Ein Bistum im Fahrwasser des Sozialismus
Manche Katholiken hat es irritiert, daß der inzwischen suspendierte Pfarrer und Stadtdechant Ernst-Ewald Roth in der Landeshauptstadt Wiesbaden sein kirchliches Priesteramt für eine SPD-Kandidatur zum Oberbürgermeister aufgegeben hat. Von Hubert Hecker.
(kreuz.net, Wiesbaden) Wer aber die Tendenzen und Haltungen im Bistum Limburg kennt, für den ist das
keine Überraschung: Verschiedene Institutionen und wichtige Personen im Bistum Limburg betreiben seit
Jahren, ja Jahrzehnten eine sozialdemokratische Gesellschaftspolitik.Zwischen dem Bistum beziehungsweise den einzelnen Bezirken und der sozialdemokratisch geprägten Gewerkschaft besteht ein herzliches Einvernehmen.
Das äußert sich zum Beispiel darin, daß ein Bezirksdekan auf der 1. Mai-Kundgebung des ‘Deutschen Gewerkschaftsbundes’ eine Ansprache hält.
In diesem Jahr wurde sogar Bischof Kamphaus vom ‘Deutschen Gewerkschaftsbund’ Regionsvorstand Franfurt-Rhein-Main beim Neujahrsempfang am 7. Januar 2006 als Hauptredner eingeladen.
Eine punktuelle Zusammenarbeit zwischen Kirche und Gewerkschaft –
zum Beispiel in der Aufgabe des Sonntagsschutzes – ist sicherlich
berechtigt und auch geboten.
Aber im Bistum Limburg laufen die vielfältigen Aktionen und Absprachen zwischen sozialdemokratischen Gruppen und katholischen Institutionen auf eine strategische Partnerschaft hinaus.
Dieses Zusammengehen von Kirche und sozialdemokratischer Gruppen auf breiter Ebene hat sich insbesondere in der Kampagne gegen die Konsolidierung des Landeshaushalts im Jahre 2003/04 gefestigt. Damals wurden zahlreiche Demonstrationen und Resolutionen gegen die Sparpolitik der CDU-geführten Landesregierung Hessen organisiert.

Unter Schonung der rotgrünen Bundesregierung mit ihren Sozial- und Gewerbesteuerkürzungsprogrammen wurde behauptet, die CDU-Landesregierung wollte „das Soziale als hinderlichen Ballast für die Entfaltung des Marktes und der Reichen zurückdrängen“.
Mit ähnlichen Argumentationen wiesen Hauptamtliche im Bistum Limburg auch die Schrift der Deutschen Bischofskonferenz von 2003 „Das Soziale neu denken“ zurück:
Die Caritas-Direktion im Bistum Limburg scheint in der Propaganda und Verbreitung sozialdemokratischer Sozialpolitik besonders rührig zu sein.
Die Aufsätze und Schriften der führenden Caritasmanager erschienen 2004 im Verlag ‘VSA’, der mit der Parole wirbt: „Debatte der gewerkschaftlichen und politischen Linken“.
Die vom Verlag herausgegebene Monatszeitschrift heißt schlicht „Sozialismus“.
In der „Frankfurter Sozialschule“, eine Fortbildungseinrichtung des Bistums Limburg, steht ebenfalls die linke Lehre einer sozial-sozialistischen Gerechtigkeit im Vordergrund.
Die Leitung der Katholischen Arbeiterbewegung in der Diözese Limburg bemühte sich eifrig, den Gegensatz zwischen katholischer Soziallehre und Sozialismus zu verwischen: Das seien historische Mißverständnisse.
Vor der Bundestagswahl 2002 machte die Kirchenzeitung des Bistums deutliche Sympathiewerbung für die SPD, indem sie den Kanzlerkandidaten Schröder – der bekanntlich den Gottesbezug bei seinem Amtseid oder die Kreuze in seinen Amtsräumen verweigerte – auf der Titelseite als treuen Anhänger des Religionsunterrichts hochjubelte.

Der Professor an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt lehrt die Theologiestudenten aus dem Bistum Limburg und einigen anderen norddeutschen Diözesen.
Pater Hengsbach war schon in den 90er Jahren ein gern gehörter Propagandist und Wahlkampfredner für die Sozialdemokraten. Dafür zeichnete ihn die SPD 1998 mit dem Gustav-Heinemann-Preis aus.
Inzwischen geht Pater Hengsbach für die sozialdemokratische Idee der Bürgerversicherung auf Werbetour – ein Programm, das im direkten Gegensatz zum Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre steht.
In einigen Programmpunkten hat der streitbare Sozialphilosoph die SPD allerdings schon links überholt und sich den sozialistischen Positionen von Oskar Lafontaine angeschlossen.
Der Partei „Die Linke“ gälten seine Präferenzen, sagte der Jesuit bei einem Vortrag in Limburg.
Es ist also kein Wunder, wenn in diesem kirchlichen Milieu von linksorientierter Gesellschaftspolitik ein katholischer Kleriker auf die Idee kommt, daß er als Politiker die sozialdemokratischen Programme besser befördern könnte denn als Pfarrer.
In der Kirchenzeitung wurde Ex-Pfarrer Roth über seinen Wechsel zu den Roten interviewt: „Sie hatten bisher schon viele Managementaufgaben. Fällt der Schritt ‘auf die andere Seite’ deshalb leichter?“
Die Antwort: „Da ist was dran. Allerdings konnte ich auch schon bisher viel gestalten. Dies nun an einem anderen Ort zu tun, empfinde ich als Herausforderung.“
Frage – Stichwort: „Managementaufgaben“ – und Antwort werfen ein bezeichnendes Licht auf das Verständnis von priesterlicher Seelsorge und kirchlicher Pastoral im Bistum Limburg.
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Freitag, 5. Januar 2007 21:01
Rodolfo Panetta: Unterwanderte Kirche
Daß das Bistum Limburg besonders rot ist, hat man schon länger gesehen. Bischof Kamphaus wollte sich profilieren, indem er die „Lizenz zum Töten“ länger als die anderen Bischöfe ausstellen ließ. Andererseits las man, daß der Bischof keine teure Karosse fuhr, sondern einen älteren Kleinwagen. Das ist schon positiv. Insgesamt ist aber doch die deutsche Amtskirche ein Teil des politischen Systems in diesem Land. Das ist traurig.
Donnerstag, 18. Mai 2006 12:05
Brandenburgis: @Methusalix
Sie sprechen in Rätseln! Können Sie mal kurz erläutern, was Sie meinen? Dann könnte man der Sache auf den Grund gehen.
Donnerstag, 18. Mai 2006 00:46
methusalix †: Dass Sie ein Revolutionsfan sind sulpicius,
hätte ich mir nie im Leben träumen lassen! Aber irgendeinen Grund müssen Sie schon haben, dass Sie
immer wieder eine Revolution friedlicher (Sie erinnern 1989?), oder weniger friedlicher (Frankreich, Ungarn,
Tschechoslowakei, etc. pp) Art, erleben wollen.
Verraten Sie uns den Grund für diese morbide Anziehung?
Verraten Sie uns den Grund für diese morbide Anziehung?
Mittwoch, 17. Mai 2006 22:52
Sulpicius: @methusalix
Ich empfehle Ihnen diese Lektüre:
Hans-Hermann Hoppe: DEMOKRATIE – Der Gott, der keiner ist
Demokratie als das Nonplusultra aller Staatsformen? Hoppe, Volkswirtschaftler an der Universität Nevada in Las Vegas, macht eine prinzipielle Verlustrechnung für den Übergang von der klassischen Monarchie (dem kleineren Übel) zur Demokratie auf. Anhand bestürzender und zwingender Diagnosen weist er grundlegende Defizite nach, die sich – begünstigt durch die ständige Ausweitung der Staatsmacht – auf Individuen und Gemeinwesen verheerend auswirken.
550 Seiten, ISBN 3-933497-86-8, ca. € 25,-
Hans-Hermann Hoppe: DEMOKRATIE – Der Gott, der keiner ist
Demokratie als das Nonplusultra aller Staatsformen? Hoppe, Volkswirtschaftler an der Universität Nevada in Las Vegas, macht eine prinzipielle Verlustrechnung für den Übergang von der klassischen Monarchie (dem kleineren Übel) zur Demokratie auf. Anhand bestürzender und zwingender Diagnosen weist er grundlegende Defizite nach, die sich – begünstigt durch die ständige Ausweitung der Staatsmacht – auf Individuen und Gemeinwesen verheerend auswirken.
550 Seiten, ISBN 3-933497-86-8, ca. € 25,-
Mittwoch, 17. Mai 2006 20:08
methusalix †: nanu brandenburgis,
verbirgt sich hinter Ihrem Nick etwa gar ein kleiner Emporkömmling, der gerne blaues Blut in seinen Adern
hätte und gerne „Reichsverweser“ wäre?
Sind das etwa Sie?
Das würde allerdings einige Defizite erklären, die in Ihren Beiträgen immer wieder auftauchen.
Aber im Ernst; Sie wollen wirklich die abgewirtschaftete, degenerierte und bis auf die Knochen korrupte Adelsclique wiederhaben?
Die haben die Kirchenbeamten doch auch nur als nützliche Idioten gesehen, die Ihnen mit den passenden Predigten den Pöbel vom Leib gehalten haben.
Erinnern Sie sich, wo das hinführt, wenn Adel und Kirche gemeinsame Sache gegen die Menschen machen?
An den 14. Juli 1789 und an den 25. Oktober 1917 (julian. Kal.!)????
So etwas wollen Sie wirklich wieder erleben?
Ohne uns! Das werden wir verhindern! Koste es, was es wolle! Die Demokratie bleibt!
Sind das etwa Sie?
Das würde allerdings einige Defizite erklären, die in Ihren Beiträgen immer wieder auftauchen.
Aber im Ernst; Sie wollen wirklich die abgewirtschaftete, degenerierte und bis auf die Knochen korrupte Adelsclique wiederhaben?
Die haben die Kirchenbeamten doch auch nur als nützliche Idioten gesehen, die Ihnen mit den passenden Predigten den Pöbel vom Leib gehalten haben.
Erinnern Sie sich, wo das hinführt, wenn Adel und Kirche gemeinsame Sache gegen die Menschen machen?
An den 14. Juli 1789 und an den 25. Oktober 1917 (julian. Kal.!)????
So etwas wollen Sie wirklich wieder erleben?
Ohne uns! Das werden wir verhindern! Koste es, was es wolle! Die Demokratie bleibt!
Mittwoch, 17. Mai 2006 11:43
Brandenburgis: Roter Dreck
Da kann man nur zustimmen. Allerdings unter dem Vorbehalt, daß die Demokraten jeder Coleur keinen Deut besser sind!
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