Es gibt immer einen theologischen Weg
Der Generalvikar einer bekannten Ecclesia Dei Gemeinschaft äußerte sich kürzlich über die Alte Messe und zu Themen wie die Religionsfreiheit und den Ökumenismus.

Seit einem schweren Homo-Skandal eines Mitbruders in den USA ist der Deutsche ebenfalls für die Niederlassungen des Instituts in den Vereinigten Staaten zuständig.
Das ‘Institut Christus König und Hoherpriester’ besitzt knapp 50 Priester und rund 70 Seminaristen. Das Mutterhaus befindet sich in Gricigliano in der Nähe von Florenz. Gründer des Institutes ist der französische Priester Gilles Wach.

Zuerst wird Mons. Schmitz gefragt, warum er bei einer früheren Gelegenheit erklärt habe, daß der klassische römische Ritus den katholischen Glauben am Besten ausdrücke.
Der Priester antwortet mit Vorsicht. Er wolle klarstellen, daß er seine Aussage ohne jede Polemik oder aggressive Haltung gegen die neueren Entwicklungen in der Kirche getätigt habe.
Aber man gewinne den Eindruck, daß besonders junge Leute durch die traditionelle Lateinische Messe die Gegenwart des Göttlichen und die Ehrfurcht gegenüber Gott in einem tieferen Sinn verstehen.
Er selbst habe in der Vergangenheit beide Riten zelebriert. Als
Mitglied des ‘Institut Christus König
und Hoherpriester’ lese er die Messe nur noch im Alten Ritus. Seit dieser Zeit habe er so viele Bekehrungen
gesehen, wie nie zuvor.
Die Tatsache, daß sich die Gläubigen des Alten Ritus um die Heiligkeit bemühten, ist für Mons. Schmitz ebenfalls „tief bewegend“.
Ferner meint der Geistliche, daß der Glaube der Traditionalisten sehr lebendig gehalten und auch im Alltag praktiziert werde. Das bedeute allerdings nicht, daß dies außerhalb der traditionellen Bewegung nicht auch der Fall sei.
Mons. Schmitz glaubt, daß junge Männer bevorzugt in eine altrituelle Gemeinschaft eintreten, weil sie das Wesen des Priestertums und seine Beziehung zum Opfer Christi entdeckt hätten.
Zur Geschichte der Eucharistie gehöre die Schönheit, die Ehrfurcht und der Respekt vor dem liturgischen Detail. Aus diesem Grund wollten sogar diözesane Seminaristen die Zelebration der Alten Messe erlernen.
Der in der Priesterausbildung vollzogene Bruch mit der Geschichte werde mehr und mehr durch eine organische Sicht von Vergangenheit und Gegenwart der Kirche abgelöst werden – meint Mons. Schmitz.
Man könne eine Form der Liturgie, die immer existierte und mit Hilfe der göttlichen Gnade so viele Heilige und viele Priester und Ordensleute hervorgebracht habe, nicht verdammen.
Dies würden auch die gegenwärtigen Leiter der Priesterseminarien verstehen. Deshalb seien sie bezüglich des liturgischen Schatzes
der Kirche großzügiger. Konkrete Beispiele nannte Mons.
Schmitz keine.
Zur Frage der Religionsfreiheit und des Ökumenismus erklärt Mons. Schmitz, daß es immer eine Möglichkeit gebe, ein kirchliches Dokument mit der traditionellen Lehre in Einklang zu bringen:
„Ich bin fest davon überzeugt, daß man mit Papst Johannes Paul II. und dem gegenwärtigen Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI., immer einen theologischen Weg für eine einheitliche Interpretation der katholischen Lehre finden kann.“
Und wenn eine solche Interpretation nicht zu finden sei, müsse man weiterstudieren.
Zwischen kirchlichen Dokumenten, die einen offiziellen Charakter trügen, könne es keinen Widerspruch geben.
Mons. Schmitz erinnert an einen seiner Lieblingsprofessoren an der von den Jesuiten geführten Päpstlichen Universität Gregoriana, den Dogmatiker Pater Karl Becker SJ.
Dieser habe einmal gesagt: „Meine jungen Freunde, wenn ihr herausfindet, daß eure theologische Forschung nicht in Einklang steht mit der Lehre der Kirche, gibt es für euch nur eine Möglichkeit: Ihr müßt weiterforschen.“
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Dienstag, 9. Mai 2006 08:26
Dr. Otterbeck: „Sehe ich nicht ein…“
Somit, lb. Dr. Regazzoni, verwenden auch Sie ein subjektives Kriterium der Wahrheit, wie die Modernisten, nur fügen Sie diesem Subjektivismus das Prädikat „objektiv“ bei. Paul VI. hingegen wollte vom Konzil „die immer größere Stärkung der heiligen Gewalt“ (5.12.1963). Er hat eine „Entmythologisierung“ des päpstlichen Amtes immer zurückgewiesen. Diese hat ihm dann –- welche List! –- der Integralismus beschert.
Montag, 8. Mai 2006 18:10
Stimme aus dem Tradiland: @ Benedikt
…ein Katholik nehme entweder alle vorhergehenden Konzile ODER das II. Vatikanum an…
Auch das ist indessen richtig. Denn entweder sind die alten ökumenischen Konzilien, d.h. Bischofsversammlungen, die endgültig und für immer Glaubenswahrheiten festgelegt haben.
Oder V2 ist ein Konzil, welches vermeint, solche – unabänderlichen – Glaubenswahrheiten abändern zu können. Dahinter steht ein „dynamischer Wahrheitsbegriff“, welcher im Gefolge einen „dynamischen Dogmenbegriff“ nach sich zieht, wo mit gleichen Worten verschiedenes ausgedrückt wird oder sich widersprechende Formulierungen gewählt werden dürfen, ohne dass von einer gegenseitigen Aufhebung auszugehen wäre.
Man muß sich entscheiden: Entweder sind Dogmen als Glaubenswahrheiten unabänderlich, dann kann es keine Veranstaltung – egal unter welcher Bezeichnung – geben, die daran noch etwas ändert. Dann sind die alten Konzilien Konzilien und V2 nicht.
Oder Dogmen können beliebig den veränderten Lebensverhältnissen, der Gesellschaft, dem Logeneinfluß etc. entsprechend abgeändert werden, dann gibt es den Begriff des Dogmas in Wahrheit nicht mehr und kann dann V2 nur mehr um den Preis als Konzil bezeichnet werden, dass die alten Konzilien keine waren. Beides zusammen geht nicht!
V2 führt weg von der traditionellen – unabänderlichen – Lehre Christi der Kirche; wer vermeint, dieser Synode Gehorsam zu schulden, hat den Weg der Wahrheit bereits verlassen, egal ob gewollt oder nicht.
Auch das ist indessen richtig. Denn entweder sind die alten ökumenischen Konzilien, d.h. Bischofsversammlungen, die endgültig und für immer Glaubenswahrheiten festgelegt haben.
Oder V2 ist ein Konzil, welches vermeint, solche – unabänderlichen – Glaubenswahrheiten abändern zu können. Dahinter steht ein „dynamischer Wahrheitsbegriff“, welcher im Gefolge einen „dynamischen Dogmenbegriff“ nach sich zieht, wo mit gleichen Worten verschiedenes ausgedrückt wird oder sich widersprechende Formulierungen gewählt werden dürfen, ohne dass von einer gegenseitigen Aufhebung auszugehen wäre.
Man muß sich entscheiden: Entweder sind Dogmen als Glaubenswahrheiten unabänderlich, dann kann es keine Veranstaltung – egal unter welcher Bezeichnung – geben, die daran noch etwas ändert. Dann sind die alten Konzilien Konzilien und V2 nicht.
Oder Dogmen können beliebig den veränderten Lebensverhältnissen, der Gesellschaft, dem Logeneinfluß etc. entsprechend abgeändert werden, dann gibt es den Begriff des Dogmas in Wahrheit nicht mehr und kann dann V2 nur mehr um den Preis als Konzil bezeichnet werden, dass die alten Konzilien keine waren. Beides zusammen geht nicht!
V2 führt weg von der traditionellen – unabänderlichen – Lehre Christi der Kirche; wer vermeint, dieser Synode Gehorsam zu schulden, hat den Weg der Wahrheit bereits verlassen, egal ob gewollt oder nicht.
Montag, 8. Mai 2006 17:30
Agiafortuni: stat crux
die Bezeichnung vitales Lehramt der Kirche ist ein Machwerk der Modernisten. Kasper verwendet es mit Vorliebe. So lange ich es fertig bringe, regelmässig die heilige Messe zu besuchen, meine Beichte abzulegen, die Eucharistie zu empfangen, zu beten, sehe ich nicht ein, weshalb ich mich dem V2 unterwerfen sollte.
Montag, 8. Mai 2006 14:27
stat crux: C.J. Burckhardt:
Eine sehr relevante Stellungnahme, zweifellos: Wo ist die Quelle dazu? Sie unterlassen aber wieder die Bezugnahme auf den Lauf der Welt. Unter so großer Gefahr (vgl. Fatima!) mussten Zeichen gesetzt werden. Traditionalismus kann sich nur leisten, wenn sich andere glöeichzteitig um den Fortbestand der Zivilsation und der Kirche in ihr kümmern. Die Roncalli’sche Unterscheidung zwischen dem unveränderlichen Glaubensgut und seiner veränderlichen Ausdrucksweise ist nur für den schleierhaft, der das Vertrauen in das vitale Lehramt der Kirche verloren hat. Dieser Vertrauensverlust ist das gemeinsame Kennzeichen von Modernismus und Integralismus.
Montag, 8. Mai 2006 13:25
Agiafortuni: Dr. Otterbeck
ich habe mich eingehend mit der Person Johannes XXIII beschäftigt und zwar unter einem typologischen Gesichtspunkt. Was von seinem vermeintlichen Konservatismus zu halten ist, sagt mein Landsmann Carl Jacob Burckhardt mit unmissversändlichen Worten: Er ist weltklug, hätte einen industriellen Konzern leiten können, er ist ein äusserst wohlmeinender und bauernschlauer Bergamaske, er ist von solider Frömmigkeit im abgekürzten Stil; aber mir scheint, sein gesunder Menschenverstand – auf kurze Sicht genau, auf lange Sicht wohl nicht sehr scharf – lasse ihn den Wert gewisser unzeitgemässer katholischer Arkane verkennen. Die Fähigkeit des Wunderglaubens, die Scheu vor dem Sakralen sind seine Sache nicht. Er ist ein gottgläubiger Rationalist, mit schönem Streben der sozialen Gerechtigkeit dienend, wobei er die Neigung hat, allen Bestrebungen aus ganz entgegengesetzten Lagern die Hand zu reichen. Es ist, ohne dass er es weiss, viel vom Gedankengut des 18.Jahrhunderts in ihm, mit einer nachwirkenden Risorgimentostimmung verbunden. Er ist gütig, offen, humorvoll, fern vom christlichen Mittelalter; auf dem Weg über die frz.Philosophen ist er zu ähnlichen Ergebnissen gekommen wie die Reformatoren, ohne ihre metaphysische Passion. Er wird viel verändern, nach ihm wird die Kirche nicht mehr dieselbe sein. Vielleicht wird er am Ende seiner Tage die Furcht kennen lernen.
Montag, 8. Mai 2006 12:25
Benedikt: @ Stimme
Es ging hier nicht darum, dass Marcel das II. Vatikanische Konzil eine Räubersynode genannt hat, sondern darum, dass er äußerte, ein Katholik nehme entweder alle vorhergehenden Konzile ODER das II. Vatikanum an. Offenbar hält es Marcel nicht für möglich beide Konzile anzunehmen. Diese Auffassung ist für mich nicht begründet.
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