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Dienstag, 2. Mai 2006 13:50
Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen
Es ist nicht auszuschließen, daß auch Firmen, deren Produkte Sie benützen, bei der Ausstrahlung des Hetzfilms ‘Popetown’ Werbungen plazieren. Von Tilman Kluge, Bad Soden.
(kreuz.net) Sie sollten darüber nachdenken, ob Sie sich weiterhin mit solchen Firmen abgeben wollen.

Man kann zum Beispiel seine Vertragsverhältnisses mit Mobilfunkanbietern im rechtlich zulässigen Rahmen kündigen, wenn diese im Bereich von ‘Popetown’ werben.

Es gibt eine legitime Ironie auch zum Thema Kirche und Papst, sofern diese im Respekt vor dem christlichen Glauben erfolgt.

Dazu gibt es genügend Kinofilme – ‘Don Camillo und Peppone’ und andere –, aber auch öffentliche Ereignisse, die hier positive Beispiele liefern. Man kann der Kirche und ihren Würdenträgern durchaus ohne „tierischen Ernst“ begegnen.

Kirchliche Würdenträger mithin auch höheren Grades – ich denke an den verstorbenen Erzbischof von Fulda, Mons. Johannes Dyba – , haben ihren Teil dazu beigetragen, daß gerade die Katholische Kirche nicht zwingend trieftränig daherkommen muß.

Geht man aber davon aus, daß eine Werbung den Charakter der beworbenen Ware vemitteln will, ist die Werbung für „Popetown“ mit der plakativen Attacke auf Jesus Christus eine häßliche Gotteslästerung, die mit Humor nichts zu tun hat.

Die Werbeanzeige zeigt einen offenbar gut gelaunten Jesus Christus mit Dornenkrone.

Im Hintergrund ist das leere Kreuz sichtbar. Dazu liest man den Slogan: „Lachen statt rumhängen“.

Es ist dabei egal, ob der Privatsender die Anzeige inzwischen zurückgezogen hat. Der moralisch Schaden ist irreversibel.

Firmen, die den Privatsender ‘MTV’ im allgemeinen und die Ausstrahlung der Serie ‘Popetown’ insbesondere -und sei es nur ein einziges Mal – durch ihre Werbung mitfinanzieren, sind darum als ernstzunehmende Vertragspartner disqualifiziert.

Ein kritischer Konsument – ob katholisch oder nicht – sollte darum von solchen Unternehmen und ihren Produkten die Finger lassen.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 64 Lesermeinungen:
Freitag, 26. Januar 2007 16:45
No Comment: Wenn man zufällig…
nochmal auf diese popetown Seite kommt: Muss der Leser sich doch dazu motivieren, solche Dinge künftig nicht mehr ganz so brandheiß zu nehmen…

Und was ist von der ganzen „Sakrileg“-Welle übriggeblieben?
Pecunia non olet.
Donnerstag, 2. November 2006 17:54
stat crux: Pourquoi un „benedettesimo“ n’existe point…
habe ich hier schonmal aufzuklären versucht!
Wieviel unnütze Mühe.
Sonntag, 18. Juni 2006 10:04
Tilman: BGB & Co
Im Verlaufe der Diskussion wurde die von mir in meiner Abhandlung formulierte Passage „Man kann zum Beispiel seine Vertragsverhältnisses (…) im rechtlich zulässigen Rahmen kündigen, wenn diese im Bereich von ,Popetown’ werben“ kritisiert. Sie sei mutwillig und „irreführend“ so formuliert, als gewähre eine Werbung einer Firma bei „Popetown“ deren Kunden ein Kündigungsrecht, das über die gesetzlichen Kündigungsrechte (und -gründe) hinausginge (@Dr.Janus 03.5.2006 07:42, vgl. auch @Rodolfo Panetta03. Mai 2006 11:30).

Hierzu sei angemerkt, daß es kein kein Gesetz gibt, das es einem Bürger bei einer Kündigung im rechtlich zulässigen Rahmen (also in der Regel eine Kündigung im Rahmen der vertraglich vereinbarten Fristen) mit dem Vermerk verbietet, daß die Kündigung im Zusammenhang mit der in Rede stehenden Werbung stehe.

Etwas Gegenteiliges habe ich an keiner Stelle formuliert. Rechtlich spannend würde es allerdings, wollte der Vatikan solche Verträge kündigen.
Dienstag, 9. Mai 2006 08:34
Dr. Otterbeck: Die Kirche ist gerettet.
Denn sie ist Braut Christi, des Erlösers. Sie ist nicht der Herold der Monarchie in einer Zeit, in der die Zivilsation diese Staatsidee wegen erwiesener Unfähigkeit ablehnt, ein Mindestmaß an Gerechtigkeit und Frieden zu gewährleisten. Die Fürsten haben sich den Weltkrieg gegönnt und ihre Staatsidee damit enthauptet. Kein anderer als Pius X. hat den großen Krieg kommen sehen, aber einziger „Sieger“ blieb Papst Benedikt XV., der Friedenspapst. Nur 15 Jahre nach 1914: Lateranverträge, nur 30 Jahre danach: Pius XII. akzeptiert die Demokratie als vorzugswürdige Regierungsform, nur 50 Jahre danach: Lumen gentium, nur 70 Jahre danach: Weltjugendtag. „Die Kirche lebt.“
Sonntag, 7. Mai 2006 16:24
Brandenburgis: @Otterbeck&Höck
Als ich die beiden letzten postings las habe ich geweint vor Freude, daß ich eine solche geistige Erleuchtung noch miterleben darf. Die Kirche ist gerettet! Danke, Höck und Otterbeck!!!
Sonntag, 7. Mai 2006 09:26
Dr. Otterbeck: Die demokratische Interpretation
des Christkönigsgedankens ist keine Relativierung des Anspruchs Jesu, den die Kirche vertritt.

Die Selbstkorrektur betrifft die Soziallehre der Kirche, nicht das Dogma. Aber man bedenke, wie zügig dem Lehramt das gelungen ist: Nicht die Kirche hat die monarchische Staatsidee zerstört, das haben die Fürsten 1914-1918 selbst erledigt, gründlich.

Seit 1891 argumentiert die kath. Soziallehre bevorzugt vernünftig-naturrechtlich, also nicht kurzschlüssig-spirituell. Die theologische Differenz zwischen Gregor XVI. und Paul VI. ist dennoch marginal; die Zeiten haben sich geändert, mehr als die Kirche, aber ihr ist es gelungen, trotz und inmitten der Umbrüche, die Autorität ihres Herrn, die wahre Religion, deutlicher hervortreten zu lassen. Das ist eine der um 1789 für am wenigsten möglich gehaltenen Erfolgsgeschichten: Rd. 200 Regierungsdelegationen und ein internationales Millionenvolk am Sarge eines Papstes! Das Jahr 2005 hat, nur 80 Jahre nach „Quas primas“ gezeigt, wie vital der Christkönigsgedanke ist, wird er nur nicht royalistisch-integralistisch vermurkst.
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