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Freitag, 29. Oktober 2004 13:01
Schwere Schikanen gegen die Franziskaner in Jerusalem
Der einzige Zugang zum christlichen Stadtteil Jerusalems soll geschlossen werden. Beschwerden der Franziskaner an die Stadtverwaltung sind seit Monaten unbeantwortet.
(kreuz.net, Jerusalem) Von schweren Schikanen gegen die Franziskaner im Hl. Land von Seiten der Jerusalemer Stadtverwaltung berichtet die letzte Ausgabe der Franziskanischen Zeitschrift für das Heilige Land „Im Land des Herrn“.

Die jüdische Stadtverwaltung der von Israel militärisch besetzten Altstadt von Jerusalem plant, entlang der nord-westlichen Mauer der Altstadt den Verkehr neu zu regeln und eine Straßenbahn zu bauen.

Im Zuge dieser Maßnahme ist vorgesehen, das sogenannte Neue Tor für den Autoverkehr zu sperren. Doch das Neue Tor ist die einzige Zufahrt für Autos zum Christenviertel der Altstadt. Nicht nur das Hauptkloster der Franziskaner, San Salvatore, liegt in diesem Viertel, sondern auch viele andere christliche Einrichtungen: Schulen, Kindergärten, Waisenhäuser, Pilgerheime, Krankenstationen oder auch das katholische Pfarrzentrum Jerusalems. Alle diese Einrichtungen wären damit mit dem Auto nicht mehr erreichbar, sondern nur noch zu Fuß zugänglich. Für viele der oben genannten Institute würde dies das Ende bedeuten.

Eindringlich hat sich der Kustos des Heiligen Landes Pater Pierbattista Pizzaballa (39), der Obere der Franziskaner, in einem Brief vom 9. Mai 2004 an das israelische Verkehrsministerium gewandt. Er bittet darin, die Belange der Christen und der Franziskaner dieses Viertels zu berücksichtigen:

„Wir wollen keine Gefangenen oder behinderte Einwohner sein“, so heißt es in diesem Brief: „Wir wissen, daß Eure Experten andere Lösungen finden könnten, um die Situation für uns und die anderen Bürger, die innerhalb der Altstadt wohnen, zu erleichtern. Wir fragen uns, ob dies ein Wandel der Politik oder ein Präjudiz gegen die christlichen Klöster ist, einfach das Neue Tor zu schließen und uns so bei der Ausübung unserer religiösen Aufgaben zu behindern und unsere Bewegungsfreiheit einzuschränken.“

„Seit dem 15. Jahrhundert gilt das Franziskanerkloster am Eingang des Neuen Tores als das Hauptquartier der Kustodie des Heiligen Landes, von dem aus die Kirchen, Klöster, Pfarreien, Schulen, Hospitäler und andere Einrichtungen im ganzen Mittleren Osten geleitet werden. Hier lebt der höchste Obere der Franziskaner des Mittleren Ostens, der ‘Kustos des Heiligen Landes’.“

„Mit dem Kustos wohnen hier ständig an die neunzig Franziskaner, um die verschiedenen religiösen Aufgaben täglich zu erfüllen. Außerdem wollen wir nicht zu erwähnen vergessen, daß alle Oberhäupter und Patriarchen der verschiedenen christlichen Kirchen hier seit Jahrhunderten ihren Sitz haben.“

„Wir appellieren an Sie, die richtige Lösung zu finden, bevor es zu spät ist, und zu bedenken, daß wir nicht lebendig begraben und in unserer Bewegungsfreiheit derart eingeschränkt werden wollen.“

Bisher blieben alle Beschwerden und Hilferufe der Franziskaner von israelischer Seite ohne Antwort.
1 Lesermeinung:
Samstag, 4. Dezember 2004 10:11
Dolfus: God’s Own Country II
Dem Zionistenstaat sei ein Sprichwort ins Stammbuch geschrieben: Nach dem Hochmut kommt der Fall.
Die Israelis sollten mal zur Abwechslung andere Teile der Schrift lesen als die, welches Gebiet ihnen Gott versprochen hat. Muß Gott erst wieder mal eingreifen, um sie zur Einsicht zu bringen?
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