Welt der sogenannten Placebo-Wirkung ist um ein Phänomen reicher. Eine Studie an der Harvard Universität zeigte, daß nicht alle Placebos gleich wirken. Daraus kann auch der Liturgiker etwas lernen.
(kreuz.net, Boston) Eine Schein-Akupunktur lindert Schmerzen offenbar besser als eine Placebo-Pille.Für die Autoren einer Harvard-Studie ist das ein Hinweis, daß manchmal Rituale wichtiger sind als die medizinische Behandlung. Das berichtete die ‘Deutsche Presseagentur’ Anfang Februar.
Eine Gruppe um Professor Ted Kaptchuk vom ‘Osler Institute’ an der Harvard Universität in Boston behandelte 270 Patienten mit chronischen Unterarmschmerzen.
Die Stadt Boston ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts im Nordosten der Vereinigten Staaten.
In einer ersten zweiwöchigen Phase erhielt die Hälfte der Testpersonen eine Schein-Akupunktur, die andere Hälfte Placebo-Pillen.
Beide Behandlungen erzielten bei den Patienten eine etwa gleich gute Wirkung.
Auffallend war auch, daß die Wirkung beider Scheinbehandlungen mit der Dauer der Studie tendenziell besser wurde.
In der zweiten Phase wurden die gleichen Patienten erneut auf zwei Gruppen verteilt.
Eine Hälfte nahm an einer Studie teil, welche die Schein-Akupunktur mit einer echten Akupunktur verglich. Die andere Hälfte wurde einer Placebo-kontrollierten Medikamentenstudie unterworfen.
Jetzt war die Wirkung der Schein-Akupunktur mit zunehmender Dauer der Studie besser als die Wirkung der Placebo-Pillen.
Testleiter Kaptchuk sieht das als Hinweis auf den „Faktor Arzt“.
Das Ritual der Akupunktur wurde zweimal wöchentlich wiederholt, während der Arzt bei der Einnahme der Pillen nicht anwesend war.
Daß eine Placebowirkung vorlag, zeigte sich daran, daß die Stärke des Händedrucks – ein objektiver Marker für die Schmerzlinderung bei chronischen Unterarmschmerzen – sich weder durch Schein-Akupunktur noch durch Placebo verbesserte.
Auch die Nebenwirkungen eines Placebos werden weitgehend durch den „Faktor Arzt“ bestimmt.
Vor Beginn der Studie klärten die Ärzte die Patienten darüber auf, daß die Akupunktur – die in Wirklichkeit keine war – zu einem vorübergehenden Wundsein führen könne, während die Pillen – mit dem angeblichen Wirkstoff Amitriptylin – mit dem Hinweis gegeben wurden, daß sie Müdigkeit oder einen trockenen Mund bewirken könnten.
25 Prozent der Schein-Akupunktierten und 31 Prozent der mit Placebo-Pillen behandelten Patienten gaben später die von den Ärzten genannten Nebenwirkung an.
Jetzt hoffen Wissenschaftler, daß sich die Ergebnisse der Studie auch bei in der Liturgie beschäftigten katholischen Priestern herumsprechen.
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Montag, 17. April 2006 10:27
miroguh: Juhu!
Wunderschön. Wenn man das auf Gottestdienste und Gebete überträgt, dann führt man religiöse Rituale auf Placebos ohne Hintergrund zurück. Siehe auch http://www.spiegel.de/…,1518,409005,00.html
Montag, 17. April 2006 09:36
Yersinia: die Heilige Messe ein Placebo?
nun, bei der Heiligen Messe weiß man ja, was geschieht, bei Placebos nicht;
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