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Donnerstag, 16. Dezember 2004 07:16
kreuzmeldungen
Vatikanische Sondermünze + Päpstlich-kritische Exegese + Laienpredigt grundsätzlich in Ordnung + Weihnachten ja – Jesus nein + Die Zehn Gebote des ORF
Vatikanische Sondermünze

Vatikan. Das vatikanische Münzamt hat zum 75. Gründungsjubiläum des Vatikanstaates eine Sondermünze geprägt. Der Nennwert des Sammlerstückes beträgt 2 Euro. Die Münze kam erst heute auf den Markt: zum Preis von 11 Euro. Am 11. Februar 1929 unterzeichnete Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri im Auftrag von Papst Pius XI. († 1939) mit Italiens damaligem Diktator Benito Mussolini im Lateranpalast die sogenannten Lateranverträge. Der Heilige Stuhl erlangte dadurch völkerrechtliche Souveränität, nachdem er 1870 den Kirchenstaat durch die Ausrufung des italienischen Königreiches verloren hatte. Die Città del Vaticano, die Vatikanstadt ist mit einer Fläche von 0,44 Quadratkilometern und 464 Einwohnern der kleinste eigenständige Staat der Welt.

Päpstlich-kritische Exegese

Vatikan. In der gestrigen Generalaudienz hat der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., in Vorbereitung auf das Weihnachtsfest den Psalm 72,12-19 kommentiert. Im Hinblick auf die Verse 18 und 19 des Psalms meinte der Papst: „Wir müssen aber sofort unterstreichen, daß das Ende in den beiden letzen Versen (vgl. die Verse 18-19) in Wirklichkeit eine spätere liturgische Hinzufügung ist.“ Später wiederholt der Papst diese Aussage und spricht von der „ursprünglichen Fassung des Psalms“, die angeblich mit den Versen 15-17 geendet hat.

Laienpredigt grundsätzlich in Ordnung

Deutschland. Der Predigtauftritt des Showmasters Thomas Gottschalk (54) in einer Nürnberger Pfarrei am vergangenen Sonntag stößt bei Katholiken auf Widerstand. Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick (55), sei über die Umstände der Predigt nicht erfreut, ließ sein Sprecher verlauten. Erzbischof Schick habe grundsätzlich nichts gegen eine solche Veranstaltung einzuwenden. Es sei aber falsch, daß die Kirche von Bodyguards bewacht sei. Dadurch sei der Schaden größer als ein möglicher Nutzen: „Vielleicht hat der Pfarrer einen Fehler gemacht“ meinte der Erzbischof vorsichtig.

Weihnachten ja – Jesus nein

Malaysien. Beim Weihnachtsfest in Malaysien in Südostasien gilt nach einem Bericht der asiatischen Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’ heuer ein strenges „Jesus-Verbot“. Nach einer Anweisung der Regierung darf bei öffentlichen Weihnachtsfeiern am 25. Dezember der Name „Jesus“ nicht erwähnt werden. Diese Maßnahme solle der Sensibilität der Moslems entgegenkommen, rechtfertigten Regierungsvertreter die Anordnung. An der Feier werden König Syed Sirajuddin und Premierminister Abdullah Badawi teilnehmen. Malaysien garantiert offiziell die Religionsfreiheit. 6,5 % der 25 Millionen Malaysier sind Christen. Staatsreligion ist der Islam.

Die Zehn Gebote des ORF

Österreich. Bei der Radiosendung „Erfüllte Zeit“ des Österreichischen Rundfunks bekamen die Hörer am 8. Dezember eine eigenartige Katechismusstunde präsentiert. So verkündigte das Radio, daß der, welcher von der Wahrheit des eigenen Glaubens überzeugt sei, angeblich dem zweiten Gebot „Du sollst den Namen Gottes nicht achtlos aussprechen“ widerspreche. Am 12. Dezember wurde über das dritte Gebot „Du sollst den Tag des Herrn heiligen“, gesprochen. Der Sonntag solle demnach ein Tag familiärer und sozialer Beziehungen sein. Die Pflicht des Katholiken, am Sonntag die hl. Messe zu besuchen, fanden die Moderatoren dagegen keiner Erwähnung würdig.
5 Lesermeinungen:
Donnerstag, 16. Dezember 2004 21:45
Dolfus: @Vetter Taferl
Ich stimme Ihnen zu aus eigener Erfahrung. Man darf nicht dem Papst und der Tradition die Treue halten und gleichzeitig kirchlicher Mitarbeiter sein. Oder man muß das Maul halten, das ist die concilskirchliche Realität.
Wurden bis noch bis in die 1950er die Irrlehrer ausfindig gemacht und diszipliniert, so konnten sie durch ihre Unterwanderungsstrategie den Spieß umdrehen.
Heute werden die Orthodoxen verfolgt und systematisch vernichtet, während Häretiker zu Bischöfen und Cardinälen befördert werden. Aber der Herr hat es so prophezeit in seiner Endzeitrede, ebenso der hl. Paulus in seinen Briefen, die nicht ohne göttliche Absicht zur Hl. Schrift gehören.
Donnerstag, 16. Dezember 2004 21:41
Dolfus: Kritik am Hl. Vater?
Der Papst ist zu allen Zeiten, selbstverständlich auch von Heiligen, geliebt, aber auch kritisiert worden, und das ist anscheinend auch so vorgesehen, sonst hätte Gott einen perfekten ersten Papst gewollt, und nicht den Simon Petrus, der aber doch heilig geworden ist.
Ein wunderbares Beispiel ist Italiens große Heilige, Caterina von Siena, in ihrer Liebe, aber auch Kritik bezüglich des „dolce Cristo sulla terra“.
Dadurch, daß es sich einerseits um den Statthalter Christi handelt, dem der Hl. Geist in besonderer Weise zur Seite stehen soll, muß die Kritik in besonders behutsamer und liebenswürdiger Weise vorgebracht werden, aber da andererseits der Papst immer nur ein gebrechlicher Mensch bleibt, er aber die irdische Herrschaft über die Kirche hat, kann diese Kritik notwendig, gar verpflichtend sein.
Ständiges Kritisieren wäre lieblos, alles zu schlucken, was der aktuelle Papst sagt, wäre papalistisch und somit nicht katholisch. Denn gerade in solchen modernistischen Exegesen hat Papst Johannes Paul II. eine Heerschar an Vorgängerpäpsten gegen sich.
Donnerstag, 16. Dezember 2004 20:21
Vetter Taferl: Anonymität von kreuz.net ist ein Beleg für den Zustand der Amtskirche
Denn konservative (von traditionalistischen gar nicht erst zu reden) Katholiken werden in jeder denkbaren Position hinausgemobbt, egal, ob Priester oder Laie. Ein Beispiel: „Ambrosius“ in http://ambrosius.patched.de – der Fall eines Sekretärs der Katholischen Männerbewegung; gekündigt kurz vor seinem Abfertigungsanspruch mit damals 7 unversorgten Kindern und einer nicht versorgten Ehefrau. Folgen: Zerstörung der Familie (Trennung, Scheidung, Gerichtsverfahren wg. Alimente), jahrelange Obdachlosigkeit des Familienvaters. Bis heute wird er unter das Existensminimum gepfändet. Er darf also offiziell sterben oder muß inoffiziell überleben… Tatort: St. Pölten. Tatzeit: September 1994. Angesichts dieses Falles finde ich es unzumutbar, seinen Namen als hauptamtlicher Mitarbeiter zu nennen. Es geht nicht nur um Ansehen oder Wohl des Einzelnen, sondern auch seiner Familienangehörigen. Auf der anderen Seite geht es um die – auch durch kirchliche oder in kirchlichem Besitz stehenden – unterdrückten Informationen aus der Konzilskirche und der Welt von heute. Im übrigen verpflichtet auch die Hl. Kirche niemanden, auch nicht ihre Gläubigen, zum Martyrium. Bei Bischöfen kann man das anders sehen, aber gerade die sind ja heute überwiegend Weltmeister im Wegschauen und Verdrängen etc.
Donnerstag, 16. Dezember 2004 16:32
Benedicta: @catholicus
Ich sehe nicht, wo hier der Heilige Vater kritisiert wird. Ich bewundere den Papst, dass er trotz seines Alters noch immer den modernen Forschungen folgt.
Donnerstag, 16. Dezember 2004 11:34
Catholicus: Anonymes kreuz.net kritisiert den Papst
Wenn man schon so kritisch gegenüber Aussagen des Heiligen Vaters ist, dann sollte man auch mutig genug sein, mit Namen dazu zu stehen. Warum also weiter diese Anonymität von kreuz.net? – Im übrigen hat der Papst nicht gesagt, besagte Verse würden nicht zum Kanon der Heiligen Schrift gehören, sondern er hat eine bestimmte redaktionsgeschichtliche Sichtweise vorgetragen, die für ein tieferes Verständnis des Sinngehalts besagten Psalms durchaus hilfreich ist.
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