In diesen Tagen können viele Römer und Besucher der Ewigen Stadt die Feiern zum 500-Jahr-Jubiläum der Päpstlichen Schweizergarde zu einem großen Teil „live“ miterleben. Von Ulrich Nersinger.
Am späten Nachmittag des 4. Mai bewegte sich ein bunter Zug durch Rom zum Petersplatz. Vor mehreren Wochen –
am 7. April – waren weit über hundert Ex-Gardisten aufgebrochen, um den Marsch der ersten Gardisten des
Jahres 1506 in die Stadt am Tiber nachzuvollziehen. Die 720 km von Bellinzona nach Rom haben die tapferen
Marschierer wohlbehalten hinter sich gebracht.
An der ganzen Wegstrecke waren den ehemaligen päpstlichen
Leibwächtern von der Bevölkerung große Sympathien entgegengebracht worden. In Campagnano di Roma hielten
Schulkinder Plakate hoch, auf denen zu lesen war: „Grazie Guardie Svizzere, continuate a difenderci il
Papa – Danke Schweizergardisten, fahrt fort, uns den Papst zu beschützen!“.
Von der Porta del Popolo
zum Vatikan eskortierten die Ex-Gardisten aktive Angehörige der Garde und Mitglieder der italienischen
Streitkräfte. Auf dem Petersplatz hieß sie der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI., willkommen, dankte
ihnen mit herzlichen Worten und erteilte allen Anwesenden seinen Segen. Den Abend beschloß ein Konzert
in der Aula Pauls VI.
Am 4. und 5. Mai möchte die Garde Freunde, Gönner und Donatoren des Korps die
Möglichkeit zum Besuch des Gardequartiers und zur Festwirtschaft im Ulmenhof des Vatikans geben.
Am
Abend des 5. Mai steht ein Festakt mit Grußbotschaften und musikalischer Besinnung auf dem Programm.
Aufgeführt wird in der Audienzhalle Pauls VI. die vom Einsiedlermönch P. Theo Flury eigens zum Jubiläum
komponierte Betrachtung „Carmen Saeculare“.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Alois Koch wirken mit: das
„Vokalensemble 80“, der Kathedralchor von Fribourg, die Luzerner Kantorei sowie Chor und Orchester des
„Collegium Musicum“ von Luzern. Der Bundespräsident der Schweiz, Moritz Leuenberg, wird bei der Feier
anwesend sein.
Zum Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten wird der Tag der Vereidigung werden. Den
Beginn leitet um 8.30 Uhr ein festliches Pontifikalamt mit dem Heiligen Vater im Petersdom ein. Darauf
erfolgt um 10.30 Uhr die Kranzniederlegung im Gedenken an die gefallenen Gardisten des Jahres 1527 und
die Enthüllung einer Ehrentafel am alten Standort des Obelisken auf der Piazza Protomartiri Romani vor
dem Campo Santo Teutonico.
Am Nachmittag wird gegen 16.30 Uhr die Vereidigung neuer Gardisten vollzogen.
Die feierliche und traditionelle Zeremonie findet erstmals in der Geschichte auf dem Petersplatz statt,
in Anwesenheit des Heiligen Vaters, musikalisch begleitet vom Schweizer Armeespiel.
Abteilungen anderer
historischer Militärkorps aus aller Welt werden bei der Feier anwesend sein, so unter anderen die „Hounourable
Artillery Company“ (1537) aus London, die „Guardia Real“ aus Madrid und die „Acient and Honorable Artillery
Company“ (1628) aus Boston – die Ehrengarde des Gouverneurs vom Massachusetts.
Der Abend des 6. Mai führt
Gardisten, Ex-Gardisten, Angehörige und Freunde der Garde zu einem Fest mit musikalischen und künstlerischen
Darbietungen auf der Engelsburg zusammen. Zum Abschluß des Tages soll ein Feuerwerk in den Gardefarben
am römischen Himmel erstrahlen.
Am 7. Mai spielt nach dem sonntäglichen Gebet des Heiligen Vaters das
Schweizer Armeespiel auf dem Petersplatz auf.
Bis zum 30. Juli findet im Braccio di Carlo Magno bei den
Kolonnaden der Peterskirche die Ausstellung „Die Päpstliche Schweizergarde. 500 Jahre Geschichte, Kunst
und Leben“ statt.
Gemälde, Zeichnungen, Manuskripte, Gravierungen, Medaillen, Münzen, Dokumente, Wertgegenstände,
Brustpanzer, Uniformen, Waffen und Rüstungen – ergänzt durch ein eigens für diesen Anlaß realisiertes
Video – sollen zusammen mit Daten und Fakten die Geschichte der Garde erzählen.
Geöffnet ist die Ausstellung
täglich von 10.00-18.00 Uhr, außer Mittwoch (13.00-18.00 Uhr), an Samstagen bis 20.00 Uhr. Das Eintrittsentgelt
beträgt 7,- Euro (ermäßigt 5,- Euro).
Email-Adressen der Empfänger
Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.