Der Generalsekretär der Tschechischen Bischofskonferenz mußte gehen
Ende Oktober hat Mons. Simandl (49) bei Erzbischof Jan Graubner von Olmütz, dem Präsidenten der Tschechischen Bischofskonferenz, seinen Rücktritt als Generalsekretär der Bischofskonferenz eingereicht. Grund: Kollaboration mit dem ehemaligen kommunistischen Regime.

Mons. Simandl hatte Ende Oktober bei Erzbischof Jan Graubner von Olmütz, dem Präsidenten der Tschechischen Bischofskonferenz, seinen Rücktritt eingereicht. Grund: Simandl hat fünfzehn Jahre als Informant der kommunistischen Staatssicherheit der Tschechoslowakei gearbeitet.
Daß es im tschechoslowakischen Klerus Kollaborateure gab, war nie ein Geheimnis. 1971 gründete das Ministerium für Kultur die regimetreue Priestervereinigung „Pacem in Terris“, die nach einer Enzyklika von Papst Johannes XXIII. benannt war. Priester, die der Organisation beitraten, erhielten höhere Löhne und andere Vorzüge. Sie konnten an Theologischen Fakultäten unterrichten und hatten das Recht, Auslandreisen zu unternehmen.
1980 distanzierte sich der damalige Erzbischof von Prag, Frantisek Kardinal Tomasek, von der Vereinigung. Er klagte die ihr angehörenden Priester an, ganz vom kommunistischen Regime abzuhängen und den Kontakt mit der katholischen Hierarchie zu meiden. Im Jahr 1989 ging „Pacem in Terris“ zusammen mit der kommunistischen Herrschaft unter.
Kardinal Vlk sagte ihm Interview, daß er mit allen Priestern seiner Diözese, die mit der Staatssicherheit kollaboriert hätten, eine Aussprache gehabt habe: „Ich entdeckte dabei, daß die Mehrheit von ihnen mit Drohungen gegen sie selber oder ihre Familien gezwungen wurde zu kollaborieren. Ich habe die Priester damals gebeten, sich öffentlich für das, was sie getan haben, zu entschuldigen. Aber diese persönlichen Schritte wurden nicht vollzogen. Deshalb habe ich mich selber in einem Artikel, der 1993 veröffentlicht wurde, im Namen dieser Priester entschuldigt.“
Kardinal Vlk selbst war während der kommunistischen Zeit jahrlang mit Berufsverbot belegt und mußte sich seinen Lebensunterhalt als Fensterputzer in Prag verdienen.
Der Fall des zurückgetretenen Generalsekretärs der Bischofskonferenz sei wesentlich schwerwiegender als jener der genannten Priester. Simandls Dossier sei letztes Jahr in den offiziellen Listen des Innenministeriums entdeckt worden, sagte der Kardinal: „Aber wir haben damals, die Schwere dessen, was er getan hat, nicht erkannt.“
Schon 1974, während seiner Jahre im Priesterseminar, sei Simandl von der kommunistischen Staatssicherheit kontaktiert worden. Es sei seiner Bereitschaft zur Kollaboration zu verdanken, daß er im – damals offiziell verbotenen – Priesterseminar bleiben durfte.
Simandl war noch nicht 20 Jahre alt, als er seine Zusammenarbeit mit der Staatsicherheit begann. Seine Informantentätigkeit endete erst mit dem Zusammenbruch des Kommunismus im Jahre 1989.
Mons. Simandl sei in diesen Jahren vor allem aufgrund seiner Tätigkeit im Vatikan nützlich gewesen. Er habe Informationen über Seminaristen im Collegio Nepomuceno, dem tschechischen Priesterseminar in Rom, an die Kommunisten weitergereicht. Dort studierten junge Priesterstudenten, die ihre Heimat oft als Flüchtlinge verlassen hatten und vom Regime verfolgt wurden.
Nach den Worten von Kardinal Vlk werde sich der zurückgetretene Generalsekretär der Tschechischen Bischofskonferenz in naher Zukunft mit seinem Bischof treffen. Es sei wahrscheinlich, daß er als Seelsorger für eine tschechischsprechende Pfarrei im Ausland bestimmt werde.
Donnerstag, 16. Dezember 2004 22:15
Dolfus: Von der Redaktion entfernt
Donnerstag, 16. Dezember 2004 22:14
Dolfus: Jeder liebt
den Verrat, aber keiner den Verräter.
Solche Leute verärgern wohl wenige in der Kirche von heute, man ist sie zu sehr gewöhnt.
Solche Leute verärgern wohl wenige in der Kirche von heute, man ist sie zu sehr gewöhnt.
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