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Sonntag, 30. April 2006 13:49
Abtreibungsbann mit Pferdefuß
Im US-Bundesstaat Louisiana sollen ungeborene Menschen künftig das Lebensrecht zurückerhalten. Doch die Regelung besitzt einen Haken.
Hand einer 14 Wochen alten Abtreibungsleiche
Hand einer 14 Wochen alten Abtreibungsleiche
(kreuz.net, Louisiana) Der Senat des Bundesstaates Louisiana im Süden der Vereinigten Staaten hat ein Gesetz verabschiedet, das die Kinderabtreibung als Verbrechen ahndet. Das berichteten US-Medien am Mittwoch.

Das Gesetz macht auch keine Ausnahme bei Vergewaltigungs- oder Inzestopfern. Nur im praktisch nicht mehr existierenden Fall, bei dem das Leben der Mutter in Gefahr wäre, erlaubt das Gesetz die Tötung eines Kindes.

Ausnahmeregelungen für Opfer von Vergewaltigung und Inzest wurden am vergangenen Mittwoch mit 17 zu 20 Stimmen abgelehnt. Schließlich stimmten die Senatoren mit 30 zu sieben Stimmen für eine vollständige Ächtung der Kinderabtreibung.

Sobald die Entscheidung strafrechtlich umgesetzt und nicht durch ein Veto des Gouverneurs aufgehalten wird, werden Kinderabtreiber mit einer zehnjährigen Gefängnisstrafe und mit Bußgeldern bis umgerechnet rund 80.000 Euro verfolgt.

Das Gesetz verbietet auch Kindergifte, wie die Abtreibungspille RU-486, hormonelle Methoden, die sowohl eine verhütende als auch eine kinderabtreibende Wirkung besitzen, sowie die sogenannte Pille danach.

Das neue Gesetz definiert auch den Beginn der Schwangerschaft. Danach ist eine Mutter schwanger, wenn sie „einen ungeborenen lebendigen Menschen in ihrem Körper trägt, während der gesamten Zeit der embryonalen und fetalen Phase des ungeborenen Kindes, von der Befruchtung bis zur vollen Reifung und zur Kindsgeburt“.

Das Gesetz definiert einen „ungeborenen Menschen“ als ein Kind vom ersten Augenblick der Durchdringung der Eizelle durch das Sperma.

Der demokratische Senator Ben Nevers, der das neue Gesetz initiierte, erklärte, warum er eine Ausnahmen für Vergewaltigungs- und Inzestopfer ablehnt: Nach derartigen Vergehen würde eine Kinderabtreibung für die Mutter nichts lösen, sondern das Trauma nur verstärken.

„Gott weiß, daß ich eine Mutter nie verletzen möchte, auf keinen Fall. Gott weiß, daß ich ein Vergewaltigungs- oder Inzestopfer niemals verletzen möchte, auf keinen Fall“ – aber, „ein Verbrechen eines Vergewaltigers sollte nicht im Tod eines ungeborenen Kindes enden.“

Der Haken liegt freilich in einem Zusatz. Dieser besagt, daß der Abtreibungsbann nur dann in Kraft treten kann, wenn das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten das Urteil aufhebt, durch welches die Kinderabtreibung im Jahre 1973 auf dem Gebiet der USA legalisiert wurde.

Bereits im Jahr 1992 wurde in Louisiana ein Abtreibungsverbot beschlossen. Es wurde damals vom Obersten Gerichtshof als verfassungswidrig zurückgewiesen.

Nun hofft Senator Nevers, daß die neuen Obersten Richter John Roberts und Samuel Alito dafür sorgen, daß ungeborene US-Bürger ihre Menschenrechte zurückerhalten.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 55 Lesermeinungen:
Mittwoch, 3. Mai 2006 02:48
deusexmachina: @methusalix
Yepp, über genau diesen Aspekt der „Werte“, speziell der sog. „höheren“ hatte ich vor einer Weile ‘mal einen Artikel in meinem kleinen Privatblog geschrieben.

Quintessenz: Die Beschwörung all der (höheren!) Werte und das Beklagen deren angeblichen Verlustes dient eigentlich primär nur der Selbsterhöhung des Klagenden. Wenn man sich gerade hier so umschaut: Kommt hin.
Mittwoch, 3. Mai 2006 01:05
methusalix †: Naturrecht und Frauenfeinde
Jean: ex machina
Freiheits- und Selbstbestimmungsrechte---:

Gemeint ist wohl das Naturrecht, das in der Geschichte ja der Beliebigkeit der jeweiligen Machthaber ausgeliefert war. Zum Naturrecht wird deklariert, was die eigenen Grenzen betoniert. Daher die katholische Liebe zum Naturrecht; es wird mit dem katholischen Rechtsempfinden gleichgesetzt. Ist aber nicht mehr schlimm, da es ja nicht mehr mit dem Autodafe durchgesetzt werden kann.
deusexmachina: Ach, Jean…
…es dürfte sich selbst bis zu Ihnen---.

Wissen Sie deusex, immer wieder höre ich von den Kirchenbeamten und Berufsgläubigen, dass uns „alle Werte verlustig gegangen sind!“ Genau wie Sie schreiben, wird reflexartig angenommen, dass die römisch-katholischen Werte nicht nur die einzig richtigen, sondern überhaupt die einzig existenten Werte sind und damit auch die Morallehre der römischen Päpste die einzig vorstellbare. Dass Milliarden Menschen ganz ohne katholische Werte, ja sogar ohne christliche Werte über Jahrtausende sehr gut über die Zeit gekommen sind und das immer noch sehr erfolgreich tun, spielt für diese Realitätsabstinenzler überhaupt keine Rolle!
Thomas A. Höck:
Die Würde der Frau und ihr Personstatus wird weit eher durch die Abtreibung –------!

Katholisches Altmännergewäsch über Frauen. Wann fangen Sie endlich an MIT den Frauen zu reden?
Dienstag, 2. Mai 2006 21:07
Jean: ex machina
Freiheits- und Selbstbestimmungsrechte bauen auf einem vorgängigen Recht auf: der Unantastbarkeit der vitalen Basis, sprich des Lebens. Dieses Recht ist primär, die anderen sekundär. Dürfte selbst Ihnen einleuchten, Ethik“en“ hin, Ethik“en“ her.
Dienstag, 2. Mai 2006 20:45
deusexmachina: Ach, Jean…
…es dürfte sich selbst bis zu Ihnen herumgesprochen haben, dass Sie keinen Exklusivanspruch auf Ethos haben, und auch Ihre Kirche nicht. Wenn Sie nicht damit zurechtkommen, dass andere Menschen andere Ansichten (und auch divergierende Auffassungen von Ethik) haben, und meinen, das mangels Überzeugungskraft mit pejorativen Wörtchen herabwürdigen zu müssen, dann tun Sie mir sehr leid – Sie müssen in einer engen Welt leben, so ganz allein gegen Milliarden Feinde, und nur Sie und ein Grüppchen Eingeschworener haben Recht, jaja…

War das jetzt wieder das übliche ad hominem an Stelle eines Arguments, das mir bei Ihnen schon zu eintöniger Gewohnheit geworden ist?
Dienstag, 2. Mai 2006 20:29
-Agnostiker-: @ Thomas A. Höck
Ihr Argument wird außerdem dadurch entkräftet, daß es ja auch viele Frauen gibt, die Abtreibungsgegnerinnen sind!

Mein Beitrag war nicht als Argument gedacht, sondern als Feststellung!
Dienstag, 2. Mai 2006 20:25
Jean: ex machina
… der übliche relativistische Unsinn, den Sie hier verzapfen. Von ethischen Prinzipien nicht das einfachste kapiert. Sie langweilen einfach.
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