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Mittwoch, 10. Mai 2006 09:34
Die Kirche als Zeltlager
Matratzen, Radio, Fernsehen, Computer, Kochstellen und das Banner Allahs: In Belgien werden Kirchen derzeit von illegalen Immigranten besetzt. Gegen diese Umfunktionierung von Gotteshäusern haben die wenigsten Bischöfe etwas.
Zeltlager in der Kirche St. Bonifaz in Brüssel
Zeltlager in der Kirche St. Bonifaz in Brüssel
(kreuz.net, Brüssel) Belgische Bischöfe und Pfarreien haben 25 Kirchen und Kapellen als Unterschlupf für illegale Immigranten geöffnet. Sie wollen die staatlichen Autoritäten dadurch drängen, den Status der Asylsucher zu legalisieren.

Nach Angaben des belgischen Nachrichtendienstes ‘The Brussels Journal’ sind mehr als 160 sogenannte ‘sans-papiers’ – Menschen ohne Aufenthaltspapiere – in den Hungerstreik getreten.

Manche Asylanten befinden sich schon seit über 30 Jahren ohne Aufenthaltsgenehmigung in Belgien. Das Land besitzt eines der fremdenfreundlichsten Gesetze Europas.

Im Jahr 2000 erlaubte der Staat allen illegalen Einwanderern, die nachweisen konnten, seit mindestens fünf Jahren im Land zu leben, ihren Status zu regulieren. Über 50.000 Menschen nahmen dieses Angebot damals in Anspruch. Der Einbürgerungswelle gingen ähnliche Kirchenbelagerungen wie jetzt voraus.

Den mehrheitlich muslimischen Bewohnern der Kirchen haben katholische Hilfs-Organisationen Zelte, Radios, Fernseher und Computer bereitgestellt. Die Kirchenbesetzer haben für ihre Unterkunft auch Banner mit dem Schriftzug ‘Allah’ mitgebracht.

Kirchenbelagerungen in BelgienKirchenbelagerungen in BelgienKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 8 Bildern zu starten.

Die Moslems halten in den Kirchen auch islamische Gebetsveranstaltungen ab. Manche Altäre wurden weggetragen, Heiligenstatuen verhüllt.

In der nordbelgischen Antwerpener Magdalena Kapelle kampieren derzeit rund 300 Männer, Frauen und Kinder aus Afrika. Der Boden ist mit Matratzen ausgelegt. Die Kirchenbelagerer besitzen die Unterstützung des Bischofs von Antwerpen, Mons. Paul Van den Berghe (73).

Letzten Februar nahm Bischof Van den Berghe an einer Demonstration für Asylanten teil. Er rief auch katholische Schüler seiner Diözese auf, an den Demonstrationen teilzunehmen.
P. Herwig Arts SJ:
„Sie haben die Tabernakel entfernt und Fernsehen und Radio aufgestellt, so daß wir in unserer eigenen Kapelle nicht mehr beten und die Messe lesen konnten.“


Auch der als konservativ geltende Bischof von Namur in Südbelgien, Mons. André Léonard, setzt sich für die ‘sans-papieres’ ein.

Er ist jedoch davon überzeugt, daß Kirchen und Kapellen wegen des Fehlens hygienischer Einrichtungen keine angemessenen Wohnorte sind. Darum öffnete er den illegalen Einwanderern seine bischöfliche Residenz.

In der Stadt Gent im Westen des Landes halten sich die Immigranten in der Kirche St. Antonius auf. Auch dort erfahren sie die volle Unterstützung des Ortsbischofs, Mons. Luc Van Looy.

In der Region Lüttich besetzen 400 Asylbewerber seit dem 21. April eine Kirche in dem Ort Ghlin und fordern die Aufenthaltsbewilligung.

Weil die Bischöfe die Kampagne unterstützen, gibt es aus kirchlichen Kreisen fast keine Kritik.

Eine leise Rüge kam Anfang Mai aus dem Mund des Vorsitzenden der belgischen Bischofskonferenz, Godfried Kardinal Danneels. Er erklärte laut ‘Radio Vatikan’, daß die Kirche zwar mit den Forderungen der abgelehnten Asylbewerber solidarisch sei, Kirchenbesetzungen aber nicht angemessen wären.

Als sich der berühmte Jesuitenpater Herwig Arts im November 1998 in der Tageszeitung ‘Gazet van Antwerpen’ zu Wort meldete und die Situation der Kirchenbelagerer beschrieb, wurde er dafür heftig angegriffen. Pater Arts erzählte damals: „Schwarze Familien drangen in unsere Kapelle ein und verwandelten sie in einen Schlafsaal.“

Männer und Frauen hätten sich Betten geteilt. In der Kirche sei gekocht worden: „Sie haben die Tabernakel entfernt und Fernsehen und Radio aufgestellt, so daß wir in unserer eigenen Kapelle nicht mehr beten und die Messe lesen konnten.“

Diese Situation habe ihn sehr bestürzt, so der Jesuit: „Für mich ist dieser Ort entweiht. Ich habe das Gefühl, daß ich ihn nicht mehr betreten kann.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 38 Lesermeinungen:
Freitag, 12. Mai 2006 09:27
GerdEric: @ Benedikt78
– Ihr habt mich aufgenommen und ich habe Eure Kirchen geschändet
– Ihr habt mich aufgenommen und ich habe eure Religion verspottet


Nun, der Spott der Kirchen anderen Religionen gegenüber ist mancherorts als „Judensau“ sichtbar…

Vieles,
was die Kirche sich in fast 2000 Jahren an „Verzierungen“ erarbeitete,
ist Anti genug.
Schon wenn jemand sagt:
Antikommunistisch,
so will er damit in die Politik eingreifen,
also braucht sich Kirche auch nicht wundern,
wenn sie von der Seite Angriffe erhält.
Es war ja gerade die jahrhunderte währende Unterstützung der Unterdrücker des Volkes,
die grosse Teile des Volkes von der Kirche sich abwenden liess
(so ist der heutige Rückgang der „Gläubigen“ nur die Spitze des Eisberges).
Und sicher,
Faschismus (z.B. Franco) ist nach mancher katholischen Lesart nicht Anti…
Donnerstag, 11. Mai 2006 17:32
Beobachterin: BEKLOPPT!
Ich kann diese Meldung von kreuz.net kaum glauben, obwohl ich nicht an deren Wahrheitsgehalt zweifle.

Da fällt mir nur eine natürliche Reaktion sein: Das ist bekloppt. Das Unnormale ist normal geworden.

Man stelle sich vor, Christen würden in einem muslimischen Land eine Moschee besetzen!

Oder auch nur, daß Muslime eine Moschee zur Verfügung stellen würden, um dort auf unabsehbare Zeit Christen hausen zu lassen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit!

Es kann auch nur so sein, daß in diesen Kirchen ohnehin schon keine Gottesdienste mehr abgehalten werden. Ich kann mir kaum vorstellen, daß die Muslime zu den Gottesdienstzeiten die Kirchen frei machen und vorübergehende Ordnung herstellen.

Vorgestern brachte der belgische Rundfunk eine Meldung, wonach an die Asylbewerber in Belgien kein Geld mehr gegeben werden soll, sondern nur noch Warengutscheine. Das ist ein Signal in die richtige Richtung.
Donnerstag, 11. Mai 2006 15:38
stat crux: Wahrscheinlich
war Marcel Lefebvre anfangs nur beleidigt, dass nicht er Kardinal wurde, sondern sein Schüler Thiandoum. Und dann wirft man eben mit Stinkbomben. „Marcel semper imperat…“
Donnerstag, 11. Mai 2006 15:27
Gotthard: @marcel
Christus vincit! Christus regnat! Christus imperat!
Du hast noch einen Satz vergessen! „Marcel vincit!“
Donnerstag, 11. Mai 2006 15:19
stat crux: Sie sind sogar stolz auf dieses Interview?
Mallerais weiß, das Bugnini kein Freimaurer war. Und selbst wenn er es gewesen wäre: Wie kann denn bitteschön das „Werk“ eines „Einzeltäters“ das Beten einer ganzen Tradition „zerstzören“?? Gesetzt den Fall es gab keinen Bedarf für eine Liturgiereform: Warum akzeptieren sie denn fast 100% der Katholiken? Weil Christus entthront wurde?? Ich kann Ihnen einen vertrauenswürdigen Psychiater nennen.
Donnerstag, 11. Mai 2006 14:44
Marcel: Christus Rex et Redemptor Mundi
C.Heger schrieb: In einem hier verlinkten Interview mit einem der Pius-X-Bischöfe, sagte dieser ungefähr, daß die „Kirche des Konzils“ (so die Definition Pauls VI.) die Islamisierung Europas begünstige.

Exakt, es war das Interview mit Weihbischof Tissier de Mallerais von der FSSPX: Interview im US-Traditionsmagazin „The Remnant“ (21. April 2006) (Kreuzforum.net)

Statcrux vergaß in seiner Anti-Liste zu erwähnen: anti-freimaurerisch. Das war der „ehrwürdigen Erzbischof“ und „große Mann der Gesamtkirche“, wie Papst Benedict XVI. S.E. Erzbischof Lefebvre liebevoll nannte bei der Audienz des Generaloberen der FSSPX, S.E. Bischof Fellay, mit dessen ersten Assistenten, H.H. P. Schmidberger im Sommer des Jahres 2005.
Dieses „Anti“ kommt lange vor anti-kommunistisch, denn die Linie des Widersachers lautet 1517, 1717, 1917. Just 1917 erbarmte sich Unser Herr, sandte seine Mutter nach Fatima und ließ sie dort erklären, daß sie am Ende siegen werde, was uns zeigt, daß sie die alte Schlange zertreten wird, die 1517, 1717 und 1917 sich manifestierte und heute die Welt regiert in einem bis dato unbekannten Maße. Der Himmel wird siegen, nicht vatikanisch-menschliche Diplomatie, komprimitiert durch die „Kirche Satans“ – die Freimaurer – und ohne des Freimaurer Bugninis Messe, die den Menschen ins Zentrum rückte und dafür Christus entthronte.

Christus vincit! Christus regnat! Christus imperat!
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