„Ich besitze keine eigene Meinung“
Kardinal Lozano gab kürzlich Details über ein medial groß angekündigtes vatikanisches Papier bekannt, das sich mit der Verwendung von Kondomen beim ehelichen Akt von HIV-infizierten Paaren befassen soll.

Der Kardinal äußerte sich vor der römischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’.
Kardinal Lozano hatte durch ein Interview in der römischen Tageszeitung ‘La Repubblica’ einen Medienskandal losgetreten, wonach der Vatikan seine Lehre bezüglich Gummi-Kondomen beim ehelichen Akt durchlöchern wolle.
Nun kündigte Kardinal Lozano an, daß die auf Wunsch des Papstes erstellte, „tiefgehende Studie“ als Hilfsmittel im internationalen Dialog eingesetzt werden sollte.
Der Kardinal unterstrich, daß das von ihm geleitete Dikasterium nicht über die Kompetenz verfüge, der Kirche ein Dokument vorzulegen. Diese stehe nur dem Heiligen Vater zu.
Die neue Studie werde in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem Bereich der Medizin, der Technologie und der Theologie durchgeführt: „Wir befinden uns in der ersten Phase.“
Die Frage ob später ein Dokument erscheine, ließ der Kurienkardinal offen: „Das kann, muß aber nicht sein.“ Die Veröffentlichung von Dokumenten gehöre nicht zu den eigentlichen Aufgaben seines Dikasteriums.
Kardinal Lozano äußerte sich auch über den Inhalt der tiefgehenden Studie.
Sie werde sich besonders mit dem Fall von sakramental geschlossenen Ehen befassen, in denen einer der Ehepartner an Aids leidet.
Die Debatte darüber, ob man in derartigen Fällen beim ehelichen Akt Kondome verwenden dürfe – um so zu versuchen, das Leben des gesunden Ehepartners zu schützen –, sei im September 2004 losgebrochen.
Damals habe man über die Errichtung der sogenannten ‘Good Samaritan Foundation’ nachgedacht. Es handelt sich um eine vatikanische Stiftung, die den bedürftigsten Kranken – vor allem Aidskranken – finanziell unter die Arme greift.
Die Diskussion sei erneut aufgenommen worden, als der letzte Papst im Sterben lag. Johannes Paul II. sei „die Problematik“ sehr bewußt gewesen, erklärte Kardinal Lozano: „Ich weiß das aus eigener Erfahrung, denn ich konnte diesbezüglich mit ihm reden.“
Benedikt XVI. habe ihn in einer Privataudienz aufgefordert, mit kompetenten Personen des Heiligen Stuhls über die Thematik zu sprechen: „Es geht darum, wissenschaftlich und moralisch zu ergründen, wie die Dinge stehen.“
Die neue Studie werde sich besonders auf zwei Fragen konzentrieren.
Erstens wie hoch die Garantie sei, daß das Kondom vor einer Aids-Infektion schütze. Und zweitens, ob deren Gebrauch in diesem Fall moralisch gerechtfertigt sei.
„Die Theologen werden ihre Meinungen abgeben, aber wir als Rat können dann nicht einfach sagen: »Wir schließen uns dieser Meinung an.«“ Mit diesen Meinungen fördere man vielmehr das Gespräch.
Abschließend erklärte Kardinal Lozano, daß es seine Aufgabe sei, ein Lautsprecher des Papstes zu sein. Als Haupt des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst besitze er keine eigene Meinung:
„Meine offizielle Meinung besteht darin, das getreu wiederzugeben, was der Papst sagt.“
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Dienstag, 2. Mai 2006 12:05
Laurentius2: @Guttenberger
Lieber Glaubensgenosse,
gerne lasse ich mich mit Ihnen in eine Diskussion über den Begriff des „Katholischen“ und „Konservativen“ ein:
Sie sagen,„konservativ sein, heißt, an der Spitze des Fortschritts marschieren“. Alles andere sei, sagen Sie sinngemäß „reaktionär“.
Was heißt denn für Sie Fortschritt ? Verstehen Sie diesen schillernden Begriff auch anthropozentrisch, so wie Teilhard, der im übrigen zum Historismus zu zählen ist ?
Fortschritt ist gemäß moderner Theologen wie Teilhard und Rahner eine Mogelpackung für die Einführung eines anthropozentrischen Weltbildes !
gerne lasse ich mich mit Ihnen in eine Diskussion über den Begriff des „Katholischen“ und „Konservativen“ ein:
Sie sagen,„konservativ sein, heißt, an der Spitze des Fortschritts marschieren“. Alles andere sei, sagen Sie sinngemäß „reaktionär“.
Was heißt denn für Sie Fortschritt ? Verstehen Sie diesen schillernden Begriff auch anthropozentrisch, so wie Teilhard, der im übrigen zum Historismus zu zählen ist ?
Fortschritt ist gemäß moderner Theologen wie Teilhard und Rahner eine Mogelpackung für die Einführung eines anthropozentrischen Weltbildes !
Sonntag, 30. April 2006 16:41
deusexmachina: @kovacs17
Ihnen sei das hervorragende Buch „The Blind Watchmaker“ anempfohlen. Der Autor – seines Zeichens Biologoe –
nimmt darin die angeblichen Argumente gegen die Evolutionstheorie auseinander und demaskiert sie als überwiegend
uninformiertes Spintisieren und Pappdrachentöten.
Diejenigen, mit denen ich bisher das Vergnügen hatte, die ET zu diskutieren, und die sie mit solchen „Argumenten“ angriffen, hatten sie ausnahmslos nicht verstanden.
Konkret das Missverständnis mit der angeblich zu geringen Wahrscheinlichkeit basiert gleich auf dreierlei Irrtümern:
a) Unfähigkeit der meisten Menschen, Wahrscheinlichkeiten jenseits der täglich erfahrbaren Größenordnungen evaluieren zu können
b) Annahme der Beschränktheit der Entwicklung des Lebens einzig auf diesen Planeten / dieses Universum
c) Annahme, dass Leben „nur so und nicht anders“ entstehen konnte.
Und noch ein philosophisches Problemchen, das zu erläutern der Platz hier nicht genügt.
Diejenigen, mit denen ich bisher das Vergnügen hatte, die ET zu diskutieren, und die sie mit solchen „Argumenten“ angriffen, hatten sie ausnahmslos nicht verstanden.
Konkret das Missverständnis mit der angeblich zu geringen Wahrscheinlichkeit basiert gleich auf dreierlei Irrtümern:
a) Unfähigkeit der meisten Menschen, Wahrscheinlichkeiten jenseits der täglich erfahrbaren Größenordnungen evaluieren zu können
b) Annahme der Beschränktheit der Entwicklung des Lebens einzig auf diesen Planeten / dieses Universum
c) Annahme, dass Leben „nur so und nicht anders“ entstehen konnte.
Und noch ein philosophisches Problemchen, das zu erläutern der Platz hier nicht genügt.
Sonntag, 30. April 2006 16:23
kovacs17: benedikt methusalix etc.
Darwin: In seinem Buch „Stolpersteine des Darwinismus – Ende eines Jahrhundertirrtums“ (Christiana-Verlag) hat Dr.rer.nat. Wolfgang Kuhn, ehemaliger Professor für Biologie und Didaktik der Biologie an der Uni Saarbrücken, die Utopie der Theorien des Darwinismus nachgewiesen. Einer unter vielen, von denen nur noch Dr.Erich Blechschmitt zitiert sein soll mit seiner Studie über die embryonale Entwicklung des Menschen, welche den Irrtum des Darwinismus eindeutig offenlegt.- Zitat aus „Hat die Bibel doch nicht recht?“ vom selben Autor (S. 90, Johannes, Leutesdorf): „Die Wahrscheinlichkeit zufälliger Lebensentstehung ist … sicher unter 10 hoch minus 1230; ein Glaube an spontane Biogenese ist also ein grotesker Wunderglaube“.
Samstag, 29. April 2006 00:52
deusexmachina: @Benedikt
Noch etwas: Theorien haben gegenüber Dogmen ein paar nette, kleine Unterschiede, derentwegen es reichlich
sinnfrei ist, so etwas abzusondern wie „Die Theorie XY ist Ihr Dogma“ – denn die Begriffe schließen sich
aus. Ein Dogma kann keine Theorie sein und umgekehrt.
Eine Theorie muss verif- bzw. falsifizierbar sein. Das heißt, um überhaupt als Theorie in Betracht zu kommen, müssen Mechsismen bekannt sein, anhand derer man sagen kann: „Stimmt mit der Beobachtung überein“ (oder eben nicht). Das geht bei all den lustigen Himmelreich-Spintisierereien a priori nicht, deswegen wird derlei wissenschaftlich auch gar nicht erst in Betracht gezogen.
Weiters erlaubt eine Theorie daraus abzuleitende Prognosen, die ihrerseits der Veri- bzw. Falsifikation dienen können. So konnte man anhand der Evolutionstheorie annehmen, dass man sog. „missing links“ finden würde – und siehe da, man hat, und zwar massenhaft (was natürlich die Dogmatiker nicht davon abhält, nach „DEM“ (illusionären) „missing link“ zu krakeelen und dessen Nichtauffinden als „Gegenbeweis“ zu werten.
Na, dann setzen Sie all das ‘mal für Ihre Dogmen um. Fangen wir doch wieder bei der beliebten Jungfrauengeburt an, ja?
Eine Theorie muss verif- bzw. falsifizierbar sein. Das heißt, um überhaupt als Theorie in Betracht zu kommen, müssen Mechsismen bekannt sein, anhand derer man sagen kann: „Stimmt mit der Beobachtung überein“ (oder eben nicht). Das geht bei all den lustigen Himmelreich-Spintisierereien a priori nicht, deswegen wird derlei wissenschaftlich auch gar nicht erst in Betracht gezogen.
Weiters erlaubt eine Theorie daraus abzuleitende Prognosen, die ihrerseits der Veri- bzw. Falsifikation dienen können. So konnte man anhand der Evolutionstheorie annehmen, dass man sog. „missing links“ finden würde – und siehe da, man hat, und zwar massenhaft (was natürlich die Dogmatiker nicht davon abhält, nach „DEM“ (illusionären) „missing link“ zu krakeelen und dessen Nichtauffinden als „Gegenbeweis“ zu werten.
Na, dann setzen Sie all das ‘mal für Ihre Dogmen um. Fangen wir doch wieder bei der beliebten Jungfrauengeburt an, ja?
Freitag, 28. April 2006 23:23
methusalix †: @benedikt et alii
benedikt:
Ich? Diese Formulierung ist Standard.
Ja, möglicherweise bei drittklassigen Theologen, die glauben, dass sie die Erkenntnisse der Naturwissenschaften je nach Beliebigkeit relativieren können. Sicher nicht bei den Menschen, die dabei sind auf diesem Gebiet zu forschen und lehren.
Zitat mehtusalix:…
Sehen Sie, die Theorie ist Ihr Dogma. Nein, Sie haben die Grundbegriffe der Naturwissenschaften nicht verstanden (genauso wie Schönborn und Co.). Ein Dogma ist unbeweisbar. Es muss geglaubt werden. Eine naturwissenschaftliche Hypothese ist eine Arbeitsunterlage, eine Annahme, mit der gearbeitet werden kann, um sie zu beweisen oder zu wiederlegen. Eine Theorie gilt solange als richtig, bis einer kommt und eine bessere Beweisführung für eine andere Hypothese anbietet.
Wenn das nächste Mal ein anderer sein Dogma verteidigt, vielleicht denken Sie dann mal daran, dass auch Sie Ihre Dogmen haben und entsprechend reagieren, wenn einer kommt und sie in Frage stellt. Solange, bis Sie (oder Schönborn) mir eine bessere Beweisführung für die Entstehung der Arten anbieten. Eine einfache wissenschaftliche Beweisführung würde genügen. Ansonsten halte ich mich an das Wort Gottes.
Ich? Diese Formulierung ist Standard.
Ja, möglicherweise bei drittklassigen Theologen, die glauben, dass sie die Erkenntnisse der Naturwissenschaften je nach Beliebigkeit relativieren können. Sicher nicht bei den Menschen, die dabei sind auf diesem Gebiet zu forschen und lehren.
Zitat mehtusalix:…
Sehen Sie, die Theorie ist Ihr Dogma. Nein, Sie haben die Grundbegriffe der Naturwissenschaften nicht verstanden (genauso wie Schönborn und Co.). Ein Dogma ist unbeweisbar. Es muss geglaubt werden. Eine naturwissenschaftliche Hypothese ist eine Arbeitsunterlage, eine Annahme, mit der gearbeitet werden kann, um sie zu beweisen oder zu wiederlegen. Eine Theorie gilt solange als richtig, bis einer kommt und eine bessere Beweisführung für eine andere Hypothese anbietet.
Wenn das nächste Mal ein anderer sein Dogma verteidigt, vielleicht denken Sie dann mal daran, dass auch Sie Ihre Dogmen haben und entsprechend reagieren, wenn einer kommt und sie in Frage stellt. Solange, bis Sie (oder Schönborn) mir eine bessere Beweisführung für die Entstehung der Arten anbieten. Eine einfache wissenschaftliche Beweisführung würde genügen. Ansonsten halte ich mich an das Wort Gottes.
Freitag, 28. April 2006 21:28
deusexmachina: @Benedikt
Jede wissenschaftliche Überlegung, die über ein Mindestmaß an Beleg und Fundament verfügt, wird als
„Theorie“ bezeichnet – dies ist Ausdruck der Tatsache, dass Wissenschaft sich von illusionärer Dogmatik
distanziert und grunsätzlich bereit ist, jede Aussage stets aufs Neue zu evaluieren und ggf. zu korrigieren.
Wissenschaftliche Wahrheiten sind eben nie „absolut wahr“, und wenn sie noch so richtig sind – sie sind
immer nur wahr „bis zum Beweis des Gegenteils“.
Den Begriff „Theorie“ fälschlich als Indiz für eine fehlende Sicherheit wissenschaftlicher Erkenntnis zu bgreifen, zeugt vielmehr von fehlendem Verständnis für wissenschaftliche Arbeitsweise. Das, als was Sie die Evolutionstheorie darstellen wollen, hat eine andere Bezeichnung, nämlich „Hypothese“. Und wenn Sie jetzt ‘mal genau hinsehen, insbesondere auf Ihre eigenen Worte, dann werden Sie zugeben müssen, dass man, indem man von Evolutionstheorie statt von Evolutionshypothese spricht, exakt das Gegenteil dessen zum Ausdruck bringt, als wie Sie die Vokabel „Theorie“ umdeuten wollen.
„Jenseits von Theorie“ gibt es in der Wissenschaft nichts. Dogmen bleiben Ihrer Kirche vorbehalten.
Den Begriff „Theorie“ fälschlich als Indiz für eine fehlende Sicherheit wissenschaftlicher Erkenntnis zu bgreifen, zeugt vielmehr von fehlendem Verständnis für wissenschaftliche Arbeitsweise. Das, als was Sie die Evolutionstheorie darstellen wollen, hat eine andere Bezeichnung, nämlich „Hypothese“. Und wenn Sie jetzt ‘mal genau hinsehen, insbesondere auf Ihre eigenen Worte, dann werden Sie zugeben müssen, dass man, indem man von Evolutionstheorie statt von Evolutionshypothese spricht, exakt das Gegenteil dessen zum Ausdruck bringt, als wie Sie die Vokabel „Theorie“ umdeuten wollen.
„Jenseits von Theorie“ gibt es in der Wissenschaft nichts. Dogmen bleiben Ihrer Kirche vorbehalten.
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