„Die Entscheidung wurde rein ideologisch auf sowjetische Art getroffen“
Haßfilme und Trickserien mit antikirchlicher Hetzbotschaft dürfen die Religion beliebig durch den Dreck ziehen. Dagegen werden harmlose christliche Werbungen aus dem Verkehr gezogen.

Deshalb produzierte das Medienhaus einen 15sekündigen Werbespot für das Wochenmagazin ‘Der Sonntag’. Es bestand die Absicht, die Werbesendung in den Schweizer Fenstern der deutschen Privatsender ‘RTL’ und ‘VOX’ zu senden.
Der Werbespot zeigt musikunterlegt eine Kirchenfassade, die Schuhe eines Priesters in Soutane, einen Blick auf eine Bibel, den Priester beim Bibellesen in der Kirche und schließlich eine ausgehende Kerze.
Die Werbung endet mit dem gesprochenen Text: „Erleben Sie die Welt der Religion anders: ‘Der Sonntag’, die größte christliche Zeitung der Schweiz.“
Später wollte die ‘CAT Medien AG’ weitere Fernsehwerbungen für andere Produkte – die reformierte Zeitschrift ‘Leben & Glauben’, die konfessionsunabhängigen Hörbuch-Reihen ‘Lebensfragen’ sowie ‘Unsere Zeit’ und die Buch-Serie ‘Jeschi’ – schalten.
Doch kurz vor der Ausstrahlung wurde der Fernsehspot vom Schweizerischen ‘Bundesamt für Kommunikation’ verboten.
Das ‘Bundesamt für Kommunikation’ stützt sich bei seinem Entscheid auf das ‘Bundesgesetz über Radio und Fernsehen’. Dieses wurde im März 2006 überarbeitet. Es verbietet nach wie vor „Religiöse Werbung“.
Aus Protest zeigt die ‘CAT Medien AG’ den verbotenen Werbespot nun auf der Webseite www.VerbotenerSpot.ch. Das ‘Bundesamt für Kommunikation’ hat inzwischen auch die Werbung für diese Homepage untersagt.
Auf der Webseite findet sich ein Gästebuch, in dem die Leser ihre Meinung äußern können.
Ein Leser aus Zürich bezeichnet das Verbot als „absolute Frechheit“: „Während eine sexistische Werbung nach der anderen völlig würdelos über den Sender flimmert, wird eine von der Aussage her superharmlose Werbung verboten.“
Ein anderer Eintrag rät der Zeitschrift, Wirbel zu schlagen. Das könne auch eine gute Werbung für die Zeitschrift ‘Der Sonntag’ sein.
Ein weitere Leser bezeichnet das ‘Bundesamt für Kommunikation’ wegen seiner undemokratischen Vorgehensweise als „Regime“: „Die Entscheidung wurde rein ideologisch auf sowjetische Art getroffen.“
Wieder ein anderer Leser fragt sich, ob das Gesetz nicht die Religions- und Meinungsfreiheit einschränke.
„Reto“ aus der Schweiz meint, daß das Verbot religiöser Werbung mit dem Schutz des Religionsfriedens begründet werde.
„Wenn schon, dann muß eingeschritten werden, wenn in der Werbung, in Spielfilmen und Trickserien religiöse Symbole und Werte, Heilige, ja Gott selber durch den Kakao gezogen werden.“
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Mittwoch, 7. Juni 2006 01:30
Jörg Guttenberger, Köln: Entscheidung auf sowjetische Art
Da fängt die Einschränkung der Religionsfreiheit schon an. Bis zur Christenverfolgung ist es dann auch nicht mehr weit.
Donnerstag, 11. Mai 2006 08:51
Arnulf: Der verbotene Spott
Wozu die ganze Aufregung?
Bei uns in Österreich ist das eindeutig geregelt und niemand regt sich auf. Die Kirche darf nicht in den Medien missionieren, höchstens in ihrem eigenen Kirchenblatt. Die Kirche hat ihr Forum im Radio und Fernsehen, aber dies wird nicht für Werbung genutzt.
Wenn Sie dies nun einer Religionsgemeinschaft gestatten, so müssen Sie dies auch anderen erlauben. Ich möchte mir nicht anhören, was da los wäre, wenn plötzlich für den Islam missioniert werden würde und das auch noch über RTL, oder gar für irgendwelche Sekten.
Arnulf Jursa
Bei uns in Österreich ist das eindeutig geregelt und niemand regt sich auf. Die Kirche darf nicht in den Medien missionieren, höchstens in ihrem eigenen Kirchenblatt. Die Kirche hat ihr Forum im Radio und Fernsehen, aber dies wird nicht für Werbung genutzt.
Wenn Sie dies nun einer Religionsgemeinschaft gestatten, so müssen Sie dies auch anderen erlauben. Ich möchte mir nicht anhören, was da los wäre, wenn plötzlich für den Islam missioniert werden würde und das auch noch über RTL, oder gar für irgendwelche Sekten.
Arnulf Jursa
Mittwoch, 10. Mai 2006 15:30
GerdEric: bin mal gespannt,
was das ein Aufgeheule gibt,
wenn die ersten Spots der „Anderen“ gesendet werden sollen…
wenn die ersten Spots der „Anderen“ gesendet werden sollen…
Mittwoch, 10. Mai 2006 15:07
Peccator: Pressefreiheit?
„Wenn schon, dann muß eingeschritten werden, wenn in der Werbung, in Spielfilmen und Trickserien religiöse
Symbole und Werte, Heilige, ja Gott selber durch den Kakao gezogen werden.“
Das ist nach dem Gesetz auch vorgesehen, doch wird es nicht eingehalten.
Ein klares Zeichen, was Pressefreiheit wirklich bedeutet!
Das ist nach dem Gesetz auch vorgesehen, doch wird es nicht eingehalten.
Ein klares Zeichen, was Pressefreiheit wirklich bedeutet!
Mittwoch, 10. Mai 2006 09:56
Benedikt: @ methusalix
Den Täterkomplex, den einige Katholiken wie Sie (?) an den Tag legen wird von vielen Nicht-Christen, Juden etc. mittlerweile mit Befremden gesehen.
Mittwoch, 10. Mai 2006 02:35
methusalix †: Richtig!
Uwe Schmidt: …Was soll man dazu sagen? Die Religion ist seit dem 30-jährigen Krieg in Europa diskreditiert…
Wenn dreissig Jahre Krieg um die „wahre“ Religion, mit entvölkerten Landstrichen und hunderttausenden von Ermordeten kein Grund ist für eine Diskreditierung der Religion, was dann? Es ist richtig: die Kirchen haben sich selbst diskreditiert, weil sie einzig und alleine ihre Macht im Auge hatten und nicht das Seelenheil der Menschen. Die ganz grosse Katastrophe ist aber, dass diese Machtgier bis heute geblieben ist und nur ganz wenige Kirchenbeamte, das ändern wollen.
Wenn dreissig Jahre Krieg um die „wahre“ Religion, mit entvölkerten Landstrichen und hunderttausenden von Ermordeten kein Grund ist für eine Diskreditierung der Religion, was dann? Es ist richtig: die Kirchen haben sich selbst diskreditiert, weil sie einzig und alleine ihre Macht im Auge hatten und nicht das Seelenheil der Menschen. Die ganz grosse Katastrophe ist aber, dass diese Machtgier bis heute geblieben ist und nur ganz wenige Kirchenbeamte, das ändern wollen.
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