Medien
Die Nase voll von der „Erfüllten Zeit“
Wer wissen will, was nicht in der Bibel steht und von der Kirche nicht gelehrt wird, braucht nur die Religionssendungen öffentlicher Rundfunkanstalten zu konsumieren. Von Dr. Alfons Adam.
(kreuz.net) Im Radioprogramm des ‘Österreichischen Rundfunks’ Ö1 gestaltet die Religionsabteilung jeden Sonntag zwischen 7.00 und 8.00 Uhr die „Erfüllte Zeit“.

Mißt man diese Sendung am katholischen Glauben, dann muß man wohl besser von Anti-Religionsabteilung sprechen, die von abtrünnigen Priestern und Theologen unterstützt wird.

Wie immer in dieser Sendung wird das Sonntagsevangelium gelesen. Am 12. März 2006 war dies der Evangelienbericht von der Verklärung des Herrn auf dem Berg Tabor.

Der Bibelwissenschafter, der die Aufgabe der Auslegung dieses Evangeliums übernommen hatte, machte gleich zu Beginn in subtilen Formulierungen klar, daß es sich bei der Taborstunde nicht um ein geschichtliches Ereignis handle.

Damit hat er der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils klar widersprochen. In der Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung ‘Dei Verbum’ 19 heißt es:

„Unsere heilige Mutter, die Kirche, hat entschieden und unentwegt daran festgehalten und hält daran fest, daß die vier genannten Evangelien, deren Geschichtlichkeit sie ohne Bedenken bejaht, zuverlässig überliefern, was Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich getan und gelehrt hat, bis zu dem Tag, da er aufgenommen wurde.“

Entlarvend war während der Sendung der Hinweis, daß „der Evangelist äußerst geschickt“ einen Bezug zum Alten Testament hergestellt habe.

Im übrigen klang die Auslegung sehr fromm, was das versprühte Gift des Unglaubens leider nur noch wirksamer macht.

Es gab noch ein Interview mit einem Jesuitenpater, der sich ohne langes Federlesen gegen die von Papst Johannes Paul II. unfehlbar verkündete Lehre ausgesprochen hat, daß die Kirche nicht die Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden.

Damit hat der ‘Österreichische Rundfunk’ einmal mehr einer hochoffiziellen Irrlehre Publizität verschafft und dabei – was besonders schlimm ist – den Eindruck erweckt hat, als hätte ein solches Mißverständnis innerhalb des katholischen Glaubens einen legitimen Platz.

Davon kann aber keine Rede sein. Papst Johannes Paul II. hat in seinem Apostolischen Schreiben ‘Ordinatio Sacerdotalis’ vom 30. Mai 1994 wörtlich folgendes erklärt:

„Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und daß sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“

Darum bitte ich die Katholiken, beim ‘Österreichischen Rundfunk’ gegen diesen neuerlichen Affront gegen Kirche und Glaube zu protestieren.

Ich habe an den ORF zu Handen Frau Generaldirektor Dr. Monika Lindner ein Schreiben gesandt und die Frau Generaldirektor gebeten, in einer Sendung für katholische Gläubige keine Mogelpackungen, sondern echte Katholiken zu Wort kommen zu lassen.

Dr. Alfons Adam ist Rechtsanwalt in Neulengbach bei St. Pölten und Präsident der Bewegung für Menschenrecht auf Leben ‘Pro Vita’.
      
20 Lesermeinungen
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#20   Jörg Guttenberger, Köln   22:08:29 | Montag, 1. Mai 2006
Gotthard
Wieso ist der 1. Halbsatz falsch? Bitte Begründung!
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#19   Gotthard   22:41:35 | Sonntag, 30. April 2006
Liebe
Die Liebe ist gleich Gott, der ja die Liebe ist,
nicht jeder Satz gilt auch im Umkehrschluss … also ist Dein erster Halbsatz falsch …
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#18   Sirilo   21:44:14 | Sonntag, 30. April 2006
Nase voll
Gehört die abgebildete Nase Dr. Adam?
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#17   Jörg Guttenberger, Köln   21:30:36 | Sonntag, 30. April 2006
deutexmachina – Verklärung
Irrationale Zahlen folgen genauso, wie die Reihe der Primzahlen, Gesetzen, die wissenschaftlich nicht faßbar sind. Genauso ist es – unbeschadet der ihnen zugrundeligenden und nachvollziehbaren S€prachgeschichte – mit den unregelmäßigen Verben. Nochmaliger Verweis auf die fehlende gemeinsame Maßzahl von Seitenlänge und Diagonale eines Quadrates! –-------
Verklärung: Wisenschaftlich-anaythisches Denken und verknüpfendes Denken der Meditation gehören zusammen wie die beiden Themen eines symphonischen Satzes. Selbst bei wissenschaftlichem Denken gibt es Intuition (wenn auch von weit untergeordneter Bedeutung) und beim Meditieren wird der Verstand nicht abgeschaltet. Jede Einseitigkeit führt im Leben zu minderwertigen oder gar falschen Ergebnissen.
Durch die entmythologisierungsbedingte einseitige Rationaliesierung únseres Denkens droht Wesentliches abhanden zu kommen.
Die Liebe ist gleich Gott, der ja die Liebe ist, nichtwissenschaftlich zwingend beweisbar, aber für den Liebenden erfahrbar.
Ähnliche Erlebnisse, wie die Jünger bei der Verklärung Christi hatten die Seherkinder von Fatima, Lourdes u. a. doch auch. Wieso werden da hinsichtlich gläubiger Annahme Unterschiede gemacht? Die Dr. Adam gemachten Schwierigkeiten sind völlig unverständlich und zeigen nur, daß sich modernstes Denken noch nicht bis zum österreichischen Kirchenfunk herumgesprochen hat.
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#16   centesimus annus   20:26:24 | Sonntag, 30. April 2006
@sulpicius
Ich glaube nicht, daß ich von Ihnen Nachhilfe in Theologie benötige… na dann is ja gut, dann gehe ich davon aus, dass ihr posting ein tippfehler war
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#15   Krzyszek   19:55:45 | Sonntag, 30. April 2006
Nachhilfe
„Ich glaube nicht, daß ich von Ihnen Nachhilfe in Theologie benötige…“
Aber generell offensichtlich wohl doch.
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#14   Sulpicius   19:02:28 | Sonntag, 30. April 2006
@centesimus annus
Ich glaube nicht, daß ich von Ihnen Nachhilfe in Theologie benötige…
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#13   centesimus annus   18:03:33 | Sonntag, 30. April 2006
Bibel und Tatsachen
@sulp… dings… merk mir das nie
die nicht darauf abzielen, das Leben und Werk Jesu nachzuerzählen, sondern eine tiefe Botschaft des Glaubens zu vermitteln.
Hängt beides nicht wesentlich zusammen?
Hier liegt der Schlüssel im Detail. Leben und Werk Jesu will sagen: des historischen Jesus und nacherzählen will sagen, historische Tatsachen zu schildern. Referrieren von Tatsachen ist etwas anderes als eine tiefe Botschaft des Glaubens zu vermitteln. Die Tiefe der Botschaft des Glaubens verhält sich auch in keiner Weise irgendwie proportional zur Historizität von Fakten! Ganz im Gegenteil: Wer nur glaubt, weil er bestimmte, einzelne oder alle biblischen Erzählungen für historische Tatsachen hält, der ist eigentlich ungläubig und hat von den biblischen Botschaften nichts verstanden!
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#12   Ansgar   10:42:47 | Sonntag, 30. April 2006
Sagen Sie mal, Frau Bussmann…
… meinen Sie mit „Theologin“ etwa sich selbst? Und beherrschen nicht mal die korrekte Schreibweise von „apokryph“? Noch haben Sie einen Schimmer davon, was das bedeutet. Und halten David und Salomon, wie in einem Ihrer Beiträge geschehen, für ein schwules Pärchen? Ich habe nichts gegen Bildungsstolz, aber Ihrer ist peinlich. Haben Sie Ihre theologische Ahnungslosigkeit an der University of Tika-Tukaland erworben?
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#11   Brigitte Bussmann   08:46:45 | Sonntag, 30. April 2006
Nase voll von der „Erfüllten Zeit“
wie lieblos die Worte von den „abtrünnigen Priestern und Theologen“ und dazu noch aus der „Feder“ eines, ich vermute mal Christen, Katholiken, der sich auch noch auf den liebenden Gott beruft.
Vieles steht nicht in der Bibel und wird schon gar nicht von der katholischen Kirche gelehrt. Hierzu gehören die ganzen apogryphen Schriften, die für die Bibelwissenschaft trotzdem unerlässlich sind.
Es sollte mal hinterfragt werden, warum diese apogryphen Schriften nicht zum Kanon gehören z.B. das Thomasevangelium?
von einer nicht „abtrünnigen“ Theologin.
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#10   deusexmachina   08:25:23 | Sonntag, 30. April 2006
@Jörg Guttenberger
Bevor Sie hier von irrationalen Zahlen reden, machen Sie sich doch bitte erst einmal schlau, insbesondere, was „irrational“ in diesem Kontext bedeutet – dann merken Sie auch, wie unsinnig die Assoziation ist. Sie lesen das als „nicht erklärbar“ oder eben als „irrational“ im umgangssprachlichen Sinn – damit haben „irrationale Zahlen“ überhaupt nichts zu tun.
Was die verben angeht, handelt es sich um simple Ausnahmen von Regeln, die allerdings ihrerseits höchst rational hergeleitet werden können. War also auch nix.
@Bonifatius
Beim Bibelwegschmeißen bin ich Ihnen gerne behilflich, kann man ja auch auf Raten machen – welchen der beiden Jesus-Stammbäume rupfen Sie denn z.B. ‘raus? Einer von beiden muss ja nun falsch sein (eigentlich sind BEIDE falsch, da Joseph ja gar nicht Jesu Vater war, aber seien wir ‘mal nicht kleinlich)? Jaja, die historisch exakte Bibel…
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#9   expedit   06:24:32 | Sonntag, 30. April 2006
Radio abschalten!
Spart Strom und Nerven, sowie den Rechtsanwalt!
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#8   Jörg Guttenberger, Köln   01:25:26 | Sonntag, 30. April 2006
Verklärung Christi
Hier wird übersehen, daß die Bibel von vornherein keine wissenschaftlichen, sondern ausschließlich Glaubensaussagen machen will!
Geschichte als Wissenschaft gibt es überhapt erst seit dem 19. Jahrhundert (Ranke und Mommsen). Vorherige Autoren hatten andere Interessen, so wollte der Autor des Troja-Berichtes ausschließlich die Heldentaten der Griechen darstellen und hat sich dabei der Geschichte über die Eroberung dieser Stadtbedient. Hierbei war es durchaus erlaubt, in gewissem Umfang (natürlich ohne zu übertreiben) Tatsachen bedarfsgerecht zurechtzubiegen.
Genauso ist die Bibel zu verstehen. An den Glaubensaussagen ist nicht zu rütteln, naturwissenschaftliche Aussagen kann man nicht entnehmen , die geschichtlichen Tatsachen stimmen grundsätzlich, Einzelheiten sind u. U. vom Autor bedarfsgerecht dargestellt.
Zur Verklärung: Es besteht heute leider die Tendenz, wissenschaftlich unerklärbare Berichte als erfunden abzutun. Irrationale Rest gibt es auch in der Wissenschaft, z. B. die gesamten irrationalen Zahlen, es gibt keine gemeinsame Maßzahl von Seitenlänge und Querschnitt eines Quadrates, wie mit Pythagoras leicht nachweisbar ist; oder in den Sprachen die unregelmäßigen Verben! Man sollte also mit der Ablehnung der Geschichtlichkeit der Verklärung vorsichtig sein! Die indischen Christen mit ihrem umfangreicheren metharationalem Wissen z. B. haben da weit weniger Probleme!
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#7   Sulpicius   22:08:55 | Samstag, 29. April 2006
Erstaunte Frage
die nicht darauf abzielen, das Leben und Werk Jesu nachzuerzählen, sondern eine tiefe Botschaft des Glaubens zu vermitteln.
Hängt beides nicht wesentlich zusammen?
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#6   Gotthard   22:06:22 | Samstag, 29. April 2006
Hohl-Eier
Das heutige Evangelium zählt zu jenen zahlreichen Berichten, die nicht darauf abzielen, das Leben und Werk Jesu nachzuerzählen, sondern eine tiefe Botschaft des Glaubens zu vermitteln.
danke für den Link zu der Sendung!
Diese Sendung hat wirklich eine tiefe Botschaft des Glaubens vermittelt.
Welche Botschaft Herr Rechtsanwalt mitgenommen hätte, hätte es damals schon eine digicam gegeben, weiß ich nicht. Und welche Botschaft er mitgenommen hätte, hätte es darüber einen zeitungsartikel gegeben, weiß ich auch.
Doch eines weiß ich: im ORF hat es ware Lachsalven gegeben, nachdem der RA-Brief eingegangen war.
Es ist unglaublich, welche theologischen Hohleier hier verzapft werden.
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#5   centesimus annus   21:56:00 | Samstag, 29. April 2006
fehlbar und entbehrlich
… sind die Beiträge des Dr. Adam, obwohl ich muss sagen, er hat mich auch schon inspiriert, aber das ist eine andere Geschichte.
Jedenfalls dazu:
Seine Inkomptenz beweist er, indem er von der unfehlbaren Lehre Papst Johannes Paul II. spricht, die Kirche habe nicht die Vollmacht, Frauen zu Priestern zu weihen. Das ist völliger Unfung, der da behauptet wird: Weder handelt es sich um eine Lehrentscheidung (sondern eher um eine Defensio der bisherigen kirchlichen Position) noch ist diese unfehlbar (also ex cathedra verkündet).
Wer wissen will, was Prof. Langer – hervorragender Bibelwissenschafter an der Universität Salzburg – wirklich gesagt hat, kann das auf der Homepage des ORF religion.orf.at/…a_erfuellte_zeit.htm nachlesen und so selbst erkennen, wie unterbelichtet der Herr Anwalt ist.
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#4   Gotthard   20:14:09 | Samstag, 29. April 2006
Rechtsanwalt
dieser Herr Rechtsanwalt sollte doch lieber bei seinem Fachgebiet bleiben … von Exegese hat er keine Ahnung.
Die Diskussionen um das Frauenpriestertum werden nicht verstummen, auch wenn Papst Johannes Paul II. dies gerne so gesehen hätte…
Ich hoffe, dass dieser Rechtsanwalt vor Gericht besser arbeit und seine Plädoyers fundierter sind… sonst bedauere ich seine Klienten.
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#3   Katja Berben   19:07:24 | Samstag, 29. April 2006
@bonifatius
Wieso Lug und Trug?
Ich sprach von einer literarischen Konstruktion. Nicht von Lüge. Ich bin davon überzeugt, dass sich in der literarischen Konstruktion der Evangelien offenbart, wie unser Herr Jesus Christus gewesen ist und was er getan hat. Aber daraus abzuleiten, jede einzelne Perikope gäbe ein historisches Ereignis wieder, das ist nicht in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche. (Auch nicht mit dem Abschnitt, der in dem Artikel zitiert wird!)
Wie kommen Sie darauf, ich hätte behauptet, die Verklärungsperikope sei Lug und Trug?
Ich hoffe nur, Sie sind kein Dr.theol. oder Religionslehrer, wenn Sie Kindern Lügen als Wahrheiten des christlichen Glaubens auftischen wollen.
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#2   bonifatius   18:54:33 | Samstag, 29. April 2006
@Frau Berben: Häresie
Also, liebe Frau Berben, dann schmeißen wir unsere Bibel weg, wenn schon der Evangelienbericht von der Verklärung des Herrn Lug und Trug ist. Geschichtlichkeit verweisen sie auf die Ebene von Grimm’s Märchen. Bin überzeugt, daß sie damit eher der Häresie verhaftet sind als der Verfasser obigen Berichtes über die raffiniert angesetzte Verwirrung der Noch-gläubigen in der Röm. Kath. Kirche. Hoffe nur, daß sie keine Dr. theol. oder gar Religionslehrerin sind.
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#1   Katja Berben   18:19:21 | Samstag, 29. April 2006
„Geschichtlichkeit“
„Geschichtlichkeit“ heißt gerade nicht „Historizität“. Wäre Letztere ernsthaft von der Kirche behauptet, so müsste jeder Katholik seine Bibel wegschmeißen, denn dann wäre sie voller Widersprüche, weil mehrfach ein und dasselbe Ereignis mit unterschiedlichen Fakten überliefert wird (Wortlaut von Herrenworten, Osterbotschaft etc.).
Aber gerade weil es sich bei biblischen Texten um literarische Konstruktionen handelt (anstelle von protokollartigen Dokumentationen), sind sie als auf geschichtlich Geschehenen beruhende Glaubenszeugnisse glaubwürdig und für uns Quelle des Glaubens.
Die katholische Kirche (insbesondere Vatikanum I und II) hat niemals biblischen Fundamentalismus gelehrt.
Der Autor des Beschwerdebriefes ist möglicherweise ein Häretiker. Jedenfalls deutet viel in seinem Artikel darauf hin.
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