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Samstag, 22. April 2006 09:38
„Das Menschenleben beginnt nicht mit der Befruchtung“
Kürzlich sprach ein italienischer Kardinal über moralische Themen. Dabei verstrickte er sich bei Themen wie Kondomen, Kinderabtreibung, Kinderzellen und Hilflosenmord in viele Widersprüche zur kirchlichen Lehre.
Carlo Maria Kardinal Martini
Carlo Maria Kardinal Martini
(kreuz.net) Das italienische Wochenmagazin ‘Espresso’ veröffentlichte gestern ein Gespräch von Carlo Maria Kardinal Martini (79) mit dem italienischen Bioethiker Ignazio Marino.

Dabei nahm der Jesuit und frühere Erzbischof von Mailand Stellung zu moraltheologischen Fragen.

Im Zusammenhang mit der Immunschwächekrankheit AIDS meinte der Kardinal, daß es gewisse Situationen gebe, bei denen der Gebrauch eines Präservativs das geringere Übel sei.

Titelblatt der Wochenzeitschrift 'L'Espresso'
Titelblatt der Wochenzeitschrift ‘L’Espresso’
Wenn bei einem Ehepaar ein Partner durch das HIV-Virus infiziert sei, müßten die beiden beim ehelichen Akt Latexhäute verwenden.

Ein AIDS-Kranker sei „verpflichtet, seinen Partner zu schützen und auch dieser muß das Recht haben, sich selber zu schützen“, erklärte der Kirchenfürst.

Die Frage sei allerdings, „ob es wirklich Aufgabe der Kirche sei, sich in bestimmten Fällen laut für solche Verhütungsmittel einzusetzen“.

Ein katholischer Moraltheologe erklärte dagegen bereits Ende Januar letzten Jahres, daß ein ehelicher Akt hinter Gummischutzvorrichtungen eine Form der Selbstbefriedigung und darum moralisch verwerflich sei.

Die Verwendung von Kondomen sei mit zwei Ehepartnern zu vergleichen, die sich durch einen Plastiksack hindurch küssen, um eine Hepatitis-Infektion zu vermeiden.

Es gebe menschliche Krankheiten, die den ehelichen Akt unmöglich machen. Dazu gehöre zum Beispiel AIDS.

In dem Gespräch äußerte sich Kardinal Martini auch zum Beginn des menschlichen Lebens. Dieses nehme seinen Anfang „nicht bei der Empfängnis, sondern danach“.

Damit scheint Kardinal Martini dem Gebrauch der Kindertötungspille danach sowie der Forschung an Kinderzellen, welche die Tötung von Kleinstkindern voraussetzt, zuzustimmen.

Kardinal Martini begrüßte auch staatliche Regelungen zur Kinderabtreibung, insofern sie dazu beitragen würden, „illegale Abtreibungen zu verringern und auszuschließen“, wiederholt der Kardinal das Argument der Unterstützer der vorgeburtlichen Kindstötung.

Dennoch dürfe es keine „Lizenz zum Töten“ geben.

Der Kardinal begrüßt es auch, daß der Staat eingefrorene Babies nicht zerstöre, sondern zur Adoption freigebe – selbst, wenn eine alleinstehende Person dieses Kind adoptiere: Elternlose Kinder hätten das Recht, in einer Familie zu leben, die aus Mann und Frau besteht. „Aber es ist klar, daß auch andere Personen, sogar Singles, diesbezüglich einige Garantien geben können“:

„Ich würde mich darum nicht auf eine einzige Möglichkeit beschränken. Die Verantwortlichen sollen feststellen, welche die beste Lösung für ein Kind ist“, sagte Kardinal Martini.

Zum Schluß bezweifelte der emeritierte Erzbischof auch die kirchliche Lehre, die jedes Menschenleben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod schützt.

Zur Euthanasie erklärte Kardinal Martini, daß man die Geste einer Person, die einen anderen Menschen zum Tod führt, niemals befürworten könne – besonders, wenn der Todbringer ein Arzt sei.

„Dennoch kann nicht einmal ich eine Person verurteilen, die eine solche Tat aus purem Altruismus aufgrund der Bitte einer Person ausführt, die am Ende ist.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 35 Lesermeinungen:
Mittwoch, 26. April 2006 05:07
Scheid: Stammzellen
Stammzellforscher werden immer ueberheblicher: Alan Colman, Chief Executive Officer der ES Cell International in Singapore, der vor zehn Jahren das Dolly-Schaf geklont hat, hat am 19. April 2006 bei einem internationalen Stammzell-Symposium in Madison, WI, USA, die embryonalen Stammzellen mit den Fruechten des Baumes des Lebens aus der Bibel verglichen, die allen Menschen zu einem ewigen Leben verhelfen werden.
Dienstag, 25. April 2006 09:25
Christin: Wann beginnt Menschenleben?Wann wird man als Mensch bezeichnet?
MIt der Zeugung?
Mit der.Entwicklung des Leibes?
MIt d. Entwicklung des Geistes?
MIt d.Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft,Rasse Sippe?
Wenn ich genug Geld einbringe?

Od. wenn i mein Menschsein angenommen hab u. daraus was gestalte in der Ordnung von Mutter Natur.
Oder wenn ICH einen Menschen fürs Leben gefunden hab der mit mir durch dick und dünn geht.
Oder werde ich nie ein MEnsch,wenn i nie in der Gnade der Gesellschaft steh u. meine Freiheit auch zur eigenen Entfaltung gebrauchen kann?
WEnn man mir mein freies Gedankengut nicht beschneidet?Bin ich dann Mensch?
Oder wenn i mich freiwillig einordne in ein größeres Ganzes,was als Mensch mit Leib und Seele annerkannt ist,sprich „WElt“?Mutter Erde?Vater Staat?
Natürliche Mutter,natürlicher Vater nicht mehr gefragt,nicht wichtig?nicht relevant?Nur auf zeugen und austragen programmiert?
Traurig(
Erst wenn i ernst genommen werde,dann bin ich ein Mensch?Angenommen werde vom Mutterleib;
von Mutter Erde?
ERst wenn mein +ICH will+ stirbt,dann beginnt Menschsein,das kanns nicht sein;
TRAURIG
Montag, 24. April 2006 21:48
methusalix †: Glauben sie ruhig daran, Laurentius!
Ändert genauso wenig an der Sachlage, wie der feste Glaube an Gott. Der ist auch einfach da, egal ob jemand glaubt, oder nicht.
Montag, 24. April 2006 13:13
Laurentius2: Kondome schützen nicht vor AIDS !
… die Ansteckung wird höchstens etwas verzögert. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommen nicht-libaralistische Wissenschaftler ganz eindeutig.

Hier klicken:Das Ende des Kondom-Mythos

Die unten angeführten Statistiken dagegen sind irreführend.
Montag, 24. April 2006 01:13
methusalix †: Und ich habe auf der falschen Seite, geantwortet.
@bonifatius
Montag, 24. April 2006 00:13
bonifatius: @ad methusalem, dem Rechengenie
Bei Sexualrechnungen scheinen sie ja hervorragend zu sein, da wird aus einer Null gleich die Zahl 26. Enthaltsamkeit heißt doch keinen Geschlechtsverkehr haben, womit dann auch keine Ansteckungsgefahr besteht. Ja, wenn man die Empfehlung der Kirche in den Wind schlägt ist die Kirche nicht schuldig. Ansonsten dürfte bei ihren 26% meißt mein außerehelicher Geschlechtsverkehr vorliegen, was nach dem Dekalog wieder eine schwere Sünde ist. Dies ist ja aber doch ihnen eh wurst.
Bedauere, habe vorher auf einer falschen Seite gepostet
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