Gestern wurde bekannt, daß ein Priester in Niederösterreich kürzlich zwei Behinderten die Kommunion verweigert haben soll. Jetzt spielen die Medien den Fall trotz einer sehr unklaren Informationslage hoch. Auch die invalidenfeindlichen ‘Grünen’ wissen Rat.
(kreuz.net, Raxendorf) Der Pfarrer von Raxendorf, Pater Benedikt Riebl, soll vor einigen Wochen zwei Behinderten
in einem örtlichen Spezialwohnheim der Caritas die Heilige Kommunion verweigert haben.
Raxendorf befindet
sich rund 30 Kilometer nordwestlich von St. Pölten.
Der Fall der Kommunionverweigerung wurde gestern
an die Öffentlichkeit gebracht. Genaue Informationen über den persönlichen Hintergrund der zwei Betroffenen
und die Umstände wurden nicht bekannt.
Pater Riebl verteidigte seine Vorgehensweise in der nächtlichen
Nachrichtensendung ‘Zeit im Bild 2’ des ‘Österreichischen Rundfunks’.
Behinderte könnten bestimmte
Dinge nicht nachvollziehen, erklärte der Pater seine Vorgehensweise.
Er berief sich auf das Zweite Vatikanische
Konzil. Dieses würde – vor allem für Personen, die geistig einen beträchtlichen Schaden genommen haben –
Sonderliturgien vorsehen.
Das sei keine Diskriminierung, sondern die Erkenntnis, daß nicht alle Personen
alle Sakramente in gleicher Weise empfangen können.
Heute Samstag veröffentlichte der zuständige Bischof
von St. Pölten, Mons. Klaus Küng, eine Stellungnahme zu dem Vorfall.
Behinderte bedürften in besonderer
Weise der Zuwendung, erklärte der Bischof. Es sei wichtig, auch ihnen zu vermitteln: „Gott liebt uns
alle so wie wir sind.“ Gott liebe auch die Behinderten und er wolle, daß wir sie lieben.
Behinderte
Menschen seien nicht von der Heiligen Kommunion ausgeschlossen. Für sie würden im Prinzip die gleichen
Bedingungen wie für alle Gläubigen gelten. Es sei aber auf ihre spezielle Situation Rücksicht zu nehmen.
Die Teilnahme an der Heiligen Kommunion setze eine innere Bereitschaft und ein entsprechendes äußeres
Verhalten voraus. Bei Behinderten sei gerade diesbezüglich viel Verständnis nötig.
Es sei auch auf
die Würde des Sakramentes zu achten: „Anscheinend gab es bei einer Eucharistiefeier in Raxendorf gewisse
Probleme, vielleicht auch Mißverständnisse.“
Der Bischof kündigte an, daß es in den nächsten Tagen
zu Gesprächen mit allen Beteiligten kommen wird. Das Ziel bestehe darin, eine nötige Klärung und gegenseitiges
Verständnis zu erreichen.
Trotz des sehr lückenhaften Informationsflusses gaben bereits sogar die ersten
österreichischen Politiker ihre sakramententheologische Expertise zum Besten.
Die Klubobfrau der niederösterreichischen
Partei ‘Die Grünen’ – die sich mit Nachdruck für die vorgeburtliche Tötung von Behinderten zwischen
dem 3. und dem 9. Lebensmonat einsetzt – wußte zu berichten, daß die Kommunionverweigerung angeblich
„an längst vergangene Zeiten“ erinnere:
„Wir gehen davon aus, daß die Kirche weiß, was in diesem Fall
getan werden sollte.“ Die Kirche habe „dringenden Handlungsbedarf“, predigte die offensichtlich glaubenseifrige
Politikerin.
Das Verhalten des Priesters sei aus verfassungsrechtlicher Sicht ein klarer Verstoß gegen
den Gleichheitsgrundsatz und das Diskriminierungsverbot und eine Diskriminierung behinderter Menschen.
Über die von ihrer Partei vehement geforderte Abtreibung von behinderten Menschen äußerte sich die
Klubobfrau nicht.
Email-Adressen der Empfänger
24 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
@ deusexmachina Sie irren sich: Die Religion gibt eben gerade auf die Sinnfragen (Existenz etc) eine Antwort.
Dazu wird die NAturwissenschaft nie in der Lage sein. sie behaupten für Frage X eine Antwort, allerdings
besteht diese „Antwort“ lediglich aus nicht verifizierbaren Behauptungen. Auch die naturwissenschaftliche
Erkenntnisse begründen sich aus Naturwissenschaftlichen Erkenntnissen heraus. Von daher gilt dieser „Vorwurf“
auch den Naturwissenschaften. Die Behauptung, weniger Religion = mehr Verbrechen wollen Sie bitte belegen,
Dazu sehe ich keinen Anlass, denn diese Behauptung wurde von mir gar nicht aufgestellt. Lesen Sie mal
genauer. Oder KÖNNTE da die Erziehung / Tradition nicht doch eine klitzekleine Rolle spielen? Wenn Sie
genau lesen, dann steht das so schon in meinem Beitrag. Allerdings leiten sich auch Ihre Vorstellungen
aus Erziehung bzw Umfeld ab.
@Benedikt Wie gesagt: Theistische Religionen erklären eigentlich GAR NICHTS – sie behaupten für Frage
X eine Antwort, allerdings besteht diese „Antwort“ lediglich aus nicht verifizierbaren Behauptungen. Auf
dieser Basis kann auch ich Ihnen die Welt „erklären“, ganz, wie’s beliebt. Sie müssen’s nur glauben.
Zudem bin ich nicht sicher, dass es immer ein beantwortbares „Warum?“ geben muss („Warum“ als Sinnfrage,
nicht als Kausalitätsfrage). Nehmen Sie z.B. Punkte: Die gibt es unbestritten, sie dienen als Basis der
Geometrie. Aber sie sind nicht definiert – pure Axiome, bei denen ein „warum?“ keinen Sinn ergäbe. Insofern
ist eine Weltanschauung nicht a priori fehlerhaft, wenn sie nicht alles in puncto „Sinn“ erklärt, weil
(möglicherweise) gar nicht alles einen solchen Sinn HAT. Noch einmal: Der Vorwurf, der Atheismus „könne
nichts erklären“ ist unangebracht, da er diesen Anspruch gar nicht erhebt. Gegenüber einem Nichtchristen
ist er sogar doppelt falsch, weil dem IHRE Religion sowieso nichts erklärt, Sie also das vorwerfen, was
Sie selbst praktizieren – Eigentor. Die Behauptung, weniger Religion = mehr Verbrechen wollen Sie bitte
belegen, nicht nur an Beispielen, für die ich Ihnen beliebig viele Gegenbeispiele kredenzen kann. Ad
„Generalverdacht“: Soso, dann ist das also alles vernünftige Entscheidung, dass es hierzulande so rlativ
mehr Christen gibt als Moslems und im Iran andersherum? Oder KÖNNTE da die Erziehung / Tradition nicht
doch eine klitzekleine Rolle spielen?
Behinderte könnten bestimmte Dinge nicht nachvollziehen, erklärte der Pater seine Vorgehensweise. Also
das ist wirklich die Höhe, wenn es so pasiert ist! Behinderte können sogar meißtens mehr nachvollziehen
als jeder gesunde Erwachsene! Was bildet der Kerl sich eigentlich ein? *grrrr* Ich hatte in meinem Leben
sehr viel mit behinderten Menschen zu tun und sie so zu behandeln wäre auch nicht im Sinne Jesu. Dann
hätte er sich damals wohl kaum mit Huren etc. umgeben.
Gotthard: Zweifel „Ich bezweifel, dass Thomas von Aquin oder Papst Benedikt mehr „begreifen“ von der Eucharistie
als ein Mensch mit einer schweren geistigen Behinderung.“ Die Kommunion als einfache transzendentale Medizin
oder gemeinsames heiliges Brot ist für Behinderte denkbar und zulässig, auch wenn sie nicht begreifen,
was Franz von Assisi meinte als er jedesmal mit seinen Brüdern in die Knie sank wenn er eines Kirchtuirms
ansichtig wurde: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz
hast du die ganze Welt erlöst!
@ deusexmachina Es zwingt Sie keiner, das zu glauben. Hätte Gott bei der Menschwerdung gegen Naturgesetze
verstoßen wollen, dann hätte er ja einfach so vom Himmel schweben können. Aber nein, er wurde in diese
Welt hineingeboren, wie ein gewöhnlicher Mensch. Um sich die Welt ohne Religion zu erklären müssen
Sie ganz andere Akkrobatiken vollziehen. Die einzige Autorität, auf die Sie sich verlassen kann Ihnen
nämlich rein gar nichts erklären, vor allem nicht das Warum? Von daher brauchen Sie sich nicht überheblich
fühlen, weil Sie solchen Glaubenslehren mit Ihrer „genialen“ Ratio nicht folgen. So, Schritt eins währe
damit getan. Der Atheismus kann nichts plausibel erklären, er fällt demnach durch Ihr Raster. Nächster
Schritt: Die Auswirkungen. Nun, die Verbrechen derer, die explizit gemeint haben ohne Religion auskommen
zu können sprechen für sich. Klappt also auch nicht. Dritter Schritt: Generalverdacht, ganz einfach
nur die anerzogene Religion bzw. die dominante Religion seiner Umgebung zu „glauben“ Genial wie Sie sind,
sind Sie natürlich ganz allein auf Ihr Weltbild gekommen, klar. Aber bei allen anderen, verehrter d.e.m.
ist Atheismus auch etwas anerzogenes, nicht selten mit Unterdrückung einhergehend. Nach Ihren eigenen
Maßstäben sollten Sie sich lieber ganz schnell eine neue Ideologie suchen .
@deusexmachina Daß Sie ungläubig sind, haben wir inzwischen verstanden. Sie brauchen Ihren autonom-apologetischen,
abgestandenen Frust hier nicht weiterhin darzulegen. Wenn Sie so sicher und fest in Ihrer Anschauung wären,
würden Sie hier nicht ellenlang mit Wut im Bauch posten.
#18 deusexmachina 22:44:30 | Sonntag, 23. April 2006
@Benedikt Soso, es kommt also nur auf den „Glauben“ an. Zugegeben, das begreife ich nicht. Wenn man mir
eine Palette von Religionen präsentierte, so würde ich die doch zunächst einmal auf Plausibilität
abklopfen, da ich zusammengesponnene Märchen a priori gar nicht glauben KÖNNTE. „Glauben“ schön und
gut, aber ich lasse mich ungern verar…en, ganz gleich, im Namen welches postulierten Gottwesens. „Jungfrauengeburt“,
„Wasserwandlung“, „Himmelfahrt“, ha-ha… und dass ein allmächtiger Gott derlei Schmonzes nötig hätte
und damit gegen seine eigenen Naturgesetze verstieße, DAS soll man „glauben“? Mit Verlaub… Angenommen,
durch diesen harschen Filter würden es noch ein paar Religionen schaffen (das Christentum wäre offensichtlich
‘raus), dann würde ich mir anschauen, welche Wirkung eine Religion typischerweise auf primär ihre Anhänger
und sekundär auf die Umgebung hat, denn die Kernfrage für mich wäre doch: „Will ich so sein und handeln?
KANN ich es?“. Und jeden, der nicht in ähnlicher Weise vorgeht, stelle ich ‘mal unter den Generalverdacht,
ganz einfach nur die anerzogene Religion bzw. die dominante Religion seiner Umgebung zu „glauben“. Plausibilität,
Aussage etc. spielen da eigentlich gar keine Rolle, eher Gruppendynamik. Wer sich auf kreuz.net umschaut,
findet viele Indizien dafür.
@ deusexmachina Was soll denn das Spielchen. Ich habe gesagt: Wer diese Motivation hat, der… Das wird
ja wohl gerade noch erlaubt sein. Spekulationen habe ich gar keine gemacht. Wer andere Motive hat, auf
den trifft meine Aussage gar nicht zu. DIESEN (entscheidenden) Haken haben Pille, Kondom & Co. nunmal
nicht. Dafür haben sie andere, nicht minder schwerwiegende. Gut, er hat Licht- UND Schattenseiten. Zufrieden
jetzt? Dasselbe gilt für Baghwan, Neuheidentum und Atheismus. Dieser Satz geht davon aus, dass man sich
für eine Religion wegen ihrer Lichtseiten entscheidet oder sie wegen ihrer Schattenseiten verwirft. Das
ist aber natürlich Unfug, da es beim Annehmen einer Religion allein auf den Glauben ankommt. Das Neuheidentum
wäre ergo für mich auch dann keine Alternative, wenn es NUR Lichtseiten hätte. Es fehlt mir eben der
Glaube daren.
Begreifen Gönnen wir jenen, die nichts begreifen wenigstens die himmlische Medizin. Ich bezweifel, dass
Thomas von Aquin oder Papst Benedikt mehr „begreifen“ von der Eucharistie als ein Mensch mit einer schweren
geistigen Behinderung.
himmlische Medizin Die Kommunion ist wohl kein Placebo, das nur wirkt oder esistiert, wenn man fest daran
glaubt im Augenblick des (würdigen?) Empfangs. Sie ist nach katholischer Auffassung ein wahres Himmelsbrot,
im innersten eine verklärte Substanz, ein unverdientes Geschenk, wie eine homöopathische Medizin. Gott
streut die Samen (seiner Liebe) großzügig aus wie er das immer macht, ohne über Verschwendung zu klagen.
Gönnen wir jenen, die nichts begreifen wenigstens die himmlische Medizin.
#14 deusexmachina 17:27:25 | Sonntag, 23. April 2006
@Benedikt 1. Sie kennen die tatsächliche, individuelle Motivation überhaupt nicht – was spekulieren
Sie also? 2. Der Primärhaken der „natürlichen verhütungsmethoden“ ist, dass sie ein so funktionieren
wie ein Apfel, der ja bekanntlich die beste aller Verhütungsmethoden ist. (Wie man ihn verwendet? Nicht
vaginal oder oral, sondern ANSTATT.) DIESEN (entscheidenden) Haken haben Pille, Kondom & Co. nunmal nicht.
3. Unter Kirchenfans ist es eben nicht zweckdienlich, in die Selbstbejubelungsorgie auch noch einzufallen,
wenn man vermitteln will, dass der Katholizismus auch Schattenseiten hat. Gut, er hat Licht- UND Schattenseiten.
Zufrieden jetzt? Dasselbe gilt für Baghwan, Neuheidentum und Atheismus. Ich hätt’ noch was, aber die
1500 Zeichen nerven ‘mal wieder… @centesimus annus Öhm, der wesentliche Unterschied zwischen dem, was
Sie „Radikalpositionen“ nennen, ist, dass ICH keinen Anspruch darauf erhebe, MEINE Sicht für alle verbindlich
zu machen. Und genau diese Haltung, nämlich anderen die eigene Perspektive aufzwingen zu wollen, halte
ich für ein wesentliches Merkmal „radikaler“ Ausprägungen.
@deusexmachina Abgesehen von dem Umstand, dass Ihre Position nichts anderes ist als die gegenüberstehende
Extremposition zur Radikalantiabtreibungspositioin rechtskatholischer Fundamentalisten und damit mit dieser
auf dem selben Niveau steht, möchte ich anmerken, dass es müßig ist, Godwins Law für die Diskussionen
unter kreuz.net-Artikeln zu bemühen: Viel spannender wäre die Widerlegung der These: Es gibt kein Thema,
das in einem kreuz.net-Artikel behandelt werden kann, aufgrund dessen sich keine Abtreibungsdebatte in
der LeserInnendiskussion entwickeln kann. Oder fällt Ihnen eines ein?
eine klarstellung Der Pfarrer verweigerte offenbar die komunion weil eine der verausetzung nicht gegeben
war 1. die behinderten menschen können entweder physisch die komunion nicht empfangen d.h. nicht schlucken
2. nicht verstehen was bei de komunion geschieht ich selbst als schwersbehinderter wurde nie irgentwie
benachteiligt in kirchlichen dingen
@ deusexmachina da erlauben Sie sich sehr deutlich eine Meinung darüber, was für Beweggründe Ihnen
Unbekannte haben bzw. nicht haben. Das ist nicht wahr. Die dort geäußerte Meinung ging von einer klar
beschriebenen Motivation aus. Nirgendwo steht, dass jeder der abtreibt diese Motivation hat. Den Haken
der „natürlichen“ Verhütungsmethoden kennen Sie ja. Wohingegen künstliche Verhütungsmethoden selbstverständlich
gar keine Haken haben, is klar. Sicher. Das Problem ist nur, dass gleichzeitig andere Katholiken das Gegenteil
taten. Ja, bisweilen. Leider beschäftigen Sie sich nur mit einer Seite, während Sie die andere geringschätzen
oder relativieren. Menschen neigen allerdings dazu, sich relativ ungern sterilisieren zu lassen, obwohl
sich das doch z.B. bei Priestern anböte? Warum das denn, was für ein Unsinn. Sie offenbaren hier erneut,
dass Sie von diesen Dingen zwar relativ wenig wissen, dafür aber eine umso festere Voreingenommenheit
besitzen. Na, DEN Geistlichen will ich sehen, der beurteilen will, wer „in der Lage ist, die Kommunion
zu empfangen“. Je nach Lage ist das relativ leicht oder eben schwer festzustellen. Zu insistieren, die
könne grundsätzlich nicht beurteilt werden ist jedenfalls purer Unfug. Wenn jemand zB nur durch eine
Magensonde ernährt werden kann, dann ist die Feststellung, dass dieser nicht in gewöhnlicherweise kommunizieren
kann auch einem Laien möglich.
#10 deusexmachina 23:22:53 | Samstag, 22. April 2006
@Benedikt Lesen Sie noch’mal den letzten Absatz Ihres vorletzten Kommentars – da erlauben Sie sich sehr
deutlich eine Meinung darüber, was für Beweggründe Ihnen Unbekannte haben bzw. nicht haben. Den Haken
der „natürlichen“ Verhütungsmethoden kennen Sie ja. @Evelins Gatte ad 1.: Meinen Sie, durch Repetation
wird der Unfug wahrer? ad 2.: Sicher. Das Problem ist nur, dass gleichzeitig andere Katholiken das Gegenteil
taten. ad 3.: Ich auch nicht, ich mag Katzen. Deswegen fände ich eine vorgeburtliche Abtreibung (noch
besser: Sterilisation) besser. Menschen neigen allerdings dazu, sich relativ ungern sterilisieren zu lassen,
obwohl sich das doch z.B. bei Priestern anböte? ad 4.: Das ist zu geil, das muss ich mir merken. Auf
was für ABENTEUERLICHE Assoziationen Sie kommen… herrlich! :O) Gehe ich recht in der Annahme, dass
demgemäß Ökofreunde auch keine Medikamente nehmen oder Computer neutzen dürfen? ROTFL! ad 5.: Es gibt
keine politischen „Abtreibungsbefürworter“, allenfalls solche, die die WAHL der Abtreibung legal halten
möchten. ad 6.: Na, DEN Geistlichen will ich sehen, der beurteilen will, wer „in der Lage ist, die Kommunion
zu empfangen“. Das müsste ja ein theologisch-psychologisch-medizinisches Tripetalent sein. Was machen
Sie eigentlich mit geistig Behinderten, die unpraktischerweise nicht so debil aussehen, wie man sich das
kirchlicherseits offenbar vorstellt? Ein plumpes: „Der sabbert, schielt und sieht irgendwie doof aus“
erscheint mir als etwas unscharfes Kriterium.
@ diverse Benediktgegenredner 1. Ist ein ungeborenes Kind kein Zellklumpen. Ich bekomme nämlich als Mensch
nur Menschen, keine Zellklumpen. 2. Mitglieder der katholischen Kirche und aus anderen Konfessionen bemühten
sich durch die ganze Kirchengeschichte durch, das Los armer Menschen (nicht nur Familien, auch Einzelpersonen)
zu verbessern. 3. Halte ich auch nichts von „Kätzchenersäufen“ und dergleichen. 4. Natürlich kann man
die Grünen Österreichs in einem indirekten Sinne als Abtreibungsbefürworter bezeichnen. 5. Sind sehr
viele Angehörige der Ökologiebewegung nicht sehr konsequent. Einerseits für Umweltschutz, andererseits
künstliche Verhütungsmittel einnehmen. 6. Um zum Thema zurückzukehren: Geistig Behinderte sind nicht
gleich geistig Behinderte. Ich nehme an, dass die Hl. Messe wohl schon länger geplant war, dass der Pfarrer
die Einrichtung, die Bewohner und die Betreuer kennt. Man kann durchaus vorher Kontakt aufnehmen und darüber
sprechen, wer in der Lage ist, die Allerheiligste Eucharistie zu empfangen und wer nicht. Dann kann man
auch die Gründe warum und weshalb besser darlegen. Das wichtigste der Sakramente ist bekanntlich das
Taufsakrament, das ohnehin jedem geistig Behinderten zusteht. @ Benedikt Genauer als die reine Temperaturmethode
ist z. B. die Natürliche Empfängnisregelung nach Dr. Josef Rötzer, die in einer bestimmten Phase des
Zyklus einen Pearl-Index von 0,0 aufweist.
@ deusexmachina Da Sie offenbar zwischen der urspr. „gut gemeinten“ Euthanasie und der NS-Euthanasie unterscheiden
ist es wohl besser, wen man auf den Begriff verzichtet. Nach „meiner Logik“ verfahren Katzenbesitzer mit
unerwünschtem Kätzchennachwuchs seit X Jahrhunderten So funktioniert der Vergleich nicht. Für Kätzchennachwuchs
kann der Mensch nichts, im Gegensatz zu dem Nachwuchs, den er selbst „erzeugt“. Sie müssen also schon
bei meinem Beispiel bleiben: Sie kaufen Katzen/ Fische (das können Sie nämlich beeinflussen!) und töten
sie dann, weil kein Platz für sie ist. Analog gehen Sie in der Abtreibungsfrage vor. Im Übrigen redet
doch IHRE Kirche dem rückhaltlosen „Nachkauf von Fischen“ das Wort: ABTREIBEN soll man nicht, VERHÜTEN
soll man nicht, und dass man nicht dauernd enthaltsam ist / sein kann, wissen die, die das alles fordern,
GANZ GENAU. Sie verkennen, das Verhütung mittels Temperaturmethode von der Kirche erlaubt ist. Was Sie
mit Punkt 4 sagen wollen ist mir schleierhaft. Nichts von dem, was Sie da andeuten habe ich gesagt oder
behauptet.
Sie sind heute nicht gut drauf, Benedikt 1. Stellen Sie sich doch bitte nicht dumm – in Ihrem Beitrag
geht es um Euthanasie, die braucht man nicht explizit als solche zu bezeichnen. 2. Nach „meiner Logik“
verfahren Katzenbesitzer mit unerwünschtem Kätzchennachwuchs seit X Jahrhunderten – da finde ich die
weit früher ansetzende Abtötung eines unbewussten Zellklumpens weitaus wünschenswerter. Im Übrigen
redet doch IHRE Kirche dem rückhaltlosen „Nachkauf von Fischen“ das Wort: ABTREIBEN soll man nicht, VERHÜTEN
soll man nicht, und dass man nicht dauernd enthaltsam ist / sein kann, wissen die, die das alles fordern,
GANZ GENAU. 3. Das Cloning der Zukunft braucht nichts außer DNA. Das Material an sich ist irrelvant,
es geht um die Erbinformation – da tut’s ein Zehennagel genauso wie jede Hautschuppe. Man nähert sich
dem ja bereits, indem man beliebige DNA in artfremde Zellen injiziert. 4. Sie haben kein Mandat dazu,
die „wahre Motivation“ von Menschen zu postulieren bzw. in Zweifel zu ziehen, die eine für gewöhnlich
schwere Entscheidung treffen. Was maßen Sie sich da eigentlich an? Wie können Sie aus der hohlen Hand
über Ihnen unbekannte Menschen ein solches Urteil abzugeben wagen? Sorry, aber momentan schwatzen Sie
dumm daher. Bin ich von Ihnen nicht gewöhnt.
@ deusexmachina Der Begriff „Euthanasie“ ist älter als die NSDAP und war durchaus positiv gemeint. Vor
allem aber kommt der Begriff Euthanasie in meinem Beitrag unten gar nicht vor. Angenommen, Sie wären
ein Aquarienbesitzer und mögen die Fische wirklich gerne – aber würden Sie deshalb immer mehr und mehr
in dasselbe Glas stopfen, so lange, bis die im eigenen Dreck ersticken und Sie sich das Fischfutter nicht
mehr leisten können? Meinen Sie allen Ernstes, damit wäre dann das Maximum an Tierliebe erreicht? Nach
Ihrer Logik müsste ich immer mehr Fische für das Aquarium besorgen, sie dann aber töten, weil sie im
Aquarium keinen Platz finden. wird dann das Wegwerfen von abgeschnittenen Zehennägeln als „Sünde“ inkriminiert,
weil das ja alles (potenzielle) Menschen sind? So ein Unsinn. Aus einem abgeschittenen Nagel kann gar
nichts werden, in einer befruchteten Eizelle ist aber schon etwas vorhanden. Abwegige Ideen entschärfen
die Sache nicht. Der Mensch hat kein Recht Kinder abzutreiben, bloß weil diese eine schlechte Aussicht,
einen Defekt oder sonst etwas haben. Das sind überhaupt nur Ausflüchte, um sich das Übel der Abtreibung
schönzureden. In Wirklichkeit entbehren solche pseudoehrbaren Motive jedweder Grundlage.
Och Mönsch, Benedikt… …von Ihnen erwarte ich aber mehr als die X. Bestätigung von Godwin’s Law de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Law …
Festzuhalten ist zunächst einmal, dass nicht grundsätzlich ALLES, was (auch) Nazis getan haben, deswegen
abgrundtief böse sein muss – wenn Sie anderer Meinung sind, dann unterlassen Sie bitte sofort das Atmen.
Sie werden sich erinnern: Der Begriff „Euthanasie“ ist älter als die NSDAP und war durchaus positiv gemeint.
Ihre Konnotation „überzählig / unwert / unnütz“ ist eine böswillige Überzeichnung, denn die „Planung“
betrifft sowohl die Eltern als auch die Kinder – um „unnütze Esser“ geht es dabei nicht. Angenommen,
Sie wären ein Aquarienbesitzer und mögen die Fische wirklich gerne – aber würden Sie deshalb immer
mehr und mehr in dasselbe Glas stopfen, so lange, bis die im eigenen Dreck ersticken und Sie sich das
Fischfutter nicht mehr leisten können? Meinen Sie allen Ernstes, damit wäre dann das Maximum an Tierliebe
erreicht? Oder würden Sie es nicht doch lieber bei ein paar Fischlein bewenden lassen, um die Sie sich
weitaus intensiver kümmern könnten, als wenn es 20mal so viele wären, und die ein bisserl Platz zum
herumschwimmen hätten? Ach ja, und in Sachen „Leichenberg“: Auch hier noch einmal die Frage, wie die
Kirche reagieren wird, sobald Cloning technisch 100% funktioniert… wird dann das Wegwerfen von abgeschnittenen
Zehennägeln als „Sünde“ inkriminiert, weil das ja alles (potenzielle) Menschen sind?
@ deusexmachina Die „Gegenformel“ lautet: „Na, planen wir lieber ein bisserl – lieber weniger Menschen,
die aber dafür ein bisschen glücklicher Leben. Das Diesseits ist immerhin alles, was wir – gesichert –
haben.“ Dieser Satz hätte so auch im Parteiprogramm der NSDAP stehen können. Euphemismen („planen“ =
töten von „Überzähligen“ / „Unwerten“ / „Unnützen Essern“). Die Arroganz, man wüsste schon während
der Empfängnis, ob dieser Mensch glücklich werden könnte oder nicht ist einfach unerträglich. Die
Geschichte ist voll von denen, die aus ärmsten Verhältnissen kamen. Der berühmteste Physiker unserer
Zeit ist schwerbehindert. Dieser Mensch wäre im Rahmen der deusexmachina’schen Doktrin vom besseren Leben
für weniger Menschen vermutlich vor der Geburt getötet worden. Ihr bessere Leben ist auf einem Leichenberg
aufgebaut – genau wie schon bei den Nationalsozialisten.
Falsche Information Über die von ihrer Partei vehement geforderte Abtreibung Das ist sachlich schlicht
falsch. Die Politik der Grünen ist m.E. tatsächlich behindertenfeindlich – aber daraus die Aussage zu
machen, die Grünen „forderten Abtreibung von Behinderten“ ist schlicht falsch. Mir ist kein Grünen-Politiker
bekannt, der Abtreibungen „fordert“. Gefordert wird allenfalls die Straffreiheit von Abtreibungen unter
bestimmten Umständen. Mit „Forderung nach Abtreibung“ hat das so viel zu tun wie Erdbeer mit Braunbär.
Durchschaut @ Deusexmachina Se haben es durchschaut! Ich könnte, wäre ich Gläubig, vor einem imagiären
Gott einen Kniefall hinlegen und dafür danken, dass es hier noch menschen gibt, die logisch und nicht
katholizistisch(rassistisch/sexistisch/antisemitisch etc. denken.
Ich würde sagen: Klassisch Zugegeben sei, dass die Kirche einen bestaunenswerten Kampf darum führt,
dass auch nur ja aus jeder befruchteten Eizelle ein Mensch wird (und in zweiter Linie darum, dass man
bloß nichts unternimmt, um besagte Befruchtung zu unterbinden). Also, im „Masse machen“ ist die Kirche –
theoretisch – klasse oder doch wenigstens „redlich bemüht“. Aber wenn das Würmchen dann auf der Welt
ist, dann war’s das im Wesentlichen mit der Kümmernis. Halt, schnell noch taufen, wegen der Kirchenmitgliederzahlen
einerseits, der Kirchensteuer andererseits und schließlich, weil das ja angeblich so unabdingbar sei
für ein diffuses „Jenseits“, von dem zwar niemand nichts Genaues weiß, dass kirchlicherseits aber fröhlich
seit 2000 Jahren hin- und herdefiniert wird. Die Kirchenformel lautet offenkundig: „Möglichst viele Menschen,
scheißegal, wie sie – und ihre Eltern leben, das Diesseits ist ja ohnehin nur Dreck.“ Die „Gegenformel“
lautet: „Na, planen wir lieber ein bisserl – lieber weniger Menschen, die aber dafür ein bisschen glücklicher
Leben. Das Diesseits ist immerhin alles, was wir – gesichert – haben.“ Wenn man genau hinschaut, ist der
ganze Antiabtreibungskrieg eigentlich ein verzweifelter Kampf um dieses obskure „Jenseits“ unter erstaunlicher
Missachtung alles Diesseitigen.