15:51:47 | Freitag, 5. Mai 2006
Befehl und Gegenbefehl scheint die Taktik der katholischen Bischöfe in der Kondomfrage zu sein. Vielleicht sollten sich die Hirten auf eine Linie einigen, bevor sie auf die verwirrten Schafe losgelassen werden.
(kreuz.net, Glasgow) Die Verwendung von Kondomen zur Vermeidung einer HIV-Infektion sei vernünftig. Das
erklärte der Erzbischof von Glasgow, Mons. Mario Conti, vor der schottischen Tageszeitung ‘Scotsman’.
Erzbischof Conti gilt als „konservativ, sorgfältig und fleißig“. So jedenfalls begründete der Vatikanist
der US-Wochenzeitung ‘National Catholic Reporter’, John Allen, im Jahr 2003 seine damalige Vermutung,
daß nicht der sich früher sehr liberal gebärende
Erzbischof von Saint Andrews und Edinburgh, Mons.
Keith O’Brian, sondern Erzbischof Conti die Kardinalswürde empfangen würde.
Erzbischof Conti stellte
die Frage, ob Eheleute profitierten würden, wenn sie sich einander wegen einer HIV-Infektion verweigerten –
und als Bruder und Schwester leben – obwohl sie die Natur ihrer Ehe zum Vollzug dränge.
Für den Erzbischof
handelt es sich dabei um „eine legitime Frage“. Zur Beantwortung zitiert Mons. Conti sogar den Heiligen
Paulus. Dieser habe auch davon gesprochen, daß Eheleute sich einander nicht verweigern sollten.
Der
eheliche Akt hinter Gummi sei ein Schutz gegen die Ausbreitung einer Infektion. Das heiße nicht, daß
man den Leuten verhütende Praktiken erlaube.
Mons. Conti gab auch zu bedenken, daß es sich bei der
von ihm gewünschten Maßnahme um keine hunderprozentige Absicherung handle. Die Kirche müsse deshalb
sehr vorsichtig sein. Sie dürfe nicht zu etwas ermutigen, das den Tod auch nur von einer oder zwei Personen
verschulde.
Dagegen erklärte der Präsident des päpstlichen Familienrates, Alfonso Kardinal Lopez Trujillo,
daß es keine Gründe gebe, daß die Katholische Kirche ihre Lehre zur Kondom- und Aids-Frage ändern
würde. Der Kardinal äußerte sich vor dem kolumbianischen Radio ‘Cadena Nacional’.
Kardinal Lopez erklärte,
daß die jüngste
Stellungnahme des emeritierten Kardinals Carlo Maria Martini zum Thema nur dessen Privatmeinung
sei. Der Papst habe keine Studien zur Aufweichung des Kondomverbotes in Auftrag gegeben.
Dagegen hatte
der Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, Javier Kardinal Lozano Barragán,
Ende April
erklärt, daß der Heilige Stuhl an einer Studie über Aids und Kondome arbeite.
Kardinal
Lopez bat seinen emeritierten Mitbruder, Kardinal Martini, via Radiointerview, zu erklären, wie das Kondom –
wenn es, wie behauptet, ein geringeres Übel sein sollte – wirksam vor Aids schütze.
„Die Kirche glaubt,
daß der einzige Weg, um wirklich gegen Aids zu kämpfen, die Treue und die Keuschheit ist.“ Das seien
praktisch und moralisch die einzig vertretbaren Mittel.
Ein ehelicher Akt hinter Gummi sei außerdem
keine wirkliche Hingabe der Ehepartner füreinander.
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methusalix † 17:58:17 | Samstag, 6. Mai 2006
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HansGruber 14:57:18 | Samstag, 6. Mai 2006
#13
methusalix † 13:58:42 | Samstag, 6. Mai 2006
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Elendester Sünder 13:49:53 | Samstag, 6. Mai 2006
#10
virOblationis 13:36:40 | Samstag, 6. Mai 2006
#9
Rituale Romanum 12:24:55 | Samstag, 6. Mai 2006
#8
HansGruber 12:24:44 | Samstag, 6. Mai 2006
#7
methusalix † 11:33:36 | Samstag, 6. Mai 2006
#6
Rituale Romanum 04:15:21 | Samstag, 6. Mai 2006
#5
methusalix † 01:10:14 | Samstag, 6. Mai 2006
#4
virOblationis 21:13:55 | Freitag, 5. Mai 2006
#3
Katja Berben 21:02:36 | Freitag, 5. Mai 2006
#2
Rituale Romanum 20:49:03 | Freitag, 5. Mai 2006
#1
Freinsberg 17:16:03 | Freitag, 5. Mai 2006