„Man muß uns in Ketten abführen“
Ein Karmelitinnenkloster im Bistum Aachen kämpft seit Jahren gegen die von oben verordnete Auflösung. Die Schwestern werden das Feld offenbar nicht freiwillig räumen.

Im Karmel leben gegenwärtig vier Schwestern: die Subpriorin Schwester Maria Regina (54), die aus dem polnischen Kattowitz stammende Schwester Katharina (40), Schwester Helene (84) und eine polnische Novizin (23).
Die Ordensoberen halten den Karmel für zu klein, um lebensfähig zu sein. Sie erklärte das Kloster deshalb Anfang Januar diesen Jahres per Dekret für aufgelöst.
Die Subpriorin bezeichnete die Entscheidung Mitte April vor dem ‘Kölner Stadtanzeiger’ als „endgültigen Hammerschlag“. Die Karmelitinnen appellierten gegen die Auflösung beim obersten kirchlichen Gerichtshof in Rom.
Schwester Maria Regina betonte vor dem ‘Stadtanzeiger’, daß jeder Karmel autonom sei: „Nur das Hauskapitel – also wir – könnte die Auflösung beschließen.“
Es sei eine böswillige Unterstellung, daß Zweifall nicht lebensfähig sei. Schwester Maria Regina vermutet sogar ein Komplott zwischen Aachen und Rom:
„Wir sind zu viert und nicht nur zu zweit, aber man versucht, uns auf zwei zu reduzieren, weil dann der eingetragene Verein aufgelöst werden könnte.“
Die klausurierten Nonnen fühlen sich von der Bistums- und der Ordensleitung „ausgetrickst“.
Deshalb haben sie einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Der teilte dem Aachener Generalvikariat mit, daß der Konvent Eigentümer der Gebäude und Liegenschaften sei.
Der Aachener Bistumssprecher bestritt gegenüber dem ‘Kölner Stadt-Anzeiger’ jegliche finanzielle Hintergedanken seiner durch Sparzwänge gebeutelten Diözese: „Wir würden von einem Verkauf des ehemaligen Klosters nicht profitieren.“
Die Schwestern bedauern, wie leichtfertig die „Konkursverwalter“ in Aachen von „ehemalig“ reden.
Der juridisch verantwortliche Bischof von Aachen, Mons. Heinrich Mussinghoff, der auch für die Auflösung der Klostergemeinschaft eintritt, will das Kloster angeblich als geistliches Zentrum erhalten.
Das wollen die Nonnen nicht glauben. Allein das 1,5 Hektar große Grundstück dürfte einen zweistelligen Millionenbetrag wert sein.
Das Kloster hat keine wirtschaftlichen Probleme. Im Gegenteil: „Wir haben eine ausgeglichene Haushaltsbilanz und schreiben sogar schwarze Zahlen“ – erklärte Schwester Maria Regina.
Die Karmelitinnen leben von einer Hostienbäckerei. Mit Hilfe eines umgerüsteten Waffelautomaten werden an den wöchentlichen Backtagen bis zu 80.000 Hostien produziert – mehr als eine Million pro Jahr.
Um den hapernden Nachwuchs auszugleichen, wollte eine Schwester aus dem Vietnam nach Zweifall kommen: „Doch der Transfer wurde von Aachen unterbunden“ – bedauerte Subpriorin Schwester Maria Regina.
Gegenwärtig hoffen die Nonnen auf Unterstützung aus Nigeria.
Man wolle das Kloster unter keinen Umständen aufgeben: „Ich habe bei meinem Eintritt 1978 Stabilität des Ortes gelobt, und das Versprechen bezieht sich konkret auf diese Gemeinschaft“ – so Schwester Maria Regina.
„Wer uns hier raushaben will, muß uns schon in Ketten abführen.“
© Bild: Kölner Stadtanzeiger
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Freitag, 18. August 2006 13:08
Gotthard: verstorben
Nach dem Tod von Sw Helene sind jetzt noch eine angestammte Schwester und eine ausgeliehene Schwester
aus Polen im Kloster …
Hoffentlich kehrt jetzt die Vernunft ins Kloster zurück.
Hoffentlich kehrt jetzt die Vernunft ins Kloster zurück.
Donnerstag, 4. Mai 2006 00:07
Sulpicius: Zweifall: Hausverbot für Dompropst
Stolberg-Zweifall. Der Streit um das Kloster in Zweifall geht in die nächste Runde und droht sich deutlich
zu verschärfen. Die Karmelitinnen haben Herbert Hammans als Beauftragtem des Bistums ein unbefristetes
Hausverbot erteilt und damit die Gespräche über die Zukunft der offiziell aufgelösten Glaubensgemeinschaft
abgebrochen.
«Diese Maßnahme dient sowohl dem Personen- als auch dem Objektschutz», erklärte Schwester Maria Regina gegenüber unserer Zeitung.
(AZ, 02.05.2006 | 18:00 Uhr)
«Diese Maßnahme dient sowohl dem Personen- als auch dem Objektschutz», erklärte Schwester Maria Regina gegenüber unserer Zeitung.
(AZ, 02.05.2006 | 18:00 Uhr)
Dienstag, 2. Mai 2006 09:11
Isidor: Ora und Certa ist angesagt und angebracht !
Bereits im Jahre 2000 wurde in Viersen ein gutes r-k Exercitienhaus seitens des Bistums geschlossen und
verkauft. Ein Interessent der dieses wunderbare Haus incl. des großen attraktiven Klostergartens im römisch-katholischen
Geiste weiterführen wollte und sogar 100000,-DM mehr geboten hat, wurde abgeschmettert. Verkauft wurde
an ein Recycling-Unternehmen. Gott LOB wehren sich die Schwestern und der Freundeskreis in Aachen.
Das sind die großen Verdienste unserer in den höchsten Positionen sitzenden Kirchenfunktionäre. Der Glaube in den Chefetagen scheint verdunstet zu sein, wen wundert es das immer mehr Gemeinden in den seelischen Ruin abstürzen.
Die Frage: Was passiert mit solchen Hirten nachdem sie hier auf dieser Welt die Augen für immer schliessen…?
Das sind die großen Verdienste unserer in den höchsten Positionen sitzenden Kirchenfunktionäre. Der Glaube in den Chefetagen scheint verdunstet zu sein, wen wundert es das immer mehr Gemeinden in den seelischen Ruin abstürzen.
Die Frage: Was passiert mit solchen Hirten nachdem sie hier auf dieser Welt die Augen für immer schliessen…?
Samstag, 29. April 2006 17:10
Gotthard: @athanasius
Wem soll ich mehr glauben, der Aachener Zeitung oder Dir?
Ein Vergleich der drei Berichte über die Querelen um dieses Kloster, die hier bereits erschienen sind, wäre bezüglich der „Belegschaft“ auch sehr interessant … die Fluktuation scheint sehr hoch zu sein, bis auf die 84jährige Priorin. Diese scheint jetzt eine Subpriorin zu haben…
Ein Vergleich der drei Berichte über die Querelen um dieses Kloster, die hier bereits erschienen sind, wäre bezüglich der „Belegschaft“ auch sehr interessant … die Fluktuation scheint sehr hoch zu sein, bis auf die 84jährige Priorin. Diese scheint jetzt eine Subpriorin zu haben…
Samstag, 29. April 2006 17:02
Athanasius: @Gotthard
Welch eine Freude, dass Sie endlich Vatikanischen Vorschriften mal gehorchen. Allerdings nur, wenn diese
rein disziplinär und schädlich sind.
Die Behauptung von „zwei Schwestern“ ist eine grotesque Lüge (es sind vier Schwestern), die aber gerne von Ihnen und anderen Modernisten übernommen wird, um ein weiteres Haus des Gebetes in den Abgrund zu stürzen und finanziell auszukleiden.
Wirklich, die liberalen Katholiken und die Modernisten vollbringen, was den Französischen Revolutionären von 1793 und 1789 nicht gelang.
Die Behauptung von „zwei Schwestern“ ist eine grotesque Lüge (es sind vier Schwestern), die aber gerne von Ihnen und anderen Modernisten übernommen wird, um ein weiteres Haus des Gebetes in den Abgrund zu stürzen und finanziell auszukleiden.
Wirklich, die liberalen Katholiken und die Modernisten vollbringen, was den Französischen Revolutionären von 1793 und 1789 nicht gelang.
Freitag, 28. April 2006 14:38
Gotthard: aus der Aachener Zeitung vom 10.01.2006
Die für das Kloster zuständige päpstliche Ordenskongregation hat am Dienstag die Auflösung der seit
1955 bestehenden Gemeinschaft angeordnet und den Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff mit der Abwicklung
beauftragt.
Die Anordnung ist die Konsequenz aus einer Visitation, die der österreichische Pater Paul Weingartner und Schwester Hildegard aus Auderath am 19. Oktober des vergangenen Jahres vorgenommen hatten.
«Das Kloster ist mit zwei Schwestern einfach nicht mehr tragbar», erklärte Bistumssprecher Franz Kretschmann auf Anfrage unserer Zeitung. Das freilich sehen die betroffenen Schwestern und der Freundeskreis des Karmels gänzlich anders.
Quelle
Die Anordnung ist die Konsequenz aus einer Visitation, die der österreichische Pater Paul Weingartner und Schwester Hildegard aus Auderath am 19. Oktober des vergangenen Jahres vorgenommen hatten.
«Das Kloster ist mit zwei Schwestern einfach nicht mehr tragbar», erklärte Bistumssprecher Franz Kretschmann auf Anfrage unserer Zeitung. Das freilich sehen die betroffenen Schwestern und der Freundeskreis des Karmels gänzlich anders.
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