Weltjugendtag
Viel Begeisterung – und ein bitteres Ende
Der Erzbischof von Köln berichtete kürzlich über die Anwesenheit von Johannes Paul II. am Kölner Weltjugendtag, die Gesellschaftsfähigkeit der Homo-Ideologie und das größte Ärgernis seines Bistums.
(kreuz.net, Köln) Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, sprach am Samstag auf der Vollversammlung des Diözesanrates der Kölner Katholiken.

Kardinal Meisner erklärte, daß der Weltjugendtag eigentlich schon früher hätte in Köln stattfinden sollen – im Jahr 2000. Doch schließlich habe man sich entschlossen, im Heiligen Jubeljahr den Anlaß in Rom zu begehen.

Im Jahr 2004 wollte der Kirchenfürst den Weltjugendtag
Joachim Kardinal Meisner:
„Auf drei oder vier Beerdigungen kommt nur noch eine Taufe.“
wegen der gleichzeitig stattfinden Olympiade nicht veranstalten: „Manchmal denke ich: Hätten wir den Weltjugendtag in 2004 veranstaltet, wäre Papst Johannes Paul II. noch bei uns gewesen.“

Er erinnere sich, daß ihm der verstorbene Papst noch kurz vor seinem Tod im April 2005 gesagt habe: »Ich komme, aber wie, das bestimmt Gott.«

„Und Papst Johannes Paul II war auch bei uns!“ – fügte Kardinal Meisner hinzu.

Er lobte im Rückblick das enorme Engagement aller Beteiligten. Besonders die Aufnahme vieler der 410.000 Pilger in 100.000 Privatunterkünften habe ihn begeistert: „Dort sind Netzwerke entstanden, dessen Auswirkungen wir in voller Gänze noch gar nicht erahnen.“

Die Quellen des Weltjugendtages seien eindeutig die Eucharistie und die Beichte gewesen: „Daraus hat der Weltjugendtag gelebt und auch Köln war wie verwandelt.“

Er habe mit Jugendlichen gesprochen, die meinten, daß man sich nun „nicht mehr schämen müsse“, katholisch zu sein.

Zudem sei der Kölner Weltjugendtag der erste gewesen, der kein Defizit eingefahren habe. Die Verantwortlichen konnten erst letzte Woche als Bilanz eine schwarze Null verkünden.

Zur Lage seines Erzbistums erklärte der Kardinal, daß im Jahr 2005 weniger Menschen aus der Kirche aus- und deutlich mehr in sie eingetreten seien als in den Jahren zuvor.

Das letzte Jahr verbuchte in Köln mit 1.566 Wiedereintritten die höchste Zahl seit 1957. Im Jahr 2004 erklärten sich 1.146 Einwohner bereit, den Kirchenbeitrag wieder zu bezahlen. Gleichzeitig fiel die Zahl der Kirchaustritte mit 9.547 erstmals seit Jahren unter die Zehntausend-Marke.

„Das ist ein Zeichen, das wir dankbar zur Kenntnis nehmen sollten“, kommentierte Kardinal Meisner die Statistik optimistisch.

Zum Thema Ehe und Familie freute sich der Kirchenfürst, daß sich unter der neuen Bundesregierung „einiges Positive“ tue:

„Die jungen Menschen sind angewidert von den verschiedenen Familienmodellen. Sie suchen nach Verläßlichkeit und sie suchen nach Treue.“

Der Kardinal wandte sich auch gegen die Homo-Ideologie: „Andere Formen des Zusammenlebens können rechtlich der Ehe und Familie nicht gleichgestellt werden.“ Es gelte, der Ehe wieder zu fundamentalem Rang in der Gesellschaft zu verhelfen.“

Abschließend gab Kardinal Meisner einen düsteren Ausblick auf die Zukunft seines Erzbistums:

„Es fällt mir nicht leicht, aber wir müssen zukünftig etwa 90 Millionen Euro einsparen. Das wird Räumlichkeiten und Personal betreffen.“ Es sei für ihn das größte Ärgernis, Kindergärten aufgeben zu müssen.

Die Kirche werde ein anderes Gesicht bekommen. Auf drei oder vier Beerdigungen komme nur noch eine Taufe: „Also müssen wir die Kirche flott halten, damit wir auch in zwanzig Jahren das Evangelium noch vital verkünden können – vielleicht vitaler als heute.“

Aus der Krise von heute werde die Kirche von morgen hervorgehen. Sie werde klein sein – und sie werde mehr als bisher eine Freiwilligen-Kirche werden.

Zugleich werde sie eine verinnerlichte Kirche sein. „Das sollte uns allen Mut machen. Helfen Sie mit.“
      
12 Lesermeinungen
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#13   Dr. Otterbeck   15:32:31 | Dienstag, 19. Dezember 2006
@Aurelius, späte Korrektur
Alle Päpste nach Benedikt XV. haben irgendwann auch mal einen Lehrauftrag innegehabt, auch Montini (Paul VI.). Ob das aber zur dt. Schreibweise Prof. Dr… befugt? Weiß ich nicht. Richtig ist, dass seit Pius X. kein Papst mehr gewählt wurde, der kein Vollakademiker war.
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#12   No Comment   15:57:43 | Dienstag, 21. November 2006
Hier auch…
Im Westen nichts Neues…
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#11   stat crux   18:46:59 | Donnerstag, 11. Mai 2006
Feierabend
und viele Grüße aus Köln! O:)
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#10   Dr. Otterbeck   07:15:43 | Mittwoch, 10. Mai 2006
„laurea“
kann im Italienischen sowohl den Studienabschluss als auch den Dr.-Titel meinen. Wahrscheinlich muss es also Dr. Dr. Pacelli heißen, aber nur Dr. Luciani.
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#9   Holti   20:53:07 | Dienstag, 9. Mai 2006
Professorentitel??
Ein Professur ist aber soweit ich weiß kein akademischer Titel (zumindest bei ordentlichen Professoren)
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#8   stat crux   16:17:12 | Dienstag, 9. Mai 2006
Hallo Aurelius,
weil ja der Name jetzt auf der Webseite außen rechts angezeigt wird, bin ich im Zweifel, ob ich nicht doch besser unter neuem Lesernamen schreibe.
Pius X. hatte meines Wissens keinen akad. Titel erlangt. Bei B. XV. weiß ich im Moment nicht, ob er zwei Doktorhüte hatte. Bei den früheren Päpsten ist etwas unklar, ob der jeweilige Abschluss der Studien einem heutigen Doktorat entspricht. Pius VII. hatte, wenn mich nicht alles täuscht, zeitweilig eine Professur inne.
Mit besten Grüßen
Dr. Otterbeck
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#7   Aurelius   16:02:47 | Dienstag, 9. Mai 2006
@Dr Otterbeck
Danke für die interessante Aufzählug der akademischen Titel der letzten Päpste.
Mir ist aufgefallen, daß die Liste mit Benedikt XV. beginnt. Nur so aus Interesse –- hatte Pius X. keinen Titel (außer „Sankt“, aber das ist ja kein akademischer Grad)?
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#6   Dr. Otterbeck   13:16:06 | Dienstag, 9. Mai 2006
Pacelli war kein römischer Adliger
Die Familie des Papstes Pius XII. gehörte zu den „Edlen“ seines Heimatortes, das war aber kein Adel im römischen Sinne. Der Bruder des Papstes wurde im Blick auf seine Verdienste um das Konkordat vom ital. König nobilitiert.
Der letzte Adlige auf dem Stuhl Petri war Benedikt XV., dessen Vater und Bruder Markgrafen della Chiesa waren (Genua). Auch Pius IX. und Leo XIII. waren Adlige.
Von Interesse sind vielleicht auch die akad. Titel:
Dr. Dr. della Chiesa (Benedikt XV.)
Prof. Dr. Dr. Dr. Ratti (Pius XI.)
Prof. Dr. Pacelli (Pius XII.)
Prof. Dr. Roncalli (Johannes XXIII.)
Dr. Dr. Montini (Paul VI.)
Prof. Dr. Luciani (JP 1)
Prof. Dr. Dr. Wojtyla (JP 2)
Prof. Dr. Ratzinger.
(Wobei eine Professur nicht immer eine Habilitation voraussetzte.)
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#4   Athanasius   12:50:44 | Dienstag, 9. Mai 2006
Früher
bestand das Kardinalskollegium auch vorwiegend aus römischen Adligen, allerdings mussten diese meist wohl Geistliche sein.
Erst unter Papst Montini wurde ab 1967 der römische Adel weitgehend ausgeschlossen vom Kardinalat.
Papst Pacelli war der letzte wirkliche adlige Papst aus einer solchen römischen Familie. Faktum bleibt, dass diese Familien die Kirche jahrhundertelang geschützt haben, wenn auch manchmal den Vatikan missbraucht für ihre eigenen Weltpolitik.
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#3   EinChrist   12:38:37 | Dienstag, 9. Mai 2006
@Ansgar „Kirchenfürst“
Danke für diese Information.
Es grüßt,
EinChrist
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#2   Ansgar   12:16:34 | Dienstag, 9. Mai 2006
Kirchenfürst!
Nein, in diesem Fall haben die Traditionalisten Recht. Mit dem Kardinalshut erhält der betreffende Geistliche protokollarisch den Rang eines Fürsten. Wichtig bei Anlässen in Monarchien, wo die Kardinäle protokollarisch wie regierende Fürsten behandelt werden. Und auch in Deutschland von Bedeutung: Der Kardinalstitel wird mittiger Bestandteil des Namens – gleichgestellt dem Adelstitel. Aus Karlchen Lehmann wird im Paß eingetragen (akad. Titel) Prof. Dr. Karl (Adelstitel) Kardinal Lehmann. Übrigens: Bischof, Erzbischof und Abt sind zwar kirchliche Titel, aber keine Namensbestandteile.
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#1   Markus-Antonius †   11:25:49 | Dienstag, 9. Mai 2006
Kirchenfürst?
Warum ist hier eigentlich immer die Rede von Kirchenfürsten? Da ist bei den Tradis wohl mal wieder der Wunsch der Vater des Gedankens.
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