Medien
Selektives Schamgefühl
Wenn es um den Kirchenhaß geht, beweisen Staatsjournalisten gewöhnlich eine dicke Haut, einen hervorragenden Magen und vor allem keine falschen Schamgefühle. Von Dr. Alfons Adam.
(kreuz.net) Ich teile mit, daß die Rundfunkbeschwerde wegen des von der ORF-Religionsabteilung publizierten umstrittenen Filmes „Schneeweiß und Rosenrot“ von Ina Loitzl eingebracht worden ist.

Der Eifer beim Sammeln der Unterstützungsunterschriften war diesmal nicht ganz so groß wie bei der Geschichte mit Adolf Holl. Dennoch sind 2.691 Unterschriften zusammengekommen.

Das Verfahren über diese Rundfunkbeschwerde ist bereits eingeleitet.

Der ‘Österreichische Rundfunk’ und seine Generaldirektorin Dr. Monika Lindner haben als Beschwerdegegner eine schriftliche Stellungnahme abgegeben.

Dieser hätten sich auch der ORF-Programmdirektor, Dr. Reinhard Scolik, der Hauptabteilungsleiter für Religion, Gerhard Klein, der Sendungsverantwortliche für aktuelle Berichterstattung und Internet, Norbert Steidl, sowie der Sendungsverantwortliche für ‘Kreuz & Quer’, Mag. Christoph Guggenberger, angeschlossen.

In der Stellungnahme wird der Film in überschwenglicher Weise gelobt.

Einer der zentralen Momente des Videos sei der Hinweis auf die Heilige Messe, die Eucharistie. In welchen Zusammenhang aber die Eucharistie gestellt wurde, das will man nicht sehen.

Eine obszöne, oder gar pornografische Darstellung könne der „realistischen Darstellung des weiblichen Unterleibs“ angeblich nicht entnommen werden.

Seltsam, seltsam.

Denn für diese Darstellung gibt es einen Präzedenzfall. Ein abgebildeter weiblicher Unterleib in beinahe derselben Haltung wurde für die Wiener EU-Kampagne im letzten Dezember verwendet. Der Unterschied bestand vor allem darin, daß der Unterleib damals mit dem blauen EU-Sternensymbol versehen war.

Diese Darstellung wurde allgemein als Pornographie und Herabwürdigung empfunden und wurde schnell wieder entfernt.

Ich werde die Rundfunkbeschwerde auch der Staatsanwaltschaft senden und nach § 188 Strafgesetzbuch Strafanzeige wegen Herabwürdigung religiöser Lehren erstatten.

Stützen werde ich diese Beschwerde auf ein Rechtsgutachten der Wiener Volksanwaltschaft, die im Fall Adolf Holl sehr wohl zum Ergebnis gekommen ist, daß dieser Straftatbestand vorliegt.

Es wäre in diesem Zusammenhang aber wichtig, daß die Staatsanwaltschaft viel Post bekommt, in der die Empörung über die Verletzung der Menschenwürde zum Ausdruck gebracht wird.

Dr. Alfons Adam ist Rechtsanwalt in Neulengbach bei St. Pölten und Präsident der Bewegung für Menschenrecht auf Leben ‘Pro Vita’.
      
7 Lesermeinungen
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#8   centesimus annus   22:58:43 | Montag, 24. April 2006
mittelfristig …
… wird Dr. Alfons Adam Platz 2 hinter Martin Humer einnehmen, was rechtskatholischen Fundamentalismus mit unfreiwilligem Unterhaltungswert betrifft. Fehlt nur noch ein Film darüber …
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#7   Onan †   19:30:38 | Sonntag, 23. April 2006
@bonifatius
ich bin kein religionshasser. jedem die religion die er will, allerdings soll sie seine privatsache sein, und er/sie soll nicht versuchen aus gründen der eigenen verbohrtheit den anderen das leben so schwer wie möglich zu machen.
der §188 ist blödsinn.
er untergräbt die meinungsfreiheit, auf die die rechten katholen doch immer so pochen, wenn sie über homosexuelle und schwangerschaftabbrüche herziehen.
aber warum sollten die christen auch anders als alle anderen sein… meinungsfreiheit ja, aber nur wenn es eure meinung ist, oder?
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#6   Karl Murx   17:06:33 | Sonntag, 23. April 2006
Lieber Bonifaz, ist die fortschrittliche Einstellung Ratziputins mein Problem?
Aids-Bekämpfung
Papst will Kondome erlauben:
Ein Jahr nach seiner Wahl plant Papst Benedikt XVI. einen wichtigen Schritt bei der Aids-Bekämpfung: Der Vatikan will nach Angaben eines Kurienkardinals HIV-Infizierten den Gebrauch von Präservativen erlauben.
Der Kirchenstaat arbeite an einem entsprechenden Dokument, das demnächst veröffentlicht werden soll, sagte der vatikanische „Gesundheitsminister“, der aus Mexiko stammende Kardinal Javier Lozano Baragán der römischen Zeitung La Repubblica in einem Interview.
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#5   centesimus annus   16:24:05 | Sonntag, 23. April 2006
wieder der durchgeknallte Anwalt, der alles, was nicht seiner Meinung ist verklagt
grad eben wollte ich noch jeden einzelnen Unsinn zitieren und widerlegen, der in diesem artikel steht. wird aber zu lange, und auch im hundertsten Jahr hab ich noch was anderes zu tun. aber, weils schon in der zwischenablage liegt: Diese Darstellung wurde allgemein als Pornographie und Herabwürdigung empfunden und wurde schnell wieder entfernt. ist völliger Unsinn, das waren damals die selben Leute wie jetzt, die das als Pornographie empfunden haben. Außerdem ziemlich gotteslästerlich, die Ansicht, nackte Körper als Pornographie zu empfinden, denn: haben sie schon einmal von einem Fall gehört, in dem Gott einen bekleideten Menschen erschaffen hätte? Nein? Ich auch nicht, und wenn man nackte Menschen als Pornographie empfindet dann bedeutet das somit automatisch, dass der Schöpfer dieser Menschen der größte Pornoproduzent aller Zeiten ist …
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#4   bonifatius   16:16:04 | Sonntag, 23. April 2006
@Karl Murx
Sie Schmutzkübel. Ansonsten eines Kommentares nicht mehr wert.
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#2   bonifatius   14:36:26 | Sonntag, 23. April 2006
@Onan
Onan: womit wieder einmal ein grund gegeben wäre,diesen unseligen paragraphen 188 zu entfernen…damit man den christlichen Glauben durch ihre Art von Religionshassern noch mehr in den Dreck ziehen kann.
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#1   Onan †   14:12:06 | Sonntag, 23. April 2006
womit wieder einmal ein grund gegeben wäre,
diesen unseligen paragraphen 188 zu entfernen.
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