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Montag, 8. Mai 2006 11:16
Neue Indultgemeinden in Deutschland
18 Jahre nach der Forderung von Johannes Paul II., die Zelebration des Alten Ritus großzügig zu gewähren, kommen die deutschen Diözesen dem Auftrag des Papstes langsam nach.
Kirche St. Joseph in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet
Kirche St. Joseph in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet
(kreuz.net, Köln) Pater Engelbert Recktenwald – ein Mitglied der Petrusbruderschaft – berichtete Anfang Mai auf seinem regelmäßig aktualisierten Portal zur katholischen Geisteswelt gleich drei gute Nachrichten.

Drei deutsche Diözesen – Augsburg, Essen und Köln – haben nämlich die Zelebration der Alten Messe erlaubt beziehungsweise erweitert.

Der Bischof von Augsburg, Mons. Walter Mixa, gewährte im März die sonntägliche heilige Messe in Augsburg. Bisher war die Sonntagsmesse dort nur zweimal im Monat erlaubt.

Der Bischof von Essen, Mons. Felix Genn, erteilte aufgrund einer Unterschriftenaktion die Erlaubnis zur offiziellen Feier der Alten Messe in seiner Diözese.

Der verantwortliche Pater Bernhard Gerstle
Pater Gerstle:
„Jedenfalls haben wir seit Monaten den Heiligen Joseph in diesem Anliegen um seine Hilfe gebeten, und er hat uns nicht enttäuscht.“
berichtete in der Maiausgabe des ‘Kölner Rundbriefs der Priesterbruderschaft St. Petrus’ über den Neubeginn im Ruhrgebiet.

Bischof Genn wies der Petrusbruderschaft als Zelebrationsort – mit Einverständnis des zuständigen Pfarrers und Dechanten – die Kirche St. Joseph in Gelsenkirchen zu.

Für Pater Gerstle handelt es sich um eine schöne Fügung. Es sei nicht nur eine dem Heiligen Joseph geweihte Kirche ausgewählt worden, der bischöfliche Brief trage auch das Datum des St. Josephfestes:

„Jedenfalls haben wir seit Monaten den Heiligen Joseph in diesem Anliegen um seine Hilfe gebeten, und er hat uns nicht enttäuscht.“

Die Bitte der Petrusbruderschaft um eine eigene Kirche – die künftig nicht mehr vom durch Sparzwänge gebeutelten Bistum Essen finanziell unterhalten werden müßte – steht nach wie vor im Raum.

Pater Gerstle bat in der St. Josephskirche um zwei Werktagsmessen wöchentlich und eine Sonntagsmesse monatlich, „was dann schließlich auch gewährt wurde“.

Hintergrund der Bitte war die Überlegung, eine nahegelegene altrituelle Gemeinde im Ruhrgebiet – ebenfalls von Pater Gerstle betreut – an den Sonntagen nicht zu schwächen.

„Nun atmet unsere Ruhrgebietsgemeinde mit Gelsenkirchen und Recklinghausen gleichsam auf »zwei Lungenflügeln«.“ Die weitere Entwicklung werde zeigen, ob sich daraus allmählich zwei unabhängige, lebensfähige Gottesdienstgemeinden ergeben können.

In der St. Josephskirche in Gelsenkirchen zelebriert Pater Gerstle die beiden Werktagsmessen am Freitag und Samstag in der Krypta. Diese ist mit einer Orgel ausgestattet und verfügt über eine eigene Sakristei. Es steht sogar eine Toilette zur Verfügung.

Das einzige Manko sind die fehlenden Kniegelegenheiten. Die Petrusbruderschaft ist gegenwärtig dabei, eine gute und möglichst preiswerte Lösung zu finden.

Pater Gerstle hat mit dem zuständigen Dechanten vereinbart, daß die Petrusbruderschaft über die Kollekten verfügen darf und für allfällige Unkosten wie Heizung, Strom und Kerzen einen Beitrag entrichtet.

Die dritte gute Nachricht für traditionelle Gläubige in Deutschland ist die Übernahme einer bestehenden Indultpfarrei in Düsseldorf im Bistum Köln durch einen Priester der Petrusbruderschaft. Der bisherige Zelebrant der Indultpfarrei feierte Anfang März sein Goldenes Priesterjubiläum.

Durch die erfreuliche Ausweitung der altrituellen Gottesdienstorte in Gelsenkirchen und Düsseldorf wird die Petrusbruderschaft bald einen eigenen Rundbrief für das Ruhrgebiet drucken.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 69 Lesermeinungen:
Freitag, 12. Mai 2006 12:47
stat crux: Zum Glaubenssinn
des einzelnen Beters gehört auch, bestimmte Heilige zu bevorzugen, andere nicht, bestimmte Vorkommnisse höher zu schätzen, andere weniger. (Ich halte Fatima für authentisch, nicht aber das „Fatima-Apostolat“, während manche Medjugorje-Leute gutes Apostolat tun, aber die Erscheinungen vermutlich falsch sind.)

De Fide ist, dass ein Konzil den Hl. Geist (poetisch gesprochen) geradezu dazu „zwingt“, sich zu zeigen. Nicht die Mehrheit macht die Wahrheit, sondern die Wahrheit macht die Mehrheit. Die Nichtverurteilung des Kommunismus war mutmaßlich eine „List“ der Vorsehung. Denn heute wäre das nur noch Ballast im Text.

Nur 20 Jahre nach dem Konzil waren unvermutete Früchte „in gesellschaftlicher Hinsicht“ zum greifen nahe. Die Aufarbeitung „ad intra“ läßt aber, das räume ich ein, zu wünschen übrig.
Freitag, 12. Mai 2006 12:40
Laurentius2: @stat curx
Deine Beiträge sind oft sehr lesenswert und auch ich sehe ja viel Gutes im Konzil. Aber wenn die Kirche doch aus der Ablehnung des Totalitarismus in Italien soviel gelernt hat, warum hat sie dann den Kommunismus, den wohl verheerendsten Irrtum des 20.Jahrhundert (ca. 120 Mio Tote) nicht eindeutig mit einem Anathema verurteilt ?
Stattdessen schwelt er weiter von der PDS bis nach China, und nicht zuletzt in den Hinterköpfen vieler deutscher Intellektuellen – ganz so, als wenn nichts gewesen wäre.

Übrigens: ich glaube nicht an Fatima – muß man ja auch nicht, um ein rechtgläubiger Katholik zu sein, oder ?
Donnerstag, 11. Mai 2006 12:23
stat crux: Es geht um den Gottesbegriff:
Der Ausdruck „Faschismus“ für das, was von der Zivilisation übrigbleibt, wenn orientalischer Nihilismus und westlicher Aktivismus zusammengehen („Bekenntnisse eines Taoisten an der Wall Street“) ist sicherlich verzichtbar. Mir ist auch lieber, die Begriff auf Italien 1922-1943 einzugrenzen. Aber gerade die Erfahrungen in Italien haben den Katholizismus dazu gezwungen, der tiotalitären Versuchung zu entgehen. Das hier so oft angegiftete Konzil samt Ökumene und Dialog ist eine Tat zur „Ehrenrettung“ Gottes, der der je Größere ist; Gott zur höchsten „Rechtsquelle“ zu degradieren ist (außerhalb der Reichweite des Islam) pure Blasphemie. Und mir scheint: Das hat uns Fatima noch (nach 1989) zu sagen.
Donnerstag, 11. Mai 2006 12:15
28.IX-28.X: das heißt
lieber crux, wenn du nicht andres kannst und jemand nicht in dein Horn bläst, bleibt dir nur noch die Faschokeule.
Donnerstag, 11. Mai 2006 12:09
stat crux: 28. 9. bis 28. 10.??
Was heißt das eigentlich?? Und was schreit der kleine Faschist da?? Gay??
Donnerstag, 11. Mai 2006 12:05
28.IX-28.X: @crux
ghääää…
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