Die Alte Messe ist nicht verboten
Ein emeritierter Kurienkardinal erklärte kürzlich, daß sich der Papst sehr um eine Aussöhnung mit der Piusbruderschaft bemühe. Doch die Bruderschaft sei gespalten.

Kardinal Medina äußerte sich vor dem Nachrichtendienst ‘I Media’. Er war bis zum Oktober 2002 Präfekt der Gottesdienstkongregation und ist Mitglied der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’.

Die Gespräche während des Treffens hätten sich aber vorwiegend auf die Gläubigen des Indultbereiches konzentriert.
Zur Frage der Exkommunikation der vier von Erzbischof Marcel Lefebvre im Jahr 1988 ohne Zustimmung von Rom geweihten Bischöfe meinte der Kardinal, daß die Kirchenstrafe selbstverständlich aufgehoben werden könnte.
Die Exkommunikation wolle den Bestraften zur Reue wegen seiner schweren Vergehen führen, erklärte der Kardinal: „Wenn der Betreffende Reue und den Wunsch der Wiedergutmachung zeigt, kann die Strafe aufgehoben werden.“
Im Interview meinte der Kardinal ferner, daß er bei der Piusbruderschaft verschiedene Strömungen sehe.
Ein Teil der traditionellen Bewegung dränge auf eine Versöhnung mit Rom. Ein anderer Teil sei zögerlicher: „Vielleicht hofft die Mehrheit auf eine vollständige Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl.“
Kardinal Medina wandte ein, daß die Eingliederung der Traditionalisten in die kirchliche Struktur Probleme schaffen könnte. Gleichzeitig verwies er als gelungenes Beispiel auf die Apostolische Administratur ‘St. Jean Vianney’ von Campos in Brasilien.
Vor einer kirchenrechtlichen Einigung mit der Piusbruderschaft sei es aber notwendig, lehramtliche Fragen zu klären. Kardinal Medina verwies auf die Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Nach einer solchen Einigung könnte eine kanonische Lösung in der Errichtung einer weltweiten Apostolischen Administratur für alle Gläubigen des Alten Ritus bestehen.
Der Kardinal wiederholte im Interview auch seine Ansicht, daß die Alte Messe nie verboten worden sei. Die Zelebration der überlieferten Messe sei damit legitim.
Allerdings erscheine es ihm nötig, für die rechte Ordnung des liturgischen Lebens in den Diözesen einige – nicht näher genannte – Normen zu beachten.
© Bild: latin-mass-society.org
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Montag, 17. Juli 2006 13:12
stat crux: Wir können natürlich auch hier weitermachen,
wie es Ihnen beliebt!
Montag, 1. Mai 2006 19:22
expedit: Wenn die alte Messe nicht verboten ist,
ist sie dann etwa erlaubt?
Will einmal bewusst, so die Frage oder Schlussfolgerung ziehen!
Denn es dürfte doch wohl ganz offensichtlich sein, dass wenn etwas NICHT VERBOTEN ist, zwangsläufig noch nicht als ERLAUBT gilt! Oder?
Denn: warum sprechen einige davon, dass die alte Messe WIEDER ERLAUBT bzw. zugelassen werden soll?
Ist das Ganze eine rhetorische Spielerei?
Oder geht es hier um de facto-Tatbestände bzw. de iure-Fakten?
Ich bin kein Kirchenrechtler!
Aber das Theater, dass man seit Jahren zu dem Thema inzeniert, ist doch grotesk!
Jeder normal denkende Mensch langt sich doch an den Kopf, wenn er hört, dass etwas verboten sei aber in Wirklichkeit nicht gemacht werden dürfte!
Man drehe doch einmal den Spieß gedanklich um!
Also folgende Gedankenspielerei: die neue Messe sei zwar nicht verboten, man dürfte sie aber nicht praktizieren, weil vielleicht noch irgendeine Erlaubnis fehlen würde!
Was wäre das für ein Geheule und Gejaule in dem Mediendschungel!
Bitte um Aufklärung, was das ganze Theater soll! (so empfinde ich das zumindest!)
Will einmal bewusst, so die Frage oder Schlussfolgerung ziehen!
Denn es dürfte doch wohl ganz offensichtlich sein, dass wenn etwas NICHT VERBOTEN ist, zwangsläufig noch nicht als ERLAUBT gilt! Oder?
Denn: warum sprechen einige davon, dass die alte Messe WIEDER ERLAUBT bzw. zugelassen werden soll?
Ist das Ganze eine rhetorische Spielerei?
Oder geht es hier um de facto-Tatbestände bzw. de iure-Fakten?
Ich bin kein Kirchenrechtler!
Aber das Theater, dass man seit Jahren zu dem Thema inzeniert, ist doch grotesk!
Jeder normal denkende Mensch langt sich doch an den Kopf, wenn er hört, dass etwas verboten sei aber in Wirklichkeit nicht gemacht werden dürfte!
Man drehe doch einmal den Spieß gedanklich um!
Also folgende Gedankenspielerei: die neue Messe sei zwar nicht verboten, man dürfte sie aber nicht praktizieren, weil vielleicht noch irgendeine Erlaubnis fehlen würde!
Was wäre das für ein Geheule und Gejaule in dem Mediendschungel!
Bitte um Aufklärung, was das ganze Theater soll! (so empfinde ich das zumindest!)
Freitag, 28. April 2006 13:44
Agiafortuni: Sirilo / Dr. Otterbeck
Sirilo: Besten Dank für den Hinweis auf den Fehler. Selbstverständlich sollte man ab und zu die Grammatik
zu Rate ziehen.
Dr. Otterbeck: Dass Paul VI sich für den rechtmässigen Papst hielt, steht eindeutig fest, ob er es auch war ist eine andere Frage auf die ich mir – trotz seines katastrophalen Pontifikates – keine Antwort anmasse. Die Zweifel an der Rechtmässigkeit genügen um eine suspensive Wirkung auf seine Beschlüsse zu haben und in einem solchen Falle hat man sich an die sichere Lehre der vorkonziliaren Kirche zu halten
Dr. Otterbeck: Dass Paul VI sich für den rechtmässigen Papst hielt, steht eindeutig fest, ob er es auch war ist eine andere Frage auf die ich mir – trotz seines katastrophalen Pontifikates – keine Antwort anmasse. Die Zweifel an der Rechtmässigkeit genügen um eine suspensive Wirkung auf seine Beschlüsse zu haben und in einem solchen Falle hat man sich an die sichere Lehre der vorkonziliaren Kirche zu halten
Freitag, 28. April 2006 13:14
Laurentius2: @sedia/Benedikt
Indem Bischof Müller das Rätesystem der Kirche infrage stellt, stellt er auch indirekt das System Lehmann
infrage.
Dieses beruht zu einem großen Teil gerade darauf, daß mutige, vielleicht unpopuläre, aber für den ERHALT des Glaubens lebensnotwendige Schritte im mediokren Gelaber der Gremien versiegen …
Gut nachvollziehen kann man diese kirchenpolitische Mechanik am Beispiel der Abtreibungsscheine oder am Beispiel des Ökumenismus:
So mußte Erzbischof Dyba gegen die gesamte DBK Stellung beziehen und einen ungeheuren Druck aushalten, weil er den richtigen katholischen und schließlich auch vom Papst durchgesetzten Weg gehen wollte. Nur einem Mann von solchem Charakter konnte dies gelingen. Und nicht erst Rom gab ihm ja recht: zu seinen „lizenzfreien“ Vergabestellen kamen sogar mehr Frauen als vorher – sie wußten eben, daß dort katholisch = eindeutig werteorientiert beraten wird. Das durfte aber nicht bekannt werden !
Auch bei der Ökumene trieb der Rahnerist Lehmann die Mehrheit der konfliktscheuen Bischöfe in einen Exzeß, der erst aus Rom gezügelt werden konnte.
Die Tatktik Lehmanns ist einfach:
Es wird ein unangreifbares Etwas (zB Hilfe für die Frauen, Ökumene) in den Raum gestellt, durch sorgfältig ausgewählte Wasserträger im Gremium an vorderer Stelle der Rednerliste einseitig ausgelegt und dann die falsche (rahneristische) Position mehrheitlich durchgeboxt, bevor sich rechtgläubige Bischöfe dagegen formieren können. Wer sich dann noch räuspert, sorgt für „Geschrei“ !
Dieses beruht zu einem großen Teil gerade darauf, daß mutige, vielleicht unpopuläre, aber für den ERHALT des Glaubens lebensnotwendige Schritte im mediokren Gelaber der Gremien versiegen …
Gut nachvollziehen kann man diese kirchenpolitische Mechanik am Beispiel der Abtreibungsscheine oder am Beispiel des Ökumenismus:
So mußte Erzbischof Dyba gegen die gesamte DBK Stellung beziehen und einen ungeheuren Druck aushalten, weil er den richtigen katholischen und schließlich auch vom Papst durchgesetzten Weg gehen wollte. Nur einem Mann von solchem Charakter konnte dies gelingen. Und nicht erst Rom gab ihm ja recht: zu seinen „lizenzfreien“ Vergabestellen kamen sogar mehr Frauen als vorher – sie wußten eben, daß dort katholisch = eindeutig werteorientiert beraten wird. Das durfte aber nicht bekannt werden !
Auch bei der Ökumene trieb der Rahnerist Lehmann die Mehrheit der konfliktscheuen Bischöfe in einen Exzeß, der erst aus Rom gezügelt werden konnte.
Die Tatktik Lehmanns ist einfach:
Es wird ein unangreifbares Etwas (zB Hilfe für die Frauen, Ökumene) in den Raum gestellt, durch sorgfältig ausgewählte Wasserträger im Gremium an vorderer Stelle der Rednerliste einseitig ausgelegt und dann die falsche (rahneristische) Position mehrheitlich durchgeboxt, bevor sich rechtgläubige Bischöfe dagegen formieren können. Wer sich dann noch räuspert, sorgt für „Geschrei“ !
Freitag, 28. April 2006 13:09
Dr. Otterbeck: Lateinern
empfiehlt sich hierzu die Lektüre des lat. Originals des Ap. Briefs „Cum te die“ vom 11.10.1976 (unter
www.vatican.va/Heiliger Vater/Paul VI/Briefe/1976. Um der Präzision willen hat Paul VI. das Französisch,
das noch den vorletzten Brief auszeichnete, verlassen und den definitiven Bescheid an Lefebvre auf Latein
verfasst:
„Quapropter, Venerabilis Frater, conscii omnino officii Nostri, tibi dicamus oportet in errore Versari.“
Roma locuta, causa finita?
„Quapropter, Venerabilis Frater, conscii omnino officii Nostri, tibi dicamus oportet in errore Versari.“
Roma locuta, causa finita?
Freitag, 28. April 2006 12:18
Sirilo: @Dr. Regazzoni: Latein
Der Grundsatz lautet: „Lex nova abrogat legem veterem“ (nicht „veterAm“; „vetus“ ist ein einendiges Adjektiv!).
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