Bush schickt seinen Freund Buttiglione in die Büsche
Rocco Buttiglione, der als designierter EU-Justizkommissar von einer Front laizistischer Fundamentalisten im EU-Parlament zum Rücktritt gezwungen wurde, besuchte nach US-amerikanischen Presseberichten letzte Woche die USA. Der von ihm verehrte US-Präsident wollte ihn allerdings nicht sehen.
(kreuz.net, Washington) Viele Türen öffneten sich in Amerika dem international anerkannten Philosophen
und Politiker, der in den USA als konservativer nach Amerika orientierter Idealist gesehen wird.
Kein
Interesse an Buttiglione bekundigte der Präsident der Vereinigten Staaten, George W. Bush. Obwohl Buttiglione
im mehrheitlich antiamerikanisch orientierten Italien ein treuer Verbündeter der USA ist, weigerte sich
das Weiße Haus, den katholischen Politiker zu empfangen.
Präsident George W. Bush soll sich nicht einmal
hinter einem überfüllten Terminkalender versteckt haben. Die Anfrage für eine Audienz mit Bush wurde
ohne Federlesen mit einem „Nein“ beantwortet.
Beobachter sind über dieses Verhalten nicht überrascht.
In seinem Kommentar in der Tageszeitung „Chicago Sun-Times“ meint der Publizist Robert Novak, daß der
wiedergewählte Präsident jetzt dem „Alten Europa“ die Hand reichen wolle. Dabei nehme er gerne in Kauf,
die katholische Seite zu brüskieren, der er in den letzten vier Jahren so eifrig hofiert hat: „Da sich
Bush nicht mehr um eine weitere Kandidatur sorgen muß, kann er Buttiglione zur Hintertüre hinauskomplimentieren,
genauso wie die linksdominierte antiamerikanische EU sich weigerte, ihn als Kommissar anzunehmen.“
Buttiglione
selbst erklärte, daß es vier Gründe gegeben habe, warum er sein Amt als EU-Kommissar nicht habe antreten
können, wobei – wie er hinzufügte – einer dieser Gründe für seinen Ausschluß schon gereicht hätte.
Er diene im Kabinett des konservativen italienischen Premierministers Silvio Berlusconi. Er sei katholisch.
Er folge dem Kurs des konservativen Kardinals Joseph Ratzinger. Und er sei ein Freund der Vereinigten
Staaten, ein „Krypto-Amerikaner“, wie er in der EU genannt worden sei.
Buttiglione hatte sich auch für
eine Erwähnung des Christentums in der neuen, nicht demokratisch erarbeiteten EU-Verfassung eingesetzt:
„Ich wollte die christlichen Wurzeln in der Verfassung erwähnt haben, um klarzustellen, daß dieses Europa
das Europa ist, das aus Solidarnosc hervorgegangen ist.
Mit dieser Aussage bezog sich Buttiglione auf
die vom Vatikan in den 80er Jahren unterstützte polnische Gewerkschaft Solidarnosc, die den Zusammenbruch
des Kommunismus in Polen einleitete und eine Revolution begann, die sich auf den ganzen Ostblock ausdehnte.
In einem Artikel für die rechtsnationalistische amerikanische Tageszeitung „Wall Street Journal“ schrieb
Buttiglione letzten Monat über den Wahlausgang: „Jetzt zeigt uns Amerika, das fortgeschrittenste Land
der Welt, daß die Religion ein fundamentales Element einer freien Gesellschaft und einer modernen Wirtschaftsmacht
sein kann und sein soll.“
Amerika sei der Inbegriff der Modernität. Was heute in Amerika geschehe, werde
sich in zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren auch in Europa ereignen.
Email-Adressen der Empfänger
3 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
who is Bush? Rocco Buttiglione ist der Inbegriff für ein sich auf die Werte und Grundlagen unserer Zivilisation
besinnendes Europa – nämlich die Christlichen. Aber Bush – wer ist das?
Kein Verrückter, sondern Idealist Er ließ sich durch Bushs Frömmelstrategie täuschen. Plutokrat Bush
ist ein Staatsterrorist im Präsidentenamt. Er ordnete 9/11 an und die Vernichtung des letzten Restes
amerikanischer Demokratie. Gutgläubige Christen ließen sich von ihm täuschen, selbst der idealistische
Papstberater.