St. Pölten
Kommunionverweigerung für Behinderte?
Gestern wurde bekannt, daß ein Priester in Niederösterreich kürzlich zwei Behinderten die Kommunion verweigert haben soll. Jetzt spielen die Medien den Fall trotz einer sehr unklaren Informationslage hoch. Auch die invalidenfeindlichen ‘Grünen’ wissen Rat.
(kreuz.net, Raxendorf) Der Pfarrer von Raxendorf, Pater Benedikt Riebl, soll vor einigen Wochen zwei Behinderten in einem örtlichen Spezialwohnheim der Caritas die Heilige Kommunion verweigert haben.

Raxendorf befindet sich rund 30 Kilometer nordwestlich von St. Pölten.

Der Fall der Kommunionverweigerung wurde gestern an die Öffentlichkeit gebracht. Genaue Informationen über den persönlichen Hintergrund der zwei Betroffenen und die Umstände wurden nicht bekannt.

Pater Riebl verteidigte seine Vorgehensweise in der nächtlichen Nachrichtensendung ‘Zeit im Bild 2’ des ‘Österreichischen Rundfunks’.

Behinderte könnten bestimmte Dinge nicht nachvollziehen, erklärte der Pater seine Vorgehensweise.

Er berief sich auf das Zweite Vatikanische Konzil. Dieses würde – vor allem für Personen, die geistig einen beträchtlichen Schaden genommen haben – Sonderliturgien vorsehen.

Das sei keine Diskriminierung, sondern die Erkenntnis, daß nicht alle Personen alle Sakramente in gleicher Weise empfangen können.

Heute Samstag veröffentlichte der zuständige Bischof von St. Pölten, Mons. Klaus Küng, eine Stellungnahme zu dem Vorfall.

Behinderte bedürften in besonderer Weise der Zuwendung, erklärte der Bischof. Es sei wichtig, auch ihnen zu vermitteln: „Gott liebt uns alle so wie wir sind.“ Gott liebe auch die Behinderten und er wolle, daß wir sie lieben.

Behinderte Menschen seien nicht von der Heiligen Kommunion ausgeschlossen. Für sie würden im Prinzip die gleichen Bedingungen wie für alle Gläubigen gelten. Es sei aber auf ihre spezielle Situation Rücksicht zu nehmen.

Die Teilnahme an der Heiligen Kommunion setze eine innere Bereitschaft und ein entsprechendes äußeres Verhalten voraus. Bei Behinderten sei gerade diesbezüglich viel Verständnis nötig.

Es sei auch auf die Würde des Sakramentes zu achten: „Anscheinend gab es bei einer Eucharistiefeier in Raxendorf gewisse Probleme, vielleicht auch Mißverständnisse.“

Der Bischof kündigte an, daß es in den nächsten Tagen zu Gesprächen mit allen Beteiligten kommen wird. Das Ziel bestehe darin, eine nötige Klärung und gegenseitiges Verständnis zu erreichen.

Trotz des sehr lückenhaften Informationsflusses gaben bereits sogar die ersten österreichischen Politiker ihre sakramententheologische Expertise zum Besten.

Die Klubobfrau der niederösterreichischen Partei ‘Die Grünen’ – die sich mit Nachdruck für die vorgeburtliche Tötung von Behinderten zwischen dem 3. und dem 9. Lebensmonat einsetzt – wußte zu berichten, daß die Kommunionverweigerung angeblich „an längst vergangene Zeiten“ erinnere:

„Wir gehen davon aus, daß die Kirche weiß, was in diesem Fall getan werden sollte.“ Die Kirche habe „dringenden Handlungsbedarf“, predigte die offensichtlich glaubenseifrige Politikerin.

Das Verhalten des Priesters sei aus verfassungsrechtlicher Sicht ein klarer Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz und das Diskriminierungsverbot und eine Diskriminierung behinderter Menschen.

Über die von ihrer Partei vehement geforderte Abtreibung von behinderten Menschen äußerte sich die Klubobfrau nicht.
      
24 Lesermeinungen
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#24   Benedikt   13:23:13 | Montag, 24. April 2006
@ deusexmachina
Sie irren sich: Die Religion gibt eben gerade auf die Sinnfragen (Existenz etc) eine Antwort. Dazu wird die NAturwissenschaft nie in der Lage sein.
sie behaupten für Frage X eine Antwort, allerdings besteht diese „Antwort“ lediglich aus nicht verifizierbaren Behauptungen.
Auch die naturwissenschaftliche Erkenntnisse begründen sich aus Naturwissenschaftlichen Erkenntnissen heraus. Von daher gilt dieser „Vorwurf“ auch den Naturwissenschaften.
Die Behauptung, weniger Religion = mehr Verbrechen wollen Sie bitte belegen,
Dazu sehe ich keinen Anlass, denn diese Behauptung wurde von mir gar nicht aufgestellt. Lesen Sie mal genauer.
Oder KÖNNTE da die Erziehung / Tradition nicht doch eine klitzekleine Rolle spielen?
Wenn Sie genau lesen, dann steht das so schon in meinem Beitrag. Allerdings leiten sich auch Ihre Vorstellungen aus Erziehung bzw Umfeld ab.
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#23   deusexmachina   13:14:33 | Montag, 24. April 2006
@Benedikt
Wie gesagt: Theistische Religionen erklären eigentlich GAR NICHTS – sie behaupten für Frage X eine Antwort, allerdings besteht diese „Antwort“ lediglich aus nicht verifizierbaren Behauptungen. Auf dieser Basis kann auch ich Ihnen die Welt „erklären“, ganz, wie’s beliebt. Sie müssen’s nur glauben.
Zudem bin ich nicht sicher, dass es immer ein beantwortbares „Warum?“ geben muss („Warum“ als Sinnfrage, nicht als Kausalitätsfrage). Nehmen Sie z.B. Punkte: Die gibt es unbestritten, sie dienen als Basis der Geometrie. Aber sie sind nicht definiert – pure Axiome, bei denen ein „warum?“ keinen Sinn ergäbe. Insofern ist eine Weltanschauung nicht a priori fehlerhaft, wenn sie nicht alles in puncto „Sinn“ erklärt, weil (möglicherweise) gar nicht alles einen solchen Sinn HAT.
Noch einmal: Der Vorwurf, der Atheismus „könne nichts erklären“ ist unangebracht, da er diesen Anspruch gar nicht erhebt. Gegenüber einem Nichtchristen ist er sogar doppelt falsch, weil dem IHRE Religion sowieso nichts erklärt, Sie also das vorwerfen, was Sie selbst praktizieren – Eigentor.
Die Behauptung, weniger Religion = mehr Verbrechen wollen Sie bitte belegen, nicht nur an Beispielen, für die ich Ihnen beliebig viele Gegenbeispiele kredenzen kann.
Ad „Generalverdacht“: Soso, dann ist das also alles vernünftige Entscheidung, dass es hierzulande so rlativ mehr Christen gibt als Moslems und im Iran andersherum? Oder KÖNNTE da die Erziehung / Tradition nicht doch eine klitzekleine Rolle spielen?
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#22   Filia_Nocte   09:13:47 | Montag, 24. April 2006
Behinderte könnten bestimmte Dinge nicht nachvollziehen, erklärte der Pater seine Vorgehensweise.
Also das ist wirklich die Höhe, wenn es so pasiert ist! Behinderte können sogar meißtens mehr nachvollziehen als jeder gesunde Erwachsene! Was bildet der Kerl sich eigentlich ein? *grrrr*
Ich hatte in meinem Leben sehr viel mit behinderten Menschen zu tun und sie so zu behandeln wäre auch nicht im Sinne Jesu. Dann hätte er sich damals wohl kaum mit Huren etc. umgeben.
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#21   franziskus   07:14:46 | Montag, 24. April 2006
Gotthard: Zweifel
„Ich bezweifel, dass Thomas von Aquin oder Papst Benedikt mehr „begreifen“ von der Eucharistie als ein Mensch mit einer schweren geistigen Behinderung.“
Die Kommunion als einfache transzendentale Medizin oder gemeinsames heiliges Brot ist für Behinderte denkbar und zulässig, auch wenn sie nicht begreifen, was Franz von Assisi meinte als er jedesmal mit seinen Brüdern in die Knie sank wenn er eines Kirchtuirms ansichtig wurde:
Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst!
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#20   Benedikt   22:59:09 | Sonntag, 23. April 2006
@ deusexmachina
Es zwingt Sie keiner, das zu glauben. Hätte Gott bei der Menschwerdung gegen Naturgesetze verstoßen wollen, dann hätte er ja einfach so vom Himmel schweben können. Aber nein, er wurde in diese Welt hineingeboren, wie ein gewöhnlicher Mensch. Um sich die Welt ohne Religion zu erklären müssen Sie ganz andere Akkrobatiken vollziehen. Die einzige Autorität, auf die Sie sich verlassen kann Ihnen nämlich rein gar nichts erklären, vor allem nicht das Warum? Von daher brauchen Sie sich nicht überheblich fühlen, weil Sie solchen Glaubenslehren mit Ihrer „genialen“ Ratio nicht folgen.
So, Schritt eins währe damit getan. Der Atheismus kann nichts plausibel erklären, er fällt demnach durch Ihr Raster.
Nächster Schritt: Die Auswirkungen. Nun, die Verbrechen derer, die explizit gemeint haben ohne Religion auskommen zu können sprechen für sich. Klappt also auch nicht.
Dritter Schritt:
Generalverdacht, ganz einfach nur die anerzogene Religion bzw. die dominante Religion seiner Umgebung zu „glauben“
Genial wie Sie sind, sind Sie natürlich ganz allein auf Ihr Weltbild gekommen, klar. Aber bei allen anderen, verehrter d.e.m. ist Atheismus auch etwas anerzogenes, nicht selten mit Unterdrückung einhergehend.
Nach Ihren eigenen Maßstäben sollten Sie sich lieber ganz schnell eine neue Ideologie suchen ;-).
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#19   Sulpicius   22:55:46 | Sonntag, 23. April 2006
@deusexmachina
Daß Sie ungläubig sind, haben wir inzwischen verstanden. Sie brauchen Ihren autonom-apologetischen, abgestandenen Frust hier nicht weiterhin darzulegen. Wenn Sie so sicher und fest in Ihrer Anschauung wären, würden Sie hier nicht ellenlang mit Wut im Bauch posten.
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#18   deusexmachina   22:44:30 | Sonntag, 23. April 2006
@Benedikt
Soso, es kommt also nur auf den „Glauben“ an. Zugegeben, das begreife ich nicht. Wenn man mir eine Palette von Religionen präsentierte, so würde ich die doch zunächst einmal auf Plausibilität abklopfen, da ich zusammengesponnene Märchen a priori gar nicht glauben KÖNNTE. „Glauben“ schön und gut, aber ich lasse mich ungern verar…en, ganz gleich, im Namen welches postulierten Gottwesens. „Jungfrauengeburt“, „Wasserwandlung“, „Himmelfahrt“, ha-ha… und dass ein allmächtiger Gott derlei Schmonzes nötig hätte und damit gegen seine eigenen Naturgesetze verstieße, DAS soll man „glauben“? Mit Verlaub…
Angenommen, durch diesen harschen Filter würden es noch ein paar Religionen schaffen (das Christentum wäre offensichtlich ‘raus), dann würde ich mir anschauen, welche Wirkung eine Religion typischerweise auf primär ihre Anhänger und sekundär auf die Umgebung hat, denn die Kernfrage für mich wäre doch: „Will ich so sein und handeln? KANN ich es?“.
Und jeden, der nicht in ähnlicher Weise vorgeht, stelle ich ‘mal unter den Generalverdacht, ganz einfach nur die anerzogene Religion bzw. die dominante Religion seiner Umgebung zu „glauben“. Plausibilität, Aussage etc. spielen da eigentlich gar keine Rolle, eher Gruppendynamik. Wer sich auf kreuz.net umschaut, findet viele Indizien dafür.
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#17   Benedikt   18:48:43 | Sonntag, 23. April 2006
@ deusexmachina
Was soll denn das Spielchen. Ich habe gesagt: Wer diese Motivation hat, der… Das wird ja wohl gerade noch erlaubt sein. Spekulationen habe ich gar keine gemacht. Wer andere Motive hat, auf den trifft meine Aussage gar nicht zu.
DIESEN (entscheidenden) Haken haben Pille, Kondom & Co. nunmal nicht.
Dafür haben sie andere, nicht minder schwerwiegende.
Gut, er hat Licht- UND Schattenseiten. Zufrieden jetzt? Dasselbe gilt für Baghwan, Neuheidentum und Atheismus.
Dieser Satz geht davon aus, dass man sich für eine Religion wegen ihrer Lichtseiten entscheidet oder sie wegen ihrer Schattenseiten verwirft. Das ist aber natürlich Unfug, da es beim Annehmen einer Religion allein auf den Glauben ankommt. Das Neuheidentum wäre ergo für mich auch dann keine Alternative, wenn es NUR Lichtseiten hätte. Es fehlt mir eben der Glaube daren.
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#16   Gotthard   17:53:38 | Sonntag, 23. April 2006
Begreifen
Gönnen wir jenen, die nichts begreifen wenigstens die himmlische Medizin.
Ich bezweifel, dass Thomas von Aquin oder Papst Benedikt mehr „begreifen“ von der Eucharistie als ein Mensch mit einer schweren geistigen Behinderung.
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#15   franziskus   17:42:09 | Sonntag, 23. April 2006
himmlische Medizin
Die Kommunion ist wohl kein Placebo, das nur wirkt oder esistiert, wenn man fest daran glaubt im Augenblick des (würdigen?) Empfangs.
Sie ist nach katholischer Auffassung ein wahres Himmelsbrot, im innersten eine verklärte Substanz, ein unverdientes Geschenk, wie eine homöopathische Medizin.
Gott streut die Samen (seiner Liebe) großzügig aus wie er das immer macht, ohne über Verschwendung zu klagen.
Gönnen wir jenen, die nichts begreifen wenigstens die himmlische Medizin.
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#14   deusexmachina   17:27:25 | Sonntag, 23. April 2006
@Benedikt
1. Sie kennen die tatsächliche, individuelle Motivation überhaupt nicht – was spekulieren Sie also?
2. Der Primärhaken der „natürlichen verhütungsmethoden“ ist, dass sie ein so funktionieren wie ein Apfel, der ja bekanntlich die beste aller Verhütungsmethoden ist. (Wie man ihn verwendet? Nicht vaginal oder oral, sondern ANSTATT.) DIESEN (entscheidenden) Haken haben Pille, Kondom & Co. nunmal nicht.
3. Unter Kirchenfans ist es eben nicht zweckdienlich, in die Selbstbejubelungsorgie auch noch einzufallen, wenn man vermitteln will, dass der Katholizismus auch Schattenseiten hat. Gut, er hat Licht- UND Schattenseiten. Zufrieden jetzt? Dasselbe gilt für Baghwan, Neuheidentum und Atheismus.
Ich hätt’ noch was, aber die 1500 Zeichen nerven ‘mal wieder…
@centesimus annus
Öhm, der wesentliche Unterschied zwischen dem, was Sie „Radikalpositionen“ nennen, ist, dass ICH keinen Anspruch darauf erhebe, MEINE Sicht für alle verbindlich zu machen. Und genau diese Haltung, nämlich anderen die eigene Perspektive aufzwingen zu wollen, halte ich für ein wesentliches Merkmal „radikaler“ Ausprägungen.
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#13   centesimus annus   16:06:58 | Sonntag, 23. April 2006
@deusexmachina
Abgesehen von dem Umstand, dass Ihre Position nichts anderes ist als die gegenüberstehende Extremposition zur Radikalantiabtreibungspositioin rechtskatholischer Fundamentalisten und damit mit dieser auf dem selben Niveau steht, möchte ich anmerken, dass es müßig ist, Godwins Law für die Diskussionen unter kreuz.net-Artikeln zu bemühen: Viel spannender wäre die Widerlegung der These: Es gibt kein Thema, das in einem kreuz.net-Artikel behandelt werden kann, aufgrund dessen sich keine Abtreibungsdebatte in der LeserInnendiskussion entwickeln kann. Oder fällt Ihnen eines ein?
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#12   ottaviani   11:24:23 | Sonntag, 23. April 2006
eine klarstellung
Der Pfarrer verweigerte offenbar die komunion weil eine der verausetzung nicht gegeben war
1. die behinderten menschen können entweder physisch die komunion nicht empfangen d.h. nicht schlucken
2. nicht verstehen was bei de komunion geschieht
ich selbst als schwersbehinderter wurde nie irgentwie benachteiligt in kirchlichen dingen
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#11   Benedikt   23:33:17 | Samstag, 22. April 2006
@ deusexmachina
da erlauben Sie sich sehr deutlich eine Meinung darüber, was für Beweggründe Ihnen Unbekannte haben bzw. nicht haben.
Das ist nicht wahr. Die dort geäußerte Meinung ging von einer klar beschriebenen Motivation aus. Nirgendwo steht, dass jeder der abtreibt diese Motivation hat.
Den Haken der „natürlichen“ Verhütungsmethoden kennen Sie ja.
Wohingegen künstliche Verhütungsmethoden selbstverständlich gar keine Haken haben, is klar.
Sicher. Das Problem ist nur, dass gleichzeitig andere Katholiken das Gegenteil taten.
Ja, bisweilen. Leider beschäftigen Sie sich nur mit einer Seite, während Sie die andere geringschätzen oder relativieren.
Menschen neigen allerdings dazu, sich relativ ungern sterilisieren zu lassen, obwohl sich das doch z.B. bei Priestern anböte?
Warum das denn, was für ein Unsinn. Sie offenbaren hier erneut, dass Sie von diesen Dingen zwar relativ wenig wissen, dafür aber eine umso festere Voreingenommenheit besitzen.
Na, DEN Geistlichen will ich sehen, der beurteilen will, wer „in der Lage ist, die Kommunion zu empfangen“.
Je nach Lage ist das relativ leicht oder eben schwer festzustellen. Zu insistieren, die könne grundsätzlich nicht beurteilt werden ist jedenfalls purer Unfug. Wenn jemand zB nur durch eine Magensonde ernährt werden kann, dann ist die Feststellung, dass dieser nicht in gewöhnlicherweise kommunizieren kann auch einem Laien möglich.
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#10   deusexmachina   23:22:53 | Samstag, 22. April 2006
@Benedikt
Lesen Sie noch’mal den letzten Absatz Ihres vorletzten Kommentars – da erlauben Sie sich sehr deutlich eine Meinung darüber, was für Beweggründe Ihnen Unbekannte haben bzw. nicht haben.
Den Haken der „natürlichen“ Verhütungsmethoden kennen Sie ja.
@Evelins Gatte
ad 1.: Meinen Sie, durch Repetation wird der Unfug wahrer?
ad 2.: Sicher. Das Problem ist nur, dass gleichzeitig andere Katholiken das Gegenteil taten.
ad 3.: Ich auch nicht, ich mag Katzen. Deswegen fände ich eine vorgeburtliche Abtreibung (noch besser: Sterilisation) besser. Menschen neigen allerdings dazu, sich relativ ungern sterilisieren zu lassen, obwohl sich das doch z.B. bei Priestern anböte?
ad 4.: Das ist zu geil, das muss ich mir merken. Auf was für ABENTEUERLICHE Assoziationen Sie kommen… herrlich! :O) Gehe ich recht in der Annahme, dass demgemäß Ökofreunde auch keine Medikamente nehmen oder Computer neutzen dürfen? ROTFL!
ad 5.: Es gibt keine politischen „Abtreibungsbefürworter“, allenfalls solche, die die WAHL der Abtreibung legal halten möchten.
ad 6.: Na, DEN Geistlichen will ich sehen, der beurteilen will, wer „in der Lage ist, die Kommunion zu empfangen“. Das müsste ja ein theologisch-psychologisch-medizinisches Tripetalent sein. Was machen Sie eigentlich mit geistig Behinderten, die unpraktischerweise nicht so debil aussehen, wie man sich das kirchlicherseits offenbar vorstellt? Ein plumpes: „Der sabbert, schielt und sieht irgendwie doof aus“ erscheint mir als etwas unscharfes Kriterium.
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#9   Evelin   20:20:21 | Samstag, 22. April 2006
@ diverse Benediktgegenredner
1. Ist ein ungeborenes Kind kein Zellklumpen. Ich bekomme nämlich als Mensch nur Menschen, keine Zellklumpen.
2. Mitglieder der katholischen Kirche und aus anderen Konfessionen bemühten sich durch die ganze Kirchengeschichte durch, das Los armer Menschen (nicht nur Familien, auch Einzelpersonen) zu verbessern.
3. Halte ich auch nichts von „Kätzchenersäufen“ und dergleichen.
4. Natürlich kann man die Grünen Österreichs in einem indirekten Sinne als Abtreibungsbefürworter bezeichnen.
5. Sind sehr viele Angehörige der Ökologiebewegung nicht sehr konsequent. Einerseits für Umweltschutz, andererseits künstliche Verhütungsmittel einnehmen.
6. Um zum Thema zurückzukehren: Geistig Behinderte sind nicht gleich geistig Behinderte. Ich nehme an, dass die Hl. Messe wohl schon länger geplant war, dass der Pfarrer die Einrichtung, die Bewohner und die Betreuer kennt. Man kann durchaus vorher Kontakt aufnehmen und darüber sprechen, wer in der Lage ist, die Allerheiligste Eucharistie zu empfangen und wer nicht. Dann kann man auch die Gründe warum und weshalb besser darlegen.
Das wichtigste der Sakramente ist bekanntlich das Taufsakrament, das ohnehin jedem geistig Behinderten zusteht.
@ Benedikt
Genauer als die reine Temperaturmethode ist z. B. die Natürliche Empfängnisregelung nach Dr. Josef Rötzer, die in einer bestimmten Phase des Zyklus einen Pearl-Index von 0,0 aufweist.
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#8   Benedikt   17:33:09 | Samstag, 22. April 2006
@ deusexmachina
Da Sie offenbar zwischen der urspr. „gut gemeinten“ Euthanasie und der NS-Euthanasie unterscheiden ist es wohl besser, wen man auf den Begriff verzichtet.
Nach „meiner Logik“ verfahren Katzenbesitzer mit unerwünschtem Kätzchennachwuchs seit X Jahrhunderten
So funktioniert der Vergleich nicht. Für Kätzchennachwuchs kann der Mensch nichts, im Gegensatz zu dem Nachwuchs, den er selbst „erzeugt“. Sie müssen also schon bei meinem Beispiel bleiben: Sie kaufen Katzen/ Fische (das können Sie nämlich beeinflussen!) und töten sie dann, weil kein Platz für sie ist. Analog gehen Sie in der Abtreibungsfrage vor.
Im Übrigen redet doch IHRE Kirche dem rückhaltlosen „Nachkauf von Fischen“ das Wort: ABTREIBEN soll man nicht, VERHÜTEN soll man nicht, und dass man nicht dauernd enthaltsam ist / sein kann, wissen die, die das alles fordern, GANZ GENAU.
Sie verkennen, das Verhütung mittels Temperaturmethode von der Kirche erlaubt ist.
Was Sie mit Punkt 4 sagen wollen ist mir schleierhaft. Nichts von dem, was Sie da andeuten habe ich gesagt oder behauptet.
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#7   deusexmachina   17:21:34 | Samstag, 22. April 2006
Sie sind heute nicht gut drauf, Benedikt
1. Stellen Sie sich doch bitte nicht dumm – in Ihrem Beitrag geht es um Euthanasie, die braucht man nicht explizit als solche zu bezeichnen.
2. Nach „meiner Logik“ verfahren Katzenbesitzer mit unerwünschtem Kätzchennachwuchs seit X Jahrhunderten – da finde ich die weit früher ansetzende Abtötung eines unbewussten Zellklumpens weitaus wünschenswerter. Im Übrigen redet doch IHRE Kirche dem rückhaltlosen „Nachkauf von Fischen“ das Wort: ABTREIBEN soll man nicht, VERHÜTEN soll man nicht, und dass man nicht dauernd enthaltsam ist / sein kann, wissen die, die das alles fordern, GANZ GENAU.
3. Das Cloning der Zukunft braucht nichts außer DNA. Das Material an sich ist irrelvant, es geht um die Erbinformation – da tut’s ein Zehennagel genauso wie jede Hautschuppe. Man nähert sich dem ja bereits, indem man beliebige DNA in artfremde Zellen injiziert.
4. Sie haben kein Mandat dazu, die „wahre Motivation“ von Menschen zu postulieren bzw. in Zweifel zu ziehen, die eine für gewöhnlich schwere Entscheidung treffen. Was maßen Sie sich da eigentlich an? Wie können Sie aus der hohlen Hand über Ihnen unbekannte Menschen ein solches Urteil abzugeben wagen? Sorry, aber momentan schwatzen Sie dumm daher. Bin ich von Ihnen nicht gewöhnt.
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#6   Benedikt   17:08:31 | Samstag, 22. April 2006
@ deusexmachina
Der Begriff „Euthanasie“ ist älter als die NSDAP und war durchaus positiv gemeint.
Vor allem aber kommt der Begriff Euthanasie in meinem Beitrag unten gar nicht vor.
Angenommen, Sie wären ein Aquarienbesitzer und mögen die Fische wirklich gerne – aber würden Sie deshalb immer mehr und mehr in dasselbe Glas stopfen, so lange, bis die im eigenen Dreck ersticken und Sie sich das Fischfutter nicht mehr leisten können? Meinen Sie allen Ernstes, damit wäre dann das Maximum an Tierliebe erreicht?
Nach Ihrer Logik müsste ich immer mehr Fische für das Aquarium besorgen, sie dann aber töten, weil sie im Aquarium keinen Platz finden.
wird dann das Wegwerfen von abgeschnittenen Zehennägeln als „Sünde“ inkriminiert, weil das ja alles (potenzielle) Menschen sind?
So ein Unsinn. Aus einem abgeschittenen Nagel kann gar nichts werden, in einer befruchteten Eizelle ist aber schon etwas vorhanden. Abwegige Ideen entschärfen die Sache nicht.
Der Mensch hat kein Recht Kinder abzutreiben, bloß weil diese eine schlechte Aussicht, einen Defekt oder sonst etwas haben. Das sind überhaupt nur Ausflüchte, um sich das Übel der Abtreibung schönzureden. In Wirklichkeit entbehren solche pseudoehrbaren Motive jedweder Grundlage.
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#5   deusexmachina   16:58:46 | Samstag, 22. April 2006
Och Mönsch, Benedikt…
…von Ihnen erwarte ich aber mehr als die X. Bestätigung von Godwin’s Law de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Law …
Festzuhalten ist zunächst einmal, dass nicht grundsätzlich ALLES, was (auch) Nazis getan haben, deswegen abgrundtief böse sein muss – wenn Sie anderer Meinung sind, dann unterlassen Sie bitte sofort das Atmen. Sie werden sich erinnern: Der Begriff „Euthanasie“ ist älter als die NSDAP und war durchaus positiv gemeint.
Ihre Konnotation „überzählig / unwert / unnütz“ ist eine böswillige Überzeichnung, denn die „Planung“ betrifft sowohl die Eltern als auch die Kinder – um „unnütze Esser“ geht es dabei nicht. Angenommen, Sie wären ein Aquarienbesitzer und mögen die Fische wirklich gerne – aber würden Sie deshalb immer mehr und mehr in dasselbe Glas stopfen, so lange, bis die im eigenen Dreck ersticken und Sie sich das Fischfutter nicht mehr leisten können? Meinen Sie allen Ernstes, damit wäre dann das Maximum an Tierliebe erreicht?
Oder würden Sie es nicht doch lieber bei ein paar Fischlein bewenden lassen, um die Sie sich weitaus intensiver kümmern könnten, als wenn es 20mal so viele wären, und die ein bisserl Platz zum herumschwimmen hätten?
Ach ja, und in Sachen „Leichenberg“: Auch hier noch einmal die Frage, wie die Kirche reagieren wird, sobald Cloning technisch 100% funktioniert… wird dann das Wegwerfen von abgeschnittenen Zehennägeln als „Sünde“ inkriminiert, weil das ja alles (potenzielle) Menschen sind?
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#4   Benedikt   16:12:16 | Samstag, 22. April 2006
@ deusexmachina
Die „Gegenformel“ lautet: „Na, planen wir lieber ein bisserl – lieber weniger Menschen, die aber dafür ein bisschen glücklicher Leben. Das Diesseits ist immerhin alles, was wir – gesichert – haben.“
Dieser Satz hätte so auch im Parteiprogramm der NSDAP stehen können. Euphemismen („planen“ = töten von „Überzähligen“ / „Unwerten“ / „Unnützen Essern“).
Die Arroganz, man wüsste schon während der Empfängnis, ob dieser Mensch glücklich werden könnte oder nicht ist einfach unerträglich. Die Geschichte ist voll von denen, die aus ärmsten Verhältnissen kamen. Der berühmteste Physiker unserer Zeit ist schwerbehindert. Dieser Mensch wäre im Rahmen der deusexmachina’schen Doktrin vom besseren Leben für weniger Menschen vermutlich vor der Geburt getötet worden. Ihr bessere Leben ist auf einem Leichenberg aufgebaut – genau wie schon bei den Nationalsozialisten.
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#3   Pierre Fischer   14:46:38 | Samstag, 22. April 2006
Falsche Information
Über die von ihrer Partei vehement geforderte Abtreibung
Das ist sachlich schlicht falsch. Die Politik der Grünen ist m.E. tatsächlich behindertenfeindlich – aber daraus die Aussage zu machen, die Grünen „forderten Abtreibung von Behinderten“ ist schlicht falsch. Mir ist kein Grünen-Politiker bekannt, der Abtreibungen „fordert“. Gefordert wird allenfalls die Straffreiheit von Abtreibungen unter bestimmten Umständen. Mit „Forderung nach Abtreibung“ hat das so viel zu tun wie Erdbeer mit Braunbär.
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#2   Loc Fethyr   14:27:07 | Samstag, 22. April 2006
Durchschaut
@ Deusexmachina
Se haben es durchschaut! Ich könnte, wäre ich Gläubig, vor einem imagiären Gott einen Kniefall hinlegen und dafür danken, dass es hier noch menschen gibt, die logisch und nicht katholizistisch(rassistisch/sexistisch/antisemitisch etc. denken.
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#1   deusexmachina   14:17:06 | Samstag, 22. April 2006
Ich würde sagen: Klassisch
Zugegeben sei, dass die Kirche einen bestaunenswerten Kampf darum führt, dass auch nur ja aus jeder befruchteten Eizelle ein Mensch wird (und in zweiter Linie darum, dass man bloß nichts unternimmt, um besagte Befruchtung zu unterbinden). Also, im „Masse machen“ ist die Kirche – theoretisch – klasse oder doch wenigstens „redlich bemüht“.
Aber wenn das Würmchen dann auf der Welt ist, dann war’s das im Wesentlichen mit der Kümmernis. Halt, schnell noch taufen, wegen der Kirchenmitgliederzahlen einerseits, der Kirchensteuer andererseits und schließlich, weil das ja angeblich so unabdingbar sei für ein diffuses „Jenseits“, von dem zwar niemand nichts Genaues weiß, dass kirchlicherseits aber fröhlich seit 2000 Jahren hin- und herdefiniert wird.
Die Kirchenformel lautet offenkundig: „Möglichst viele Menschen, scheißegal, wie sie – und ihre Eltern leben, das Diesseits ist ja ohnehin nur Dreck.“
Die „Gegenformel“ lautet: „Na, planen wir lieber ein bisserl – lieber weniger Menschen, die aber dafür ein bisschen glücklicher Leben. Das Diesseits ist immerhin alles, was wir – gesichert – haben.“
Wenn man genau hinschaut, ist der ganze Antiabtreibungskrieg eigentlich ein verzweifelter Kampf um dieses obskure „Jenseits“ unter erstaunlicher Missachtung alles Diesseitigen.
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