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Mittwoch, 26. April 2006 09:35
„Täglich trainiere ich Gesprächsführung und Controlling“
Frau von der Leyen, warum wollen Sie mir ein Berufsverbot erteilen? Offener Brief zur beabsichtigten Abschaffung der Einverdienerehe an Familienministerin Ursula von der Leyen. Von Kinderärztin Maria Steuer.
Sehr geehrte Frau Ministerin von der Leyen, sehr geehrte Frau Kollegin,

mit Entsetzen habe ich erfahren, daß Sie mir Berufsverbot erteilen wollen, obwohl ich mir nichts habe zuschulden kommen lassen!

Ich erledige meine Aufgaben mit großem Engagement, mache wenn nötig Überstunden, habe kaum Fehlzeiten und sorge immer für eine adäquate Vertretung.

Hauptberuflich bin ich Mutter von 3 Schulkindern und Hausfrau. Im Erwerbsleben bin ich Kinderärztin, Schulärztin und Familientherapeutin.

Ich habe mich, wie viele Frauen in Deutschland, freiwillig und aus innerer Überzeugung für die Ausübung meines Lieblingsberufes entschieden, nämlich Mutter zu sein, und empfinde das als meine eigentliche Berufung und Aufgabe.

Erziehung ist oft spontan – Kinder fragen und dann gibt man eine Antwort, was die Präsenz voraussetzt.

Mutter zu sein bedeutet für mich also im wesentlichen, für meine Kinder da zu sein und viel Zeit mit ihnen zu verbringen, um sie auf dem Weg zu einem verantwortungsbewußten Menschen begleiten zu können.

Und nun planen Sie als Familienministerin den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Kinder jeden Alters, einschließlich der verpflichtenden Ganztagsschulen.

Sie nehmen mir damit mein wichtigstes Betätigungsfeld und den Kindern eine individuelle Erziehung!

Ich möchte eine tragfähige Beziehung zu den Kindern, um sie über die Pubertät hinaus wegweisend begleiten zu können! Der Lebensraum für meine Kinder ist die Familie mit ihrem sozialen Umfeld – hier lernen die Kinder Werte und Traditionen und erhalten emotionale Stabilität.

Für ein solches Lernziel ist es nötig, viel Zeit zu investieren – und zwar mit allen „Angestellten“ des mittelständischen Unternehmens Familie.

Bisher habe ich meinen Job gut gemacht: Ich habe für die Kinder gesorgt, als sie klein waren; ich habe Nächte durchwacht, als sie krank waren; ich habe hinter ihnen gestanden, wenn es Schulprobleme gab oder Phasen mit wenig Motivation zu überstehen waren, wenn es Liebeskummer gab; ich habe ihre Fähigkeiten gefördert; habe diskutiert, wenn es um Mobbing, Gewalt oder Drogenkontakt ging.

Ich habe auch an meiner Persönlichkeit gearbeitet, habe mich fortgebildet, Kurse in Babymassage besucht, Erziehungsbücher und Was-ist-was-Bücher gelesen, wurde Fachfrau für gesunde Ernährung, bringe die Talente der Kinder zur Entfaltung, habe gelernt, drei Dinge gleichzeitig zu tun, täglich trainiere ich Gesprächsführung und Controlling, habe gelernt, positiv zu denken, …und es macht mir Spaß, und ich möchte nicht eine Minute missen!

In meinem Beruf betreibe ich aktive Prävention – Prävention gegen Gewalt und Drogen, Prävention gegen Sucht und Depression, Prävention gegen Bindungsunfähigkeit und Kinderlosigkeit!

Kann die Gesellschaft es sich leisten, auf solch eine Arbeit zu verzichten, wie sie nur Mütter und Hausfrauen beziehungsweise Familienmanagerinnen vollbringen?

Glauben Sie wirklich, daß Erzieherinnen oder Pädagogen meinen Job besser machen? Ich akzeptiere durchaus Mütter, die so wie Sie andere Lieblingsberufe haben.

Warum wird dann nicht umgekehrt akzeptiert, daß ich gerne Mutter und Hausfrau bin?

Warum soll ich nicht mehr frei über meinen Lebensplan entscheiden dürfen?

Und als Großmutter soll ich dann in eines der von Ihnen gegründeten Mehrgenerationenhäuser ziehen, die ja sowieso von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr leerstehen, da Eltern am Arbeitsplatz und Kinder in der Ganztagsbetreuung, beziehungsweise Ganztagsschule sind?

Mir scheint es fast so, als ob Sie Ihren Lebensplan als den allein glücklich machenden betrachten und nun über die Geldverteilung den Rest der Mütter zwingen wollen, eben diesen – Ihren Plan – auch zu leben.

Von Wahlfreiheit kann so nicht die Rede sein, denn Einverdienerfamilien können sich Familienerziehung kaum noch leisten.

Ich würde mich freuen, Ihre Beweggründe kennenzulernen, die Sie dazu veranlassen, so weit über mein Leben bestimmen zu wollen.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen

M. Steuer


P.S.: Sollten Sie Interesse an Fachliteratur haben, die Ihnen wissenschaftlich belegt, daß meine Erziehungsarbeit durch nichts zu ersetzen ist, gebe ich Ihnen gerne Quellen an! Oder schauen Sie sich die Homepage www.familien-ev.org an – dort sehen Sie, daß ich mit meiner Meinung kein Einzelfall bin.
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1…33 von 40 Lesermeinungen:
Freitag, 29. September 2006 13:39
zweifel: ein Tabu wird gebrochen!
Ich möchte mich herzlich für diesen offenen Brief bedanken. Endlich wird ein Tabu gebrochen! Nachdem die Rollen der Mutter solange von allen möglichen Leuten als schlecht diffamiert worden ist.
Ich persönlich(Mann) zweifle stark an dem Gesetz der Familienministerin und finde, dass vor allem Mütter und Hausfrauen dadurch schlechter gestellt werden. Die Erziehungsleistung dieser Frauen wird noch schlechter dargestellt als es ohnehin schon in unserer Gesellschaft ist. Die Frage ist doch:
Was ist wertvolle für unsere Gesellschaft, die Erziehung von Kindern zu starken Persönlichkeiten oder die materielle Selbstverwirklichung der Frauen?
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht dafür alle Frauen in die Rolle der Mutter und Hausfrau zu drängen. Oder die Väter komplett aus der Verantwortung zu entlassen. wer sich dazu berufen fühlt Karriere zu machen, sollte das ruhig tun. Nur sollte man Frauen nicht dazu staatlich zwingen Karrierefrauen zu werden und ihnen einreden, dass das doch viel wertvoller und besser für sie sei.
Ich finde unsere Gesellschaft sollte endlich die Leistung von Müttern anerkennen, sowohl in materieller Hinsicht als auch im gesellschaftlichen Ansehen!
Freitag, 28. April 2006 18:38
sofiairene: Die Kirche im Dorf lassen
Liebe Frau Steuer, nur weil Frau van der Leyen die Ganztagesschule einführen will, heißt dies doch nicht, daß Sie als Mutter Berufsverbot erhalten sollen (einmal abgesehen davon, daß Ihre Kinder vermutlich erwachsen sein werden, bis dieses vorhaben umgesetzt ist)! ich finde es ganz toll, dass Sie zu Gunsten Ihrer Familie auf den Arztberuf verzichtet haben. Andererseits weiß ich auch von Müttern in anderen europäischen Ländern mit Ganztagesschulen,(GB, USA) die ganz oder zeitweise auf ihren Beruf verzichtet haben und sich nicht überflüssig vorkamen, nur weil ihre Kinder statt um 13.30 um 16. Uhr nach Hause kamen. Ich wünsche Ihnen weiterhin ein schönes und harmonisches Familienleben. Viele Grüße
Donnerstag, 27. April 2006 23:27
Der ganze Plan ist schon deswegen eine Unverschämtheit, weil er Elternpaare grundgesetzwidrig bevormundet, wie sie die Zeit des Bezugs von Elterngeld regeln. Traut Frau vdL den Eltern so wenig Enscheidungskompetenz zu? Normalerweise nimmt der Geringerverdienende das Elerngeld. Frau vdL verlangt aber vom Vater wenigstens 20 % der Erziehungszeit.

Ist der Vater der Geringerverdienende, ist das kein Problem. In diesem Fall verlangt Frau vdL aber von der Mutter diese 20 % nicht, soweit bekannt. Hier liegt dann aber eine grundgesetzwidrige Ungleichbehandlung der Geschlechter vor!

Wer selber, wie Frau vdL, genug Geld für Kindermädchen hat, kann sich der erziehungsgeldbedingen Bevormundung entziehen. Das schafft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft!
Mittwoch, 26. April 2006 19:51
Josefus: Belohnung für nicht geleistete Hausarbeit
Zu behaupten, dass ich berufstätige Frauen verdamme, nur weil ich die ungerechte Behandlung der Hausfrauen anprangere, ist nicht fair, aber in der Argumentation typisch für Ihre Interessensgruppe.

Gut gefällt mir Ihre mir unterstellte Formulierung bzw. Interpretation meiner Aussage, dass sie 1800 Euro Lohn erhält „als Belohnung für nicht geleistete Hausarbeit“. Die Formulierung ist mir gar nicht eingefallen, bringt es aber gut auf den Punkt. Denn ich wüßte nicht was berufstätige Frauen in der nicht berufstätigen Elternzeit mehr verdienen sollten als Hausfrauen. Oder wieso bekommen vollberufstätige Frauen mehr Geld, die ihre Kinder in staatlich unterstützen Ganztagseinrichtungen betreuen lassen, als halbtagssberfustäige Frauen mit geringerem Lohn? Wieso wird die Ganztagsbetreuung der Hausfrau und Mutter nicht gleichermaßen staatlich gefördert? Eine ganz klare Bevorzugung der Karrierefrau gegenüber der Hausfrau und Mutter, die sich ganz ihren Kindern widmet oder sich vielleicht ein bißchen nebenbei verdient oder ehrenamtliche Dienste verrichtet. Auch Alleinerziehende mit geringem Einkommen sind benachteiligt.
Mittwoch, 26. April 2006 19:38
methusalix †: @parzifal
Parzifal: Eine Frau ohne Kopftuch gehört gesteinigt!
Mir tut es in der Seele weh wenn ich mir vorstelle wie viele zehntausend Euro der Steuerzahler aufwenden mußte damit diese Frau Abitur machen und Medizin studieren konnte.
Zehntausende Euro völlig umsonst. Es wäre doch viel klüger wenn man die Schulpflicht für Mädchen ganz abschaffen würde…


Hallo Parzifal! Sie sind ein Bösewicht und werden in der Hölle schmoren! Wenn es nach den Erzreaktionären in diesem Forum geht, werde ich Sie dort erwarten; willkommen im Club. (psssst, die anderen wissen nur noch nicht, dass sie alle uns Gesellschaft leisten werden.)
Mittwoch, 26. April 2006 17:43
Navon: @ Josefus
Dass die Frau in Deinem Beispiel die besagten 1800€ nicht als Belohnung für nicht geleistete Hausarbeit enthält, sondern als erarbeiteten Lohn für die geleistete Arbeit (neben Hausarbeit und Kindererziehung), scheint in Deinem Kopf noch nicht angekommen zu sein.
Natürlich sollte man kindererziehende Hausfrauen besser unterstützen, aber deswegen berufstätige Frauen zu verdammen ist der falsche Weg. Zumal es genügend Familien gibt, die vom Gehalt eines arbeitenden Elternteils eben nicht leben können.

N.
Mittwoch, 26. April 2006 16:51
Josefus: Ungerecht! Diskriminierung der Hausfrau!
Es ist einfach eine Unverschämtheit, dass eine Frau, die sich ganztags um ihre Kinder kümmert und deswegen keinen Beruf ausübt und auf Einkommen verzichtet, kein oder kaum ein Elterngeld bekommt, während die Doppelverdienende, die sich viel weniger um ihr Kind kümmert, auch noch in der Elternzeit mit bis zu 1800 Euro monatlich dafür belohnt wird. Dies unter anderem wird finanziert von den Steuern des alleinverdienenden Vaters, dessen Frau sich ganztags – meist um mehrer Kinder- kümmert.

Es ist auch Faktum, dass Kinder, deren Mütter sich zeitlich intensiver um ihre Kinder kümmern, nicht immer, aber meistens viel ausgeglichener und viel seltener verhaltensauffällig sind als die Kinder von Doppelverdienern. Da ich seit Jahren im pädagogischen Bereich arbeite, ist dies wirklich mehr als augenfällig. Kinder von Doppelverdienern verursachen auch im pädagogischen Bereich durchschnittlich (nicht in jedem Einzelfall) viel mehr Nerven als auch direkte und indirekte Kosten, für die in aller Regel der Staat aufkommen muss. Dies alles ist eine Diskriminierung der Hausfrau und ihrer Familien. Es ist eine Sache, Frauen z.B. durch Teilzeitarbeitsmodelle Beruf und Familie zu ermöglichen, eine andere die Nur-Hausfrau gegenüber der Karrierefrau stark zu benachteiligen.
Mittwoch, 26. April 2006 16:30
Benedikt: @ Ansgar
Aha. Na tatsächlich, es gibt auch so Sinn. Allerdings ist nun wiederum fraglich, warum Hr. Parzifal einer Mutter derartigen Unsinn unterstellt, bloß weil sie ihre Kinder selber erziehen will. Sehr bezeichnend. Freiheit ja, aber wehe es weicht einer vom vorgezeichneten Weg der Freiheit ab, dzdzdz.
Mittwoch, 26. April 2006 16:23
Ansgar: @ Benedikt
Parzifal meinte die Briefschreiberin Frau Steuer, hat das nur ungeschickt ausgedrückt. Dennoch bleiben seine Einlassungen überflüssig.
Mittwoch, 26. April 2006 16:21
Jean: @beobachterin
Das habe ich nicht bestritten. Unbeschadet dessen gilt eben auch Abs. 1.
Sie sollten aber sehen, dass der von Ihnen zitierte Satz von einem Mutterrecht handelt. Im Gesamtkontext von Art. 6 GG zielt dieses Mutterrecht auf das Kindeswohl ab, nicht auf irgendwelche Selbstbestimmungsrechte von Frauen, ob diese nun Mütter sind oder nicht.

Der Unterschied ist eklatant und zieht ganz unterschiedliche finanzielle Folgen für die Solidargemeinschaft nach sich.
Mittwoch, 26. April 2006 16:15
Benedikt: @ Parzifal
Mir tut es in der Seele weh wenn ich mir vorstelle wie viele zehntausend Euro der Steuerzahler aufwenden mußte damit diese Frau Abitur machen

Wenn die mit „diese Frau“ Frau v.d. Leyen meinen, dann haben Sie hier einen großen Bock geschossen. Kaufen Sie sich eine überregionale Wochenzeitung oder ein politisches Magazin und lesen sie die entsprechenden Vorschläge von Fr. v.d. Leyen, dann werden Sie feststellen, dass sie genau für das Gegenteil dessen eintritt, was Sie ihr soeben vorgeworfen haben. Interessant, so eine Philippika ohne jegliches Hintergrundwissen.
Mittwoch, 26. April 2006 15:43
Beobachterin: @ Jean
In unserem Grundgesetz steht:

Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

So und nicht anders steht es da.
Und das ist auch gut so.
Mittwoch, 26. April 2006 13:59
FioreGraz: @Ansgar
„Warum maßt sich der Staat die höhere Kompetenz als die Familien in punkto Kindererziehung an?“

Das ist ja der Trugschluß von ihnen und der Schreiberin des offenen Briefes. Es geht darum das der Staat bzw. die Schule das Angebot haben muß. Nicht um die Annahme durch die Eltern, die ist und bleibt freigestellt. Es geht darum das beim Bedarfsfall der Staat einen Teil übernimmt.

Also

a) entweder ist die akademisch gebildete Damen nicht in der Lage diesen kleinen aber gewaltigen Unterschied zu erkennen oder

b) es soll wiedermal extra ideologisch falsch verstanden werden oder

c) es ist der preusische vorauseilende Gehorsam „die Schule muß anbieten, also muß man auch annehmen“

LG
Fiore
Mittwoch, 26. April 2006 13:55
Wer kontrolliert die Maximen, nach denen der Staat die Kinder erzieht? Wie groß ist die Verlockung, zukünftige abhängige Wähler zu kreieren, statt selbständig-verantwortungsbewußte Menschen zu erziehen? Warum maßt sich der Staat die höhere Kompetenz als die Familien in punkto Kindererziehung an?

Wenn Sie dem Staat nicht trauen, steht es Ihnen offen, Ihre Kinder in einen katholischen Kindergarten zu schicken oder einfach daheim zu bleiben und Ihre Werte zu vermitteln.

Zufälligerweise, studiere ich Erziehungswissenschaft. Ich weiss ja nicht, wie Sie sich das zusammen reimen, aber an der Uni rottet man sich nicht zusammen um gegen die Kirche vorzugehen und ein Wählervolk zu züchten (für wen eigentlich? schwarz, rot, grün, gelb, dunkelrot?--- zum Glück, haben wir die Wahl).
Und die Kompetenz erlangt man durch eine Ausbildung oder durch ein Studium. Woher haben denn die Eltern ihre Kompetenzen? Die erlangt man schließlich auch nicht automatisch mit der Geburt des Kindes. Erzieher ersetzen nicht Vater und Mutter, aber sie unterstützen die Entwicklung des Kindes.
Mittwoch, 26. April 2006 13:47
Krzyszek: Erziehungskompetenz
„Warum maßt sich der Staat die höhere Kompetenz als die Familien in punkto Kindererziehung an?“

Tut er das denn? In Frau von der Leyens Konzept für eine moderne Familienpolitik kann ich das nicht erkennen.
Mittwoch, 26. April 2006 13:41
Ansgar: @ Parzifal
Ein echtes Kunststück, so viel Inhaltsloses Zeug in so viele Zeilen zu verpacken. So kommen Sie nie „durch das Tal“, Parzifal!
Damit beide Eltern arbeiten können, muß der Staat die Kindererziehung weitgehend übernehmen. So weit vdL. Die Gefahr dabei: Wer kontrolliert die Maximen, nach denen der Staat die Kinder erzieht? Wie groß ist die Verlockung, zukünftige abhängige Wähler zu kreieren, statt selbständig-verantwortungsbewußte Menschen zu erziehen? Warum maßt sich der Staat die höhere Kompetenz als die Familien in punkto Kindererziehung an?
Mittwoch, 26. April 2006 13:30
Parzifal: Eine Frau ohne Kopftuch gehört gesteinigt!
Mir tut es in der Seele weh wenn ich mir vorstelle wie viele zehntausend Euro der Steuerzahler aufwenden mußte damit diese Frau Abitur machen und Medizin studieren konnte.
Zehntausende Euro völlig umsonst. Es wäre doch viel klüger wenn man die Schulpflicht für Mädchen ganz abschaffen würde oder auf ein Minimum von sagen wir vier Jahren beschränken würde. Da könnte man ihnen lesen und schreiben und außerdem ein gehöriges Maß an Demut, Unterwürfigkeit und Respekt vor dem Herrn der Welt: dem Mann beibringen. Man könnte die Schulpflicht auch ganz abschaffen. Schließlich ist es eine Schande wie die Freimaurer und die Schwuchteln sich in die Privatangelegenheiten der Familien mischen und den unschuldigen Kleinen Ketzereien beibringen wie bspw. die Erde sei eine Kugel und drehe sich um die Sonne und ähnliche Unverschämtheiten mehr. Wenn interessiert es dass Deutschland seinen Vorsprung vor Ländern wie China oder Indien einzig seinen höheren Fähigkeiten in Bereichen Wissenschaft und Forschung zu verdanken hat und dass man es sich vielleicht nicht leisten kann auf eine geniale Frau zu verzichten nur weil die Herren Kleriker vielleicht mal wieder der Meinung sind eine Frau gehöre an den Herd. Wer interessiert sich für solche Kleinigkeiten, Hauptsache wir kommen alle in den Himmel. An vorderster Front natürlich der Herr Oberheide! Gelobt sei Odin! Amen!
Mittwoch, 26. April 2006 13:30
Jean: @ Beobachterin
Jede Mutter, auch die unverheiratete, hat Schutz und Anspruch auf die Fürsorge der Gesellschaft.

Zunächst einmal hat die Ehe Anspruch auf Schutz (Art. 6 Abs. 1 GG), da sie als der privilegierte Rahmen angesehen wird für die schutzbedürftige Familie.
Davon abgeleitet läßt sich auch ein Anspruch der Frau ableiten, die alleinerziehend das Sorgerecht ausübt.

Ich lege auf diese Gewichtung deshalb Wert, weil der Fürsorge- und Schutzanspruch nur der erziehenden Mutter als Erziehungsberechtigten und damit auch dem Vater gelten kann, sich aber nicht auf die Frau als solche bezieht.

Unter den genannten Anspruch fallen sicher nicht persönliche Verwirklichungswünsche, die eine Frau nun mal auch hat, sondern die genuinen Aspekte von Mutter-/Vaterschaft.
Darum muss bei Leistungen der Solidargemeinschaft schon ein Unterschied gemacht werden zwischen dem Arbeitenwollen beider Eltern und dem ökonomisch bedingten Arbeitenmüssen.
Mittwoch, 26. April 2006 13:29
Krzyszek: Das Katholische an dieser Nachricht
ist bestimmt die Tatsache, dass das Frauenbild unserer Ministerin nicht mehr dem so genannten „traditionellen“ Frauenbild von den drei Ks entspricht, sondern dass Frau von der Leyen versucht, es Frauen und Männern zu erleichtern, Kindern zu haben und ihre Fähigkeiten im Beruf zu entfalten. Sie weiß eben, dass junge Frauen Kinder haben und ihren Beruf weiter ausüben wollen. Sie weiß auch, dass junge Väter heute erziehende Väter sein wollen und nicht mehr nur Ernährer.
Mittwoch, 26. April 2006 13:21
Satansbraten: Berufsverbot als „Familienmanagerin“?
Absoluter Schwachsinn. Niemand wird gezwungen, sein Kind in einen Kindergarten zu schicken. Wer zu Hause bleiben möchte, soll das tun. Ich bin froh, über diesen Vorstoß von unserer Familienministerin. Ich selbst bin auch eine Frau und froh darüber, dass zumindest hier in Ostdtl. ein Großteil des Bedarfs an Kindergärtenplätzen gedeckt sind. Hier geht’s nicht darum die Kinder abzuschieben, ein Aufenthalt im Kindergarten schadet nicht, er ist im Gegenteil förderlich für die Entwicklung.
Und mir ist schleierhaft, was diese Nachricht zu einer katholische macht…
Mittwoch, 26. April 2006 13:05
Krzyszek: Realitäten
„Der Brief der Kinderärztin zeigt sehr gut die Realität auf.“

Der Brief zeigt eine Realität auf.
Mittwoch, 26. April 2006 12:58
Beobachterin: Alleiniges Leitbild nicht die berufstätige Mutter!
Der Staat hat sich in die private Lebensgestaltung nicht einzumischen und auch nicht in die Art, wie eine Familie ihre Angelegenheiten regelt.

Genauer: Der Staat kann Kinderbetreuungsmöglichkeiten unterstützen, wenn eine Mutter berufstätig sein will. Er hat aber auch gleichzeitig den Beruf der (verheirateten) „Mutter“ aufzuwerten, denn eigentlich gibt es diesen Beruf theoretisch gar nicht mehr nach sieben Jahren Rotgrün (praktisch sehr wohl). In vielen statistischen Fragebögen z.B. ist diese Auswahloption gar nicht mehr gegeben.

Jede Mutter, auch die unverheiratete, hat Schutz und Anspruch auf die Fürsorge der Gesellschaft. Hier kann es aber nicht der Sinn sein, daß Mutter und Kind von Sozialhilfe leben.

Wir brauchen also eine neue Familienpolitik, das ist machbar. Ob Frau von der Leyen dabei überall das „richtige Händchen“ hat – das sei dahingestellt. Der Brief der Kinderärztin zeigt sehr gut die Realität auf.
Mittwoch, 26. April 2006 11:51
Benedikt78: @ Hrodgar
Also irgenwie finde ich Ihre Voten zu diesem Thema sehr, wenn nicht sogar äusserst gut! Kompliment!

Ich denke die äussere optimale Form der Familie liegt bei Heiden – wie Ihnen – und Katholiken nicht weit entfernt. Das Innere – der Glauben – ist der grosse Unterschied. Aber Ihre Voten gefallen mir wirklich sehr gut!

Vielleicht noch als persönlicher Kommentar. Es stimmt schon, dass es früher einfacher war sich zu orientieren (ich möchte es nicht simpel nennen). Aber das gab auch Halt! Wenn man die heutige Orientierungslosigkeit unserer Gesellschaft anschaut, kommen einem ja grosse Bedenken. Dies ist ein Ergebnis der Toleranz bis zur Selbstaufgabe. Alles wurde toleriert, nur nicht die Meinung, dass man nicht alles tolerieren darf! Daran kranken wir – die Gesellschaft nun!
Mittwoch, 26. April 2006 11:39
Ansgar: Ganztags/-Halbtagsschulen
Die Frage ist, was in diesen zeitintensiven Betreuungsangeboten geschieht! Im Gegensatz zu den Apologeten staatlicher Erziehung traue ich dem Braten nicht. Der heutige Pädagogenstand ist ethisch-religiös keineswegs so gefestigt, daß er einer durchschnittlichen Familie in Erziehungsfragen Konkurrenz machen kann. Woran glauben Pädagogen denn heute, was motiviert sie? Sehr viele lehnen Heimatliebe, christliche Werte, Verantwortungserziehung ab – also genau das, was ich und die meisten Eltern ihren Kindern beibringen wollen.
Mittwoch, 26. April 2006 11:17
Krzyszek: Ich verstehe die Aufregung über Frau von der Leyen hier nicht.
1. Es schreibt eine Kinderärztin/Schulärztin/Familientherapeutin, die im Hauptberuf Mutter von drei Kindern und Hausfrau ist, etwas von Berufsverbot, weil die Ausweitung des Angebots an Ganztagsschulen ihr angeblich ihre Aufgaben als Mutter wegnimmt.

Frage: Wann übt diese Frau denn ihren Beruf als Ärztin/Therapeutin aus? Zwischen 8 und 13 Uhr?

2. In vielen Familien ist die Berufstätigkeit beider Eltern heutzutage eine Notwendigkeit, weil ein Gehalt oft nicht ausreicht. Diese Familien nehmen sicher gerne das Angebot der Ganztagsschule an (die ja übrigens auch spätestens um 16 Uhr zu Ende sein dürfte). Dann bleibt noch ausreichend Zeit für das Familienleben. Es ist den Familien aber nach wie vor freigestellt, ob ein Elternteil zu Hause bleibt.

3. Warum sollen gut ausgebildete Frauen gezwungen werden, sich auf die Arbeit der Hausfrau und Mutter einzulassen? Ist dies nicht vielleicht ein Grund dafür, warum Frauen heute weniger Kinder bekommen? Lässt nicht die Vereinbarkeit von Beruf und Famile bei uns zu wünschen übrig? Warum wird nicht (auch) von den Vätern erwartet, dass sie sich der Frage „Beruf oder (und) Familie?“ stellen? Warum sollen Frauen ihre teure Ausbildung brach liegen lassen, „bis die Kinder aus dem Haus sind“?

4. Was soll der Satz „Einverdienerfamilien können sich Familienerziehung kaum noch leisten?“ Hier widerspricht sich die gute Frau Dr. Steuer doch! Will sie nun „Haufrau und Mutter“ sein oder will sie doch eine so genannte „berufstätige Mutter“ sein?
Mittwoch, 26. April 2006 11:06
Hrodgar: Idealfamilie
Um es einfach zu machen:
Unsere hochkomplexe arbeitsteilige Gesellschaft stellt an unsere Kinder sehr hohe Anforderungen.
Was früher nicht notwendig war, ist heute unerlässlich:
– Medienkompetenz
– Toleranz
– Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Meinungen und Fakten aus aller Herren Länder
– Streßfestigkeit
– Orientierung in einem „Internationalen Basar der Werte und Orientierungen“

Früher war die Welt doch simpler…nicht besser.
Gerade in einer so komplexen Welt braucht ein Kind, mehr als früher, die Einbindung in eine Familie, die als Rückzugsgebiet Sicherheit bietet.
Gerade heute braucht ein Kind den Partner zum ständigen Diskurs.
Gerade heute, wo ein Kind nicht mehr durch mitarbeit auf dem Felde in das Erwachsenenleben hineinwächst (was auch hart war) braucht ein Kind den erklärenden Erwachsenen an der Seite.
Elternpaare, die Einschränkungen auf sich nehmen, um dem Kind das zu bieten, sollte man nicht schädigen, sondern fachlich fördern, daß es nicht zur Überbetreuung kommt, die sicher auch Gefahr birgt.
Die Konstellation des „Mama/Papa Spieles“ wie Fiore es nennt, ist kein Tradikram sondern eine Notwendigkeit der Modernen.

PS: Mein letzter Beitrag hat einen schlimmen Schreibfehler:
Letzte Zeile:
es muß heißen: Es geht um echte Autorität, nicht ums Autoritär-sein.
Mittwoch, 26. April 2006 10:51
Ansgar: @ Benedikt
„In den meisten Familien“ würden Kinder per TV ruhiggestellt? Hier liegen Sie falsch, Benedikt. Es mag sein, daß das in den Unterschichten gang und gäbe ist, aber van der Leyen hat das Bürgertum im Visier, also jene, die den Staat noch bezahlen. Diese Bevölkerungsschicht kümmert sich sehr aufwendig um ihre Kinder, aufwendiger, als das in meiner Generation der Fall war. Hier droht eher die Überbehütung als Vernachlässigung – mit zu vielen Musikkursen, Sporttrainings, Tanz-, Pferde-, Sprachkursen etc. Van der Leyen schießt also vollkommen am Ziel vorbei.
Mittwoch, 26. April 2006 10:49
Jean: @benedikt
Weniger ein logischer Fehler meinerseits, als einfach die verkürzte Nennung eines faktischen Dilemmas, das u.a. nach politischer Auflösung verlangt.
Nur, dass mir die Lösung einer Ministerin v.d.Leyen gerade nicht als die richtige erscheint.
Mittwoch, 26. April 2006 10:48
FioreGraz: @Ansgar
Weil er, im Gegensatz von Fiore, als Familienvater weiß, wovon er spricht. Das sollte Ministerin van der Leyen eigentlich auch. Leider verfällt sie einem sozialistischen Fatalismus, der den Familien nichts mehr zutraut.

Sie verstehen mich nicht ganz, ich lehne es nicht ab das die Mutter / Vater zur Erziehung den Beruf „Elternteil“ ergreift im Gegenteil. Aber die Realität sieht anders aus und darauf hat die Familienministerin wie Benedikt meinte zu reagieren. Und wie schon erwähnt war die Sitution auch früher nicht wirklich anders, sondern diese Idealfamilienbild war ein „Zwischenspiel“ der Geschichte.
Worin ich aber mehr Gefahr sehe ist das durch die Kleinfamilie im Gegensatz zur Generationsfamilie das Wechselverhältnis Oma/Opa – Mama/Papa fehlt, seit diesem Kleinfamilienbild fehlt hier der Ausgleich .Mama/Papa müssen nun zusätzlich die Rolle von Oma/Opa übernehmen und daher Resultieren die meisten „erzieherischen“ Probleme. Im Endefeckt wurde erst ab da staatlicherseits ein regulierender Ausgleich mit Pädagogik nötig.

Lg
Fiore
Mittwoch, 26. April 2006 10:46
Hrodgar: @ Fiore
1)
Ich sagte nicht, daß die Nichtbeteiligung am Erwerb seit Jahrtausenden ein Wert sei, sondern die Ausbildung der Kinder zu Persönlichkeiten.
Aber wie Sie sagen: Die Arbeit ist von dem Wohnen getrennt. Daraus ziehen viele Eltern die Konsequenz, daß ein Elternteil hauptamtlich die Kinder betreut. Das ist der Nutzen der ind. Revolution und der gesteigerten Produktivität, der dem Nachteil der Trennung von Arbeit und Wohnen entgegensteht.

2)
Ganztagsbbetreuung ist eine gute Sache. Für die, die das WOLLEN! Der ZWANG zum Kinder-Weggeben ist keine gute Sache. Darum geht es. Und dieses Hineinregieren in die Familie wird nicht dadurch gut, daß damit die Ganztagsstellen ausgebaut werden.

3)
Die Gesellschaft sollte über jedes Paar froh sein, daß sich zum Alleinverdienertum entschließt, und so einem Paar aus Doppelarbeitslosen wenigstens den Schritt zum Alleinverdienertum ermöglicht.

4)
Es geht nicht um rationalistisches Gesäusel.
Auch nicht um tradi-ideologie.
Es geht einfach darum, die Freiheit einer Familie und der Lebensgestaltung zu schützen und die Allmachtsphantasien der Regierung zu bekämpfen.

5)
Die Immunität gegen Drogen/Gewalt liegt, statistisch gesehen, nun mal bei behüteten Kindern deutlich höher.
Ich rede nicht von dem „Overnursed Child“, sondern von einem Kind das in den Eltern echten Rückhalt findet.
Ich rede von Autorität nicht von autoritär-sein.
Mittwoch, 26. April 2006 10:45
Benedikt: @ Jean
Da ist aber ein logischer Fehler drin. Erst beklagen sie den Schritt zum Doppelverdienen, dann kommt der Satz:

Aber wo sind wir angelangt, wenn ein leidlich qualifizierter Familienvater nicht mehr in der Lage ist, seine Familie zu ernähren?

Mögliche Antwort: Bei der Notwendigkeit zum Doppeleinkommen.
Mittwoch, 26. April 2006 10:41
Jean: Thema v.d. Leyen
Nein, nein, die gute Frau v.d. Leyen ist durchaus keine „Wohltat“. Sie betreibt nur weit intelligenter als die Vorgängerregierung den Abriß der Einverdienerfamilie und verkauft die Doppelverdienerei auch noch als tolle Sache für die Familien. Doppelverdienen macht bei dem Einkommen der „v.d.Leyens“ sicher viel Spaß, man könnte auch im Notfall darauf verzichten. Aber wo sind wir angelangt, wenn ein leidlich qualifizierter Familienvater nicht mehr in der Lage ist, seine Familie zu ernähren? Und das bei so unsicheren und zu wenigen Arbeitsplätzen? Die Hauptverdienerlast liegt unverändert bei den Männern – weil viele Männer und die meisten Frauen das gar nicht anders wollen. Und vor dem Hintergrund sollen also noch mehr Frauen auf den Vollverdiener-Arbeitsmarkt gedrängt werden?

Das private Familienmodell einer v.d.Leyen ist nicht allgemeinheitsfähig, da die Ministerin noch nicht einmal die normalen Aufgaben einer normalen Mutter wahrnimmt.
Mittwoch, 26. April 2006 10:39
Benedikt: Problem
Das Problem ist einfach, dass es viel zu wenige Mütter (Bzw Väter) vom Schlage dieser Kinderärztin gibt. Die Kinder lungern auf den Straßen herum und werden mit dem Fernseher ruhiggestellt – das ist Realität in den meisten Haushalten. Auf so etwas muss die Politik reagieren. Die Beachtung von Einzelfällen ist dabei kaum möglich.

@ PetrusII
Wir holen halt Ausländer nach Deutschland. Wer zahlt das? Das aussterbende Volk!

Falsch, dass zahle alle, die hier sozialversicherungspflichtig arbeiten, also auch die Ausländer, die bereits hier sind.

Abschaffung der Ganztagesstätten inkl. Kindergarten,

Sagt Ihnen der Begriff „alleinerziehend“ etwas?

Bei Doppelverdienern wird beim zweiten Verdiener der Steuersatz auf ca. 80% erhöht.

Dafür brauchen Sie keine Petition. Das Gehalt von Doppelverdienern frisst der Staat schon jetzt zum Großteil auf. Deshalb macht das ja fast niemand. Über 50% der Mütter mit Kind unter 6 J. bleiben daheim. An diesem Sektor der Familienpolitik und – existenz hat sich seit den 50ern gar nicht geändert.
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