Vatikanische Sondermünze + Päpstlich-kritische Exegese + Laienpredigt grundsätzlich in Ordnung + Weihnachten ja – Jesus nein + Die Zehn Gebote des ORF
Vatikanische Sondermünze
Vatikan. Das vatikanische Münzamt hat zum 75. Gründungsjubiläum des Vatikanstaates
eine Sondermünze geprägt. Der Nennwert des Sammlerstückes beträgt 2 Euro. Die Münze kam erst heute
auf den Markt: zum Preis von 11 Euro. Am 11. Februar 1929 unterzeichnete Kardinalstaatssekretär Pietro
Gasparri im Auftrag von Papst Pius XI. († 1939) mit Italiens damaligem Diktator Benito Mussolini im Lateranpalast
die sogenannten Lateranverträge. Der Heilige Stuhl erlangte dadurch völkerrechtliche Souveränität,
nachdem er 1870 den Kirchenstaat durch die Ausrufung des italienischen Königreiches verloren hatte. Die
Città del Vaticano, die Vatikanstadt ist mit einer Fläche von 0,44 Quadratkilometern und 464 Einwohnern
der kleinste eigenständige Staat der Welt.
Päpstlich-kritische Exegese
Vatikan. In der gestrigen Generalaudienz
hat der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., in Vorbereitung auf das Weihnachtsfest den Psalm 72,12-19
kommentiert. Im Hinblick auf die Verse 18 und 19 des Psalms meinte der Papst: „Wir müssen aber sofort
unterstreichen, daß das Ende in den beiden letzen Versen (vgl. die Verse 18-19) in Wirklichkeit eine
spätere liturgische Hinzufügung ist.“ Später wiederholt der Papst diese Aussage und spricht von der
„ursprünglichen Fassung des Psalms“, die angeblich mit den Versen 15-17 geendet hat.
Laienpredigt grundsätzlich
in Ordnung
Deutschland. Der Predigtauftritt des Showmasters Thomas Gottschalk (54) in einer Nürnberger
Pfarrei am vergangenen Sonntag stößt bei Katholiken auf Widerstand. Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig
Schick (55), sei über die Umstände der Predigt nicht erfreut, ließ sein Sprecher verlauten. Erzbischof
Schick habe grundsätzlich nichts gegen eine solche Veranstaltung einzuwenden. Es sei aber falsch, daß
die Kirche von Bodyguards bewacht sei. Dadurch sei der Schaden größer als ein möglicher Nutzen: „Vielleicht
hat der Pfarrer einen Fehler gemacht“ meinte der Erzbischof vorsichtig.
Weihnachten ja – Jesus nein
Malaysien. Beim Weihnachtsfest in Malaysien in Südostasien gilt nach einem Bericht der asiatischen Nachrichtenagentur
‘AsiaNews’ heuer ein strenges „Jesus-Verbot“. Nach einer Anweisung der Regierung darf bei öffentlichen
Weihnachtsfeiern am 25. Dezember der Name „Jesus“ nicht erwähnt werden. Diese Maßnahme solle der Sensibilität
der Moslems entgegenkommen, rechtfertigten Regierungsvertreter die Anordnung. An der Feier werden König
Syed Sirajuddin und Premierminister Abdullah Badawi teilnehmen. Malaysien garantiert offiziell die Religionsfreiheit.
6,5 % der 25 Millionen Malaysier sind Christen. Staatsreligion ist der Islam.
Die Zehn Gebote des ORF
Österreich. Bei der Radiosendung „Erfüllte Zeit“ des Österreichischen Rundfunks bekamen die Hörer
am 8. Dezember eine eigenartige Katechismusstunde präsentiert. So verkündigte das Radio, daß der, welcher
von der Wahrheit des eigenen Glaubens überzeugt sei, angeblich dem zweiten Gebot „Du sollst den Namen
Gottes nicht achtlos aussprechen“ widerspreche. Am 12. Dezember wurde über das dritte Gebot „Du sollst
den Tag des Herrn heiligen“, gesprochen. Der Sonntag solle demnach ein Tag familiärer und sozialer Beziehungen
sein. Die Pflicht des Katholiken, am Sonntag die hl. Messe zu besuchen, fanden die Moderatoren dagegen
keiner Erwähnung würdig.
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5 Lesermeinungen
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#5 Dolfus 21:45:35 | Donnerstag, 16. Dezember 2004
@Vetter Taferl Ich stimme Ihnen zu aus eigener Erfahrung. Man darf nicht dem Papst und der Tradition die
Treue halten und gleichzeitig kirchlicher Mitarbeiter sein. Oder man muß das Maul halten, das ist die
concilskirchliche Realität. Wurden bis noch bis in die 1950er die Irrlehrer ausfindig gemacht und diszipliniert,
so konnten sie durch ihre Unterwanderungsstrategie den Spieß umdrehen. Heute werden die Orthodoxen verfolgt
und systematisch vernichtet, während Häretiker zu Bischöfen und Cardinälen befördert werden. Aber
der Herr hat es so prophezeit in seiner Endzeitrede, ebenso der hl. Paulus in seinen Briefen, die nicht
ohne göttliche Absicht zur Hl. Schrift gehören.
#4 Dolfus 21:41:09 | Donnerstag, 16. Dezember 2004
Kritik am Hl. Vater? Der Papst ist zu allen Zeiten, selbstverständlich auch von Heiligen, geliebt, aber
auch kritisiert worden, und das ist anscheinend auch so vorgesehen, sonst hätte Gott einen perfekten
ersten Papst gewollt, und nicht den Simon Petrus, der aber doch heilig geworden ist. Ein wunderbares Beispiel
ist Italiens große Heilige, Caterina von Siena, in ihrer Liebe, aber auch Kritik bezüglich des „dolce
Cristo sulla terra“. Dadurch, daß es sich einerseits um den Statthalter Christi handelt, dem der Hl.
Geist in besonderer Weise zur Seite stehen soll, muß die Kritik in besonders behutsamer und liebenswürdiger
Weise vorgebracht werden, aber da andererseits der Papst immer nur ein gebrechlicher Mensch bleibt, er
aber die irdische Herrschaft über die Kirche hat, kann diese Kritik notwendig, gar verpflichtend sein.
Ständiges Kritisieren wäre lieblos, alles zu schlucken, was der aktuelle Papst sagt, wäre papalistisch
und somit nicht katholisch. Denn gerade in solchen modernistischen Exegesen hat Papst Johannes Paul II.
eine Heerschar an Vorgängerpäpsten gegen sich.
#3 Vetter Taferl 20:21:33 | Donnerstag, 16. Dezember 2004
Anonymität von kreuz.net ist ein Beleg für den Zustand der Amtskirche Denn konservative (von traditionalistischen
gar nicht erst zu reden) Katholiken werden in jeder denkbaren Position hinausgemobbt, egal, ob Priester
oder Laie. Ein Beispiel: „Ambrosius“ in ambrosius.patched.dewww.kreuz.net/ – der Fall eines Sekretärs
der Katholischen Männerbewegung; gekündigt kurz vor seinem Abfertigungsanspruch mit damals 7 unversorgten
Kindern und einer nicht versorgten Ehefrau. Folgen: Zerstörung der Familie (Trennung, Scheidung, Gerichtsverfahren
wg. Alimente), jahrelange Obdachlosigkeit des Familienvaters. Bis heute wird er unter das Existensminimum
gepfändet. Er darf also offiziell sterben oder muß inoffiziell überleben… Tatort: St. Pölten. Tatzeit:
September 1994. Angesichts dieses Falles finde ich es unzumutbar, seinen Namen als hauptamtlicher Mitarbeiter
zu nennen. Es geht nicht nur um Ansehen oder Wohl des Einzelnen, sondern auch seiner Familienangehörigen.
Auf der anderen Seite geht es um die – auch durch kirchliche oder in kirchlichem Besitz stehenden – unterdrückten
Informationen aus der Konzilskirche und der Welt von heute. Im übrigen verpflichtet auch die Hl. Kirche
niemanden, auch nicht ihre Gläubigen, zum Martyrium. Bei Bischöfen kann man das anders sehen, aber gerade
die sind ja heute überwiegend Weltmeister im Wegschauen und Verdrängen etc.
#2 Benedicta 16:32:03 | Donnerstag, 16. Dezember 2004
@catholicus Ich sehe nicht, wo hier der Heilige Vater kritisiert wird. Ich bewundere den Papst, dass er
trotz seines Alters noch immer den modernen Forschungen folgt.
#1 Catholicus 11:34:29 | Donnerstag, 16. Dezember 2004
Anonymes kreuz.net kritisiert den Papst Wenn man schon so kritisch gegenüber Aussagen des Heiligen Vaters
ist, dann sollte man auch mutig genug sein, mit Namen dazu zu stehen. Warum also weiter diese Anonymität
von kreuz.net? – Im übrigen hat der Papst nicht gesagt, besagte Verse würden nicht zum Kanon der Heiligen
Schrift gehören, sondern er hat eine bestimmte redaktionsgeschichtliche Sichtweise vorgetragen, die für
ein tieferes Verständnis des Sinngehalts besagten Psalms durchaus hilfreich ist.