Er will keine Reform der Reform
Der neue Sekretär der Kongregation für den Gottesdienst äußerte sich kürzlich zum sogenannten Volksaltar und zur Zelebrationsrichtung zum Tabernakel hin.

Erzbischof Ranjith war im vergangenen Dezember von Papst Benedikt XVI. zum Sekretär der Gottesdienstkongregation ernannt worden. Er gilt als Freund der Alten Lateinischen Messe.
Pater Lang – ein deutscher Konvertit und Mitglied des Oratoriums in London – war bei der Präsentation der italienischen Übersetzung seines Buches anwesend. Das Vorwort zum 2003 erschienenen Werk steuerte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation bei.
Pater Lang kommt in seinem Werk zum Schluß, daß die kirchlich nie angeordnete Einführung von sogenannten Volksaltären auf einer historischen Falschinterpretation beruht.
Erzbischof Ranjith verneinte die Frage, ob Papst Benedikt XVI. eine Untersuchung bezüglich der Zelebrationsrichtung angeordnet habe. Es gebe nichts dergleichen: „Aber wir hören uns die Meinungen und Erfahrungen der Leute an, die sich für diese Fragen interessieren.“
Der Erzbischof unterstrich, daß die Katholiken Hilfe bräuchten, um die Bedeutung des Geheimnisses und der Transzendenz Gottes in der Liturgie wiederzuentdecken. Es seien sorgfältige Untersuchungen nötig: „Wenn dies mit Hast geschieht, sind keine hoffnungsvollen Ergebnisse zu erwarten.“
Die Katholiken müßten sich dem Studium und der Diskussion ruhig, respektvoll und in einer andächtigen Atmosphäre widmen. Sie dürften einander nicht als Traditionalisten oder Radikale etikettieren.
Der Erzbischof stimmte „nicht unbedingt“ mit jenen Leuten überein, die eine Reform der Liturgiereform fordern. Seiner Meinung nach beinhalte das Buch von Pater Lang einen berechtigten Ruf nach einer „Vervollkommnung der Reform“.
Pater Lang selber erklärte bei der Buchpräsentation, daß sich seine Studien auf die Geschichte und die Theologie der geosteten Zelebrationsrichtung konzentrierten.
Es gehe um die biblisch symbolische Richtung, von der der Herr wiederkommt und nicht um die Frage nach der Alten oder der Neuen Messe.
„Die Idee meines Buches ist zu zeigen, daß der Priester dem Volk nicht seinen Rücken zukehrt, sondern es im Gebet zum Herrn hin führt.“
Der Oratorianer möchte diesen Gedanken Schritt für Schritt – ohne eine großartige Revolution – wieder in die Liturgie einführen.
Er erklärte auch, daß es ihm dabei um jene Teile der Messe gehe, in denen der Priester zu Gott betet und nicht um jene, in denen er die Meßbesucher anspricht.
Sämtliche Artikel weiterlesenWeiterlesen:
Samstag, 6. Mai 2006 14:24
Freinsberg: Katja Berben
Den Hochaltartabernakel gibt es ja erst seit dem 16. Jahrhundert, und zwar zunächst in Italien. Interessant ist: Die alte (nachtridentinische) Ausgabe des Caeremoniale Episcoporum verbietet, dass der Bischof an einem Altar die Messe feiert, auf dem das Allerheiligste aufbewahrt wird. Das Caeremoniale hat damit die frühere Tradition bewahrt.
Samstag, 6. Mai 2006 11:45
Dr. Otterbeck: Katja Berben
Die Interpretation ungelesener Texte ist eine echte Tradi-Spezialität. Man muss da mit jedweder Frechheit
rechnen, genau so wie Religionsstifter Lefebvre exakt am 10. Jahrestag von Lumen Gentium mittels seines
Manifests die Antinomisch-katholische Kirche der Heiligen der Letzten Tage gründete (unter gleichzeitiger
Leugnung des Abfalls). Das ist Anarchie unter Behauptung des Gegenteils, Häresie unter Behauptung des
Gegenteils und mancherorts sogar Sakrileg unter Behauptung des Gegenteils.
@ Reggazoni
Frevlergemeinschaft UNO? Die UNO macht zwar mitunter schlechte Politik, aber sie ist keine religiöse Instanz, also auch keine Wiederkehr des totalitären frz. Regimes von 1793. Aber das kann nur erkennen, wer nicht in pantheistischen Mythen befangen ist, sondern der Realpräsenz Christi was zutraut.
@ Reggazoni
Frevlergemeinschaft UNO? Die UNO macht zwar mitunter schlechte Politik, aber sie ist keine religiöse Instanz, also auch keine Wiederkehr des totalitären frz. Regimes von 1793. Aber das kann nur erkennen, wer nicht in pantheistischen Mythen befangen ist, sondern der Realpräsenz Christi was zutraut.
Freitag, 5. Mai 2006 21:06
Katja Berben: @Mimi
Ich hörte mal eine Fürbitte:
„Für die noch christlich denkende Minderheit im deutschen Bundestag.“
Genauso schlimm wie Ihr Beispiel.
Aber noch ganz allgemein:
Ich habe das Buch von Uwe Lang jetzt gelesen. Ich bin beeindruckt. Ein tolles Buch. Noch beeindruckter bin ich aber davon, dass der kreuz.net-Autor, der den Artikel geschrieben hat, das Buch offensichtlich nicht gelesen hat. Von der „Gebetsrichtung zum Tabernakel hin“ steht darin nämlich: NULL. NICHTS. NIENTE. Darum geht’s gar nicht. Der Tabernakel kann stehen, wo er will. Es geht um die Gebetsrichtung OSTEN bzw. mindestens mal um eine gemeinsame Gebetsrichtung.
Ich wüsste gerne, welcher kreuz.net-Autor so frech war, ein Buch zusammenzufassen, das er selbst nicht gelesen hat. Aber in dieser anonymen Hetzpostille hier braucht man ja mit solch einem Mindestmaß an Wahrhaftigkeit nicht zu rechnen, sprich: den Namen dieses inkompetenten Autors werden wir nie erfahren. Echter Bekennermut, sag ich dazu.
„Für die noch christlich denkende Minderheit im deutschen Bundestag.“
Genauso schlimm wie Ihr Beispiel.
Aber noch ganz allgemein:
Ich habe das Buch von Uwe Lang jetzt gelesen. Ich bin beeindruckt. Ein tolles Buch. Noch beeindruckter bin ich aber davon, dass der kreuz.net-Autor, der den Artikel geschrieben hat, das Buch offensichtlich nicht gelesen hat. Von der „Gebetsrichtung zum Tabernakel hin“ steht darin nämlich: NULL. NICHTS. NIENTE. Darum geht’s gar nicht. Der Tabernakel kann stehen, wo er will. Es geht um die Gebetsrichtung OSTEN bzw. mindestens mal um eine gemeinsame Gebetsrichtung.
Ich wüsste gerne, welcher kreuz.net-Autor so frech war, ein Buch zusammenzufassen, das er selbst nicht gelesen hat. Aber in dieser anonymen Hetzpostille hier braucht man ja mit solch einem Mindestmaß an Wahrhaftigkeit nicht zu rechnen, sprich: den Namen dieses inkompetenten Autors werden wir nie erfahren. Echter Bekennermut, sag ich dazu.
Donnerstag, 4. Mai 2006 11:26
Mimi: Fürbitten
In meiner NOM-Pfarrei hörte ich vor ungefähr einem Jahr mal die „Fürbitte“:
Für alle Konservativen, die dem Alten hinterhertrauern und sich notwendigen Neuerungen verschließen…
Ohne Kommentar…
((
Für alle Konservativen, die dem Alten hinterhertrauern und sich notwendigen Neuerungen verschließen…
Ohne Kommentar…
Donnerstag, 4. Mai 2006 10:15
Sozialkatholisch: Fürbitten
Bei vielen Fürbitten kann man wirklich bittend sagen „Wir bitten dich erhöre uns“, bei anderen Fürbitten
ist das fraglich und bei manchen sollte man lieber gar nicht antworten.
Mir fehlt jedenfalls öfter mal die Konzentration jede Fürbitte genau anzuhören und bin deshalb mit meinen Antworten dabei sparsam geworden.
Mir fehlt jedenfalls öfter mal die Konzentration jede Fürbitte genau anzuhören und bin deshalb mit meinen Antworten dabei sparsam geworden.
Donnerstag, 4. Mai 2006 09:55
Agiafortuni: Fürbitten
gegen die aus einem katholischen Geist hervorgegangenen Fürbitten ist nichts einzuwenden. Schlimm ist es, wenn eine Frevlergemeinschaft wie die UNO mithineinbezogen wird
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
