Protestantismus
Eine Fundgrube des Antikatholizismus
Der nordirische extremistische Protestantenführer, Dr. Ian Paisley, besitzt im Internet eine Homepage mit dem blumigen Namen ‘Europäisches Institut für protestantische Studien’. Dort finden sich auch fünf Gründe, warum Katholiken keine Christen sind.
(kreuz.net) Der inzwischen altersschwache Dr. Ian Paisley (80) ist seit Jahrzehnten in Nordirland und weit darüber hinaus berühmt berüchtigt. Er wirkte sein Leben lang als freikirchlicher Prediger und Parlamentarier.

Paisley wurde als Sohn eines unabhängigen baptistischen Predigers geboren und war in den 1950er Jahren Mitbegründer der sogenannten ‘Freien Presbyterianischen Kirche’. Diese Freikirche umfaßt weniger als 1% der nordirischen Bevölkerung.

Theologische Abschlüsse besitzt Paisley keine. Seinen Doktortitel erhielt er ehrenhalber von einer fundamentalistischen Universität in den USA, die zur Zeit der Verleihung des Ehrendoktorates an Paisley schwarzen Studenten keinen Zutritt gewährte.

Paisley ist bis heute Anführer der größten politischen Gruppierung Nordirlands – der ‘Demokratischen Unionisten Partei’. Sie kämpft für ein Verbleiben Nordirlands bei Großbritannien.

Der freikirchliche Prediger Paisley ist auch rabiat antikatholisch.

Als langjähriger EU-Parlamentarier beschimpfte er 1988 Johannes Paul II. als Antichrist, während sich der Papst anschickte, vor den Parlamentariern eine Rede zu halten.

Die von Paisley publizierte Homepage beabsichtigt, die Bibel auszulegen, das Papsttum bloßzulegen und den Bibelprotestantismus in Europa und anderswo zu verteidigen.

Auf Paisleys Homepage werden unter anderem fünf Gründe vorgestellt, warum Katholiken keine Christen seien.

Als Logo und Merkwort für diese Ausführungen benützt Paisely die päpstliche Tiara, die er „Krone des Usurpators“ nennt.

Der Ausdruck „Usurpator“ wird mit dem zugrundeliegenden Zeitwort erklärt: „Usurpieren bedeutet, sich etwas mit Gewalt und unrechtmäßiger Macht anzueignen. Das kann nur durch kriminelle Mittel geschehen.“

Die fünf Buchstaben des Wortes „Tiara“ werden zugleich als Merkwort benützt, das die fünf Gründe, warum Katholiken keine Christen sind, einprägen soll.

Der erste Buchstabe „T“ bezeichnet die Trinität. Die Dreifaltigkeit werde vom Papst mißbraucht, weil dieser sich „Heiliger Vater“, „Haupt der Kirche“ oder „Stellvertreter Christi“ nennt und somit Namen verwende, die alleine den drei Personen der Trinität zukämen.

Der zweite Buchstabe „I“ bezeichnet die Intermediation Christi, das heißt: seine Mittlerfunktion. Doch Rom habe diese Mittlerrolle an sich gerissen, indem die Kirche beanspruche, das Opfer Christi zu wiederholen und die „Waffel und den Wein“ in den Leib und das Blut Christi zu verwandeln.

Außerdem habe Papst Johannes Paul II. erklärt, daß die Muttergottes die Versöhnung von Gott mit der Menschheit bewirkt habe.

Der dritte Buchstabe „A“ bezeichnet die Autorität der Bibel, die Rom für sich selber beanspruche, indem der Bibel vieles hinzugefügt worden sei: die sogenannten „deuterokanonischen Bücher“, die apostolischen und kirchlichen Traditionen, die Autorität der Kirchenväter und die päpstliche Unfehlbarkeit.

Der vierte Buchstabe „R“ bezeichnet die Remissio peccatorum, die Vergebung der Sünden. Johannes Paul II. habe erklärt, daß die Absolution durch den Priester der einzige ordentliche Weg ist, durch den der Sünder mit Gott versöhnt werden kann.

Doch der Herr Jesus habe nie einen irdischen Priester oder Papst zwischen ihm und den Sünder gestellt.

Der fünfte Buchstabe „A“ bezeichnet den Anspruch auf Heil. Die Kirche nehme dem Sünder alle Gewißheit, das ewige Heil zu erlangen.

Auch das Fegefeuer könne in der Bibel nicht gefunden werden. Der Papst deute mit seiner Drohbotschaft auf das Fegefeuer, das heißt, auf einen Ort, der gar nicht existiere.

Dagegen zeige die Frohbotschaft Christi auf das Paradies.
      
21 Lesermeinungen
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#21   Katholika   11:23:01 | Sonntag, 4. Juni 2006
Und? Lasst ihn doch hetzen!
Paisleys Antikatholizismus ist begründet in seinem Hass gegen die legitimen Bewohner Nordirlands: katholische Iren.
Im Grunde ist er ein ganz armseliger, ja bedauernswerter Mensch.
Verblendet, lieblos und UNchristlich.
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#20   Benedikt   16:05:13 | Montag, 1. Mai 2006
Paisley
Wen interessiert schon, was ein alternder Prediger so alles erzählt? Besonders, wenn dabei etwas wie das hier herauskommt?:
Der dritte Buchstabe „A“ bezeichnet die Autorität der Bibel, die Rom für sich selber beanspruche, indem der Bibel vieles hinzugefügt worden sei:
Was glaubt Hr. Paisley eigentlich, wer die Bibel geschrieben hat? Höchst amüsant.
@ deusexmachina
Immerhin hat das ja Luther schon dermaßen gestunken, dass er mittels „sola scriptura“ auf das ganze, dogmatische Tralala,
1. Auch sola scriptura ist im Prinzip ein Dogma
2. An dieses hat sich im Protestantismus jedoch meist niemand gehalten. Schon mit seiner Beifügung an das Vaterunser hat Luther bewiesen, dass er sein eigenes Prinzip nicht beachtet.
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#19   Frl.Ilse   14:22:00 | Montag, 1. Mai 2006
Schulenglisch
Hoppla, da ist der Autor an die Grenzen seines Schulenglisch gestoßen. „Wafer“ heißt in diesem Zusammhang natürlich nicht „Waffel“, sonder „Oblate“ bzw. „Hostie“ (engl. consecrated wafer).
Lieber Autor, das ihre Übersetzung nicht stimmt, hätten Sie selber merken müssen.
Ansonsten ist Paisley ein übler Bursche, der den Nordirlandkonflikt noch zusätzlich anheizt. Auf den Papst reagieren allerdings alle Engländer, mit Ausnahme der katholischen, bis heute allergisch. Sie haben dem Papsttum das 16.Jahrhundert immer noch nicht verziehen.
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#18   centesimus annus   20:51:48 | Sonntag, 30. April 2006
schwerer Irrtum
Es ist richtig, dass mit der Festschreibung der Unfehlbarkeit nicht erst diese begründet wurde, doch gilt nachher wie vorher, dass das Festgeschriebene einer genauen Betrachtung bedarf: Die Konzilsväter von Vat.I haben sehr wohl darauf bedacht, nicht jeden schriftlichen oder gar mündlichen Furz eines Papstes mit dem Attribut der Unfehlbarkeit zu belegen. Inhaltlich bedeutet das, dass der Blick auf die Lehrentscheidungen gerichtet war, die am Ende eines dogmatischen Disputs stehen und zur Abgrenzung gegen fundamentale Irrlehren dienen. Das trifft auf Mirari vos und ähnliches mit Sicherheit nicht zu. Es handelt sich um engstirnige Produkte einer Defensive, die sich nicht gegen Irrlehrer sondern gegen den Sinn der heiligen Schrift richten.
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#17   Der Tradition verbunden   13:58:55 | Sonntag, 30. April 2006
Ian Paisley
@centesimus Annus
Und extra ecclesiam nulla salus ist kein Dogma, ein Dogma ist die leibliche Aufnahme der Mutter Gottes in den Himmel, und nur die.
Mir scheint, dass Du noch einige Nachhilfestunden in kirchl. Dogmengeschichte brauchst. Du denkst wahrscheinlich, dass es unfehlbare Dogmen erst seit dem erstan vat. Konzil gibt, auf dem die päpstl. Unfehlbarkeit definiert wurde. Hier wurde lediglich etwas definiert, was in der Kirche schon immer gegolten hat. Auch die unbefleckte Empfängnis Mariens (1854) und natürlich auch „extra ecclesiam nulla salus“ sind unfehlbare Dogmen ,ebenso die Lehrentscheidungen des Trienter Konzils und vieles, vieles mehr. Ich empfehle Dir dazu das Buch Neuner-Roos: „Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung“, Verlag Friedrich Pustet.
Zu Dr. Ian Paisley: Ich befasse mich schon seit einigen Jahren mit dem Nordirland-Konflikt. Was mich an Dr. Paisley sehr stört, ist, dass er sich als „Friedensapostel“ ausgibt, angeblich jede Gewalt ablehnt, selber aber durch seine Hetzreden gegen die „Papisten“ militante Protestanten zu Gewaltaktionen gegen Katholiken in Nordirland (mit denen Dr.Paisley dann ja „nichts zu tun hatte“) angestachelt hat.
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#16   methusalix †   23:00:27 | Samstag, 29. April 2006
@athanasius
Athanasius: „Dominus Iesus“ ist ein liberales Dokument, Dann will ich lieber nicht wissen, wie in Ihren Augen ein Dokument aussieht, das Sie für nicht-liberal halten. Eine Kriegserklärung, oder ein Kaperbrief für Piraten vielleicht?
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#15   centesimus annus   21:43:31 | Samstag, 29. April 2006
ojeojeoje
Jetzt gehen die katholischen Fundamentalisten auf die protestantischen Fundamentalisten los, was soll denn das. Der son of a preacher man hat doch nur fundamentalistisch überspitzt, was sowohl innerkirchliche als auch außerkirchliche Kirchenkritik eh schon wusste, und worüber man sich weitgehend einig ist, dass das ernstzunehmende Anfragen sind, aber keine prioritären Mängel, zumal in der Überspitzung auch noch einige Fehler grundgelegt wurden.
Nochwas: Dominus Jesus ist kein liberales Dokument, es ist nur nicht extremistisch-fundamentalistisch. Wenn alles, wo nicht ein realer oder virtueller Bombengürtel eines Selbstmordattentäters darumgewickelt ist, hier schon als liberal gilt, wo kommen wir da hin. Wir Fundis wollen uns doch nicht nachsagen lassen, dass wir hinverbrannte, schwarz-weiß-denkende, aufbrausende Lärmbrüder sind, die intellektuelle Entwicklungshilfe benötigen!
Und extra ecclesiam nulla salus ist kein Dogma, ein Dogma ist die leibliche Aufnahme der Mutter Gottes in den Himmel, und nur die.
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#14   Gotthard   21:23:46 | Samstag, 29. April 2006
zumüllen
kreuz.net müllt mit solchen belanglosen Artikeln das Internet zu … es lohnt eine Diskussion eigentlich nicht.
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#13   Athanasius   20:28:42 | Samstag, 29. April 2006
„Dominus Iesus“…
…ist ein liberales Dokument, das keineswegs das Dogma Extra Ecclesiam nulla salus bestätigt, sondern aushöhlt. Methusalix plappert bloss den deutschen Medien nach, die keinerlei Theologiekenntnisse haben. Wer ein Wort Latein spricht, ist da schon Ultra-Traditionalist. Die Monitor.de-Terminologie ist lächerlich DDR-lich.
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#12   methusalix †   19:46:22 | Samstag, 29. April 2006
dieser Pailsley
scheint das „Dominus Jesus“ der Protestanten geschrieben zu haben. Oder warum diese Aufregung?
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#11   ExBochumer †   19:07:22 | Samstag, 29. April 2006
Nichternstzunehmend …
ist doch diese Meldung eigentlich.
Ich werde jetzt eigentlich immer ratloser, warum kreuz.net immer was aufgreift, was die katholische Kirche gar nicht tangieren könnte bzw. in ihren Festen zerstören könnte.
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#10   Sulpicius   17:35:18 | Samstag, 29. April 2006
@deusexmachina
Sie haben meine Empfehlung leider nicht angenommen. Nun ja. Andere Frage: Sind Sie eigentlich glücklich?
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#9   deusexmachina   17:33:41 | Samstag, 29. April 2006
@Sulpicius
Und Ihre oberlehrerhafte Einlassung, die vorgaukelt, Sie selbst verfügten über das völlig redundanterweise Angemahnte, habe ich konkret WELCHEM Umstand zu verdanken?
Was genau sehen Sie anders? Dass Protestanten, sofern sie sich überhaupt um katholische Denke kümmern, Dr. Paisleys Ansichten durchaus mindestens tendenziell teilen? Na, Sie haben die Ahnung ja mit Löffeln gefressen.
Oder dass der katholische Klerus seit Jahrtausenden emsig an Aufbau und Erhalt der eigenen Machtbasis gewerkelt hat und sich dabei aller verfügbaren Tricks bedient hat, durchaus nicht immer mit dem gebührenden Respekt vor der eigenen „heiligen“ Schrift?
Oder dass der gesamte Protestantismus die Institution „Papst“ als nicht auf Jesus zurückgehend ablehnt und ansonsten sowieso jede andere Religion einen feuchten Kehricht auf dessen angemaßte Stellvertreterschaft Jesu“ gibt?
Nun?
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#8   valmont1980   16:34:40 | Samstag, 29. April 2006
Beifall!
endlich hat es mal jemand erkannt, warum der nur 5 gründe findet…?
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#7   Cinchonae cortex †   16:25:55 | Samstag, 29. April 2006
Sulpicius gefragt>>>
Ist das noch mehr als das große Latinum???
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#6   Elendester Sünder   16:22:37 | Samstag, 29. April 2006
Die Hunde bellen,
die Karawane zieht weiter
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#5   Sulpicius   16:21:50 | Samstag, 29. April 2006
@machina
Ich empfehlen Ihnen ein solides Theologie-, Philosophie- und Geschichtsstudium, bevor Sie hier das nächste Posting ablassen!
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#4   deusexmachina   16:04:46 | Samstag, 29. April 2006
Die Einstellung des Dr. Paisley…
…ist im Protestantismus weit verbreitet, man sagt’s nur meistens nicht so drastisch, weil’s die wenigsten Protestanten juckt, was die „Katholen“ sich so zusammenschwurbeln. Immerhin hat das ja Luther schon dermaßen gestunken, dass er mittels „sola scriptura“ auf das ganze, dogmatische Tralala, anhand dessen sich der Katholizismus ziwschen Gott und die Menschen gedrängelt hat (um sich nur ja als unverzichtbar darzustellen), zu verzichten suchte.
Natürlich gibt es da meterlange theologische Diskurse, die alle diese ach-so-essenziellen Aspekte der katholischen Kirche „beweisen“ sollen. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt, dass eine mächtige Organisation sich selbst als überlebensnotwendig darstellen wollte und will.
„cui bono“, nicht wahr?
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#3   Sulpicius   15:55:43 | Samstag, 29. April 2006
Die katholische Ruhe und Gelassenheit…
… fehlt diesem Mann ganz offenbar: ich sage nur, verbiesterte Stirnfalten!
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#2   Sozialkatholisch   15:48:25 | Samstag, 29. April 2006
Tja, –--
manchmal haben die Protestanten wirklich viel, aber die Fülle der Wahrheit haben sie nicht.
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#1   Sulpicius   15:16:09 | Samstag, 29. April 2006
Jetzt weiß ich auch,…
… warum mir Söhne von unabhängigen baptistischen Predigern immer schon suspekt waren!
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