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Sonntag, 7. Mai 2006 17:28
Das kostbarste aller Metalle
Die Katholiken bezeichnen die Muttergottes in der Lauretanischen Litanei als „Goldenes Haus“. Warum Maria diesen Titel trägt, wissen nur wenige. Von John Henry Newman († 1890).
Muttergottesdarstellung von Sir Walter Tapper
Muttergottesdarstellung von Sir Walter Tapper
(kreuz.net) Gold ist das schönste und kostbarste aller Metalle. Silber, Kupfer oder Stahl mögen noch so in die Augen leuchten – das Gold übertrifft sie an Reichtum und Glanz.

Wir haben selten Gelegenheit, eine größere Menge Gold auf einmal zu sehen. Wer aber einmal eine große Anzahl von Goldwaren vereinigt sah oder sogar in ein Haus mit reicher Goldausstattung hineinschauen konnte, der weiß, daß der Anblick majestätisch ist.

Darum wird die Stadt Gottes in der Heiligen Schrift golden genannt. Der Heilige Johannes sagt: „Die Heilige Stadt war von reinem Gold, wie durchsichtiges Kristall.“

Indem er sie mit dem schönsten und kostbarsten Gegenstand dieser Erde vergleicht, will er uns eine Idee von ihrer wunderbaren Schönheit geben.

Darum wird Maria auch „golden“ genannt, weil ihre Gnaden, ihre Tugenden, ihre Reinheit, ihre engelgleiche Unschuld von so wunderbarem Glanze und so überirdischer Vollkommenheit sind, daß die Engel ihre Blicke nicht von ihr wenden und wir sie als echtes, reines Goldwerk nie genug bewundern können.

Dazu wird Maria goldenes Haus oder besser goldener Palast – Domus aurea – genannt. Man denke sich eine große Kirche oder einen großen Palast von den Fundamenten bis zum Dache aus reinem Gold gemacht.

Maria wird damit nach der Zahl, nach der Mannigfaltigkeit und Vollkommenheit ihrer geistigen Vorzüge verglichen.

Warum aber wird sie Haus oder Palast genannt? Und wessen Palast? Sie ist die Wohnung des großen Königs – Gottes selbst – gewesen. Der wesensgleiche Sohn des Vaters wohnte in ihr.

Er war ihr Gast und mehr als ihr Gast, denn der Gast kommt und geht – der Herr aber wurde wahrhaftig in diesem heiligen Hause geboren. Er nahm in ihm Fleisch und Blut an von dem Fleisch und Blut der Mutter.

Mit Recht war sie darum aus reinem Gold geschaffen.

Sie mußte von diesem Gold geben und den Leib des Gottessohnes bilden. Sie war Gold in ihrer Empfängnis, Gold in ihrer Geburt, und in ihrem Leiden ist sie wie Gold durch den Feuerofen gegangen.

Als sie zum Himmel emporgehoben wurde, da geschah, was der Hymnus sagt: „Erhoben über alle Engel in ihrer Glorie und Herrlichkeit, gesetzt an die Seite des Königs und umkleidet mit einem Goldgewand.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 10 Lesermeinungen:
Montag, 8. Mai 2006 23:32
QUIS UT DEUS: SALVE REGINA !!!!!
WoW das ist Balsam auf meine armselige Sünder Seele!
Hier etwas für Dich meine Königin!
Salve Regina ,mater misericordiae;vita, dulcedo et spes nostra,salve.Ad te clamamus éxsules filii Hevae.Ad te suspiramus geméntes et flentes in hac lacrimarum valle.Eja ergo ,advocata nostra, illos tuos misericordes oculos ad nos convérte.Et Jesum benedictum fructum ventris tui,nobis post hoc exsilium ostende.O clemens o pia o dulcis Virgo Maria.
Ora pro nobis,sancta Dei Genetrix.
Ut digni efficiamur promissionibus Christi.
Montag, 8. Mai 2006 14:11
stat crux: Die Hitliste
rechts veröffentlicht jetzt ja immer die neuesten statements; ein Grund mehr, den Lesernamen nun doch zu wechseln…

Dr. Otterbeck
Montag, 8. Mai 2006 08:41
Dr. Otterbeck: Wie Gold
durch den Feuerofen gegangen ist im 20. Jh. die ganze Zivilisation. Nicht ohne Grund erkennt „Lumen Gentium“ vom 21.11.1964 (gleichsam Festtag des Domus aureae) Maria inmitten der pilgernden Kirche.

Diese Wallfahrt begann am 25. Mai 1914, als Papst Pius X. im Konsistorium sagte: „Mehr denn je sehnt sich die Welt nach Frieden.“ An diesem Tag hat er den Kampf gegen den besiegten Modernismus beendet und die größere Aufgabe erkannt. „Was Er Euch sagt, das tut.“
Sonntag, 7. Mai 2006 23:36
Bernardin †: Lauretanische Litanei
Was, es steht nicht in der Laur. Litanei? Nein, das geht doch nicht, die ist doch Evangelium und alles ist abgedeckt durch die Heilige Schrift! Schrecklich!
Sonntag, 7. Mai 2006 22:39
Breze: Schwester aller Menschen
Ich habe nichts gegen die Bezeichnung „Schwester aller Menschen“, auch wenn sie nicht in der lauretanischen Litanei enthalten ist… Natürlich ist sie auch unsere Schwester, aber sie ist noch mehr: Sie ist unsere Mutter, die Mutter der Kirche, die neue Eva, die Gottesgebärerin, die „Ja“ gesagt hat zur Verheissung Gottes durch den Erzengel Gabriel. Ich finde diesen Text von Kard. Newman wunderschön…
Sonntag, 7. Mai 2006 22:08
Joshua: @Gotthard
Maria, Du Schwester der Menschen, ist mir die liebste Anrufung und „Beschreibung“.

Diese Anrufung ist aber in der „Lauretanischen Litanei“ nicht enthalten!
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