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Dienstag, 9. Mai 2006 08:30
kreuzmeldungen
Ein Lied für den Papst + Endgültig ausgeschlossen. Wenigstens vorläufig. + Haßfilm erregt Widerstand + Die Welt mit Kindern dichtscheißen? + Die Verdummung blüht
Rechts: Jeremy Gabriel (9)
Rechts: Jeremy Gabriel (9)
Ein Lied für den Papst

Vatikan. Der 9jährige Jeremy Gabriel aus der kanadischen Stadt Quebec wird am Donnerstag für den Papst singen. Jeremy leidet seit seiner Geburt am sehr seltenen ‘Treacher-Collins-Syndrom’. Der Gendefekt verursacht Fehlbildungen im Gesicht und Störungen des Seh- und Gehörsinnes. Der Junge wird vor der sogenannten Zeremonie der Arche des Neuen Bundes singen. Dabei wird der Papst eine in Quebec hergestellte, 1,2 Meter große Arche segnen. Das ikonenverzierte Kunstwerk soll bis zum Eucharistischen Kongreß in Quebec im Jahr 2008 ganz Kanada bereisen.

Endgültig ausgeschlossen. Wenigstens vorläufig.

Spanien. Am Donnerstag wurde ein ganzkörpergelähmter Spanier (53) auf eigenes, im Internet verbreitetes Betreiben von einem unbekannten Täter zu Tode gebracht. Der Fall war als Anlaß konstruiert, um in Spanien eine Mediendebatte um die Legalisierung des Hilflosenmordes vom Stapel zu lassen. Die sozialistische Gesundheitsministerin Elena Salgado erklärte am Montag vor der spanischen Presse, daß eine Gesetzesliberalisierung „ausgeschlossen“ sei.

Haßfilm erregt Widerstand

Vatikan. Der emeritierte Kurienkardinal Luigi Poggi (88) und der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Francis Kardinal Arinze (73), haben in der italienischen Tageszeitung ‘La Repubblica’ zum Boykott des Haßfilmes ‘Sakrileg’ aufgerufen. Kardinal Arinze riet den Katholiken, gegen das Machwerk rechtlich vorzugehen. Auch die tschechische Bischofskonferenz schloß sich den weltweiten Protesten an. Es sei eine Schande mit einer Verfilmung – die mit den Mohammed-Karikaturen vergleichbar sei – auf Kosten der religiösen Gefühle der Christen Geld zu verdienen.

Die Welt mit Kindern dichtscheißen?

„Der Halali-Ruf der Familiären trifft auf das Rückzugsgeheul der Alleinstehenden. Der Ton ist bisweilen hart: Von Fortpflanzung als »hormonellem Egoismus« ist da die Rede und von »selbstsüchtigen Menschen, welche die Welt mit ihren Kindern dichtscheißen«. Die Frage nach Kindern ist offenkundig eine nach Sein oder Nichtsein. Zusätzlich bedarf sie einer Erörterung über Reproduktionsquoten hinaus. Genau dies glückt den politisch Verantwortlichen weniger, als es der Aufsatz einer Nachrichtensprecherin vermag.“

Aus der deutschen Wochenzeitung ‘Junge Freiheit’ vom 5. Mai

Die Verdummung blüht

Deutschland. Die nordrhein-westfälische ‘Landesanstalt für Medien’ präsentierte kürzlich eine Langzeitstudie aus über 3000 Fernsehnachrichten im Zeitraum zwischen 1992 und 2004. Demnach präsentieren sämtliche Fernsehsender zunehmend unpolitischere Nachrichtensendungen mit ausdrucksstarken Bildern. Dabei dominierten – bei den privaten Sendern noch mehr als bei ‘ARD’ und ‘ZDF’ – Boulevard-Themen mit den Faktoren Prominenz, Kontroversen und Aggression.
4 Lesermeinungen:
Dienstag, 9. Mai 2006 17:00
Benedikt: @ deusexmachina
Allerdings darf die Kirche sicherlich einen guten Teil des zu erwartenden Erfolgs für sich reklamieren – bestimmt werden wieder einige Unermüdliche direkt vor dem Kino irgendwelche Warnblättchen verteilen – bessere Werbung geht nicht

Na, wer schon vor dem Kino steht, der wird sich den Film auch ansehen, wenn er dies vorgehabt haben sollte. Extra Werbung kann ich da nicht erkennen.

und dann machen die Tradis denen so ein wunderbares Geschenk…

Die Tradis? Na also, ich glaube, dass die bayerische Staatskanzlei oder der Erzbischöfliche Ordinariat da größeren Einfluss drauf hatten.

Ich fand „Popetown“ übrigens erwartungsgemäß recht belanglos, aber immerhin lustiger als befürchtet. Der jüdische Papst war doch wohl GENIAL?

Ich hab es mir ehrlich gesagt nicht angesehen. Dafür waren mir die Kritiken zu schlecht und das Thema zu ausgelutscht. Wer eine schlechte Sendung produziert, der macht sich halt über die Kirche lustig und glaubt, das würde immer gehen. Langweilig. Mal sehen, wie viele Leute Folge zwei auch noch sehen.
Dienstag, 9. Mai 2006 16:27
deusexmachina: @Benedikt
Ziemlich sicher sogar – ich meine, es ist nun einmal ein packender Thriller, ein spannender und „epischer“ Hintergrund und ein genialer Hauptdarsteller, da wäre es schon seltsam, wenn es KEIN Hit würde.

Allerdings darf die Kirche sicherlich einen guten Teil des zu erwartenden Erfolgs für sich reklamieren – bestimmt werden wieder einige Unermüdliche direkt vor dem Kino irgendwelche Warnblättchen verteilen – bessere Werbung geht nicht

War doch bei MTV genauso. Ich meine, MTV ist seit langen auf dem absteigenden Ast, und dann machen die Tradis denen so ein wunderbares Geschenk… ohne das kirchliche Aufbegehren hätte doch praktisch kein Aas etwas von „Popetown“ mitbekommen. So aber – tolle Werbung, und ganz umsonst!

(Ich fand „Popetown“ übrigens erwartungsgemäß recht belanglos, aber immerhin lustiger als befürchtet. Der jüdische Papst war doch wohl GENIAL? *g*)
Dienstag, 9. Mai 2006 15:12
Benedikt: @ deusexmachina
„Sakrileg“ wird auch ohne „Werbung“ durch Boykottaufrufe ein Hit werden…
Dienstag, 9. Mai 2006 14:33
deusexmachina: Vorbereitung auf das nächste Hornberger Schießen
Nachdem der ganze Zirkus um „Popetown“ ziemlich wie das Hornberger Schießen ausgegangen ist (vielen Dank übrigens für die Werbung – es war das erste Mal seit ca. 10 Jahren, dass ich mir einen Fernsehtermin gemerkt habe), rüstet man sich bereits für den nächsten Sturm im Wasserglas: „Sakrileg“.

Da bin ich ja gespannt, was die empörten Frömmler, die sich bislang so lautstark vernehmen ließen – mehrheitlich, ohne das Buch je gelesen zu haben – hinterher sagen… obwohl, wahrscheinlich werden dieselben „üblichen Verdächtigen“ auch hinterher genauso meckern – ohne den Film überhaupt gesehen zu haben.

Wissen schadet bekantlich nur dem blinden Hass, den mancher hier ja für eine wesentliche Eigenschaft christlichen Glaubens zu halten scheint

(Nette Smileys übrigens, kreuz.net – spziell der da, den ich hiermit zu „meinem“ erkläre: )
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