18:55:02 | Mittwoch, 3. Mai 2006
Kein Land der Welt hat es so gut verstanden, seine Völkermorde zu leugnen wie Großbritannien. Im britischen Kolonialreich fanden über 20 Genozide statt.

Die 1877 und 1878 herrschte in Indien eine künstlich erzeugte Hungersnot.
(kreuz.net/
Znet) In seinem 2001 in London erschienenen Buch „Late Victorian Holocausts“ – deutscher Titel:
„Die Geburt der dritten Welt“ – schreibt Mike Davis von künstlich erzeugten Hungersnöten, die in Indien
zwischen 12 und 29 Millionen Menschen umbrachten.
Diese Menschen wurden, wie er zeigt, durch staatliche
Maßnahmen Großbritanniens ermordet.
Als 1876 eine Trockenheit die Bauern der Dekhan-Platte in Südindien
in Elend stürzte, gab es einen Überschuß an Reis und Getreide in Indien.

Lord Edward Robert Lytton
Aber der Vizekönig, Lord
Edward Robert Lytton († 1891), bestand darauf, daß nichts den Export von Grundnahrungsmitteln nach England
aufhalten sollte.
1877 und 1878 – zur Zeit der schlimmsten Hungersnot – führten Getreidehändler die
Rekordmenge von 390 Millionen Kilogramm Getreide aus dem Land aus.
Als die Bauern zu verhungern begannen,
wurde den Regierungsbeamten empfohlen, „Hilfsleistungen in jeder nur möglichen Weise zu unterbinden“.
Das sogenannte „Gesetz gegen wohltätige Spenden“ von 1877 verbot bei Gefängnisstrafe private Spenden
gegen die Hungersnot, weil diese möglicherweise einen Einfluß auf die Marktfixierung des Getreidepreises
hätten ausüben können.
Die einzige Linderung, die in den meisten Distrikten erlaubt war, bestand darin,
daß niemand in einem fortgeschrittenen Zustand des Verhungerns zu schwerer körperlicher Arbeit zugelassen
wurde.
In den Arbeitslagern bekamen die Arbeiter weniger Nahrung als die Insassen des nationalsozialistischen
Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar.

Britischer Prunkzug, während die Inder verhungerten.
1877 entsprach die monatliche Sterblichkeit einer jährlichen
Mortalität von 94%.
Während Millionen Menschen starben, startete die Regierung des britischen Kolonialreiches
eine militärisch gestützte Kampagne zur Eintreibung der Steuerrückstände, die sich während der Dürre
angesammelt hatten.
Das Geld – dessen Entzug jene zugrunde richtete, welche die Hungersnot sonst hätten
überleben können – verwendete Vizekönig Lytton, um seinen Krieg in Afghanistan zu finanzieren.
Sogar
an Orten, wo ein Getreideüberschuß produziert worden war, schafften die Exportmaßnahmen der Regierung –
so wie jene von Stalin in der Ukraine – künstliche Hungersnöte.
In den nordwestlichen indischen Provinzen,
in Oud und in Punjab, die in den vorangegangenen drei Jahren Rekordernten eingefahren hatten, starben
wenigstens 1.25 Millionen Menschen.

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Parzifal 21:50:14 | Donnerstag, 4. Mai 2006
#20
Pero 21:00:20 | Donnerstag, 4. Mai 2006
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Frl.Ilse 16:40:08 | Donnerstag, 4. Mai 2006
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Institoris 15:18:49 | Donnerstag, 4. Mai 2006
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Benedikt78 14:26:34 | Donnerstag, 4. Mai 2006
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mahner 14:04:03 | Donnerstag, 4. Mai 2006
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Benedikt78 11:39:59 | Donnerstag, 4. Mai 2006
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Parzifal 21:10:44 | Mittwoch, 3. Mai 2006
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Pablo Ferrer 19:50:12 | Mittwoch, 3. Mai 2006
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Athanasius 19:35:12 | Mittwoch, 3. Mai 2006
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Pablo Ferrer 19:20:49 | Mittwoch, 3. Mai 2006